fr Hofarzt der Kaiserin Katharina II., M. A. Weikard, ^nsstsch kaiserlicher Etatsrat", ein „Medizinisch-praktisches
Hjjwilmllerl und Dr. F. X. Mezler herausgegebenen „Medizi Mih-Wrurgischen Zeitung" von 1790, Nr. 10, pag. 163, UM) in der von G. A. Will herausgegcbenen Geschichte der U bibtrjütdt Altors, in welchem Werke die Influenza als im
M auf Seite 152 und 153 folgendes zu lesen: „Ich habe Wn anderwärts zu zeigen gesuchet, wie Catarrh auch durch Obi irtung scharfer Theilchen aus der Luft entstehen kann. $ leite aus dieser Quelle vorzüglich jene allgemeinen
lob anderen beschrieben worden. Am berüchtigsten ist jener Hl i 782, welcher unter dem Titel Influenza ausgezeichnet tub von vielen Aerzten auf mancherlei Weise beschrieben mirbr. Ich trug einstens die Lehre vor, daß nicht unter« Srüdtoe Ausdünstung die Ursache der sogenannten Verkitt- Hingen, des Hustens rc. wäre, sondern daß gewisse schädliche Milchen der Luft sie verursacheten. Ich hielt diese Mei- Mg für mein Eigenthum, finde aber nun mit größtem Der- . giilgem, daß sie schon Jakob Keil vorgetragen, mit Versuchen mib Gründen bestätigt hat." — Wenn man bedenkt, daß Ä bm der Unvollkommenheit der technischen Hilfsmittel 1 fiwitqieit dem Berfasier unmöglich war, den Erreger der 'Muünza thatsächlich zu entdecken, so wird man über den 1 Zchnrffsinn Weikards staunen, der ihn der Wahrheit so nahe llbmtan ließ. Manchen Leser dürfte es auch interessieren, ^prrsillhren, wie die Aerzte des vorigen Jahrhunderts die ^^flncnza behandelten Nachdem der Autor die „Zufälle" , ZM'tome) der Influenza, soweit die Influenza der Luft- t atge an Betracht kommt, genau und zutreffend beschrieben, LMd o-t in ergötzlicher Weise zu erklären gesucht hat (z. B.
^eiittfeit rühret aus Verhaltung des aus den Luftröhren- ausschwitzenden Dunstes") gibt er die „Heilart" an. ; bin ßlderlaß „zu geschwinder Erleichterung" wendet er . :.m in schlimmen Fällen an. In allen anderen bringt er
.'.schnell und sichere Hülfe" durch ein „salziges Purgier- r intltl, dünne vegetabilische Nahrung, kühle Temperatur, k!Wm!«es Getränke". „Ein Brechmittel wird eben auch d!lich 'seine „antiphlogistische" Wirkungsart heilsam sein." SDit Mrust soll man vor „reizender Wärme" bewahren. i5)ile: aber, „wenn einmal die Heftigkeit der Krankheit gerochen ist", werden „eingeschnaufte, warme Dämpfe" usw. v:atrorbmct. „Man kann warm baden, Opium gebrauchen, £Dd au die Nase bringen" u. A. m. Nachdem der erfahrene i W!ecr aus feinem Arzneischatz noch „Pulver Nr. 2 oder
Pillen Nr. 22" (die Rezepte finden sich am Schluß d N Mches) usw. empfohlen hat, sagt er: „Man wird nun Iiliiit beurtheilen können, wie vervielfältiget und verwirret,
nt za l)WM. Itbiy ÄWfii; :ti Huchs.
Schädel so eins« 'Swegs schrecklich sn Dame nicht zu sein nlung deS Herzog erlichen Silbemi!-
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m. Vielleicht dik 'det sich im Besitze te 'll-Universität, dessen 5 ammeln. Sein Mich wächst, besteht ouS eii jede in Spiritus kl enthält. -!! Dr. M düngen der Sehirne iii LkMDd/M fein. U ;|j( ^ütz verzögernd und nachtheilig bisher die Heilart des »0 fraittnod) kDtiwai Purpes gewesen ist." Interessant ist auch, daß sich die -{ju wrfflmücn. w m; ^r. 2, 12 und 22 angegebenen Mittel der Haupt-
lde deS Mchen ch ncach decken mit dem noch heute häufig gegen Influenza
t)66:toibneten Pulvis Doweri. — Von anderer Seite schreibt nriMitns: Die Bezeichnung „Influenza" findet sich auch innl erstern Band der in Salzburg erschienenen, von vr. I. I.
