Ausgabe 
26.8.1899 Erstes Blatt
 
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Ausland.

Wien, 24. August. Die Zustände in Oesterreich werden immer haltloser. Die Unzufriedenheit mit der ministeriellen und klerikalen Mißwirtschaft wächst von Tag zu Tage. Die Empörung im Volke ist so groß, daß sie bei den unerheblichsten Anlässen zum Ausbruch kommt. In verhältnismäßig kurzer Zeit hat es die Negierung dahin gebracht, aus treuen und ruhigen Unterthanen sich heftige Feinde zu schaffen. Dieselbe Bevölkerung, die in Graslitz die Gendarmerie mit einem Steinhagel empfing, war, so sagt dieN. Fr. Pr.", noch vor 20 Jahren die ruhigste, treueste, im besten Sinne konservative Wählerschaft, aus ihren Abgeordneten wurde regelmäßig der Kern der Regierungs­partei gebildet. Daß sic sich so verwandelte, ist nur durch das zu erklären, was sie in diesen zwanzig Jahren erfuhr und erlitt. Daß die radikalen Parteien emporkamen und so mächtig wurden, das kommt daher, daß die gemäßigten sie nicht dagegen zu schützen vermochten. Das Unglück ist ist von der Politik verschuldet, die in diesen zwanzig Jahren den Deutschen gegenüber beharrlich fortgesetzt wurde. Konse­quentes Beharren auf dieser Politik kann keine anderen Folgen haben, als konsequentes Verharren im Widerstand, und das zeitigt dann solche Früchte. Auf Salzburg folgte Cilli, Asch und Graslitz. Die bewaffnete Macht ist immer Sieger geblieben, aber die Wiederholung desselben ungleichen Kampfes hat sie nicht gehindert, und ohne gründliche Aenderung des Systems ist sehr zu befürchten, daß auch die Opfer von Graslitz vergeblich gefallen sind. Gegen ein Volk von der geschichtlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung der Deutschen kann Oesterreich nicht kämpfen. Es ist zu augenscheinlich, daß die traurige Rolle, in der man es zum ersten Male erblickt, seit der Staat besteht, nicht aus seinem Naturell und seinen Neigungen hervorgeht, sondern ihm aufgedrungen wird. Damit muß ein Ende -gemacht werden. Dann werden Polizei und Gendarmerie wieder ausruhen und sich ihrer natürlichen Domäne, den Dieben und sonstigen Uebelthätern widmen können.

Unter ungeheurer Beteiligung aller Bevölkerungs­kreise hat gestern nachmittag in Graslitz das Leichen­begängnis der bei den Straßenkämpfen am Sonntag Gefallenen stattgefunden. Die Zahl der Teilnehmer an dem riesigen Leichenzuge wird auf viele Tausende geschätzt. Die Menge benahm sich musterhaft. Es fand nicht die geringste Störung statt; Militär, Landjäger und Polizei waren nirgends zu sehen, da die verschiedenen Parteiführer versprochen hatten, selbst für Aufrechthaltung der Ordnung Sorge tragen zu wollen. Auf dem Kirchhofe sprachen die Abgeordneten Hofer und Dr. Verkauf, beide in den schärfsten Worten gegen das herrschende System sich wendend. Zahl­lose Kränze wurden am Grabe der Gefallenen niedergelegt.

Lokales und MovinMes.

Gießen, den 25. August 1899.

Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigst geruht, am 19. August den praktischen Arzt Dr. Adolf Schwan in Gießen zum Kreis, assistenzart bei den Kreisgesundheitsämtern Schotten und Büdingen, mit dem Wohnsitz in Gedern, mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts, zu ernennen.

Ernannt wurde am 19. August der Gefangenwärter am Provinzialarresthaus zu Darmstadt, Adam Rück, zum Gefangenaufseher an dieser Anstalt, der Gefangenwärter an der Zellenstrafanstalt Butzbach, Theodor Freitag, zum Gefangenaufseher an dieser Anstalt.

