Ausgabe 
26.5.1899 Erstes Blatt
 
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2.

«Hetzen werden können. 4iso

flUO k.

WOeitsvergebung.

5 Lchreiuer- und Weitz- bim derarbeiteu zu verschiedenen NevÄ.iM«n sollen im Wege schrift« ltch'dn Mgebots vergeben werden. Xef:;finiten wollen ihre Offerten bis spälx^M den 10. Juni d. Je. bei

daher auch der Charakter der Mündelmäßigkeit beigelegt worden. Bei dem verhältnismäßig sehr niedrigen Zeichnungs' kur;e wird anzunehmcn sein, daß das fragliche Papier vielen Anklang finden wird.

Hecmi Architekten L. Seuling da- hier"! siMko eingeben, auf dessen Burhuii omch die diesbez. Unterlagen wäh^Ad dessen Bureaustunden vor­her ?

edlen Römer als höchstes Lob ins Grab nachgerufen wurde, das gilt mit Recht auch von Herrn Direktor Goldmann: Er war eine anima candida, eine reine, edle Seele. Trauernd steht seine Familie, trauernd stehen Lehrer und Schüler an | der Bahre des allzu früh Dahingeschiedenen, allen war er i ein Vater, niemandes Feind, wie auch er keinen Feind hatte.

Mit welcher Spannung, mit welcher Besorgnis verfolgte nicht die ganze Stadt den Verlauf der Krankheit! Und als die Nachrichten immer trauriger, die Aussichten immer hoff­nungsloser sich gestalteten, als auch die vielen Freunde nicht mehr vorgelassen wurden, weil das Reden ihn zu sehr anstrengte und erregte, als schließlich alle Aussicht auf eine Wiedergenesung geschwunden war, da gab es nur noch den einen Wunsch, es möge ihm ein leichtes Ende bescheert sein. Und Gott hat es gnädig gefügt; schnell und schmerzlos hat er ihn von dannen gerufen. Und um so mehr müssen wir Gott danken, als Herr Direktor Goldmann nur allzu gut von seinem Zustand und der Hoffnungslosigkeit desselben unterrichtet war. Einen Trost und eine große Freude hat er noch erleben dürfen: Das Glück seiner Kinder und die sichere Zukunft unserer Schule. Bis zum letzten Tage mußte das Enkelchen wenigstens auf Stunden an sein Bett getragen werden, und er konnte sich so herzlich über den Anblick des Kindes freuen, daß es nicht nur Gattin und Tochter, sondern jeden bis zu Thränen rührte, der ihn und sein drohendes Geschick kannte. Und die Schule! Mit welcher Liebe hat er sich ihr gewidmet, mit welcher Treue ihrer gewaltet! Der Abschied, den er von Schule und Schülern am Anfang dieses Schuljahres in einer Zuschrift nahm, sollte ein Abschied für das Leben sein! Was er für die Schule gethan hat, das werden die Zeiten mit ehernem Griffel in das Buch ihrer Geschichte schreiben. Leider hat er den Neubau der Schulhauses nicht mehr erleben dürfen, an dem er doch mit allen Kräften gearbeitet hatte. Aber der Sinn, in dem er die Schule geleitet hat, wird in allen fortleben, die ihn kannten und schätzten, er wird seine Frucht bringen und Herrn Direktor Goldmann einen Ehrenkranz flechten helfen, der unverwelklich ist. Besonders schmerzlich ist der Verlust auch für die Stadt Friedberg, deren Ver­gangenheit Herr Direktor Goldmann mit liebevoller Hingabe aufzudecken wußte; als er den Geschichts- und Altertums­verein ins Leben rief, that er es in der ausgesprochenen Absicht, durch ihn die Kenntnis der Geschichte unserer Vaterstadt zu heben und die Liebe zur Heimat zu stärken. So verliert die Familie ebenso wie die Schule, der Einzelne wie die Gesamtheit in ihm einen treuen Helfer, einen uner­setzlichen Fürsorger. Friede seiner Asche, Ehre seinem An­denken !

Aus der Zeit für die Zett.

Vor 100 Jahren, am 26. Mai 1799, wurde zu Breslau August Kopisch geboren. Er war nicht allein Dichter, sondern auch talentvoller Maler und geschickter Uebersetzer serbischer Volkslieder, sowie der göttlichen Komödie Dantes. Seine charakteristischen Eigentümlichkeiten, Witz und Humor, treten uns vorzugsweise in der Gedichtsammlung, die er unter dem TitelAllerlei Geister" herausgab, entgegen. Don seinen übrigen Werken erwähnen wir nochHistorie von Noah",Psaumis und Puras" undOld Mütterchen". Kopisch starb am 6. Februar 1853 in Berlin.

