die k. k. Polizeidirektion neuerlich energisch ersucht, die Sicherheitswache in Weinberge zu vermehren. Nach Bekanntgabe der k. k. Polizeidirektion ist nun die Wache für Weinberge um zwölf Mann vermehrt worden." — Es ist unter den albernen Unverschämtheiten der Tschechen wohl die größte, daß sie die Rolle der Angegriffenen sogar dort spielen wollen, wo sie plünderten und uiederschlugen.
— Die „Los von Rom"-Bewegung macht sich auch in einem geschichtlichen Orte Deutschböhmens geltend. Aus Klostergrab wird der „Evangelischen Kirchenzeitung für Oesterreich" (in Bielitz) geschrieben: „Klostergrab — Jeder, der einmal gehört hat vom Ausbruch des dreißigjährigen Krieges, kennt den Ort. Es ist ein Städtchen in Nordböhmen, am Abhang des Erzgebirges. Dort halten sich die Evangelischen eine Kirche gebaut, aber der Erzbischof von Prag ließ sie niederbrennen in einer Novembernacht des Jahres 1617. Die Funken von diesem Brande, die übers ganze Land hingeflogen sind, haben den schrecklichen großen dreißigjährigen Krieg 1618 entfacht. Damals, so geht die Sage in Klostergrab, hat ein Weib den Ausspruch gethan: „Soviel ich Haare auf dem Kopfe habe, soviel Jahre wird Klostergrab kein Glück haben". Ob die Jahre jetzt um sind? Bor 25 Jahren hieß es dort schon: „Ja, wenn die evangelische Kirche noch stände, dann stände es auch besser in Klostergrab." Und heute hat sich ein Stamm von 30 evangelischen Familien im Orte und der Umgegend gebildet, und der Wunsch wird ernstlich laut, das vor 280 Jahren zerstörte Kirchlein wieder aufzubauen. Dazu rüstet sich unter den katholischen Deutschen so mancher, wieder lutherisch zu werden, wie die Väter. Und so gehts in ganz Nordböhmen: es bereitet sich vor ein Wiederauserstehen aus der Asche!"
Paris, 24. Februar. Die Beisetzung des Präsidenten Felix Faure erfolgte auf dem Psre Lachaise. Die Feierlichkeit war sehr einfach; der Kaplan des Kirchhofs schritt dem Zug bis zum Grabgewölbe der Familie Faure voran. Nach einem Gebet wurde der Sarg in die Gruft hinab- gelasien. — Bei dem furchtbaren Gedränge, das in den Straßen stattfand, sind viele Personen verletzt worden. — Präsident Loubet veranstaltete zu Ehren der zur Leichenfeier eingetroffenen Missionen ein diplomatisches Mahl, an welchem auch die Präsidenten der Kammern, die Mitglieder der Regierung und das diplomatische Korps teilnahmen. Der Präsident hatte bei der Tafel zur Rechten den österreichischen Botschafter Grafen Wolkenstein, zur Linken den italienischen Botschafter Grafen Tornielle; gegenüber hatte der Doyen des diplomatischen Korps, Nuntius Msgr. Clari, Platz genommen. — Zahlreiche Depeschen aus dem Ausland und aus der Provinz melden, daß in allen Hauptstädten des Auslandes und fast in allen Städten Frankreichs Trauergottesdienste für Faure abgehalten wurden.