Straf- und Untersuchungsgefaugene sollen nach einer Anordnung des Großherzoglichcn Ministeriums zur Beob­achtung ihres Geisteszustandes in der psychiatrischen Klinik zu Gießen nicht länger belassen werden, als dies durch den Zweck ihres Aufenthalts dortselbst geboten ist. Für die Aufnahme kriminell Irrer kommt in erster Linie die Landes­anstalt in Hofheim in Betracht.

Beim Regimentsexerzieren mit dem Pferde gestürzt ist vorgestern der Bataillons-Adjutant Limpert vom 166. Infanterie-Regiment in Hanau. Wie verlautet, sind die Verletzungen, welche Limpert (ein geborener Gießner) erlitten, nicht so schwer, wie auswärtige Blätter melden.

*' Der diesjährige Hauptausflug des Vogelsberger Höhen- klubs wird voraussichtlich am 10. September auf den Hoherodskopf stattfinden. Auf dem Taufstein soll ein Bismarckturm errichtet werden.

* Der Durst während des Schützenfestes. Nach den endgiltigen bezüglichen Feststellungen wurden bei Gelegenheit des Schützen festes getrunken:

17,12 Hektoliter Bier in der Kantine,

11,41 bei der Vorfeier,

441,59 an den Festtagen, einschließlich des

Konsums imSchützenhaus", worunter 182,09 Hl. Münchener.

In klingende Münze umgewandelt, dürfte das Publikum für hiesiges Bier rund 11,000 Mk., für Münchener Bier denselben Betrag ausgegeben haben. Die Ungunst der Witterung kommt durch die außer allem Verhältnis stehenden geringen Zahlen für den Verbrauch hiesiger Biere scharf zum Ausdruck.

Dagegen hat diese Witterung wohl zu einem gesteigerten Weinverbrauch geführt:

725,5 Liter Zapfwein,

9045 i/p 1627 i/z Flaschen stille Weine,

562 Flaschen Schaumweine sind getrunken worden, aber auch wiederum nur

1737 i/i, 505 i/z Flaschen und Krüge künstliches und natürliches Wasser und Limonade.

Die Barleistung des Publikums hierfür erreicht eben- fals die Summe von 22,000 Mk., sodaß sich hinsichtlich des Geldwertes Wein- und Bierkonsum die Wage halten, während bei früheren Festen die Ausgaben für Bier die­jenigen für Wein bedeutend überstiegen haben. Die Gießener haben sich nach diesen Zahlen als brauchbares Festpublikum aufs glänzendste bewährt.

*' Verunglückt an der Dreschmaschine ist gestern nach­mittag der Maurer H orn in Wies eck. Demselben wurde ein Bein bis zum Knie vollständig abgerissen. Der Schwer­verletzte wurde in die Klinik gebracht.

*f Zum 2. September! Wie in den vorderen Jahren, kommen wir auch in diesem Jahre zum 2. September mit der Bitte um G a b e n für die I n v a l i d e n und die Hinter­bliebenen gefallener Soldaten jenes Krieges. Ueberall, wo man an jenem Tag, in Gotteshäusern oder bei sonstigen Vereinigungen, dieses Fest feiert und sich dessen erinnert, was vor neunundzwanzig Jahren geschah, möge man auch der Opfer des Krieges dankend gedenken und durch Gaben je nach Vermögen dazu beitragen, daß ihr Los auch weiter­hin besser gestaltet werde, als Reich und Staat allein es vermögen. Wenn wir uns auch von jener großen Zeit mehr und mehr entfernen, so darf doch unser Dank sich nicht mindern. Wir bitten insbesondere, wie früher, die evangelischen Pfarrämter und Kirchenvorstände gemäß der ihnen von Großh. Ober-Konfistorium erteilten Erlaubnis, bei den betr. Gottesdiensten Kollekten für jenen Zweck zu erheben. Unsere Zweigvereine ersuchen wir, wie seither möglichst für die Verbreitung dieser Ansprache und Durchführung unserer Idee zu wirken, insbesondere an geeigneten Orten Sammelbüchsen aufzustellen. Alle, welche uns demnächst die Erträgnisse von Sammlungen zu übermitteln haben, bitten wir, dieselben durch Posteinzahlung an unseren Schatz­meister, Herrn Ministerialkalkulator Lang in Darmstadt einzusenden. Der Vorstand des Hess. Landesvereins vom Roten Kreuz, als Landesverein der Kaiser-Wilhelms-Stif- tung für deutsche Invaliden. A. Buchner, Oberkonsistorial- Präsident, Vorsitzender.

