Ausgabe 
26.3.1899 Zweites Blatt
 
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find geständig, in der Sterbenacht in das Sterbezimmer des Fürsten Bismarck eingestiegen zu sein und den Leichnam dort photographiert zu haben. Die Angeklagten behaupten nicht, daß sie das Recht hatten, in dem Sterbezimmer zu verweilen, sie behaupten nur, daß sie nicht das Bewußtsein der Widerrechtlichkeit hatten, da ihnen seit 8 Jahren ge­stattet war, im Park und im Schloß zu photographieren und da sic der Meinung waren, sie würden die nachträgliche Genehmigung erhalten. Allein der Umstand, daß sie zu Lebzeiten des alten Fürsten die erwähnte Erlaubnis hatten, konnte sie nicht zu der Annahme berechtigen, daß sie auch von den Nachkommen des Fürsten diese Erlaubnis erhalten würden. Die Hauptverhandlung hat keinen einzigen Umstand ergeben, der die Angeklagten zu der Annahme hätte berech­tigen können: sie würden die nachträgliche Genehmigung erhalten. Der Gerichtshof ist vielmehr der Meinung, sie hatten das volle Bewußtsein, daß sie widerrechtlich in das Sterbezimmer einstiegen. Dafür spricht, daß sie dem Zeugen Pinnow mehrere hundert Mark versprachen, wenn er ihnen die photographische Aufnahme ermögliche, andererseits, daß Spörke ihnen sagte: sie sollen schnell machen, da er sehr bald abgelöst werde und endlich das Verhallen der Ange­klagten Herrn Direktor Baltz gegenüber. Die Angeklagten sind lediglich deshalb auf das Kaufangebot des Direktors Baltz eingegangen, weil sic annahmen, daß durch desien Be­ziehungen es möglich sein werde, die nachträgliche Geneh­migung zu erhalten. Der Gerichtshof hat auch die lieber« zeugung gewonnen, daß der Angeklagte Spörke sich der Beihilfe zum Hausfriedensbruch schuldig gemacht hat. Schon der Umstand, daß er den Photographen den Rat gab, schnell zu machen, da er bald abgelöst werde, läßt an der Beihilfe keinen Zweifel. Diese seine Aeußerungen aber, und daß er den ausdrücklichen Befehl hatte, niemanden in den Park oder in das Sterbezimmer zu lassen, spricht dafür, daß er bas Bewußksein hatte, etwas Strafbares zu begehen. Bei der Strafzumessung kann mildernd lediglich die bisherige Unbescholtenheit in Betracht kommen. Im übrigen mußte aber erwogen werden, daß Wilcke und Priester lediglich aus Geldgier die Stätte entweiht haben, auf der der Leichnam des Fürsten Bismarck aufgebahrt war. Bei Spörke kommt noch hinzu, daß dieser einen argen Vertrauensbruch beging, indem er gegen den ausdrücklichen Befehl seines Herrn han­delte. Der Gerichtshof hat in Erwägung aller dieser Um­stände gegen Wilke auf sechs Monate, gegen Priester auf drei Monate, gegen Spörke auf fünf Monate Gefängnis erkannt und den Angeklagten die Kosten des Verfahrens auferlegt. Auf Einziehung der Platten zc. konnte nicht er­kannt werden, da deshalb noch ein Zivil-Prozeß schwebt.

