Ausgabe 
26.3.1899 Drittes Blatt
 
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Aufmerksamkeit ganz Deutschlands auf ihn gelenkt hat, werden die nachstehenden Bemerkungen interessieren. Kapitän Schmidt ist ein Seemann der alten Schule, d. h. er ist Praktiker durch und durch ohne eine besondere oder höhere wissenschaftliche Ausbildung. In Rostock ausgewachsen, ward er frühzeitig mit seinem jetzigen Element vertraut. Gleich seinen Altersgenossen teilte er jene Liebe fürs Wasser, die die Rostocker Jugend von jeher ausgezeichnet und in John BrinckmannsKaspar Ohm und Ick" eine so an­schauliche Darstellung gefunden hat. Seine erste seemännische Ausbildung erhielt der junge Schmidt zu Anfang der sechziger Jahre auf der Rostocker Handelsflotte. Die Schule, die er dort durchmachte, war eine vorzügliche. Aus ihr sind außer Schmidt eine Reihe unserer tüchtigsten Schiffskapitäne hervorgegangen. Im Herbst 1865 bestand Schmidt auf der Rostocker Navigationsschule seine Steuermannsprüfung. Fünf Jahre später, im Frühjahr 1870, erwarb er sich ebendort das Kapitänspatent. Schmidt hat dieser Lehranstalt, die derzeit vorzugsweise die praktischen Bedürfnisse beim Unter­richt berücksichtigte, stets ein dankbares Andenken bewahrt. Als kennzeichnend für die Strebsamkeit des jungen Schmidt mag auch der Umstand erwähnt werden, daß er nach be­standener Steuermannsprüfung einer der ersten unter seinen Kameraden war, der wieder in den praktischen Dienst eintrat. Fast unmittelbar von der Prüfung reiste er zu seinem Schiffe ab, leider um wenige Wochen darauf als Schiffbrüchiger wieder heimzukehren. Daß dieser Unfall indes keineswegs imstande war, seinen Eifer abzukühlen, beweist Schmidts weitere Laufbahn. Zu derzeit, als Kapitän Schmidt in der Rostocker Handelsmarine diente, stand sie noch in voller Blüte. Der schwere, viel Umsicht und Wachsamkeit erfor­dernde Dienst auf den kleinen Segelfahrzeugen in den europäischen Gewässern war besonders geeignet, zähe, wetter­harte und praktisch tüchtige Seeleute heranzubilden. Heute, nachdem die Rhedereien an der Ostsee von Jahr zu Jahr mehr zurückgegangen sind, finden die Rostocker Seeleute in ihrer Heimat kein geeignetes Feld ihrer Thätigkeit mehr. Man trifft sie jetzt vorzugsweise in den großen Seeplätzen an der Nordsee an, wo sie ein geschätztes Personal für die Besatzungen aller Schiffskategorien bilden. Auf Hamburger- Schiffen allein mögen gegenwärtig gegen sechzig Rostocker Seeleute als Schiffsführer und Schiffsoffiziere sich in Dienst befinden. Wo es schwierige und verantwortliche Posten zu besetzen gilt, da treten unsere Seeleute von der Ostsee in den Wettbewerb ein. Auf den Post- nnd Schnelldampfern sind sie so gut zu Hause, wie auf den großen Segelschiffen, auf Bergungs-, Schlepp- und F r a ch t d a m p f e r n. Man hört nicht ost von ihnen. Gleichwohl sind sie Männer der That. Eine in ihrer Art nicht minder hervorragende und tüchtige Leistung als die Rettung derBulgaria" ist die Bergung des eng­lischen, der Peninsular and Oriental Kompany gehörenden DampfersChina", der unweit der Insel Perim im Roten Meer auf Strand geraten, unter den allerschwierigsten Ver­hältnissen von Schiffen des Norddeutschen Bergungsvereins wieder abgebracht, gedichtet und durch den Suezkanal und den Mittelmeer geschleppt ward, um nach England über- geführt zu werden. Der Führer des einen dieser Bergungs­dampfer ist ebenfalls ein Rostocker, der Kapitän Peter Tesdorpf, ein Name von gutem Klang unter seinen Fach­genossen Die englische Fachpresse, die sich im allgemeinen als recht zurückhaltend in ihren Beifallsäußerungen deutschen Leistungen im Seewesen gegenüber beweist, zollt in diesem Falle der hervorragenden Thätigkeit deutscher Männer in den ehrendsten Ausdrücken ihre ungeteilte Anerkennung. Das, was die Seeleute von der Ostseeküste begehrt macht, sind ihre praktische Tüchtigkeit und andere schätzenswerte Eigen­schaften. In der Gegenwart glaubt man vielfach von den Schiffsführern und Schiffsoffizieren der Handelsmarine eine bessere wissenschaftliche Ausbildung fordern zu müssen, als sie bisher aufzuweisen haben. Die Forderung dürfte jedoch nur insofern eine Berechtigung haben, als die wirklichen Fortschritte in der Schiffahrtskunde ein vermehrtes Wissen notwendig machen. Im übrigen kommt die wissenschaftliche Ausbildung für den Seemann äußerst wenig in Betracht. Ein vor kurzem Heimgegangener, anerkannt tüchtiger Schiff­fahrtsbeflissener pflegte zu sagen:Der Laie ahnt nicht,

