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). Januar 1899.
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1. zur Verteilung an die Aussteller 184 Expl. „Vogelsberger Rind" und „Milchvieh" ........ 297,30 Mk.
i. dem landw. Provinzialverein
für Oberhessen (Rest) . . 1578,33 „______________
Summe der Ausgaben: 13461,11
Abschluß.
Die Einnahme beträgt 13461,11 Mk.
„ Ausgabe „ 13461,11 „
Vergleicht sich „ „
*» Parlamentarisches. Am 24. d. M. trat der F i n a n z- »usschuß der zweiten Kammer der Stände des Großherzogtums Hessen im Ständehaus zu Darmstadt zu einer Reihe von Sitzungen zusammen. Nachdem über zirka 36 kleinere Regierungsvorlagen und Anträge die ausgearbeiteten Ausschuß-Berichte erstattet und festgestellt waren, ging der Ausschuß zur Beratung und Beschlußfassung über die von Großherzoglicher Regierung den Kammern vorgelegten Gesetzesentwürfe: 1. die Abänderung des Einkommensteuergesetzes vom 25. Juni 1895 betreffend; 2. die Vermögenssteuer betreffend; 3. Die Einführung einer staatlichen Llassenlotterie betreffend; 4. die Weinsteuer betreffend; 5. die Hundesteuer betreffend; und zwar zunächst zu einer allgemeinen Besprechung über. — Der Finanzausschuß setzte am 25. d. M. die Beratung der Steuerreformgesetze fort, nachdem eine Erörterung des Gesetzentwurfes über die Aushebung der Widerrusllichkeit der unteren Beamten mit Großherzoglicher Regierung stattgefunden hat. — Der Gesetzgebungsausschuß begann die Beratung des Entwurfes des Ausführungsgesetzes zum bürgerlichen Gesetzbuch, in Gemeinschaft mit den Vertretern Großherzoglicher Regierung. ___________
-1- Lich, 26. Januar 1899. Durch das Vorgehen der Stadt Butzbach aufmerksam gemacht, faßte man auch hier in maßgebenden Kreisen den Plan, ein städtisches Elektrizitätswerk für Licht- und Kraftabgabe zu errichten. Eine Besichtigung des Butzbacher Werkes durch den hiesigen Stadtvorstand hat günstige Resultate gezeitigt,' so daß man wohl einer baldigen Inangriffnahme des Planes entgegensehen darf, zumal der Erlös aus dem Holzverkauf in unserem Stadtwalde ähnlich wie bei der Wasserleitungsanlage einen beträchtlichen Teil der Kosten decken und dadurch die Bürgerschaft teilweise entlasten würde.
n. Ranstadt, 25. Januar. Heute wurden hier 2704,5 rm Brennholz öffentlich versteigert. Die Preise erreichten dieselbe Höhe wie voriges Jahr. Es wurden für den Raummeter Buchen-Scheitholz 1. Klasse bis 8 Mk., 2. Klasse bis . 5,50 Mk., Buchen-Prügel bis 4,50 Mk., Stammreiser bis 1,80 Mk., Astreiser bis 1,30 Mk. bezahlt. — Die G e- sundheitsverhältnisse lassen in manchen Orten des mittleren Niddathals zu wünschen übrig. Zwei böse Gäste: Influenza und Mumps sind da eingekehrt. In Staden find über 50 pCt. der Schulkinder von der letztgenannten Krankheit befallen worden, sodaß heute dort die Schule geschlossen wurde.