* Der Hotelbrand in New Dort erweist sich als eine der furchtbarsten Brandkatastrophen. Das Windsor-Hotel, welches den ganzen Block in der fünften Avenue zwischen den Straßen 46 und 47 einnahm, war sieben Stock hoch und hatte 600 Zimmer. Es war vor 25 Jahren gebaut und galt stets als sehr feuergefährlich. Freitag nachmittag um 3l/4 Uhr, als alle Fenster dicht besetzt waren, um die St. Patricks- Prozession zu sehen, brach das Feuer im zweiten Stock da­durch aus, daß eine Gardine in die Nähe einer Gasflamme geriet. Die Flammen pflanzten sich mit rasender Eile durch die Korridore fort, das Hotel sofort mit Rauch anfüllend. Die unteren Geschosse standen in wenigen Minuten in vollen Flammen. Männer, Frauen und Kinder ^drängten an die Fenster und aufs Dach, indem sie entsetzlich um Hilfe schrieen. Die Feuerwehr war wenige Minuten darauf zur Stelle. Als eben die erstell Leitern angelegt wurden, sprang eine Dame aus einem Fenster des fünften Stockwerkes, sie wurde bewußtlos fortgetragen, vier Damen folgten, sie alle blieben auf der Stelle todt. Ein Herr ließ aus dem vierten Stock eines feiner Kinder nach dem anderen an einem Strick herab. Der Qualm drang bereis aus seinem Fenster, als alle Kinder gerettet waren. Glück­licher Weise erreichten die Feuerwehrleute auch ihn und retteten ihn mit seiner Gattin. Ein Feuerwehrmann holte, auf dem Ende seiner Leiter stehend, zwei Damen ans einem Fenster des sechsten Stockes und reichte sie einem anderen Feuerwehrmann, der sie dann hinabtrug. Viele Frauen hingen an den Fenstern und schrieen herzzerreißend um Hilfe. Plötzlich siel die ganze Frontmauer ein, wenige Minuten danach stürzten die Seitenwände zusammen. Wie viele Personen in der Glut begraben sind, ist noch un­bekannt. Man befürchtet, daß es mehr als fünfundzwanzig sind, nach einigen Schätzungen sollen es fünfzig sein. Viele sind schwer verletzt; die Ambulanzen schafften zahlreiche Verletzte in die Hospitäler. Eine Anzahl von Geistlichen reichte den Sterbenden die Sakramente auf der Straße. Drei­hundert Personen sollen bei dem Ausbruch des Feuers im Hotel anwesend gewesen sein. Unter den Geretteten befindet sich der Bruder des Präsidenten, Abner Mac Kinley mit Frau und Kindern. Frau Kirk, die Gattin eines in Balti­more ansässigen Millionärs, eine ältere Dame sprang vom Dache und wurde in ein Haus der fünften Avenue getragen, wo sie bald starb. Leland, der Pächter des Hotels, verlor Tochter und Gattin; er selbst kämpft mit dem Tode. Bei dem Rettungswerk zeichnete sich Miß Helen Gould besonders aus, sowohl durch persönliche Initiative als durch Aneiferung der Wehrleute, welchen sie für jedes gerettete Menschenleben hohe Preise versprach. Leider waren nicht sofort Sprung, tücher in ausreichender Zahl vorhanden, sodaß mehrere Personen, welche aus den Fenstern der oberen Stockwerke sprangen, den Tod fanden. Nach neueren Meldungen nimmt die Polizei an, daß 60 Personen umgekommen und 34 verwundet sind.

* Ludwig Bamberger und die deutsche Wahrung. Die ftrff. Ztg- erhält folgende Zuschrift: Ludwig Bam­bergers große Verdienste um die Herstellung unseres jetzigen Münzsystems sind bekannt genug, sodaß wir ihnen keinen Abbruch thun, wenn wir dem in denErinne­rungen an Ludwig Bamberger- in Nr. 79 derFranks. Ztg." enthaltenen Satze,daß Bamberger die deutsche Wäh­