ilmcrhe her, welche ganz Teutschland, oder ganz Europa, «gewissen Jahren durchwandert haben. Von solcher Art •it (jener von Joh. Bokel beschriebene, welcher im Jahre 21588 ganz Teutschland durchstürmete: dann jener vom 'M« 1733, welchen Hahn beschrieb und ganz Europa Einern lernete. Fast ähnliche sind von Gorter, von ©mieten
■iS;
folgenben ®äht ’f1®' für bit 6„ ,„,r .^gebotenen t- ■n. ^ben diese HA "st sämtlichen Aerx> vrankrelch zuges^
der Reklame - £ Qu8 da Angabe fesft***
bis znm jt Mat. HosfenA 9( über Paris hin^ W». Es gibt kein 5 Sammlers, und t inc Begeisterung füi euer die Objekte fit M bemüht ist. Vieli ein Vermögen in v 1 Schatz zu einer fc
’n bnV Ml l buch" verfaßt, worin schon das Wort „Influenza" in künde« s. $r Sinne vorkommt, wie wir es heute gebrauchen. In
gt. fr ^veiten Auflage des genannten Werkes (vom Jahre 1792)
Jahre 1782 erschienen erwähnt wird. Wir bemühten uns, das Wort noch weiter zurück zu verfolgen, und fanden, daß wir die Bezeichnung „Influenza" schon für das Jahr 1743 nachweifen können. Der berühmte, im Jahre 1768 in Plymouth verstorbene Arzt John Huxham spricht in seinem im vortrefflichsten Latein geschriebenen Werke „Obseryationes de aere et morbis epidemicis“, das im Jahre 1752 vollendet wurde, ausdrücklich von der in den Jahren 1742 bis 1743 herrschenden Influenza, die in Rom 8000 Menschen dahingerafft haben soll und auch in England viele Opfer forderte. Auch bei seinem Zeitgenoffen Pringle findet 'sich um die gleiche Zeit das Wort „Influenza". Es läßt sich daraus schließen, daß die genannte Bezeichnung noch älteren Ursprungs ist, zumal die Krankheit sich mit Sicherheit bis in das Jahr 1387 zurückverfolgen läßt. (Vergl. Gluge Gottlieb: Die Influenza oder Grippe, Preisschrift, Darmstadt 1837.)
* Bezüglich der Haftung bei fahrlässiger Auskunftserteilung hat das Reichsgericht jüngst eine beachtenswerte Entscheidung gefällt. Ein Fabrikant hatte einem Kaufmann Waren auf Lager gegeben und einen Teil derselben zwar ohne Mitwirkung desselben, aber infolge seiner Auskunst über den Käufer verkauft. Er erhielt nicht Zahlung von dem Käufer und nahm nun den Kaufmann wegen seiner Auskunft in Anspruch. Das Reichsgericht, das in letzter Instanz über die Klage verhandelte, wies sie ab. Im allgemeinen, so heißt es, nach der „92. Berl. Storr.", in dem Erkenntnis, könne bei Erteilung von Auskünften über die Vermögensund Kreditverhältniffe dritter Personen nur für Arglist gehaftet werden. Eine weitergehende Haftung auch für Fahrlässigkeit setze ein zu besonderer Sorgfalt verpflichtendes Vertragsverhältnis voraus zwischen dem, der die Auskunft erbittet und dem, der sie erteilt.
• Der Trafimenische See, an dessen Ufer Hannibal im Jahre 217 v. Ehr. bad römische Heer unter Flaminius umzingelte und vernichtete, bildet eine etwa 13000 Hektar große, unregelmäßige und im allgemeinen nicht über 3s/< Meter tiefe Wasserfläche von etwas über 16V2 Kilometer Länge, 9>/z Kilometer Breite und 64 Kilometer Umfang. Er liegt anmutig in einem Keffelthal, umgeben von malerischen Hügeln, alten Herrensitzen und Olivenhainen. Leider war er bisher als ein Fieberherd verrufen, da er keinen natürlichen Abfluß hat und der bis zum Jahre 1898 bestehende einzige künstliche Abfluß, ein gewundener, halb verschütteter Graben aus unbestimmter Bauzeit, durchaus unzulänglich war, um die Wasser eines Niederschlagsgebietes von mehr als 26000 Hektar aufzunehmen. Infolge dessen stieg die Seefläche bisweilen um nahezu drei Meter, und fruchtbare Felder längs der Ufer wurden in ungesunde Sümpfe verwandelt. Jahrhunderte lang rafften sich weder die Behörden noch die Bewohner der Gegend auf, dem Uebel zu steuern. Die italienische Negierung war einmal daran, eine Konzession zur völligen Trockenlegung des schönen Sees zu geben, doch fehlte den Unternehmern zu guterletzt Kapital.' Endlich gab eine besonders starke Ucber- schwemmung im Jahre 1875 den Anstoß, die Sache ernsthaft in die Hand zu nehmen. Im September 1877 trat, wie Professor Paul Chaix auf Grund italienischer Quellen im „Geographica! Journal" mitteilt, ein Ausschuß zum Bau eines genügenden Abzugskanales zusammen, der die überflüssigen Wassermassen zum Tiber leiten sollte. Die zwei folgenden Jahre beanspruchten die Messungen des Geländes, dann mußte man Jahre lang den Widerstand in den ver