A Mainz, 26. Januar. Die Schloßkaserne hier, beten von der Militärbehörde projektierter Umbau gestern im Reichstag zur Sprache kam, ist eine Kaserne von sehr
bedeutendem Umfang, welche ursprünglich nicht als Kaserne, sondern als bombenfestes Militärkrankenhaus erbaut wurde. Sie besteht aus einem dreistöckigen Langbau und zwei rückwärts springenden Seitenflügeln und schließt mit dem kurfürstlichen Schloß in einem Rechtwinkel nach der nordwestlichen Seite den im Jahre 1783 angelegten großen Exerzierplatz (Schloßplatz) ab. Ihre Erbauung erfolgte zur Zeit des Deutschen Bundes im Jahre 1842, und war an deren Stelle früher ein großer Artilleriepark, von welchem aus in den französischen Revolutionskriegen Napoleon I. seine Heere musterte, ehe er sie über den Rhein führte. — Die Verwaltung des städtischen Pfandhauses hier will den Zinsfuß von 12 auf 6 Prozent ermäßigen. Es entsteht daraus ein jährlicher Ausfall von 5000 Mk., welcher aus städtischen Mitteln gedeckt werden soll. Es erfolgte diese Zinsenreduktion mit der Reorganisation des gesamten Pfandhauswesens hier.
L. Mainz, 26. Januar 1899. Achtes Symphoniekonzert. Das gestrige achte Symphoniekonzert brachte als erste und Hauptnummer Schuberts umfangreiche C-dur- Symphonie, die von der städtischen Kapelle, unter Leitung des Herrn Emil Steinbach, ausgezeichnet zu Gehör gebracht wurde. Weiter erfreute das Orchester noch durch Vortrag der Ouvertüre zu Shakespeares Richard III. von Volkmann und der Suite aus Tschaikowskis Ballet der Nußknacker, die beide, vorzüglich gespielt, reichen Beifall fanden. Herr Ffrangreon Davies aus London fang mit schönem, gut geschultem Bariton Lieder von Brahms, Grieg, Schubert und Schumanns Hidalgo, wozu er von Herrn Steinbach feinfühlig begleitet wurde.
A Mainz, 26. Januar. Der Kastel er Gemeinderat hat gestern Abend einen Beschluß gefaßt, der' ganz direkt die Ablehnung einer Eingemeindung mit Mainz ausspricht. Von den mit Beginn dieses Jahres neu in den Gemeinderat eingetretenen Mitgliedern wurde nämlich beantragt, im Hinblick auf die sich ständig steigernde Wohnungsnot in Kastel und mit Rücksicht darauf, daß die mit der Stadt Mainz gemeinschaftlich wegen Niederlegung der Festungswerke geführten Verhandlungen keinerlei Fortgang nehmen, die Verhandlungen mit Mainz unter Aufhebung der früher gefaßten Beschlüsse ganz abzubrechen und direkt mit dem Kriegsministerium wegen Uebernahme des freiwerdenden Festungsgeländes in Unterhandlung zu treten. Dieser Antrag, welchen Dr. Wallenstein auf das entschiedenste bekämpfte, wurde mit großer Majorität angenommen. Wie wir hören, war bei dem Beschluß mitbestimmend, daß ein Finanzkonsortium sich der Gemeinde Kastel zur Seite gestellt hat, welches ein beträchtliches Gebot auf das freiwerdende Gelände dem Kriegsministerium gemacht hat.
Ans Rheinhessen, 26. Januar. Verflossene Nacht fand in der sogenannten hessischen Pfalz heftiger Schneesturm statt, der in einzelnen Landstrichen zeitweise jeden Verkehr im Freien unmöglich machte. Erst gegen Morgen ließ das Unwetter nach.
Vermischtes.