Aus der Zett Mr die Zett.

Vor 97 Jahren, am 26. August 1802, wurde zu München Ludwig Michael von Schwanthaler geboren. Er schuf mit staunenswerter Fruchtbarkeit nicht nur für seine Vaterstadt, sondern auch für viele andere deutsche Orte eine Menge herrlicher Kunstwerke, z. B. dieBavaria", die Standbilder eines Goethe, Mozart und Jean Paul. Schwanthaler starb am 15. November 1848 zu München.

Temperatur der Lahn und Luft

ned) Reimmur gemessen am 25. August, zwischen 11 u. 12 Uhr mittag«: Wasser 15Va°, Luft 20°.

Rübsamen'sche Badeanstalt.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Sonntag den 27. August. 13. nach Trinitatis. Gottesdienst.

In der Stadttirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Grein.

Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markus- gemeinde.

Vormittags 9«/r Uhr: Pfarrer Schlosser.

In der Johanneskirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent Dr. Heußel.

Vormittags 91/» Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Beichte und heil. Abendmahl für die LukaS- und Johannes- gemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. ______________

Katholische Gemeinde.

Samstag den 26. August.

Nachmittags um 4'/, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.

Sonntag den 27. August. 14. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6»/, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.

um 7 Uhr: Die erste heil. Messe;

vor und in derselben Austeilung der heil. Communion; Vormittags um 8 Uhr: die zweite heil Messe;

um 9/a Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 2</, Uhr: Andacht.

Pollrsdienst m der Synagoge.

Samstag den 26. August 1899.

Vorabend 7 Uhr, morgens 8°o Uhr, nachmittags 4 Uhr Schrifterklärung, Sabbathausgang 8» Uhr.

Gottesdienst drr israelitischen KeligionrgrsePchaft.

Sabbathfeier am 26. August 1899.

Freitag abend 7 Uhr, Samstag vormittag 8 Uhr, nach­mittag 4 Uhr, Sabbathausgang 8" Uhr.

Nachmittag 3°° Uhr Tchrifterklärung m der neuerbauten Synagoge.

Wochengottesdienst morgens 5 Uhr, abends 6°° Uhr.

Neueste Meldungen.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 25. August. DerVorwärts" hat gegen die Konfiskation der Beilage der Nummer vom 23. d. Mts. Beschwerde eingelegt, von der er hofft, daß ihr sofort stattgegeben wird.

Berlin, 25. August. Im Abgeordnetenhause wird als sicher angenommen, daß der feierliche Schluß des Landtages im weißen Saale des hiesigen Schlosses durch den Kaiser selbst erfolgen wird.

Leipzig, 25. August. 5000 Kohlen -Bergleute im Plauen'schen Kohlenrevier sind in eine Lohnbewegung ein­getreten. Der Ausbruch eines Generalstrikes steht bevor.

Paris, 25. August. Die Behauptung italienischer Blätter, daß die in dem Briefe Panizzardis mit D. bezeichnete Persönlichkeit Dupaty de Elam sei, ist richtig. Die Regierung weiß bereits, daß diese Persönlichkeit ein Geheim- Agent gewesen, welchen man oft zur Irreführung der Attaches gebrauchte.