schiedenen Vertretungskörpern bekämpfen, sodaß man erst 1891 den cnbgiltigen Plan, besten vorn Ausschuste zu tragenben Ausführungskosten auf 1733000 Lire geschätzt würben, ber Regierung einreichen konnte. Diese erteilte ihre Genehmigung erst Mitte Juli 1895. Die sofort begonnenen Arbeiten würben lebhaft betrieben unb im vorigen Jahre mit einem Kostenaufwande von 658 565 Lire beenbet. Der neue Ausfluß ist bei seinem Austritt aus bem See zuerst ein kurzer, runb 9 Meter breiter, offener Kanal und geht rasch in einen 3 Meter hohen und 31/, Meter breiten Tunnel von elliptischem Querschnitte über. Darin fließen die Master nahezu 1000 Meter unter dem Hügel und Dorfe San Savino bei Lago. Wieber zu Tage gelangt, werden sie in einem etwa 270 Meter langen, gemauerten Aquädukte in ein über 4,8 Kilometer langes Gerinne geleitet, das sie der Caina, einem Nebenflüßchen des Tiber, zuführt. Der neue Ausflußkanal vermag in der Sekunde bis zu 12 Kubikmeter Wasser abzuführen und soll dem See im ganzen 205 Millionen Kubikmeter Wasser entziehen. Dadurch werden runb 1OOO Hektar Ackerlanb gegen Ucberschwcmmung geschützt unb ebensoviel neu gewonnen.
UniversMs Nachrichten.
— Wien. Sn Stelle Karl v. Lützows ist der ordentliche Pcosesior der Kunstgeschichte an der deutschen Universität in Prag Dr. Joseph Neuwirth zum Prosestor an der hiesigen Technischen Hochschule berufen. v
— Ein Lehrstuhl für Politik soll an der Princeton-Universität in den Vereinigten Staaten gegründet werden, nachdem ein ungenannter Freund der Hochschule für diesen Zweck eine Summe von 400,000 Mk. überwiesen bat. ES verlautet, daß der Lehrstuhl dem Erprästdenten Cleoeland angeboten werden wird, und befc wahrscheinlich auf feine Person schon seitens deS Gründer« in erster Linie Rücksicht genommen wurde.
Mteratur, Wissenschaft und Kunst.
— Die soeben erschienene Lieferung 29 deS kulturgeschichtlichen Werkes: ,DaS neunzehnte Jahrhundert in Bildnissen*, her- auSpegeben von Karl Werkmeister, Berlin Photographische Gesellschaft, enthält wiederum eine Reihe schöner Porträts mit begleitenden Bio- graphicrn. Friedrich Christoph PertheS, in den Tagen napoleonischer Fremdherrschaft einer der sittlichen Vertreter deutschen BürgertumS, zugleich einer der besten deutschen Geschäftsmänner, schließt sich an seine erfolgreichen Kollegen Cotta und BrockbauS an. (Bild von Gröcker, Biographie von Georg Stamper). Au« dem Gebiete der biologischen Wissenschaft finden wir daS große Dreigesttrn Schleidm, Schwann und Mohl, deren Namen mit der Lehre von der Zelle unb der Entdeckung dtS Protoplasma« für immer verknüpft find. Den Bildnisten von Schleiden und Sä wann find die fchönm Litho- graphieen von Hoffmann zugrunde gelegt, das Bild von Mohl stammt au« der Tübinger Universität. Wilhelm Bölfche zeichnet al« Ver- faffer der ausgezeichneten biographischen Charakteristiken dieser drei- Von großen Namen der Litteratur finden wir zunächst Otto Ludwig, den großen Vorläufer unserer modernen deutschen Dramatiker, mit zwei Bildnissen vertreten, sodann ein äußerst merkwürdige« Bildni« von Jean Paul (zum erstenmale veröffenUicht) nach dem Gemälde von Friedrich Meyer in Münchner Privatbesttz. lieber Otto Ludwig schreibt Hart, über Jean Paul H. A. Lier. Die Lieferung wird geschloffen durch von ben Enkeln ber Dargestellten ermöglichte Rrpro- butttonen ber beiden wundervollen Bildnisse von Achim und Bettina von Arnim; jener mit feinem schönen Romantikerkopfe, gemalt von H. E. Ströhling, diese in ber Darstellung eines Mebaillonbilbe« in Pastell gemalt von A. von Arnim, Baerwalbe. Der bekannte Geschichtsschreiber ber romantischen Dichterschule, Reinholb Steig, hat die schönen litterarischen Lebensbilder beigegeben, die ihrerseit« bereits auf die nächste Lieferung des verdienstvollen Werkes überleiten, welche sich ausschließlich mit Goethe und seinen Bildnisten beschäftigen wirb.
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