Sonntag den 28. Mai
Zweites Blatt
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Deutsches Keich.
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Allr Anzeigen-VrrmittlungSstellrn de» In- und Au-ianv<< nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger enigega».
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vitbem eine entschiedene Schwenkung zugunsten der Werbe- Wgkeit eingetreten. Dies erhellt aus den dafür geleisteten
Kolonialgefellschast so wenig wie bei jedem andern Unter.
nebmer ausaeschlossene Möglichkeit eines Mißerfolges uno . 4üuiucicuuuyv»*, .w»«,v ----- .. . ■.
Niiglü ch < d, 4.!- tnfnH.nLtt I e. Er ^onke das ' 9 mitiutsif»«. Otabt»
Berlin, 26. Mai. D.. -------.
kaiserlichen Prinzen in Wilhelmshöhe bet Kasiel erfolgt nächsten Dienstag, die Rückkehr nach Plön nicht vor
tue fee «n,eigen zu der nachmittag» f»r dm
<U% erscheinenden Nummer bi» eoue. 10 Utzr.
3 I Die Stadt macht einen wirklich festlichen Eindruck. In den - I Dekorationen erblickt man meist reichsdeutsche, vielfach aber auch preußische und hessische Landesfarben.
Kassel, 26. Mai. Das Kaiser paar erschien mit Gefolge um 8 Uhr im Orangerie-Schloß, wo es von achtzig Ehren-Jungfrauen, -mpfang-n wurd°,^w°lche sehr, hübsch-
Gratisöeitagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Blätter sür hessische Volkskunde.
Feuilleton.
Arankfurler Aries.
Originalbericht für den „Gießener Anzeiger-.
(Nachdruck verboten.) tonnten und Sins-ll- im Schneider'fcheu «unftsalon". siamkfurter Korso. — Pfingstl-d-u auf dem Ze«ralb°hnh°s.
Dr. M. Gegenwärtig süllt den Schneider'schen Salon me Kollektion Zügel. Professor Zügel aus München cimmt unter den modernen Tiermalern mit den ersten Platz m Eine breite, behagliche Fülle strömt sein Pinsel aus. Goiime und Gesundheit liegt auf seinen sich in strotzender Lebenskraft dehnenden Tiergestalten, bei welchen man un* willkürlich die Verse Homers von den „schwer dahin- mmdelnden Rindern" zitieren möchte. Ob der Künstler uns nun eine Heerde weidender Schafe vorführt, deren Hirte in seiner robusten Natürlichkeit wenig von dem sentimentalen Lckhäfer des Goethe'schen Liedes in sich zu haben scheint, ode-r ob er sich mit liebevoller Aufmerksamkeit in das schwer - Mge Schreiten von Pflugochsen vertieft — immer ist es m ganzes, volles Stück Leben, in welchem Tier und Land- IihOft, letztere aufgefaßt als die fette, üppige, Nahrung er oortreibende Mutter Erde, in vollendeter Harmonie zu- iMmenklingen, wo nichts Staffage oder herbeigekünstelte Etiimmung ist. Man wird dieser ungesuchten frischen Natür- lichokeit der Zügel'schen Leinwand vollends froh, wenn man ft mit den glatten Bildchen des immer aus dem nämlichen tilgen Motivkreise schöpfenden Mali („Kühe am Wasser'') vmgleicht, dessen Sachen jedoch einst als leicht verkäuflich Men.
Sehr lange bleibt der Blick des Beschauers an einem
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Gießener Anzeiger
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die Festhalle und aus 6000 Kehlen erschallte das „Heil Dir aus ver Muii|cixnj gutuu.yv|vyi. i- -v - . ■ im Siegerkranz", begleitet VON vollem Orchester un o rge.
sucht umsetzen, gereicht dem Vaterlande nicht zum Nutzen. I Dann begann das Begrüßungs-Konzert, das unter der Leitung ' w ' * ---- ' des Kapellmeisters Dr. Beier einen schonen Verlauf nahm.