-ft, Dreher,

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H. Tichy, 3tlkr»wtg 43.

Her Wilhelm (Nr. 116) versetzt, Herr Leutnant Busse jiii Oberleutnant befördert.

* Kirchliche Dieustuachrichte«. Ernannt wurden: siarrverwalter Mahr zu Dieburg zum Pfarrassistenten in Trigen, Dekanat Mainz; Pfarrvikar Uhl zu Wolfskehlen jl« Pfarrverwalter in Nieder-Saulheim, Dekanat Mainz; kjarrassistent Marx zu Bingen zum Pfarrvikar in Wolfs- hhlen, Dekanat Eberstadt; Pfarrvikar Schrimpf zu kpiendlingen, Dekanat Offenbach, zum Pfarrverwalter da- W (mit Wirkung vom 1. Juni l. I. an). Gestorben Ü der evangelische Pfarrer Georg Ewald zu Wallerstädten, Vkkanat Groß-Gerau. Zur Wiederbesetzung werden ^geschrieben: die evangelische Pfarrstelle zu Ueverau, Dekanat Reinheim; die zweite evangelische Pfarrstelle an ln unierten Gemeinde Offenbach, Dekanat Offenbach; Sr. Lunchlaucht dem Fürsten zu Jsenburg-Birftein steht das fräs entationsrecht zu.

** Radsport. Franz Verh eyen, der erfolgreichste Hrcr dieser Saison, hat über Pfingsten von Kaisers­lautern und Ludwigshafen vier erste Preise heim- jebcucht, sodaß er in diesem Jahre bereits 10 erste Preise (rruagcn hat. Alfredo Boggio, Verheyens Trainer, der ibtiljiallS in Ludwigshafen startete, errang dort zwei erste flche. Zu dem Rennen am Sonntag auf dem Sport­slatz an der Hardt haben sich auch Saischab-Mainz, der kicgkrr bei allen Amateur-Dauerfahren dieses Jahres, ge- leldi't; derselbe fuhr int vergangenen Jahre bei uns um die Meisterschaft von Süddeutschland und wurde damals guter Drittzer,obgleich er ohneSchrittmacher war. Das Tandemfahren m Z onntag bekommt dadurch für uns ein lokales Interesse, M Paare der Gegner, die sich messen werden, hier sehr 'ßkmnt sind und zwar die Gebr. Dönges, Duill-Boggio, Dtrö si-Stratta. An dem Korso, der vor dem Rennen :m 3 43 Uhr vom Wallthor durch die Stadt geht, kann ijldrr Radfahrer teilnehmen, gleichviel ob er einem Verein »tugkhtzrt oder nicht, und erhält jeder Teilnehmer gegen ^chirug von 50 Pfg. die Berechtigung, auf dem Sattel- Oh tvem Rennen zuzusehen.

Dekanntmachung.

In unser Handelsregister wurde heute eingetragen:

, _ Temperatur der Lahn und Luft

nach Reaumur gemessen am 25. Mat, zwischen 11 u. 12 Uhr mittag?: Wasser 13°, Luft 10°.

--- ---------Rübsarnen'sche Badeanstalt.

1. Die Firma Heinrich Köhler XI. in Langsdorf ist erloschen.

Heinrich Köhler XI. Witwe in Langsdorf betreibt daselbst ein Handelsgewerbe unter der Firma ihres Namens und hat dem Philipp Köhler VI. Pro- kura erteilt.

Vermischtes.

* Berlin, 24. Mai. Hiesige Blätter erzählen, daß der Kaiser heute im Tiergarten gerade vorübergeritten sei, als der Kutscher einer durchgehenden Droschke vom Bock ge­schleudert wurde und ohnmächtig liegen blieb. Im nächsten Augenblicke kniete der Kaiser neben dem Verunglückten, ihm die erste Hilfe leistend. Er brachte mit seinem Begleiter den Kutscher nach dem Wagen und wartete so lange, bis der inzwischen wieder zumBewußtseinGelangteihmdiePersonalien angegeben, die der Flügeladjutant notieren mußte. Mit der Weisung, ihm sofort Mitteilung darüber zu machen, ob er innere Schäden erlitten und ob das Fuhrwerk unbrauchbar ge­worden, ritt der Kaiser freundlich grüßend von dannen. Nach einer anderen Darstellung ist der Kaiser erst hinzu­gekommen, als man den verunglückten Kutscher schon in eine Droschke gesetzt hatte. Er sei dann herangetreten, habe sich teilnehmend nach seinem Zustande und seinen Familien­verhältnissen erkundigt.