rungseinheit schon in einem Augenblick erwogen hatte, wo erst wenige die politische Einheit des jungen Deutschland als eine aussichtsreiche Möglichkeit ins Auge gefaßt hatten, kaum jemand aber an deren weitergehende wirtschaftliche Konse­quenzen dachte", mit einer sachlichen Berichtigung entgegen­treten. Bamberger soll, nach den weiteren Ausführungen, in einem Gespräch mit Delbrück nach der Schlacht bei Sedan seine Ansichten über die deutsche Münzreform entwickelt haben. Das bestreiten wir keineswegs, aber wir weisen darauf hin, daß schon 10 Jahre früher im Nationalverein die Münzreform genau in dem Sinne, wie sie später durch­geführt worden ist, vorgeschlagen und eingehend diskutiert worden ist, und wir dürfen als sicher annehmen, daß auch Delbrück diese Bestrebungen und die darüber gepflogenen Verhandlungen sehr genau gekannt bat. Wer sich die Mühe nehmen will, die Wochenschrift des Nationalvereins aus dem Jahre 1861 nachzulesen, wird darin eine große Anzahl Auf­sätze über diese Frage finden. In allen diesen Artikeln ist die deutsche Münzeinheit auf Grund der Goldwährung und Dezimalsystems vorgeschlagen, und als Einheit des Systems wurde meist die Mark 10 Silbergroschen 35 Kreuzer vorgeschlagen, nur einer der Kämpfer für Goldwährung und Münzeinheit nach Dezimalsystem schlug als Grundmünze den Franken 8 Sgr. 28 Kreuzer aus dem Grunde vor, weil dadurch für Norddeutschland die kleinste Münze, der f fennig, nicht größer, sondern etwas kleiner werden würde.

iese Reminiscenz soll, wie gesagt, die Verdienste Bam­bergers um unsere Münzreform nicht schmälern, sondern nur im Interesse der historischen Gerechtigkeit an diejenigen er­innern, die schon vor ihm für dasselbe Ziel gekämpft haben.

* Die Penfionsaustalt deutscher Journalisten und Schrift­steller (A. B.) versendet soeben einen Auszug aus ihrem demnächst erscheinenden Geschäftsberichte für 1898, dem u. a. als bemerkenswerte Thatsache zu entnehmen ist, daß die Anstalt im verflossenen Jahre die ersten Renten und Zu- schüsse an 14 Pensionäre zur Auszahlung brachte. Die Anstalt, die zur Zeit 678 Mitglieder zählt, hat im ver­flossenen Jahre 52518 Mk. Prämien, 13000 Mk. Zinsen und an außerordentlichen Einnahmen 19518 Mk. ver­einnahmt. Die Jahresrechnung schloß mit einem Über­schüsse von 14 345 Mk. Das Gesamtvermögen der Anstalt betrug Ende 1898 '403635 Mk., wovon 320000 Mk. in Hypotheken angelegt sind. (Dieser Vermögensstand hat in der Zeit vom 1. Januar bis 1. März 1899 eine weitere Mehrung erfahren und beträgt am 1. März 421.000 Mk.). In einem sehr günstigen Verhältnis befinden sich der Zuschuß­fonds und die Reserven mit 93501 Mk. zu den die Ver­pflichtungen der Anstalt darstellenden Alters- und Jnvaliden- rentenfonds mit 307 785 Mk. In dem Berichte wird hervorgehoben, daß die deutschen Journalisten und Schrift-, steller zum größten Teile aus eigener Kraft innerhalb fünf Jahren eine Summe aufgebracht haben, die in kurzer Zeit die erste halbe Million erreichen wird. Der Beitritt zur Pensionsanstalt kann allen Kollegen nur aufs wärmste em­pfohlen werden. Das Bureau, München, Max Joseph- straße l/0, versendet auf Wunsch Statuten zc. kostenlos an alle Interessenten.