Petersburg, 23. Februar. Ein in der russischen Presse veröffentlichtes Manifest des Zaren dürfte wohl geeignet sein, der ofsiziellen Unabhängigkeit des durch Personal-Union mit Rußland verbundenen Fin lands den letzten amtlichen Stoß zu versetzen. Der Zar erwähnt in seinem Erlaß die seitens seiner Ahnen diesem Lande bewilligten Vorrechte, erklärt aber, daß die gegenwärtigen Interessen der Monarchie sowie auch Finnlands eine zusammengezogene gemeinsame Verwaltung und Gesetzgebung erfordern. Aus einem dem kaiserlichen Schreiben beigefügten Statut, durch das in 8 Paragraphen die neue Form der Gesetzgebung in Finland festgestellt wird, geht hervor, daß der finländischen Kammer nur bei Angelegenheiten rein örtlicher Art die ausschlaggebende Stimme bleibt. Jede Gesetzvorlage, welche die Gesamtinteressen der Monarchie berührt oder mit der Gesetzgebung Rußlands in verwandtschaftlicher Beziehung steht, bedarf erst der Genehmigung des Kaisers und tritt in Kraft durch Abstimmung im kaiserl. Reichsrat in Petersburg mit Hinzuziehung des Generalgouverneurs und des Staatssekretärs von Finland, sowie einiger vom Zaren hierzu beorderter Mitglieder des sinländischen Senates. Die russische Presse erwähnt des Manifestes als einer Wohlthat für Finland und meint bezeichnender Weise, daß durch dasselbe eine Aenderung nur auf dem Papier eingetreten sei. Anders denkt man dagegen in Finland, wo die Stimmung äußerst gedrückt ist. Am Freitag traf das Manifest auf amtlichem Wege in Helsingfors ein. Generalgouverneur Bobrikow forderte den Senat (Finlands Regierung) auf, das Manifest zu veröffentlichen und verlangte sofort Antwort, ob der Senat dazu bereit sei. Nach einer langen Debatte nahm der Senat am Sonnabend die Veröffentlichung des Manifestes mit knapper Mehrheit, mit elf gegen neun Stimmen, an. Die Minderheit beschloß einen Zusatz int Protokoll, das nun an die allerhöchste Stelle geht. Außerdem wurde vom Senat eine gemeinsame Verwahrung abgegeben, ebenso verlangte er die Vorlegung eines neuen Vorschlags zur gesetzmäßigen Behandlung im nächsten Landtag, der 1900 zusammentreten soll. — Der großen Aktion, die von russischer Seite gegen Finland ins Werk gesetzt worden ist, gingen entsprechende Maßregeln des neuen Generalgouverneurs Bobrikow voraus, indem dieser inzwischen eine strenge Verschärfung der Zensur angeordnet hat, so daß es der Presse Finlands geradezu unmöglich ist, sich in irgendwie kritischen Äußerungen über die geschaffene Lage zu ergehen.
Amerika. Die Frage, Panama- ober Nikaraguakanal, ist jetzt brennend geworden. Die neue Panamagesell- schast, die in den letzten 4 bis 5 Jahren die Hälfte ihres Kapitals von 65 Mill. Frcs. allerdings in durchaus nutzbringender Weise ausgegeben hat, muß jetzt zur Aufnahme größerer Kapitalien, um die Arbeiten zu beginnen, in ausgedehntem Umfange schreiten, oder sich auffösen. Da der Name Panama mit Recht überall in Mißkredit geraten ist, so werden die der Gesellschaft fehlenden 800 Mill. Franken nur unter der Bedingung aufzutreiben sein, daß eine Großmacht oder mehrere zusammen die Zinsbürgschaft übernehmen, und dafür später die Verwaltung des fertigen Kanals ausüben. Nun heißt es, daß die Leiter der „Neuen
Panama-Gesellschaft" entschlossen feien, der Regierung der Vereinigten Staaten den fertigen Teil des Panamakanals, alle Aktiva und das Recht der Verwaltung zum Kaufe anzubieten. Der Generaldirektor Hutin wird dieser Tage in Washington erwartet, um die Bundesregierung dazu zu bewegen. Sein Besuch fällt in die denkbar ungünstigste Zeit für einen solch hoffnungslosen Auftrag Im Schatzamte der Vereinigten Staaten muß sich so schon ein bedeutender Fehlbetrag einstellen, wenn die Baukosten für den Nikaragua- Kanal bewilligt worden sind, die Ozeanschiffe ihren Zuschuß erhalten haben und die 20 Mill. Dollars an Spanien ab- geführt worden sind. — Für den Fall der Ablehnung will daher die neue Panama-Gesellschaft ihren Kanal unter die ausschließliche Verwaltung der vereinigten Großmächte Rußland, Frankreich, Oesterreich und Deutschland gestellt wissen, und haben die Leiter der Panama-Gesellschaft bereits die vorbereitenden Schritte auch für diesen Zweck schon unternommen. Auch um diesen freilich mag es sehr zweifelhaft stehen, obwohl, wenn nur der Nikaraguakanal zustande kommt, dieser in der Hauptsache wohl nur dem Handel der Vereinigten Staaten und höchstens England dienen wird, deren Schiffen ein niedrigerer Zoll gewährt werden dürfte, gegen den der Schiffe anderer Nationen.
Vermischtes.