Paris, 25. August. Das Syndikat der Tischler beruft durch Maueranschlag auf Samstag eine Versammlung ein. Die Tagesordnung bildet der Generalstreik der Bau­handwerker.

Paris, 25. August. ImNew-Aork Herald" erzählt Prevost. Der letzte Plan der Gegner Dreyfus bestehe darin, eine dritte mit Esterhazy und Dreyfus befreundete Person unter dem Namen W. in die Angelegenheit hinein­zuziehen. Diesem Plane zufolge hätte Dreyfus unvorsich­tiger Weise geheime Auskünfte dem W. anvertraut, welche durch diesen an Esterhazy und an Deutschland gelangt seien. Dreyfus werde dann zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt und nach Ablauf dieser Frist auf freien Fuß gesetzt werden. Aus diesem Grunde hätten auch die Generale Zurlinden, Cavaignac und Mercier die gleichlautende Erklärung abge­geben : wenn auch Esterhazy das Bordereau verfaßt hätte, so sei Dreyfus doch schuldig. Diese mit W. bezeichnete Persönlichkeit sei Weil. _

Paris, 25. August. Ein stärkeres Truppen Aufgebot als bisher zerniert die Antisemiten bürg. Die ange­kündigte Kundgebung der Marklhallenweiber hat nicht statt­gefunden , da diese den antisemitischen Lockungen wider­standen. Dagegen sollen demnächst eine Anzahl Fleischhallen­weiber mit gefüllten Fleischkörben zur Rue Chabrol ziehen. Drei weitere Genossen Guerins sollen erkrankt sein. Infolge der jüngsten Verhaftungen wurden den Blättern zu­folge alle beurlaubten Pariser Untersuchungsrichter zurück­berufen.

Paris, 25. August. Die Bewohner der Rue Chabrol und der angrenzenden Straßen haben beschlossen, morgen eine Deputation zum Minister des Innern zu senden und denselben zu ersuchen, der Angelegenheit GuLrin ein Ende zu machen, da die Verluste der Geschäftsleute infolge der Absperrung der Straßen in den letzten Tagen sehr groß sind.

Paris, 25. August. Die gestrige Kriegsgerichts­sitzung bedeutet dem allgemeinen Urteil zufolge den völligen Zusammenbruch der Anklage. Regierungskreise halten die Verhaftung Merciers noch vor Beendigung des Prozesses für unvermeidlich. Dagegen soll Dreyfus, derLiberts" zufolge, nach der gestrigen Sitzung zu seinem Bruder Matthieu gesagt haben, man solle doch den General Mercier in Ruhe lassen.

Ein Fortschritt,

micher besonders auch unsere Anusfrauku interessieren wird.

Es ist unbestritten, daß die Seife eine Hauptrolle in unserem Haushalte, wie in unserem Leben spielt; wird doch behauptet, daß der Kulturgrad eineS Volkes von der mehr oder minder großen Menge Seife, welche dasselbe konsumiert, bestimmt werden kann.

Der Gebrauch der Seife war schon im Mittelalter bekannt, die Römer Plinius und Galenus erwähnen der deutschen Seife, die von den Germanen als Reinigungsmittel benutzt wurde und die die Römer wahrscheinlich zuerst auf ihren Eroberungszügen kennen lernten.

Im Mittelalter, und selbst bis in die neue Zeit, blieb die Seifen­siederei, obwohl dieselbe nach und nach vom Hausbetrieb in den ge­werblichen Betrieb überging, ohne nennenswerte Entwickelung; erst der neuesten Zeit war es Vorbehalten, die Seifenindustrie in staunen- erregender, wahrhaft schwunghafter Weise zur glänzenden Ent­wickelung zu bringen.

England, Frankreich, Deutschland sind heute wohl diejenigen Länder, in welchen diese Industrie eine hervorragende Stellung ein­nimmt und sich täglich zu größeren Dimensionen entwickelt, und daß Deutschland, seiner progressiven Tendenz entsprechend, in diesem Wettkampfe nicht zurückbleibt, dies beweist ein neu gegründetes, großartiges Unternehmen dieser Branche, welches in dem industrie- reichen und lebhaft aufblühenden Mannheim eine Heimstätte gefunden.

