hat in seiner verantwortlichen Stellung gethan, was er unter den Umständen für geboten hielt. Fern vom Sudan freilich, hn Unterhause und in der liberalen Presse, wo die Phrase herrscht, ist manches verdammende Wort über diesen Befehl gefallen. Er wird aber das Wort Gräberschändung überleben, wie so manche andere Redensart, denn schließlich herrscht auch in solchen Dingen der englische Erfahrungsatz: Nothing succeeds like success. A. Z.
Vermischtes.
* Leipzig, 20. Februar. Buchdruckereigewerbe als Fabrikbetrieb. Der Widerspruch der Buchdruckereibesitzer Giesecke und Devrient und Genossen gegen ihre Zugehörigkeit zur Zwangsinnung Leipziger Buchdrucker ist vom Rate „beachtlich" gefunden worden. Im Entscheid wird gesagt, daß die betreffenden Buchdruckereien der Zwangsinnung als Pflichtmitglieder nicht angehören, weil sie das Buchgewerbe fabrikmäßig betreiben. Damit ist ein schon lange heftig geführter Streit zu einem vorläufigen Ende gekommen.
* Das König Alfred Millennium. Aus London vom 20. Februar, wird der „Frkf. Ztg." berichtet: Das Millen- nium König Alfreds des Großen soll im Jahre 1901 gefeiert werden. Man plant die Errichtung einer Statue des Königs in Winchester, mit der eine Halle verbunden sein soll, die als Museum für älteste englische Geschichte zu dienen bestimmt ist, ferner die Veranstaltung einer König Alfred-Ausstellung in London und die Veröffentlichung populärer Schriften über das Leben und Wirken des Königs. Der Lord-Mayor von London hat für den 6. März eine Versammlung im Mansion-House einberufen, in der auch Vertreter anderer Städte erwartet werden, und diese soll einen Ausruf ergehen lassen znr Aufbringung der auf 30000 Pfund Sterling angelegten Fonds für die Millenniums-Feier.
* Zu dem Charakterbilde des neuen Präsidenten fügt der Pariser Vertreter der „Daily News" die seit alten Tagen enge Beziehuugen mit den französischen Republikanern unterhalten hat, einige Einzelzüge hinzu. Präsident Loubet ist ein Mann von durchaus häuslichen Lebensgewohnheiten. Gegen prunkvolle Gesellschaft hat er entschieden Abneigung. Am liebsten verlebt er seine Abende daheim. Er liest sehr viel. Er ist kein reicher Mann und hat keinerlei Verlangen nach Geld und Ehren. Seine Stärke liegt in Finanzfragen. Er hat viele Jahre in einer anspruchslosen Etagenwohnung gehaust und statt des weißen Tischtuchs sein Mittagsmahl von einer Tischdecke von weißem Wachstuch genossen. Seine Hände sind, figürlich gesprochen, rein, allein an Bart und Kleidern ist er unordentlich, der reine Gegensatz zu Felix Faure. Frau Loubet ist in der Zurückgezogenheit ausgewachsen, in der die Frauen der Mittelklasse in SüMpnk- reich erzogen werden und leben. Sie kennen keine äußeren Vergnügungen als den Sonntagsspaziergang. Der Präsident und seine Gemahlin waren in Drome vorigen Herbst um seine alte Mutter zu besuchen. Sie war mit ihren mehr als 80 Jahren so munter und rührig wie je, wollte sich von niemand bei ihrer gewohnten Thätigkeit helfen lassen, buk das Brod fürs Haus und war von 5 Uhr morgens auf, um die Hühner zu füttern.
* Die Totenmaske Napoleons I. Am 6. März 1821, am Tage nach dem Tode Napoleons I., nahm sein Arzt Antomarchi die Totenmaske des Kaisers in Gyps ab. Als Antomarchi mit dieser Maske zurückkehrte, bot man ihm 6000 Lstr., aber er lehnte dieses Angebot ab. Später ließ der Arzt noch einen Bronzeabguß dieser Totenmaske anfertigen. Vor einigen Jahren wurde die Originalmaske in London mit 6000 Lstr., dann mit 5000 Lstr. zum Verkauf angeboten, fand aber keinen Käufer. Nicht bester erging es in Brüssel, wo man 100 000 Frks. forderte; die Maske war nicht anzubringen. Die Bronze maske war in den Besitz des Vereins „Die Söhne des
dreimal so teueren Einbandes weit höher als die eines einfachen Romanbandes anzuschlagen ist, muß dies als eine außerordentliche Verschwendung bezeichnet werden.