* Die Mitteldeutsche Bodenkredit-Anstalt in Greiz legt, wie die Bekanntmachung im Inseratenteile ersehen läßt, am 29. d. Mts. 5 Millionen Mark ihrer 4% Grundrenten­briefe Reihe III zum Kurse von 100,50 zur öffentlichen Zeichnung auf. Diese Grundrentenbriefe bieten insofern eine ganz besondere Sicherheit dar, als die von der Anstalt erworbenen Grundrenten, welche die Unterlage für die Grundrentenbriefe bilden, allen den betreffenden Grundstücken aufhaftenden Hypotheken im Range vorgehen müssen. Von der Fürstl. Reuß. Regierung ist diesen Grundrentenbriefen

Stöbt Schlachthaus.

Freibank. 4181

Heute und morgen: Ochseuüeisch 50 pfg. Schweinefleisch 50 Pfg.

Lich, am 22. Mai 1899. 4164 Großh. Amtsgericht.

Schisssnachrichten.

KlampferKensington" der .Red St« Linie" n Antwerpen ist laut Telegramm am 23. Mat wohlbehalten in Ne wyorkangekommen

* Rach dem Jahresbericht des Okttoimspektors Maser

W98/99 beträgt:

l-as Oktroi-Einkommen:

Mich des I in Viktor,. ramm einzeln 1 und des zan^ »SchPark-MM cheit M ;

iner Streme utr abgebrannt berufene N-" der König" iperation angnM

8

* Bei der Brutzeit der Vögel sei darauf hingewiesen, dcsljda-s Ausnehmen von Eiern, bezw. jungen Vögeln obH eint Zerstören der Nester nach dem § 368 des Straf- geWuches geahndet wird. Derselbe lautet:Mit Geld- strrm M zu 60 Mk. oder mit Last, bis zu 14 Tagen wird beitflMt wer unbefugt Eier oder Junge von jagdbarem F^ärrlviild oder Singvögeln ausnimmt."

griiedberg, 24. Mai. DerOberhess. Azgr." schreibt: Altt üiri zweiten Pfingstfeiertage die Nachricht die Stadt duchchiltte, daß Herr Direktor vr. Goldmann gestorben sei!p,.da war alles, alt und jung, groß und klein, von tiefem S'/Gicze erfüllt. Ist doch ein Mann aus unserer Mitte . gefischdgm, der durch sein biederes, ehrliches Wesen, durch sei jäm offenen und lauteren Charakter, durch Liebenswürdig- *ei SttinU Güte aller Herzen im Fluge erobert hat, in dessen S«! bein Falsch war. So kurz die Zeit seines Wirkens anu !n Schule und in der Stadt war, so unvergeßlich wird sieb ileri bleiben, die mit ihm zusammen wirken durften- weMAit ihm oder unter ihm seinen Pflichten lebte, der fand steif!« Hilfe und Rat, Förderung und Trost, allen war er circa siitimdlicher, liebevoller Berater, und was einst einem

Samstag dea 27. Mai I. Is., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Bieker'schen Saale einen großen «isschrank (für Metzger und Wirte geeignet), verschiedenes Mo­biliar und mehrere Fahrräder. Die Ver­steigerung des Eisschrankes findet be­stimmt statt.

4163 Geißler, Gerichtsvollzieher.

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und war dann »Figaro-hervachi! ' - DerFigaro" ffc laire in der Tst von Girard, dn. mte, hineingezogen r c national,Mn stk!-! chenHemn Multt. 'ack unb als folfy r. 1 ftim, Ser if nen ntp ^nry und seines tzaP ! ein Dm m luy r lit btt M W' zchtÄtn, ob birst tr 1 ein i zweifelte übrigen?

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Neueste Meldungen.

Depeschen deS BureauHerold".

Berlin, 25. Mai. Die AbschiedSbewilliguugen, welche der Kaiser am Dienstag vollzog, sind ziemlich umfangreich. Es sind 2 General-Majore und 10 Obersten zur Disposition gestellt, resp. haben den erbetenen Abschied erhalten. Im preußischen Heere sind während des letzten Jahres, einschließlich der Zahlmeister, 31 Offiziere unfrei­willig verabschiedet worden.

Berlin, 25. Mai. In der gestrigen Sitzung des Tuberkulose-Kongresses sprachen noch u. a. Ober- Medicinalrat Professor Bollinger aus München, der die Tuberkulose der Haustiere im Verhältnis zu der der Menschen eingehend beleuchtete. Am Abend folgten die Mitglieder des Kongresses einer Einladung der städtischen Behörden nach dem Rathause. Für morgen abend hat Geheimrat v. Leyden, der zweite Vorsitzende des Kongresses, einen Teil der Mit­glieder zu einer Abendfestlichkeit eingeladen.