r Vom lenkbaren Luftballon. Wie seinerzeit gemeldet wurde, hat der in Stuttgart wohnende frühere Reitergeneral Graf v. Zeppelin einen lenkbaren Luftballon erdacht, dessen Zusammensetzung und Einteilung sowohl nach den vorgelegten Plänen wie nach den Modellen in den Kreisen der Ingenieure und der Physiker großes Aufsehen machte. Es bildete sich dann auch eine Gesellschaft zur Herbeischaffung der Mittel für den Bau des Ballons und für die praktische Ausnutzung der Zeppelin'schen Erfindung, die das vielerörterte Problem von einer ganz neuen Seite zu lösen unternimmt. Nachdem das Unternehmen gesichert und die nötigen technischen Kräfte gewonnen waren, ging man daran, unter Leitung des Grafen Zeppelin zunächst die nötigen baulichen Vorarbeiten zu erledigen, denen dann die Zusammenstellung des Ballons selbst folgen soll, dessen einzelne Teile nach den genauen Angaben des Erfinders inzwischen in inländischen Fabriken hergestellt werden. Der Aufstieg soll lautVoss. Ztg." am Bodensee erfolgen, da alle Techniker darüber einig sind, daß gerade über einer großen Wasserfläche die Verhältnisse, zumal hinsichtlich der Luftströmungen, für derartige Versuche besonders günstig und geeignet find. In Manzell bei Friedrichshofen sind das große Baubureau und die sonstigen für die Vorarbeiten nötigen Baulichkeiten errichtet und mit Friedrichshofen tele­phonisch verbunden. Damit dem Ballon bei feiner Auffahrt keinerlei Hindernisse durch Bäume, Gebäude usw. bereitet werden können, wird diese Halle 600 bis 700 Meter vom Ufer entfernt im Bodensee auf Pontons ausgestellt werden. Die Arbeiten werden jetzt so gefordert, daß zu Anfang Juli der erste Aufstieg des Ballons stattfinden kann.

* Die Selbstentzündung der Kohlen. Die Chemiker- Zeitung berichtet nach der österreichischen Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen: Die nordamerikanische Admiralität hat übet die Selbstentzündung der Kohlen Versuche anstellen lassen und wertvolle Andeutungen zur Verhütung dieser Erscheinung gemacht. Anthracitkohle ist ungefährlich; nur fette und bituminöse Kohlen sind feuergefährlich. Die Entzündung der Kohlen kann hervorgerufen werden durch Kondensation und Absorption des Sauerstoffs der Luft durch die Kohle, wodurch die Temperatur so weit erhöht wird, daß eine chemische Verbindung zwischen den Kohlenwasser­stoffen und dem Sauerstoff stattfinden kann. Dieser Fall tritt leicht ein, wenn die Kohlen sehr klar und flüchtig sind, wenn die Außentemperatur ebenfalls hoch ist und die nötige Ventilation fehlt. Eine andere Entzündungsursache ist die Einwirkung der Feuchtigkeit auf den Schwefel vieler kieshaltiger Kohlen; hierbei wirkt weniger die Wärme der chemischen Reaktion als der Umstand, daß dadurch die Kohlen zersprengt und zerbrochen werden und so geeigneter für die Sauerstoffaufnahme sind. Die Einrichtung für Schiffe zur Vermeidung vo« Entzündungen kann hier nicht

besprochen werden. Am Lande verursachten meist kiesige Kohlen Entzündungen. Zu beachten ist hier, daß die Kohlen geschützt auf Eisenboden lagern, die Träger aus Eisen ober Mauerwerk bestehen, die Lagerhöhe 22/t Meter nicht übersteigt und Dampf- und Feuerrohre mindestens 6 Meter davon entfernt sind. Für Seereisen birf die Kohle nicht früher als 1 Monat nach der Forderung verladen werden.