Der „Gießener Anzeiger" brachte vor kurzem den Bericht eines Dr. Schulz über die englischen Volksbibliotheken. Der Schreiber dieser Zeilen hat mehrere, allerdings in Schottland, selber besucht. Meist sind sie in großen massiven Gebäuden untergebracht und mehr als reich dotiert. In der Regel kamen sie auf die Weise zu stände, daß ein in Amerika reich gewordener Schotte seiner Vaterstadt eine große Summe schenkte mit der Bedingung, daß reiche Bürger der Stadt oder diese selber noch einen weiteren Beitrag leisteten, damit die Anstalt mit einem ausreichenden Fonds dotiert wurde. Oft sind ihre Mittel außerordentlich reich. Es kann Vorkommen, daß man auf der öffentlichen Bibliothek einer schottischen Universitätsstadt eine doppelt so reichhaltige Sammlung von Burns-Litteratur findet «ls auf der dortigen Universitäts-Bibliothek, und daß von den fünf, sechs kostspieligen Kupferwerken über das historische Edinburgh auch nicht ein einziges fehlt. Ein Städtchen wie Ayr, an Bevölkerung, aber kaum an Reichtum Gießen gleich, hat ein aus Quadern erbautes monumentales Bibliotheksgebäude von etwa 20 Metern Länge, und selbst in dem kleinen Mauchline, einem Dörfchen von vielleicht tausend Seelen, wo Robert Burns für einige Zeit lebte, ist die Hälfte eines zweistöckigen Gebäudes der öffentlichen Bibliothek eingeräumt, die zweitausend Bände zählt. Bekannt ist die außerordentliche Sparsamkeit und geschäftliche Geriebenheit der Schotten. Um so mehr Beachtung verdient eS darum, wie reich, ja verschwenderisch sie ihre öffentlichen Bibliotheken ausstatten. Man sieht wohl dort ein, daß das für diesen Zweck aufgewandte Geld nicht nmsonst ausgegeben ist, und daß es wenige öffentliche Institute von gleich segensreicher Wirkung giebt. Für Gießen brauchen wir keine so
Ruhmes" übergegangen. Dieser Verein bestand nur aus ehemaligen Offizieren der Großen Armee; so oft ein Mitglied starb, wurde die Maske während der Beerdigung auf seinen Sarg gelegt. Nach dem Tode des letzten Sohnes des Ruhmes erwarb diese Maske eine Engländerin, Fräu- lein Forty. Diese Dame ist jetzt gestorben, und bei der Versteigerung ihres Nachlasses brachte diese Maske es nur auf 435 Frcs.
* Das Aussuchen geeigneter Lungenkranker für die Behandlung in Volksheilstätten, welches für den günstigen Verlauf des Heilverfahrens Vorbedingung ist, hat an den verschiedenen Stellen, welche für die Unterbringung Lungenkranker aus den minderbemittelten Kreisen in Betracht kommen, zu besonderen Einrichtungen in der Untersuchung geführt. In Berlin hat sich für die Aufnahme von Kranken in die Heilstätte des Roten Kreuzes am Grabowsee die in der Gerhard'schen Poliklinik vorgenommene Untersuchung bewährt. In Wien ist in ganz ähnlicher Weise angeordnet worden, daß alle Lungenkranken, welche auf die Aufnahme in die benachbarte Heilanstalt Alland reflektieren, in der vom Hofrat Professor v. Schrott er geleiteten Klinik des Wiener Allgemeinen Krankenhauses untersucht werden, da sich auch dort heraus gestellt hat, daß die Beurteilung von Erkrankungsfällen, die sich für das Heilverfahren eignen, nicht ohne weiteres leicht ist. Von den Aerzten werden im allgemeinen noch vielfach vorgeschrittene Fälle für das Heilverfahren als geeignet bezeichnet. Das Kuratorium des Vereins Heilanstalt Alland hat in diesem Sinne an sämtliche Aerzte ein Rundschreiben versandt.