DaS Programm erhielt u. a. zwei Kompositionen von Friedrich dem Großen. Die Kasseler Männer-Gesangvereme, welche lausend Köpfe zählen und laut den Bestimmungen des Preis-Ausschreibens vom Wettstreit ausgeschlossen sind, bewiesen hier ihre Leistungsfähigkeit, angefeuert von energischen und umsichtigen Dirigenten. Von mächtiger Wirkung war wie der Beginn auch der Schluß des Konzertes, da
Kassel 26. Mai. Ueber den Empfang des Kais er - p a ar es ist noch zu berichten: Das Kaiserpaar bestieg einen vierspännigen Wagen mit zwei Dorreitern und eskortiert von zwei Abteilungen Husaren, um zunächst die kurze Strecke ruu^tu, uuu v» r-, । bis zur Ehrenpforte an der Museumstraße zu.sahren, wo
den maßgebenden Körperschaften I Majestäten von den städtischen Behörden begrüßt wurden.
?eb. Peppier,
interbliebenen.
weiblichen Pastellkopf Meister L e n b a ch s haften, an welchem )ie Farbe fast wie entmaterialisiert erscheint. Es ist wieder eins der rätselvollen modernen Sphinxantlitze, an welchem die Psyche nicht minder wie die Form fesselt. Lenbach malt mehr als die sogenannte „schöne Frau", er sieht die ibeale Einheit seines Gegenstandes. Freilich können wir uns nicht entsinnen, je eine wirklich äußerlich unschöne Frau von seinem Pinsel verewigt gesehen zu haben. Wie die Romanschriftsteller alter Schule kennt auch er die schone Seele nur, soweit sie sich in einer schönen Form giebt. Vielleicht aber hieße es sür den bildenden Künstler, sich seiner Art, seines eigentümlichen Lebenselements entäußern, wenn wir verlangten, er solle auf sein Panier die hohe Forderung Platos schreiben: „Man muß die an der Seele haftende Schönheit für kostbarer halten, als die des Leibes."
Wie Frankfurt nur die eine große Hauptstraße, die Heil, hat, so auch nur eine offiziell anerkannte Promenade für Equipagen, Radfahrer, Reiter und Fußgänger: den Weg zum Forst hause. Für diesen Korso ist jetzt in diesen Maientagen, wo „halb" Frankfurt noch nicht in den Bädern liegt, die schönste Zeit gekommen. Hier kann man die neuesten Toiletten, die hübschesten Frauen, die elegantesten Reiter sehen. Eine ähnliche Auslese bieten nur noch die Wiesbadener Kurpromenaden und die Lichtenthaler Allee bei Baden-Baden.
Leider mischt sich in das vielgestaltige Bild der Wagen großen und kleinen Kalibers auch bereits die Motordrofchke mit ihrem ohrenbetäubenden Lärm — ein schauderhaftes Behikel ’ Die Seele eines edlen Pferdes muß sich empören, wenn es dies Produkt einer hochmodernen, aber in diesem Falle noch unvollkommenen Technik an sich vorbeirasen sieht. Wer einstmals von einer Radfahrerplage gesprochen, hat die elektrische Droschke noch nicht geahnt! Der Velocipedist
äRittt August. .. k..,
Berlin, 26. Mai. Die Nachricht, daß das ostasiatische «Geschwader verkleinert werden soll, ist der „National- xwitur.q“ zufolge unbegründet. Es werden lediglich alte Msfie durch neue ersetzt. Außerdem ist in Aussicht ge- «omti en, die Zahl der Kanonenboote in den ostasiatischen «Mi.ffern später noch um zwei zu vermehren.
Berlin, 26. Mai. Bei dem schweren Eis end ahn- mglück, das sich gestern bei Kalau ereignet hat, sind fünf Prsciien lebensgefährlich verletzt worden. 13 trugen «richt! re Verletzungen davon. Der Materialschaden ist nicht mrri eblich. Ueber die Ursache der Entgleisung ist defim- rtfoes noch nicht festgestellt — Ein weiterer Eisenbahnunfall lit ßch auf der Station Gransee zugetragen. Infolge . uuyciuiuciuH«^*» —i - —. . ,
Är We chenstellung fuhr der Personenzug Nr. 12 auf Kolomalbewegung fern konnte; aber die bei deutschen I G-l-is- aus dem sich leere Personenwagen befanden, t„ „» ™, be, tebem andern Unter-
'stis-men wurden dabei nicht verletzt, dagegen wurden die | ■ 'Maschine und drei Wagen beschädigt.