Wien, 25. Mai. Die Plätter konstatieren ohne Aus­nahme, daß -die Situation infolge der weitgehendsten Diffe­renzen zwischen der österreichischen und ungarischen Regierung eine äußerst kritische ist, hoffen jedoch, daß es den persönlichen Eingriffen des Kaisers gelingen werde, beide Teile zu Konzessionen zu bestimmen, um den Ausgleich zu ermöglichen.

Budapest, 25. Mai. Nach einer römischen Meldung desPesterLloyd" soll die Frage der Ernennung eines deutschen Erzbischofes zum Kardinal im nächsten Konsistorium in der Weise gelöst werden, daß der als Nach­folger des verstorbenen Kölner Erzbischofs zu wählende Kirchenfürst gleichzeitig zum Kardinal ernannt werde.

Budapest, 25. Mai. Der Präsident des sozialistischen Gewerkschafts-Kongresses, Martin Schurman, wurde bei dem nach Schluß der Beratungen stattgefundenen Festessen verhaftet, angeblich wegen verbotener Rückkehr.

Rom, 25. Mai. Der russische Geschäftsträger beim Vatikan, Kozhariko, tritt einen sechsmonatlichen Urlaub an. Man erblickt in diesem Urlaub eine Erkaltung der Beziehungen zwischen dem Vatikan und Rußland wegen der Nicht-Hinzuziehung des Vatikans zum Friedens-Kongreß.

Brüssel, 25. Mai. Der internationale Gruben­arbeiterkongreß hielt gestern seine zweite Sitzung ab. Der sächsische Delegierte Henschel befürwortete ein inter­nationales Gesetz betr. die Verantwortlichkeit der Gruben­besitzer. Nachdem die englischen und die österreichischen Delegierten diesen Antrag einstimmig unterstützt hatten, wurde derselbe einstimmig angenommen.

Haag, 25. Mai. Der amerikanische Delegierte über­gab dem Sektionspräsidenten Mertens ein wichtiges, das See-Kriegsrecht betreffendes Memorandum. In demselben verlangt Amerika das Privat-Eigentum auf dem Meere zu Kriegszeiten zu respektieren. Angeblich soll die Mehrzahl der Großmächte mit diesem Vorschläge einverstanden sein.

Paris, 25. Mai. Der Präsident der französischen Handelskammer in Brüssel, Rolland, hat die BlätterIn- transigeant" undLibre Parole" wegen Beleidigung und Verleumdung anläßlich der Brüsseler Spionaqe-Affaire ge­richtlich belangt.

Paris, 25. Mai. Nach der gestrigen Kammersitzung wurden die strengsten Maßregeln gegeZ die anti- emitischen und monarchistischen Journalisten in der Kammer angeordnet. Man befürchtet für Montag Zusammenstöße auf der Straße zwischen den feindlichen Parteien. Aus Manila wird gemeldet, Aguinaldo und dessen Genossen sind in Anbetracht der Unannehmbar- eit der amerikanischen Bedingungen zum äußersten Wider- tande entschlossen.

Brest, 25. Mai. Der aus Ney-Aork kommende Lon- )oner KohlendampferGrangenuire" ist gestern in der Nähe von Kap Corsen gescheitert und mußte aufgegeben werden. Die Lage desselben macht es unmöglich, ihn wieder flott zu machen.

1897/98

1898/99

Mk. Pf.

Mk. Pf.

1. von Schlachtvieh

35 096 78

35 046 10

2- w Fleisch rc.

5 422 62

5 782 76

3. Brennmaterial

33 287 97

31 902 73

4. Mehl und Früchten

35 430 11

11 311 95

d. Getränken

30 528 39

31 337 39

Summe

139 765 87

115 380 93

S

W Summe pro 1897/98

139 765 87

*

Dcher in 1898/99 weniger

23 384 94

1 bat Rückvergütungen

l

»klragim:

1. 'fürSchlachtvieh u. Fleisch

743 71

775 69

2. Brennmaterialien

524 89

565 33

3. Mehl und Backwaren

20 889 31

8 891 68

4. Getränke

5769 82

6113 61

5. «an das Militär

2 562 82

3 026 28

Summe

30 490 55

19 372 59

Sill Summe pro 1897/98

30 490 55

Tbschr in 1898/99 weniger

11117 96

LMschluß:

Corn dem Änkommen

139 765 87

115 580 93

die Rückvergütungen ab

30 490 55

19 372 59

Bleiben

109 275 32

96 008 34

In 1897/98

109 275 32

D)chr in 1898/99 weniger

13 266 98