* Orientfahrt. Der auf der Orientreise befindliche Hamburger Schnelldampfer Auguste Victoria mit einer großen Anzahl deutscher und amerikanischer Teilnehmer an Bord verließ Genua am 12. Februar morgens 9 Uhr und traf nach schöner, vom klarsten Wetter begünstigter Fahrt längs der Riviera gegen 3 Uhr nachmittags in Villa- franca ein. Im Hafen ankerte das französische Mittelmeergeschwader. Nach Austausch freundlicher Begrüßung durch gegenseitiges Abspielen der Nationalhymnen sandte der kommandierende Admiral des französischen Geschwaders einen Offizier an Bord und gestattete Passagieren und Mannschaften der Auguste Victoria die Besichtigung der Kriegsschiffe. Am 13. Februar, während des Aufenthaltes der Auguste Viktoria in Villafranca, wurden Ausflüge unternommen nach Monte Carlo, San Remo und Nizza, wo gerade das berühmte große Karnevalsfest stattfand.
* Ein elektrischer Bauer. Aus Enns berichtet die „Linzer Tagespost": Eine Aufgabe, über die sich in vielen Orten die Stadtväter die Köpfe zerbrechen, nämlich eine den modernen Anforderungen entsprechende Beleuchtung zu schaffen, hat ein hiesiger Landwirt in der denkbar einfachsten Weise und ohne Zuhilfenahme eines Fachmannes gelöst. Der Besitzer des Hubertusgutes in Thann, Gemeinde Hargelsberg, kann sich rühmen, der einzige Bauer weit und breit in der Umgebung zu sein, der sein Haus, Hof, Scheuer und Stallungen mit elektrischem Lichte beleuchtet. Die Kraft liefert der am Gute vorüberfließende Bach und, so erstaunlich es auch klingen mag, der Mann hat sich seine Beleuchtungsanlage nach Ankauf des Dynamos, Lampen, Leitungsdrähte rc. mit Zuhilfenahme fachmännischer Beschreibungen selbst eingerichtet, und kann, wenn nicht Wassernot •eintritt, sein hübsches Anwesen wie mit einem Zauberschlage beleuchten.
* Stoffe des Altertums. Man schreibt der „Frkft. Ztg." : Gräberfunde in Antinoö in Aegypten, von denen Emil Guimet der Pariser Akademie berichtet hat, verstatten uns einen neuen unerwarteten Einblick in die verschiedenen im Altertum gebräuchlichen Stoffarten. Man zog vor allem eine Reihe von bestickten Totenkissen ans Tageslicht, auf denen die Köpfe der bestatteten Römerinnen ruhten. Die dabei gefundenen Totenmasken, welche die in der Kaiserzeit so häufig wechselnden Haartrachten deutlich wiedergeben, vermitteln eine genaue zeitliche Bestimmung. Dar
hohen Ziele zu erstreben. Diejenigen die gelehrte Werke suchen, finden solche in der so außerordentlich liberal verwalteten Universitätsbibliothek, die ja ebenfalls allen ohne Unterschied zugänglich ist. Alle gediegenen Werke allgemeinen Inhaltes sollten aber in der öffentlichen Bibliothek zugänglich sein oder nach und nach angeschafft werden, damit diese zu einer geistigen Centralstelle würde, wo alle Schichten der Bevölkerung ihren litterarischen Bedarf decken könnten. Und man wende nicht ein, daß alle besser situierten Leute sich die Bücher zum Lesen selber anschaffen sollten. Wie groß wird die Zahl derer sein, die jährlich 10 Mk. für Bücher ausgeben? Und dann hat man doch Lesestoff höchstens für eine Woche im Winter. Die übrige Zeit ist man auf den Austausch mit Freunden oder die Leihbibliothek angewiesen. Und wann entschließt sich jemand zur Anschaffung geschichtlicher, politischer, sozialpolitischer oder wirtschaftlicher Werke, deren Studium doch nur lebhaft zu empfehlen wäre? Durch Ergänzung und systematischen Ausbau unserer öffentlichen Bibliothek könnte diese nach und nach dahin gebracht werden, daß sie, neben der