Während die Weidenzweige fast überall die Stelle der Palmen vertreten, wird in einem Teile Westfalens und im Rheinlande der Buchsbaum, in Tyrol die Stechpalme ver­wendet. Letztere soll nach der Legende von jenen Palm­bäumen abstammen, von denen man beim Einzuge Christi die Zweige brach, die man auf den Weg streute. Als dann aber das Volk, das kurz zuvor dem HerrnHosianna!" zugejubelt hatte,Kreuzige, kreuzige ihn!" schrie, erhielten die Blätter Dornen, die zur steten Erinnerung auch für uns selbst im Winter an den immergrünen Blättern zu sehen sind.

In verschiedenen deutschen Gegenden, namentlich im nördlichen Teile von Tyrol, findet am Palmsonntag nach der Palmenweihe auch die Felderweihe statt. Nach dem Mittagessen zieht alt und jung auf die Fluren zur Weihe der Gemarkung. Ein Teil der vormittags in der Kirche geweihten Palmzweige und Palmbäume wird an den Mark­steinen in die Felder gesteckt, um Flurschäden abzuwenden und den Segen des Himmels auf die Früchte der Erde herabzuflehen. Die Palmzweige werden auch an den Thüren der Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude befestigt, weil man glaubt, daß dadurch jegliches Haus- und Familienunglück abgewendet würde.

In Niederbayern veranstaltet man am Blumensonntage noch theatralische Umzüge, bei welchen die fromme und volks­tümliche Weise desPuerigesanges" ertönt. Auch der Tobten gedenkt man an diesem Tage und schmückt ihre Gräber mit Palmzweigen. Dieses geschieht z. B. am Niederrhein.

mit wie wenigen theoretischen Kenntnissen die Schiffe über das Meer geführt werden". Es wird das einigermaßen einleuchten, wenn man weiß, daß viele unserer Seefahrer mit den Vorkenntnissen, wie die Volksschule sie giebt, inner­halb sechs bis acht Monaten zu Schiffsoffizieren ausgebildet werden. Der Beruf des Seemannes ist eben ein rein praktischer. Besonnenheit, klares Urteil, Erfahrung, Zu­verlässigkeit und Gewissenhaftigkeit sind die Eigenschaften, die den Wert des Seemannes ausmachen. Diesen Eigen­schaften gegenüber treten alle anderen Forderungen, die etwa an die theoretische Ausbildung gestellt werden können, in den Hintergrund. Dem Bedürfnis nach tüchtigen Schiffs­führern und Steuerleuten kann im allgemeinen bei uns leicht genügt werden. Die Zahl der Schiffsoffiziere ist so groß und ihre Leistungsfähigkeit so verschiedenartig, daß es selten schwer hält, für jeden einzelnen zu besetzenden Posten eine geeignete Auswahl treffen zu können.