* Laubvogelnest von Ameisen überfallen. In einem dichten Johannisdeerstrauche, so erzählt Dr. Viktor Hornung im Zoologischen Garten", hatte ein Pärchen des Gartenlaub­vogels (Hypolais philomela) etwa einen Meter vom Erd­boden entfernt sein kleines Haus errichtet. Während das Weibchen mit Eifer dem Brutgeschäft oblag, ließ das Männ­chen den ganzen Tag seine liebliche Stimme erschallen; jQ selbst in der Dämmerung vernahm man noch häufig fein leises Liebesgeflüster. Schließlich entschlüpften 4 Gelbschnäbel glücklich den Eiern. Eines Morgens ließ sich jedoch beim Vorbeigehen an dem Nistplatze klägliches Geschrei der Eltern hören; beim Nachsehen fand man alle vier bereits mn Stoppeln bedeckte Jungen tot im Nest. Unzählige A weisen krochen im Neste herum, die Jungen selbst waren schwarz von ihnen, und fortwährend bewegten sich mit Scharen von Ameisen an dem Stamme empor dem Ache zu. Da die Jungen wenige Stunden vorher noch vollkommen munter waren, so unterliegt es feinem Zweifel, daß bie Ameisen ihren Tod verschuldet hatten. Gelegentlich find also auch Ameisen als Feinde der am Erdboden nistenden Vögel zu betrachten.

* Kindliche Auffassung. Mutter (die dem Willy btt Fabel vom Löwen und der Maus erzählt): . Siehst Du

mein Kind, der Starke soll dem Schwachen nie etwas zu leid thun! . . Wie edel und großmütig war der gewaltige Lowe, als er die kleine Maus lause ließ!" Willy (nach deutlich):Aber, Mama, vielleicht essen die Löwen nicht gern Mäuse!"

Universitäts-Nachrichten.

Heidelberg. Dr. Crustus, Professor der klasstschm Philologie dahier, soll einem Rus an die Univ rstiät Wien iolg'r

Erlangen. Der Ploscffor der spezt-llen Pathologie iwb Therapie Dr. Strümpell und der der Augenheilkunde Dr. 6otu dusch folgen einem Rufe nach München.

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Meratur, Wissenschaft und Kunst.

Die Romanwelt (Bita, Berlin W. 50) ist wieder mit einer Reihe hervorragender Beiträge am Platze. Diese Zeitschrift war auch die erste und bis vor kurzem die einzige Deutsche, die, Rudyard KiplingS hohen Wert erkennend, ihn feit Jahren pflegte. Jetzt, da des Kaisers Telegramm ihn mit einem Schlage populär gemacht, ist es doppelt intereffant, daß die Romanwelt Tür das im April beginnende Quartal wieder Beiträge aus Kiplings zweitem Dschungelbuch und feinem letzten Weik The day'e work ankündigl. Sie wird ferner Hans von Kahlenbergs Roman «Die Sembntzkyi' und Annie Neumann-Hofers »Gräfin Sophie" bringen. Der erste schildert ein Stück adliger Boheme und erzählt temperamentvoll, wie lebenshungrige, genutzfrobe Jugend sich ihr Teil vom Mahle des Lebens erbeutet. Der Roman wirkt um so lebenswahrer, ali er offenbar nach wohlbekannten Modellen gearbeitet ist. Dn zwnie behandelt im Rahmen eines prickelnd und pikant gemalten mondänen Gesellschaftsbildes eine Ehegeschichle. Die nervösen Stimmungen, die Konflikte zwischen den sich widerstrebenden Naturen si.id mit großer Kunst gezeichnet. Eine starke Spannung geht von dem Bucke aus. Erwähnen wir von weiteren Beiträgen bekannter Aulotrir noch Olga Wohlbrücks NovelleBriefe an einen Toten', von Oppeln Bronikowskis Militärhumoresken, SierraS klassisch zu nennen&t Schilderungen aus dem türkisch-mohamedanischen Orient, Skizjen des bekannten Afrikaforschers Paul Reichard und eine Reihe aus­ländischer Romane und Novellen, so haben wir das reiche Programm der vortrefflichen Wochenschrift gekennzeichnet. Wir entnehmen ibm vor allem, däß die Romanwelt gerade diesmal ihrer speziellen Auf­gabe besonders gerecht wird, nämlich den künstlerischen Erzeugnissen, die aus engen Rücksichten auf die Backfisch Lmeratur nickt für sedeS Familienblatt geeignet sind, mutig eine Freistätte zu gewähren.

Verkehr, Land- und Volkswirtschaft.