* Das letzte Andreegerucht, wonach die Reste des Ballons und die Balloninsassen als Leichen im Jenissei-Gebiet (Sibirien) aufgefunden fein sollen, erhält eine neue Beleuchtung durch den Brief eines Pelzjägers namens Ljalin, der jetzt bekannt wird. Die Zeitung „Sibirischer Anzeiger" veröffentlicht nämlich folgenden sonderbaren Brief: „Beeile mich, Ihnen mitzuteilen, daß der Ballon Andrees gefunden ist. Ich lief in Schneeschuhen hinter Elchwild im süd- jenisseischen Urwald und stieß dabei auf Andrees Spuren. Von Kraffnojarsk waren es 350 Werst, von den Goldwäschereien in Sawinich 100 Werst abwärts am Pitfluß. Der Ballon und die Stricke waren zerriffen, dabei lagen drei Leichen, von denen eine einen Schädelbruch zeigte. Bereiten Sie Hilfe vor; den Ballon und die Leichen kann man bis Sawinich zur Wäscherei schaffen, aber nur in Schneeschuhen. Für das Faktum garantiere ich, bin bald in Tomsk. A. Ljalin." Die Redaktion bezeichnet diese Persönlichkeit als bekannten Jäger; hier dürfte also wohl die Quelle zu suchen sein, aus welcher die Tungusen die Nachricht geschöpft und in die Welt gesandt haben. Ohne Zweifel müssen durch diesen Brief die letzten Gerüchte über das Schicksal der Andree-Expedition neue Nahrung gewinnen. Mindestens muß jetzt die Rückkehr Ljalins abgewartet werden, um den Widerspruch zwischen seinen Behauptungen und der Ergebnislosigkeit der in das Jenissei-Gebiet auf die Suche ausgesandten Expeditionen aufzuklären. Vielleicht wird unter Ljalins Leitung eine Nachsuche gehalten, falls feine Behauptungen sich schließlich nicht als — Jägerlatein erweisen.
• Attentat einer Schafherde auf Radfahrer. Aus Pyritz (Pommern) wird gemeldet: In eine höchst fatale Lage, die aber einer gewissen Komik nicht entbehrt, gerieten, wie der „Starg. Ztg." geschrieben wird, dieser Tage zwei Radfahrer. Die Herren fuhren anf der Chaussee von Berlinchen nach Bernstein zu, als plötzlich eine Herde von etwa 300 Schafen in vollem Lauf auf sie zukam. Die Tiere, die auf einem seitlich gelegenen Felde gewesen waren, kamen, eine breite Muffe bildend, auf die Fahrer im spitzen Winkel zu, sodaß auch die größten Anstrengungen die Gefährdeten nicht mehr retten konnten. Sie wurden, obgleich sie durch Schreien versuchten, eine Spaltung in die Herde zu bringen, zu Boden geworfen, und die ganze wilde Jagd ging über sie hinweg. Durch den Sturz war keiner von den beiden beschädigt worden, doch wurden sie durch die Tritte der Schafe arg zerschunden und die Räder demoliert Mit ihren Maschinen auf dem Rücken wanderten die Herren nun nach Bernstein, um sich mit Heftpflaster verkleben zu lassen. Wodurch die Schafherde zu diesem Kraftstück veranlaßt wurde, und wohin sie schließlich gekommen ist, konnten sie nicht ermitteln, ein Hirte war nirgends zu sehen. Die auf so eigenartige Weise verunglückten Radfahrer wollen den Besitzer der Schafe ermitteln, um sich an diesem wenigstens für die Demolierung ihrer Maschinen und für die verdorbenen Anzüge schadlos zu halten.