* Der Turfklub. Zur Mitteilung eines Berliner Blattes über den Turfklub erfährt dieDeutsche Warte": Der Turfklub ist auf mehrere etwa zehn Jahre einen Mietsvertrag mit dem Besitzer eines der elegantesten RestaurantsUnter den Linden" eingegangen, in dessen erstem Stockwerk sich die Räume des Turfklubs befinden. Der Ankauf eines Grundstücks in der Schadowstraße seitens des Turfklubs ist schon aus diesem Grunde nicht erfolgt; eine solche Angabe beruht auf einem Irrtum, vielleicht auf einer Verwechselung mit dem Union-Klub, dessen Präsident der Oberstkämmerer Fürst Christian Hohenlohe, Herzog von Ujest ist. Dieser Klub besitzt bekanntlich zwei Grund­stücke in der Schadowstraße, die Häuser Nr. 8 und 9. Früher wurde in diesem Klub hazardiert; aber bereits seit Jahren ist daselbst das Hazardspiel vollständig ausgeschlossen, seitdem eben nur unter dieser Voraussetzung den Offizieren die Zugehörigkeit zum Union-Klub gestattet wurde. Kein Geringerer als der damalige Prinz Wilhelm selbst soll den Anlaß hierzu gegeben haben, indem er als Regiments- Kommandeur der Potsdamer Husaren seiner Zeit den Offizieren des von ihm befehligten Regiments, ausdrücklich die Mitgliedschaft untersagte. Wenn in einer Berliner Zeitung vom Turfklub erzählt wird, man hätte daselbst einem ertappten Falschspieler das Ehrenwort abgenommen, nicht wieder zu spielen, so ist dies selbst­verständlich ein Märchen, aber ein gefährliches Märchen. Auch wenn im Turfklub hazardiert werden sollte, so können doch unmöglich derartig unklare Begriffe über Ehrenhaftig­keit in diesem Klub herrschen, um einem ertappten Falsch­spieler, also einem Ehrlosen, noch das Recht zuzugestehen, irgend ein Versprechen durch Ehrenwort zu bekräftigen. In dieser Zeit, wo so viel von Spiel-Affairen die Rede ist, dürfte es angezeigt sein, zu betonen, daß das Hazardspiel, obgleich es entschieden verdammenswert ist und hoffentlich schonungslos bekämpft werden wird, doch mit dem falschen Spiel nicht in einen Topf zu werfen ist.

* Ein Brauerstrike l Die Frankfurter Brauereiarbeiter fordern die Einführung der zehnstündigen Arbeitszeit und einen erhöhten Mindestlohn, der jetzt in den Verbands­brauereien 24 Mark wöchentlich beträgt. Die Brauereien lehnen die Forderung ab; der Schichtwechsel müsse sich alle zwölf Stunden vollziehen und zum Mindestlohn komme noch das Freibier im Betrag von 4,90 Mark wöchentlich. Die Volksstimme" meldet, daß gestern vormittag, hundert Ar­beiter der Henningerschen Brauerei die Arbeit niedergelegt hätten und daß vorgestern abend eine Werkstätten-Versamm- lung im Jungschen Felsenkeller polizeilich aufgelöst worden sei.

* Die 45. Versammlung deutscher Philologen und Schul­männer wird vorn 26.30. September in Bremen tagen. Schon jetzt ist man mit den Vorbereitungen eifrig beschäftigt, um die Gäste von Nah und Fern würdig zu empfangen. Dank den bewährten Bürgertugenden der Bewohner wird es auch diesmal der alten Hansestadt sicherlich gelingen, den Anforderungen der Festgenoffen zu entsprechen; es darf das um so mehr erwartet werden, als in letzter Zeit wieder­holt Versammlungen von ähnlichem Umfange und ähnlicher Bedeutung in Bremen ftattgefunben haben und zur Zufrieden­heit aller verlaufen sind.