Unter den am 1 April d. Js. auf den deutschen Eisew bahnen eintretenden Güterfrachl Ermäßigungen sind zwei von be­sonderem Jntereffe: Die Einführung eines Spezial tartfS für bestimmte Eilgüter. Bet Auflieferung avl Eilfrachtbrtef wird für die vachverzkichnetcn Güter nur die Fiack' für Frachtgut berechnet, aUo bei Aufgabe als Stückgut dieF'ackt nach der allgemeinen Stückgutklass^, während jetzt daS Doppelte dieier Fracht berechnet wird, bei Auflteferurg als Wagenladung du Fracht nach der Güterklasse, zu welcher das aufgelieferte Gut gehört, während jetzt die Fracht nach dem doppelten Satze der allgemestea Wagenladungtzklaffe B berechnet wird. Beispielsweise betiial t»r' nach die Eilgutfracht von Basel nach Frank'vrt a. M. für 100 x? Weintrauben j.tzt 6 70 Mk., künftig nur 3,40 Mk., für 10.000 «S frische Aepfel j tzt 416 Mk., künf'ig 208 Ml , für 10 000 »9- W Gurken jetzt 416 Mk., künftig 126 Mk. Die Artikel sind 1. Bienen, 2 B ot, 3. Butter, 4. Lebende frische und geräucherte Fische, auch obeiflächlich g'salzene (grüne) Heringe und Breilbnge, F-schbrut, für Aquarien bestimmte kleine Fiuß- unb Seetiere, sow» bet von den Seehafenstationen an F'schzuchtanstatten zum Versandte kommenden Fischrogen (F scheter); 5. Muschel und SchaUierr au» der See (ausgenommen Austern, Hummern, Langusten und Sck'^ (röten), frisch oder dlotz abgekochl. 6. Frische Gemüse, folgen« Grüne Bohnen, grüne Erbsen (Schot n), Salat, Gur km, Spw«>- 7. Milch, frische und sterilisierte, auch Magermilch, Buitermtlck Molken. 8. Frische Beeren aller Art, frisches Siein- und -ernobst mit Ausschluß von Südfrüchten und frische $Beinhw>(r. Die Versetzung folgender Futtermittel In Den Speztaltarif III. Erbsenschalen, auch zerkleinert, Eednuß» schalen, auch zerkleinert, Fleischfmtermehl, Grtebenk.cken, xm-o' schalen, auch zerkleinert, Kleie, auch Grteskleie und Gerflenuae, Matskuchen und MatSkuchmmehl, Malztreber, getrocknete, Metapp futter (Melasse mit anderen Artikeln zu FuNerzwickm gewn«-' Oelkuchen, Ockkuchenmehl (zerkleinerte Orlkuchen) und entfette» Oelsaatmehl aller Art, namentlich Leinkuchen, Leinkuchmmehl, Uta» saatmehl, Palmkernkuchen, Palmkernkuchenmehl

Kokoskuchen (Koprakuchen), Kokoskuchenmehl (Kop-amehl), «auw» wollsamenkuchen, Baumwollsamenmehl, Erdoußkuchen, @rbnu6io® mehl, ReiSabsälle aller Art, welche beim Polieren von rohem M " oder bei der Stärkefabrikation gewonnen werden, Reishülfm, . f futtermehl bezw. RerSkleie, Rübensyrvp, ungereinigter (die zu vpni zw'cken nicht unmittelbar brauchbaren Nackprodukle der Ra.ftne Samen, entölte (abd'ft'llierle), folgende: Anis, FenH l- (Rückstände bei der Herstellung ätherischer Dcle),

Art, getrocknete, auch gemahlen. BetiptelSwetse kosten j>tzt wow Kleie von Hamburg nach Frankfurt a. M. und in "wge di Richtung 196 Mk., künftig nur 128 Mk., von Breme« nach flirt e. M. 178 ML, künftig nur 116 Mk.