* Vegetarische Sekten. In den Vereinigten Staaten sind die vegetarischen Sekten zahlreich. Eine der merkwürdigsten, aber durchaus nicht die wenigst blühende, ist die der „Exaltierten". Diese gutmütigen Narren versagen sich nicht nur den Genuß des Fleisches, der Milch und jedes tierischen Produktes, des Brotes und aller Getreidearten, sondern sogar den des Gemüses. Man fragt sich, was da noch übrig bleibt? Die Früchte! Diese bilden die wahre Nahrung des Menschen. Denn er ist weder Fleisch noch Grasfresser, sondern Früchtefresser, wie der Affe. Die „Exaltierten", die strenger als die Vegetarianer sind, sind auch strenger als die Temperenzler. Nicht allein versagen sie sich jedes destillierte oder gegohrene Getränk, sie verbieten auch die warmen Getränke, wie Thee, Kaffee u. s. w., und selbst das reine Wasser. Es scheint auch hier nichts übrig zu bleiben, und doch — der zuckerhaltige Fruchtsaft dient ihnen zugleich als Nahrungsmittel und Getränk. Die Absonderlichkeit kann wohl nicht weiter getrieben werden. Aber ein bekannter französischer Arzt behauptet, daß in dieser Narrheit ein Körnchen gesunden Verstandes und vielleicht sogar eine Vorahnung der Zukunft stecke. Denn die Früchte enthalten viel Zuckerstoff, und Zucker wird von den Aerzten mehr und mehr empfohlen. Charles Fourrier bekundete schon für Birnen, Aprikosen und Pfirsiche dieselbe Vorliebe, wie die „Exaltierten". Er erklärte, daß besonders eingemachte Früchte in den nach feinem System eingerichteten Gemeindehäusern das Brot ersetzen könnten.
* Der Gotthard Tunnel bedroht. Kürzlich wurde bereits von neuen, höchst gefahrdrohenden Bergrutschungen
am Sasso Rosso bei Airolo berichtet, durch die der mittlere Teil des Ortes Airolo, der am 27. Dezember v. I. so hart mitgenommen worden ist, sowie der Gotthard-Tunnel- eingang sehr bedroht erscheinen. Das „N. W. Tagbl." erhielt über den Umfang der gegenwärtigen Gefahr folgenden folgenden Bericht: Unmittelbare Gefahr für den Tunnel besteht einstweilen noch nicht; brechen aber die oben hängenden Felsmafsen gleicherweise weiter ab, so dürfte der ganze mittlere Teil des Ortes Airolo mit allen Gasthöfen bis zum Bahnhof verloren sein. Ein mächtiger Schutzwall zog sich zwischen dem Dorfe und dem Bergabhange hin. Er wurde aus^efüllt und ist verschwunden; darüber hinweg ergossen sich die Schlammmaffen ins Dorf. Eine Reihe von Häusern mußte geräumt werden. Die Gotthardbahn nimmt ihrerseits energisch den Bau von zwei mächtigen Schutzdämmen in Angriff. Sollte der Tunnel getroffen werden, würde sofort der alte Richtstollen geöffnet werden können. Die Schutzarbeiten von Gemeinde und Staat sind sehr schwach organisiert, kaum 60 bis 80 Mann sind in Arbeit, dagegen steht die Bevölkerung in unbegreiflicher fatalistischer Gleichgültigkeit in Gruppen müßig umher. — Es fehlt entschieden an einer energischen, festen Hand. Die Gemeindebeamten haben infolgedessen ihre Stellung niedergelegt.
* Ueberlebenbe vom Dampfer „Bulgaria". Der Dampfer „Vittoria" ist mit vier Personen von dem Dampfer „Bulgaria", welche in einem Boote treibend aufgefunben wurden, in Baltimore eingetroffen. Die Geretteten sind der zweite Maat S charg es, die Quartiermeister Suebife und Schultz und der Matrose Starke. Sie wurden am 5. Februar unter 40 Grad nördl. Br. und 43 Grad westl. Länge ausgenommen, nachdem sie 3x/2 Stunden getrieben waren. Die „Vittoria" sichtete die „Bulgaria", welche be wegungsunfähig war, am 5. d. M. früh; in der Nähe der „Bulgarin" befand sich, mit derselben Signale austauschend, der Dampfer „Weehawken". Die „Vittoria" wurde fortgetrieben, später aber wieder zurückgetrieben. Die „Bulgarin" ließ ein Boot herunter, das mit 4 Insassen forttrieb und nicht wieder zur „Bulgaria" zurückgelangen konnte. Die „Vittoria" war mit Vorbereitungen zum Herunterlassen eines Bootes beschäftigt, als das treibende Boot an ihre Längsseite kam; die Insassen wurden daraus an Bord gc nommen. Scharges mit 6 Mann der „Vittoria" bestiegen, daraus wieder das Boot und versuchten zur „Bulgarin" zu gelangen, der heftige Orkan zwang sie jedoch zur Umkehr. Bei Anbruch der Nacht trieb die „Vittoria" mehrere Meilen weit fort, am nächsten Morgen war von der „Bulgaria" nichts mehr zu sehen, und die „Vittoria" setzte deshalb ihre Fahrt fort. Scharges berichtet erschütternde Einzelheiten.