* Bismarcksäulen. Die von der deutschen Studenten­schaft angeregte Errichtung von Bismarcksäulen nimmt den

Am Mittel- und Niederrhein findet man in vielen Familien auch noch den sinnigen Brauch, daß am Oster­sonntag der Hausherr mit einem Palmzweig einige Tropfen Weihwasser in die Mittagssuppe träufeln läßt.

Eine solche Vermischung von Oster- und Palmsonntags­gebräuchen liegt auch in der u. a. in der Gegend von Fulda beobachteten Verwendung der gefärbten Ostereier am Palm­sonntag, eine Sitte, die immer mehr und mehr schwindet, indem das Volk es vorzieht, sich mit Ostereiern vorwiegend am Osterfeste selbst zu belustigen.

In Böhmen läßt am Palmsonntag jedes Haus neben Palmzweigen auch noch zwei bis drei hartgesottene, in der Mitte durchgeschnittene oder bloß an der Seite aufgebrochene rote Eier (Sodlasca), Salz und ein Stück Fladen (Kuchen) in der Kirche weihen. Man bringt diese Gegenstände in einem Glase zur Weihe, welches während dieser kirchlichen Handlung geöffnet wird. Zu Hause werden die Eier zer­stückelt und verteilt. Die einzelnen Familienmitglieder wechseln wieder untereinander die Stücke. Als Würze dient das geweihte Salz, als geweihter Nachbiß das Stückchen Kuchen.

Einer sinnigen Sitte begegnet man am Palmsonntage noch im bayrischen Walde. Von den Ministranten der Pfarrkirche wird nämlich eine Menge von kleinen zierlichen Palmbüscheln", aus Weidenkätzchen, Misteln zc. zusammen­gebunden, mit buntseidenen Bändchen umschlungen und auf weißgeschälte, ungefähr 60 Zentimeter lange Weiden oder Haselnußgertchen gesteckt. Nachdem diese Palmzweige die Weihe erhalten haben, werden sie von den Ministranten in

erfreulichsten Fortgang, und die schöne Idee findet immer mehr begeisterte Anhänger. Bereits ist in weit über 100 größeren und kleineren Gemeinden der Gedanke, eine solche Säule zu bauen, ausgenommen worden und in vielen der­selben ist die Errichtung schon fest beschlossene Sache. So in Metz, wo sich ein Ausschuß untef dem Vorsitz des Gouverneurs Freiherrn von Froben gebildet hat, in Hagen, Schierstein, Kirn a. d. Nahe, Birnbaum, Lüdenscheid' Düsseldorf, Köln, Gelsenkirchen, Hildesheim, Godesberg, Norderney, Moers, Iserlohn und Erfurt. Außerdem ist fast in allen Hochschulstädten der Bau der Säule gesichert. An der ausgeschriebenen Konkurrenz haben sich etwa 1000 deutsche Künstler beteiligt. Das Preisgericht wird am 21. April auf der Wartburg zusammentreten. Am 1. April wird eine Schrift erscheinen, herausgegeben vom Ausschuß der deutschen Studentenschaft, in welcher über die Vor­geschichte und die bisherige Entwickelung der Bismarckehrung ausführlich berichtet wird. Der aus dem Verkauf dieser Schrift erzielte Reingewinn ist zur Unterstützung solcher Gemeinden bestimmt, welche nicht in der Lage sind, die Kosten für eine Säule vollständig aus eigenen Mitteln aufzubringen. Bei dieser günftigen Lage der Dinge dass man wohl die berechtigte Hoffnung hegen, daß schon am 1. April nächsten Jahres in zahlreichen Städten die Bis­marcksäulen stehen und die Flammen zum Himmel lodern.