* Eine eigentümliche Verwendung hat der Luftballon im Dienste der Astronomie im November v. Js. erfahren. Da, wie wir aus einer Mitteilung des Internationalen Patentbureaus Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6, entnehmen,
während der dem 14. November vorangehenden Tage trübes Wetter herrschte, sodaß man voraussichtlich den in der Nacht des 14. auftretenden Leonidenschwarm nicht hätte beobachten können, beschloß Janssen, ein Mitglied der Academie Fran- ?aise, Beobachtungen von einem Ballon aus anzustellen, der sich bis über die Wolkenschichten erheben sollte. Mit zwei seiner Assistenten stieg er in der Nacht vom 13. zum 14. in einem Ballon von 1200 Kubikmeter Gasinhalt zu diesem Zwecke auf. Der Aufstieg erfolgte nachts um 2 Uhr, weil vorher der Ausgangspunkt der Meteore sich noch unter dem Horizont befand. Schon mit 200 Meter Erhebung war die hindernde Wolkenschicht durchdrungen. Leider war das Resultat des Experimentes nicht den aufgewendeten Kosten entsprechend, da nur 25 Sternschnuppen beobachtet werden konnten. Man beabsichtigte, das Aufsteigen des Ballons am nächsten Tage zu wiederholen, konnte denselben aber für einen neuen Aufstieg nicht fertig machen, und gerade in der Nacht vom 14. zum 15. war nach Berechnungen das Maximum des Falles zu beobachten.
* Frühling im Riefengebirge. Aus Hain, 22. Januar, wird geschrieben: Der Winter scheint seine laue Herrschaft ganz an den Frühling abgetreten zu haben. In den Vorbergen sind Sonntags die trockenen Wege von Ausslüglern belebt. Die Bienen summen bei -s- 13° C. in 500 Mtr. Höhe umher, und der Haselstrauch ist bereits in Blüte getreten, während in den Bächen das krystallklare Schmelzwasser tost und den Fällen sehenswerthe Fülle verleiht. Mit dem Wintersport ist es vorläufig zu Ende, und selbst Schneeschuhe, mit welchen allein man die Kammregion durchwandern kann, versagen ihren Dienst, wenn der Schnee klebt. Aus der Eisgewinnung auf den Teichen dürfte vermutlich nichts werden. Montag voriger Woche fanden die Arbeiter nach dem starken Regen das Eis des großen Teiches mit einer fußhohen Schicht Wasser bedeckt. (Inzwischen dürfte sich auch dort das Bild geändert haben.)___________________
Mversitäts Nachrichten.
— Berlin. Der Senior der pbvosoph schen Fakultät der hiesigen Univerfilät, Wirkt. Geh. Rat. Pios. Dr. Eduard Zeller, beging am 23 Januar zu Stuttgart, wo er daS otium cum digmtate genießt, den 85. Geburtstag. Der Altmeister der Gcschta-le der Philosophie hatte sich mit seinem 80. Lebensjahre von der Lrhrthätig- kett zurückgezogen.
— Dresden. AlS Nachfolger des Professois Geißler an der tierärztlichen Hochschule ist der „Pharmazeutischen Zeitung" zufolge Dr. Kunz Krause in Lausanne in Aussicht genommen.
— Innsbruck. Prioaldozent Dr. AlotS Lode ist zum außerordentlichen Profesior der Hygiene an der hiesigen Universität ernannt worden.
— Basel. Am 22. ds. starb hier Profesior Soctn, der als Chirurg einen europäischen Namen hatte. Als Lehrer der Universität sowohl als auch als praktischer Arzt hat der erst zweiundfechSz'o- jährige Mann seit Jahrzehnten das Vorzüglichste geleistet. Während des deutsch französischen Krieges wirkte er unter dem Protektorate der Großherzogin von Baden in den Mtlitäespitälern.______________
Verkehr, Kandern- Volkswirtschaft.
rtestete, 15 Januar. Fruchrrnartt Roryce Weizen JL 14,04, weißer Weizen X 00.00, Korn X 11X6, Gerste 9 15, Hafer X 7.14
Seidenstoffe
Dtrlaiigt Musicr mit Ängnbr d. Qkroüii hüten.
von Elten & Keussen. FH?ndkiHn?d Crefe’r
MtlUNtMllMM
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Heinrich Wallach in Gießen Ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von kinwendungen gegen das Schlußver- jeichnis der bei der Verteilung zu be- liickfichtigenden Forderungen und zur I Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwertbaren Vermögens- bücke, sowie zur Prüfung einer nach- käglich angemeldeten Forderung der Schlußtermin aus
Dienstag den 21. Februar, vormittag« 10 Uhr,
ior dem Grobherzoglichen Amtsgerichte selbst bestimmt.