'Berlin, 26. Mai. Aus New-^,
,bü6 Ädmiral Kautz von Samoa abberufen worden sei. Er 1°ll mit der „Philadelphia" nach der Heimat zurückkehren, tet Kreuzer „Newark", der sich jetzt in Valparaiso be- •fnbeti, hat Ordre erhalten, sich nach den samoanischen Ge- .Mrrn zu begeben. , , , . , A .
Berlin, 26. Mai. Der Geschäftsbericht der Deutschen Kolonial-Gesellschaft für das Jahr I 1898 weist einen besonders großen Mitgliederzuwachs nach. 'Mehr als 7000 Mitglieder hat dies eine Jahr der deutschen :«D[omialgCfetlf4aft neu zugeführt, s-st'-w Viertel ihres feinten Bestandes, der zu Anfang 1899 die Zahl 30,000 I ibcrsichritten hat. Von besonderem Interesse sind m dem I offiuicUen Bericht die Mitteilungen über zwei Richtungen, I biemnerhalb der Kolonialgesellschaft seit Jahren miteinander ütrumgen haben. Die eine wollte alle verfügbaren Mittel in Gesellschaft unmittelbar für wirtschaftliche und kulturelle I Irbtiit in den Kolonien selbst verwendet wissen; die andere I -to i hre Hauptaufgabe in der Werbetätigkeit, den kolonialen -Mönfen immer tiefer und unverwischbarer in die Seele big Deutschen Volkes einzuprägen. Der Bericht sagt darüber: I batte die Gesellschaft noch bis vor einigen Jahren im all- I oiMMifAfnnpn firh nemünt. 10 ist .
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eilt lautlos dahin, der elektrischen Bahn sind ihre bestimmten Geleise voraeschrieben — aber der Motorwagen kann ganz nach Belieben der Lenker bald auf der Mitte des Weges, bald rechts oder links einherrasseln und seinen penetranten Bezingeruch mit dem würzigen Duft der Tannennadeln vermengen.
Es giebt Leute, die an Feiertagen grundsätzlich nicht auf der Eisenbahn fahren, nicht infolge exklusiver aristokratischer Neigungen, sondern weil sie tatsächlich zu nervös sind, um den Kampf um den Platz, der sich oft genug ent» spinnt, mitmachen zu können. In der letzten Minute vor Abfahrt eines Zuges geht es am Billetschalter und auf dem Bahnsteig am tollsten zu. An Pfingsttagen, die nicht verregnen, haben die Bahnbeamten einen harten Stand; denn es scheint nun einmal Gesetz des Lebens, daß die Vergnügungs- ausflüaler, die, sollte man meinen, nichts weiter zu thun hätten, als sich um die Abfahrtszeit ihres Zuges zu bekümmern, fast immer zu spät auf dem Platze erscheinen und dann doch mit aller Gewalt mitgenommen sein wollen — für den Momentphotographen eine Fülle von Motiven! - In einer illustrierten Zeitschrift, die ich nur am Kwsk gekauft, las ich gerade, in eine Ecke des Koupees gedrückt, daß in Amerika weibliche Beamte im Eisenbahnwesen, auch bereits im äußeren Dienst, mit großem Erfolge verwandt würden — als mich ein Tumult auf dem Bahnsteig aus dem Fenster schauen ließ. Ich sah, wie der Schaffner einen renitenten Passagier, der sich auf das Trittbrett des bereits in Bewegung befindlichen Zuges geschwungen, mit ftoner Hand wieder herunterriß. Wie sollte sich em weiblicher Beamter wohl in solchem Falle, der an Sonn- und vertagen nichts Seltenes ist, benehmen? Entweder sind die Amerikanerinnen ungewöhnlich kräftig oder das Publikum ist dort bester diszipliniert.
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tasWenir« Aahvhöfe«. am Wallchi «ach dem D i, Korrjerl, W Siebener Tm-M
62 er Steinberger Kabinett in einem prächtigen silbernen Humpen dar. Der Kaiser dankte und fuhr dann fort,
>, । erinnere sich mit Vergnügen aus feiner Jugendzeit, daß Kassel eine Stadt sei, in welcher auch Musik und Gesang " eine besondere Pflege erhalten. Deshalb habe er Kasiel zum Orte dieses ersten Sängertourniers gewahl^ Kasiel brauche vor anderen Städten in keiner Weise zuruckzustehen. Die Vorbereitungen, welche die Stadt getroffen Habe, feien
Ideen als unratsam erscheinen.