* Weimarer Künstler-Pensiousanstalt Die Weiterent­wicklung der Renten- und Pensionsanftalt für deutsche bildende Künstler, welche ihren Sitz in Weimar hat, nahm, laut dem jetzt herausgegebenen Bericht über das fünfte Geschäftsjahr, ihren ruhigen steten Fort­gang. Die Mitgliederzahl betrug Ende 1897: 356. Hin- zugekommen sind 22 ordentliche und 6 unterstützende Mit­glieder; 14 schieden durch Tod aus. Im laufenden Jahre traten 7 neue Mitglieder ein. Für Beiträge und Eintritts­gelder wurden 19805 Mk. und an Zuwendungen 4069 Mk. vereinnahmt, auch wurden der Anstalt zwei Kunstwerke gestiftet. Das Gesamtvermögen ist auf 118375 Mk. an- gewachsen gegen 93071 Mk. im Vorjahre. Der Dresdener Ortsverband hat einen geschmackvoll ausgestatteten Post karten-Kalender herausgegeben, dessen Verkauf eine besondere Einnahme für die Renten- und Pensionsanftalt sein fott. Professor Hans Fechner in Berlin stiftete ein trefflicher Bildnis des Protektors der Anstalt, des Großherzogs von Sachsen-Weimar, auf Stein gezeichnet. Durch die ver­schiedenen Zuwendungen ist der Vorstand der Anstalt in der Sage gewesen, von einer Extra-Umlage für das ver­gangene und das laufende Jahr abzusehen.

* Das Straßburger Goethe Denkmal. AusStraßburg wird vom 22. d. geschrieben: Der Reichstag hat den h antragten Zuschuß von 50000 Mark für unser Goethe Denkmal leider bisher nicht bewilligt, und es steht zu be« fürchten, daß die Entscheidung sich noch lange hinausziehe, ja vielleicht der Zuschuß überhaupt verweigert werde. In den Kreisen der Goethefreunde muß man mit der Möglichkeit rechnen, daß der für das Standbild in Aussicht genommm Aufwand von 150 000 Mk. sich nicht ganz erreichen läßt. Bisher find ungefähr 65000 Mk. gesammelt. Der Kosten­betrag für ein des großen Dichters würdiges Denkmal kann nicht unter 100000 Mk. bemessen werden. Die Verehrer des Dichters werden daher durch baldige Gewährung von weiteren Spenden auch der kleinste Betrag ist als Zeichen der Sympathie willkommen der guten Sache einen freund' lichen Dienst erweisen. Die Kassenverwaltung führt die Bankkommandite Kauffmann, Engelhorn u. Cie., Straßburg.

* Immer Soldat.Wissen Herr Leutnant schon, Geheim­rats Jüngste hat sich verheiratet?!"Schneidiges Mädel sechs Vorder mädchen übersprungen!"

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ihrer kirchlichen Kleidung von Haus zu Haus gebracht Einer der Knaben trägt ein hölzernes Christusbild, mit einem roten Mantel, einer Blumenkrone und tintr Palme, die es in der Hand hält, geziert ist; ein zweiter trägt den Vorrat von Palmzweigen und einen besonders reich geschmückten Palmstrauß in der Hand; ein dritter hat einen mit breiten Schleifchen geschmückten Korb in der Hand zur Aufnahme der Eier und der Flachsreiser, welche die Knaben überall von den Bauern erhalten; ein vierter schließlich trägt die versiegelte Geldbüchse zur Aufbewahrung der Geldgeschenke und wird daher von altersher mit dem zweifelhaften NamenJudas" beehrt. Diese vier Knaben wandern von Haus zu Haus, stellen das geschmückte Christus kind auf den Tisch, teilen Palmgerten aus und singen em Lied, wofür sie als Gegenleistung die obengenannten M schenke erhalten.

Wir scheiden von dem Palmsonntag mit den tief empfundenen Dichterworten:

Sei mir gegrüßt, o stille Woche, Voll Schwermut und voll Seligkeit, Wo von des Todes bitterm Joche Die Liebe sterbend uns befreit!

Wie ernst, mit heilger Todesmahnung Und doch, wie gnadenreich und mild, Voll zauberischer Frühlingsahnung Betrittst Du wieder mein Gefild."

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