eigentlichen Unterhaltungslitteratur, einen Grundstock guter Werke enthielte, die das Beste darstellten, was auf dem Gebiete der deutschen und fremden Litteratur von allgemeinerem Interesse erschienen ist. Wir glauben, daß zu dem Zwecke mindestens das Doppelte von dem nötig wäre, was jetzt die Mitgliederbeiträge betragen, und wir vertrauen dem Gemeinsinne Gießens, daß es diese Summe aufbringen wird. Es wäre darum zu wünschen, daß eine große Zahl von Mitgliedern ihre Beiträge erhöhten, und daß möglichst viele neue dem Verein beiträten. Auch müßten die Benutzer in ihrem eigenen Interesse ersucht werden, die Anstalt durch eigene Beiträge oder Gewinnung neuer Mitglieder zu unter- ftüfcen. Zu letzterem Zwecke würde sich die Benutzung der Werbehefte sehr empfehlen. Namentlich wäre es mit großem
nach stammen die Dinge aus der Zeit von Hadrian bis Septimius Severus. Weiter fand man byzantinische Gewänder, deren feine Seideneinfaffung augenscheinlich aus einer älteren Zeit herübergenommen ist. Die hier auftretenden Flügelpferde und gezäumten Ziegen weisen auf saffanidische Kunst hin. Endlich ist auch die koptische Industrie mit einigen durch ihre gröbere Webung leicht sich abhebenden Erzeugnissen vertreten.
Litteratur, Wissenschaft und Kunst.
Im Verlage der König!. Hofbuchhandlung von E. S. Mittler & kohn in Berlin beginnt soeben ein verdienstvolles Werk zu erscheinen, totU ches lebhafter Beachtung auch weiterer Kreise, über die philosophisch«« Fachkreise hinaus, sicher sein darf. Es ist dies ein Wörterbuch der philosophischen Begriffe und AnSdrnLe, quellenmäßig bearbeitet von Rudolf Eisler. Unserer Zeit darf wahrlich nicht mehr vorgeworfe, werden, daß sie philosophischen Betrachtungen abhold sei; je mehr Fortschritte der verschiedensten Wissenschaften unsere Kenntniffe nach alle« Seiten erweitern und ins einzelne zerteilen, desto stärker wird unweigerlich das Ver'angen, ihren Zusammenhang zu erkennen, ihre Einheit zu behaupten. Ein wesentliches Hindernis, eine lästige Erschwerung stellt sich aber dieser Neigung entgegen; die Ausdrucksweise der Philosophie, ihre Terminologie Zwar die Begriffe, die sie untersucht und erläutert, sind so sehr Gemeingut der Gebildeten, daß sie in der gesellschaftlichen Unterhaltung, im Schriftstil des Verkehrs, in den politischen Verhandlungen wie in der Presse unbefangen angewendet und daher als allgemein verständlich vorausgesetzt werden dürfen: um so wichtiger wird es nun eben darum, ihren wahren Sinn, ihre scharfe Begriffsbestimmung festgestellt zu sehen. Wie viel mehr vollends, sobald mit ihnen operiert, sobald Schlüsse aus ihnen gezogen, Erkenntnisse gefolgert werden sollen, sobald also b:e philosophische Denkweise sich ihrer fachwissenschaftlich bedient. Im Unterschiede von anderen ähnlichen Werken macht sich das vorliegende Wörterbuch, die Frucht mehrjähriger angestrengter Arbeit, zur Aufgabe, die mannigfachen Begriffsbestimmungen, wie sie uns im Gesamtgebiete der Philosophie begegnen, in ihren wichtigeren Modifikationen vom Altertum« bis zur jüngsten Gegenwart und zwar quellenmäßig und möglichst im Wortlaute der Originale (bezw. Übertragung ins Deutsche) in einer gereiften Ordnung aufzuführen Der Hauptsache nach ist das Werk also eine Geschichte der philosophischen Terminologie mit besonderer Berücksichtigung der Begriffe, wodurch die Beziehung zu den Theorien der Philosophen hergestellt wird, ohne daß diese hier de« eigentlichen Gegenstand der Bearbeitung bilden Das Wörterbuch bietet ein