MP.C. Der deutsche Delegierte zur Haager । ' wo' sich die Ovationen erneuerten.
Friedens-Konferenz Professor von Stengel hat, ] dem komglichen^Sch^ si Kj^ruck. _^n den
als die Nachricht auftauchte, er habe seine, die Idee des ewigen Friedens bekämpfende Schrift auch dem Zaren zu- geschickt, dies sofort als Unwahrheit bezeichnet. Jetzt stellt sich heraus, daß als Urheber der falschen Meldung JgaaUeff als „Vater der Lüge" angesehen werden darf. Bedauerlich ist, daß auch von deutscher Seite mehrfach Partei gegen v^.ri-..o— ------ - • - ,T- c
von Stengel genommen wird. Mitschuld hieran tragen Gretchen-Kostüme in den Farben der Stadt Kassel, blau und Berufskollegen des letzteren. Diese fühlten sich ourch die I weiß, trugen. Ungefähr um 8^ Uhr betrat das Kaiserpaar Wahl von Stengels zum Mitvertreter des deutschen Reiches I ~ - —k -- or^t, hn« ...'heil -Dir
auf der Konferenz zurückgefetzt. Die Art wie sie ihre Elfer-
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räbrwd der Krard chwiegenaiers, ft
— - - . Ausgaben. Zeigt der Voranschlag für das Jahr 1898 noch I brochen “n9eW'JJ e^t Ereffend. Die Verhandlungen
=—-y- eine Summe von 10,000 Mk. für Werbung, Veranstaltung wurde und^ die" speziell in der deutsch-
Die Ankunft der drei ältesten von Borträgen und VortragSreifen und von, 23 000 SW. bau 00l[iegCnbcn Artikel lassen die Hoff-
so erscheinen im folgenden Jahre für dieselben Zwecke bereits 18,000 Mk. bezw. 27,380 Mk. und tm Berichtsjahre 27,500 Mk. bezw. 48,340 Mk. Die Hauptausgaben für die werbende Thätigkeit der Gesellschaft haben sich also in kurzer Zeit mehr als verdoppelt, und es zeigt sich eme ausgesprochene Neigung in den maßgebenden Körperschaften . oie aamquucu w» w.. f .
der Gesellschaft, vorerst auf diesem Wege weiter fortzu- Vertretung des erkrankten Oberbürgermeisters hielt der schreüen und di- unmittelbar- Beteiligung an wirtschaftlichen Vizebürgermeister, Re'chstagsabgeordneter vr End-M°nn Unternehmungen in den Kolonien mehr und mehr auf Falle | Ansprache und bot dem Kaiser den Ehr-nttunk^ der Stadt, von großer Dringlichkeit oder weitgreifender Bedeutung zu beschränken, Sicherlich ist nicht zu b-zw-ifeln, daß beispielsweise die Einleitung eines kolonialen Musterunlernehmens, _ wie cs oster von der Gesellschaft gefordert worden, von 9l außerordentlichem Einfluß auf di- Entwickelung der d-u chen ' -■ r r • . aI<am a hat nor npittimPtl
M.P.C. Das Gesetz über die Fleischbeschau wird zu denjenigen Vorlagen der laufenden Reichstagssession gehören, die vor der Sommervertagung nicht mehr zur Erledigung gebracht werden. Sein weiteres Schicksal tm
n I haben. Daß die diesbezüglichen Verhandlungen als abge-
I die von einem unglücklichen Ausgange zu uquiu^cuuiu fehr reiche, isr oame uaiui uy .
-Dork wird gemeldet, Folgen für den Bestand der G-f-llfchast und die kolonialen Vizebürgermeister den Einwohnern die-^ "''5Ut-'l°n. Stadt.
,-rusen worden fei.^ Er | ZefLebungen überhaupt lassen d.- «eiter- Verfolgung solcher | °°Ed^
Unter brausenden Hochrufen fuhr das Kaiferpaar dann nach
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