In nächster Nähe der Stadt, dort, wo in jüngster Zeit die Fabrikschlote fast wie Pilze aus der Erde hervorschießen, geht ein Fabriketablissement seiner Vollendung entgegen, wie es in ähnlicher Weise in Deutschland noch nicht aufgeführt wurde. Wir hatten Ge­legenheit, das Werden dieses Muster-Etablissements zu beobachten.

Auf einem Terrain von 80000 Qu.-M. erhebt sich ein weniger luxuriöser, als stattlicher und gefälliger Bau, dessen ganze Anordnung bis in die kleinsten Details in eminent praktischer Weise allen Teilen der Fabrikation dienlich ist. Alle Errungenschaften und Fort­schritte der Neuzeit wurden hier studiert und in Anwendung ge­bracht, um ein Werk zu schaffen, welches wenn vollendet -- mit Recht als mustergiltig hingestellt werden kann. Luftige, Helle Arbeits­räume, die Anlage geeigneter großer Speiselokalitäten, Bäder und Arbeiterwohnungen sollen dem Personale die denkbar größte Be­quemlichkeit und Erholung sichern.

Die Seife, welche hier fabriziert werden soll, ist die weltbekannte, bisher im Ausland hergestellte Sunlight-Seife, welche sich vermöge ihrer wirklich hervorragenden Eigenschaften wie überall so auch in Deutschland seit Jahren eingebürgert hat.

Um die Vorzüge dieser Seife dem deutschen Publikum zu billigeren Preisen als bisher bieten zu können, gründete ein Konsortium deutscher Großindustrieller eine Aktiengesellscbaft mit einem Stamm­kapital von 3 Millionen Mark behufs Fabrikation derselben auf deutschem Boden. Die neue Gesellschaft, welche unter der Firma Sunlight-Seifenfabrik A.-G. ins Leben getreten, übernahm von der

weltbekannten Firma Lever Bros in Port Sunlight bei Liverpool, den bisherigen Fabrikanten der Sunlight-Seife, deren Schutzmarken und Herstellungsverfahren und wird nun diesen in allen Haushaltungen beliebten und gesuchten Artikel in Mannheim, also auf deutschem Boden, mit deutschen Kräften und deutschen Maschinen, produzieren.

Die anerkannten Vorzüge dieser Seife versprechen, daß sie eine Konsum-Seife ersten Ranges werden wird.

Die Vorteile, welche sie der Hausfrau bietet, sind mannigfach, mit ihr wird das lästige, zeitraubende und gesundheitsschädliche Kochen und Brühen der Wäsche überflüssig gemacht, alle bisher beim Waschen gebrauchten Zuthaten werden durch sie entbehrlich, und vermöge ihrer absolut neutralen Zusammensetzung erscheint sie für alle Zwecke, so­wohl zum Reinigen der Wäsche, als auch für die Toilette und als Kindesseife verwendbar, ist also eine Seife, die alle Vorzüge in sich vereinigt. Auch in ihrer äußeren Form präsentiert sie sich gefällig, in hübscher Form gepreßt und in geschmackvollem Karton verpackt. Die jedem Doppelstück angeheftete Marke bietet außerdem dem Käufer die Möglichkeit, sich an einem reellen Preisbewerbe zu beteiligen.

Wenn nun noch hinzugefügt wird, daß der Detailpreis auf 25 Pf. per Karton, enthaltend ein Doppelstück, reduziert wurde so ist damit alles gesagt, was zu Gunsten dieses vorzüglichen Produktes vorgebracht werden kann.

Und somit rufen wir dem neuen Unternehmen em Vivat, crescat, floreat zu zum Nutzen und Frommen der Gründer und des Publikums. £6211] D.