ausgereähltes und geordnetes Quellenmaterial für vergleichende und kritische Untersuchungen dar In dieser Hinsicht dürfte es selbst dem Fachmann nicht unwillkommen sein. Vor allem aber will es den Studierenden sowie allen jenen, die mit der Philosophie sich beschäftigen, als Hand- und Hilfsbuch für die erste Orientierung in der Entwickelung bestimmter Begriffe sowie insbesondere Lektüre der Philolophen dienen. Durch zweckmäßige Anordnung und Gruppierung, wie durch das Hervorheben des Wichtigeren ist auch der innere Zusammenhang erreicht worden. Berücksichtigt sind die meisten erkenntnis-theoretischen, me taphysischen, logischen, psychologischen, ethischen, ästhetischen Begriffe und Termini, wie sie in der antiken, scholastischen, neueren und neuesten Philosophie in Gebrauch kamen. Bei jedem der dargestellten Begriffe ist auf die ihm verwandten verwiesen worden. Es kann nicht fehlen, daß ein solches Buch zu einem Handbuch, zu einem Sammelpunkte deS Interesses für jeden wird, der sich seiner bedient, daß sein Besitzer neue Belagstellen aus seinem eignen Studien, seiner Leküre darin vermerkt, den Text durch seine eigenen Wahrnehmungen, seine Lesefrüchte und Studienergebniffe bereichert und erweitert. Ein Quellenverzeichnis und Namenregiester wird das Werk, von dem zunächst die erste Lieferung zur Ausgabe gelangte und das 8 Lieferungen von je mindestens 6 Bogen Umfang ä Mk. 2.— umfassen und binnen Jahresfrist vollendet fein wird, zweckdienlich vervollständigen.
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Danke zu begrüßen, wenn einzelne der wohlhabenderen unserer Mitbürger sich dazu entschließen könnten, einzelne gute Autoren oder gute Werke der Bibliothek zu schenken. Wir glauben, daß ein Leser, der einem guten Buche eine Stunde edlen Genusses verdankt, es mit einem stillen Dank für den Schenker der ihm dazu verhalfen hat, aus der Hand legen wird. Es bietet sich hier gleichzeitig für jeden Gelegenheit, fo für einen Lieblingsautor Propaganda zu machen, indem man dessen Werke weiteren Kreisen zugänglich macht. Möchten zahlreiche Freunde guter Litteratur dieser Anregung Folge leisten!
Zwei Wege liegen vor uns, und es handelt sich darum, welchen wir einschlagen werden. Bleiben unsere Einnahmen, wie sie sind, so ist folgendes vorauszusetzen: Neuan* schaffungen können nur in ganz beschränktem Maße gemacht werden, der Verein wird sich im wesentlichen damit begnügen müssen, die beschädigten Einbände und das eine und andere vielgelesene Buch zu ersetzen. Die Folge wird sein, daß gerade die höherftrebenden Leser, die die paar guten Bücher bald auS- gelesen haben werden, sich bald von der Anstalt abwenden werden, und daß diese niemals feste Wurzeln in der Bürgerschaft schlagen kann. Der moralische und schließlich auch der materielle Bankerott des ganzen Unternehmens wäre damit ausgesprochen. Der andere Weg wäre, daß wir die Einnahmen wesentlich zu steigern und die für Neuanschaffungen verfügbare Summe um das vier- bis sechsfache zu erhöhen suchen. Wir werden dann unseren Büchervorrat wesentlich ergänzen könnnen, das Publikum wird mehr und mehr die Anstalt benutzen und liebgewinnen, und diese gerade unter ben geistig Regsameren der Gießener Bürger die treuesten Freunde zählen. Die Gießener Lesehalle wird so die Hoffnungen erfüllen, mit denen sie gegründet wurde, und sich als ein Seegen für die weitesten Kreise und namentlich die Heranwachsende Generation erweisen. -tz.
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