* Das alte Straßburg. Die Straßburger Post erinnert an ein Urteil, das ein Engländer über das alte Straßburg gefällt hat. 3n „Jügels Universal Magazine, 5ranf= furt a. M. 1844" ist eine Skizze abgedruckt „A day at Strasbourg by Captain Medwyn (published in the year 1843)." Darin finden sich folgende Bemerkungen: „Nachdem ich meine Neugierde im allgemeinen befriedigt hatte, bummelte ich, ein neuer Diogenes mit der Laterne, durch die Stadt, um etwas zu suchen, was ich nicht fand. Straßburg nimmt eine unglückselige Ausnahmestellung ein; es ist weder französisch noch deutsch. Seine Einwohner sprechen oder geben sich wenigstens den Anschein, beide Sprachen zu beherrschen; sie besitzen weder die Lebhaftigkeit der einen Nation, noch den Ernst der anderen. Es herrscht hier eine bleierne Stumpfheit, das Volk weiß kaum, was es ist ober wo es ist. . . . Was soll ich noch weiter über Straßburg sagen? Es hat einen Ueberfluß von Gendarmen, bildet sich etwas ein aus sein gutes Bier und seinen schlechten Tabak, hat hübsche Weiber und eine Eisenbahn nach Basel. Der Zug dahin ist aber der langsamste in Europa, denn er hält an 21 Stationen auf der Strecke. Straßburg besitzt ein hübsches Theater, wo man aber im Sommer nicht spielt, und das schlecht besucht ist, daß es auch im Winter geschlossen ist- Als Hauptanziehungskrast darf ich die Terrine de foie gras nicht vergessen. O, ihr Gänseleberpastetchen, wie vortrefflich vertretet ihr den hiesigen Zwitterstaat! Kann man sich etwas Besseres denken als Gänse und Trüffeln, um Regierer und Regierte einzuschläfern?" — „An summarischer Kürzet so bemerkt hierzu das Straßburger Blatt, „läßt dasUr teil nichts zu wünschen übrig; uns scheint es aber, der Tourist sei ein Verwandter jenes Engländers, der einmal in eine deutsche Stadt kam, wo man eben die Geburt eines Prinzen durch Kanonendonner begrüßte, und dieses Ereignis so verzeichnete : „Wenn die Deutschen schießen, bekommen die Prinzessinnen Kinder."
UniverMs Nachrichten.
,, „ — Göttingen. Hier besteht seit 1895 als Einrichtung der hiesigen Universität ein Seminar für VerstcherungS- w t s s e n s ch a f t. Der Zweck des Instituts berichtet die -Allg. Ztg/, geht dahin, denjenigen, welche tm Versicherungswesen thättg zu ro ./nrrb<a&fid,li0en' die erforderliche w'ssenschaftliche Vorbildung zu verschaffen. Diese Vorbildung erstreckt sich ebensowohl auf die privat- und verwaltungSrechtltchen, wie auf die volkswirtschaftlichen und mathematischen Dlszipltnen, soweit sie das Versicherungswesen berühren. DaS Seminar besteht aus zwei Abteilungen, einer ^!!"^'Ä^^iÜ"tiven und einer mathematischen. ES bat bil Recht, Prüfungen abzuhalten und den mit Erfolg Geprüften Diplowt auszustellen, durch die sie sich als VersicherungSverstSndige ausweiss können. Für jede der beiden Abteilungen giebt eS ein besonderes Examm. Wer sich zum Diplomexamen meldet, muß den Nachweis crjrtn0en, daß er mindestens zwei Semester dem Seminar alS ordentliches Mitglied angehört, die oorgefchriebenen Vorlesungen ge- * v Semester eine größere Arbeit geliefert hat. AlS
ordentliche Mitglieder können ausgenommen werden immatrikulierte Studenten, welche bereits zwei Sem'ster der Universität besucht haben, sowie solche Hörer, die nach Ansicht deS SemtnarvorstanbeS eine entsprechende Vorbildung haben; als außerordentliche Mitglieder werden auch sonstige Personen ausgenommen. Der Besuch des Seminars steigt von Semester zu Semester. ES begann mit 21 Mitgliedern; im Sommersemester 1898 hatte sich dies« rz,hl ungefähr verdreifacht.
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