Gießen, den 24. Januar 1899.
Neidhart, Serichtsschreiber des Großherzoglichen
Amtsgerichts. 911
Teichreinigung
ita akademischen Aorstgarteu.
Die Reinigung des Teiches im tkademischen Forstgarten soll im Morde vergeben werden. Unternehmer wollen sich bezüglich der näheren Bedingungen an den MverfitätS-Forstgärtner Dörmer ’ntben.
sieben, den 26. Januar 1899.
Die Direktion
akademischen ForsttnstitutS.
Dr. Heß. 877
Jagdverpachtung.
Mittwoch den 15. Februar l. I., nachmittags 1 Uhr, soll auf dem Rathause dahier die der Gemeinde Reinhardshain zustehende Wald- und Feldjagd auf weitere sechs Jahre verpachtet werden. Bemerkt wird, daß das Jagdgebiet von der Bahnhaltestelle Saasen, sowie von der Bahnhaltestelle Beltershain in ca. 15 Minuten zu erreichen ist.
Reinhardshain, 25. Januar 1899. Gr. Bürgermeisterei Reinhardshain. 908 Wagner.
llnllciiirritiißcii
Hchversteigerung.
Nächsten Dienstag, 10 Uhr morgens, versteigere ich im Körnberg bet Ganseburg an Nadelholz:
937 Reisstangen, 3110 Wellen,
49 rm Stockholz, 6 rm Knüppel, und 100 Buchenwellen.
Gießen, den 26. Januar 1899.
902 H. Adami.
ck^ie Holzversteigernug vom ~ 24. und 25. ds. Mts. in der Oberförsterei Schiffenberg ist g e- nehmigt
Die Abfuhrscheine können vom 4. Februar an bei Großh. Rentamt Gießen bezogen werden. Die lieber* Weisung dcs Holzes erfolgt Montag den 6. Februar, morgens 8 Uhr.
Gießen, den 26. Januar 1899. Großh. Oberförsterei Schiffenberg.
900 Heyer.
Städtischer Arbeitsnachweis Gießen
Oartenstrasie 2.
Augebvt der Arbeitnehmer r 2 Bäcker, 1 Krankenwärter, 1 Glaser, 4 Schneider, 10 Taglöhner, 4 Hausburschen, 2 Taglöhner für leichtere Arbeit, 3 Fuhrknechte, 1 Kellner, 1 Hausmädchen für Bad-Nauheim, 1 Büreaugehilfe.
Nachfrage der Arbeitgeber» 1 Bäcker, 1 tückt. Schießer zur selbstständ- Führung einer Bäckerei, 1 Drechsler, 1 Sattler, 2 tücht. Bauschlosier, 2 Schuhmacher, 1 Schneider, 3 tückt. Bauschreiner, 2 Hausburscken, 1 Kutscher, 7 Dienst- mädcken für Kücke und Hausarbeit, 2 Lauffrauen, 1 Ladnerin aus anständiger Familie, 2 Flickfrauen, eine Anzahl Ausrrpperinnen, 3—4 Lumpensortiererinnen. Verpachtung eines Pfarrackers.
Der von uns angekaufte Ackcr der Fräulein Schneider, j-tzt Ackec der I. hiesigen Pfarrei, zwischen Liebig- und Wilbelmstraße neben dem Garten des Herrn Ingenieur Koch gelegen, Flur XXVI Nr. 50 und 269,4, soll neu verpachtet werden auf 6 Jahre, für die Zeit von 1899 bis Herbst 1904.
Die Verpachtung soll abgehalten werben am Samstag, den 28. Januar d. Js., vormittags 11 Uhr an Ort und Stelle.
Gießen, am 24. Januar 1899.
Der evangel. Gesamt-Kirchenvorstand.
J.V.: Vogt. 843
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