Ausgabe 
26.2.1899 Drittes Blatt
 
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Äaiferö und des Zaren widerlegt. Um so befremdender wirkt die Haltung der königlichen Familie dem hier weilenden Prätendenten Herzog von Orleans gegenüber.

Paris, 25. Februar. Die gestrige Versammlung der Patriotenliga wurde von der Polizei verboten. Die Regierung beschloß, energisch gegen die Liga vorzugehen. Wie verlautet, sollen alle Häupter derselben wegen Komplott gegen die Republik unter Anklage gestellt werden. Gegen Drumont und Rochefort soll Anklage wegen Beleidigung Loubets erhoben werden.

Paris, 25. Februar. Im weiteren Verlauf der gestrigen Kammersitzung wurde der Bericht der Kommission ver­lesen, welcher einstimmig die Aufhebung der Immunität und damit die Verfolgung Döroulödes und Haberts vorschlägt. Die Kommission hat das Vertrauen, daß die Regierung alle Schuldigen treffen werde. Die Handlung der beiden Depu­tierten sei zugleich ein Attentat gegen die Republik und eine wahrhafte Beleidigung der Armee gewesen. Nachdem Dupuy erklärt hatte, daß die Negierung die Freilassung der beiden Verhafteten ablehne, wurde die Suspension der Immunität durch Handaufheben votiert und der Antrag auf provi­sorische Freilassung mit 438 gegen 109 Stimmen ab­gelehnt.

Paris,25.Februar. Voraussichtlich werden Deroulöde und Habert nur wegen Aufreizung der Soldaten zum Ungehorsam verurteilt werdeu. Die Regierung scheint er­wogen zu haben, ob sie die beiden nicht wegen Hochverrats vor Gericht stellen soll, aber dies würde der ganzen Ange­legenheit zu großes Gewicht beilegen. Beide wurden gestern in das Gefängnis A la sante abgeführt.

Paris, 25. Februar. Gelegentlich der Haussuchung bei der Patriotenliga sollen wichtige Papiere beschlagnahmt worden sein, die Haussuchungen bei einigen Generalen zur Folge haben dürften. Man soll hieraus entnehmen können, daß ein Komplott zu gunsten des Herzogs von Orleans geplant war.

Paris, 25. Februar. Selbst die Freunde De­ro ulö des bezeichnen ihn als einen unverantwortlichen Hitzkopf, welcher sich wahrscheinlich nicht bewußt gewesen ist, ein Komplott gegen die herrschende Regierung zu planen. Die Thal Deroulödes wird mehr mit Achselzucken als mit Empörung beurteilt.

Paris, 25. Februar. Gestern herrschte in der Notre- dame-Kirche große Bewegung, da die Bevölkerung von Paris den letzten Tag benutzen wollte, um die Ausschmück­ung der Kirche in Augenschein zu nehmen. Die Zahl der gestrigen Besucher wird auf 80,000 geschätzt.

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8 Monate alt. Tochter von Realgymnastallebrer Rudolf Block dahier. 21. Frieda Margaretha Maria Moser, 10 Monate alt, Tochter von Gärtner Wilhelm Moser dahter. 21. Johann Rudolf Mandler, 2 Jabre alt, Sodn von Landwirt Johannes Mandler au Kinzenbach. 22. Wilhelmine Sturm, geb. Sänger, Pfründnertn, 75 Jahre alt, Wtttwe von Schneider Wilhelm Sturm hterselbst. 23. Jacob Mühlig, 68 Jahre alt, Maurer dahter. 23. Katharine Brück, 33 Jahre alt, von Dornholzhausen. 24 Paul Jobn Dofse, S Jahre alt, Sohn von Kaufmann John Earl Heinrich Dosse.

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Whl'sche Uuiv.-Kuch- o. Attiudruckerei,

Schnlftratze 7.

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Getraute«

JobanneSgemeinde.

Den 23. Februar. Georg Schmitt, Schutzmann zu WorwS, und Anna Elisabeth Stühler, Tochter des Fuhrmanns Heinrich Stühler zu Gießen.

Getaufte.

Matth äusgemeinde.

Den 19. Februar. Dem Bahnarbeiter WUHelm Deibel «ine Tochter, Smmp, geboren dm 27. Dezember.

Denselben. Dem Schlosser Heinrich Dürr ein Sohn, Wilhelm, geboren den 24. Januar.

Denselben. Dem HtlssgerichtSschreiber Karl Plock eine Tochter, Auguste Marie Helene, geboren den 23. Dezember.

Denselben. Dem Zugführer Konrad Reusch eine Tochter, Marte Elise Henriette Christine, geboren den 3u. Dezember.

MarkuSgemetode.

Dm 19. Februar. Dem Kaufmann Karl Koch ein Sohn, Han- Paul, geboren den 18. Dezember.

LukaSgemetnde.

Den 19. Februar. Dem Schlaffer Bernhard Weidmhaus ein Sohn, Heinrich Bernhard, geboren den 10. Dezember.

Denselben. Dem Fabrikarbeiter Ludwig Weber ein Sohn, Ludwig Jakob Gustav, geboren den 2. Januar.

Denselben. Dem Fabrikarbeiter Ludwig Gräf eine Tochter, ®n,m9 Elisabeth Marie, geboren den 31. Dezember.

JohanneSgemeinde.

_ Dm 19. Februar. Dem Schreinermeister LoutS Beil eine Tochter, Wilhelmine Auguste Karoltne, geboren den 21. November.

Beerdigte, MatthäuSgemeinde.

20- Februar. Anna Lenz, geb. Nickel, Wittwe des Tag- ISHnerS Georg Lmz, 68 Jahre alt, starb den 18. Februar.

_. _ Denselben. Wilhelm Munzel, Privatmann, ein Witwer, 74 Jahre alt, starb den 18. Februar.

_ ..Den 21. Februar. Henriette Bauer, geb. Schmalz, Witwe des BarblerS Alexander Bauer, 74 Jahre alt, starb dm 18. Februar.

«T Februar. Julie Auguste Schmidtborn, Erzieherin, 73 Jahre alt, starb den 20. Februar.

MarkuSgemetnde.

21. Februar. Heinrich Krug, Uhrmacher, verheiratet, 76 Jahre alt, starb dm 19. Februar.

JohanneSgemeinde.

. Den 21. Februar. Heinrich Leib, Gastwirt, 54 Jahre alt, starb dm 18 Februar.

Denselben. Anna Weiner, geb. Lippert, Witwe des Schneider­meisters Martin Weiner, 56 Jahre alt, starb den 19. Februar.

Denselben. Katharine Wagner, Hospitalitin, 68 Jahre alt, siarb den 19. Februar.

Den 24. Februar. Wilhelmine Sturm, aeb. Sänger, Hospitalitin, Witwe des Schneiders Wilhelm Sturm, 75 Jahre alt, starb den 22. Februar.

Neueste Meldungen.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 25. Februar. Der für heute in der Disciplinar- Angelegenheit gegen Professor Hans Delbrück an­beraumte Verhandlungstermin vor dem Disciplinarhofe ist aufgehoben worden. Der neue Termin ist noch nicht bekannt.

Berlin, 25. Februar. Dem Berliner Tageblatt zufolge publiziert die in Kopenhagen erscheinende ZeitungPolitiken" heute auf der Grundlage von russischen Informationen einen Aufsehen erregenden Artikel, in welchem das Gerücht verzeichnet wird, daß der russische Kaiser seit Monaten nicht an der Regierung teilnehme, dagegen thatsächlich der Großfürst Michael an der Spitze der Regierung stehe. Dieses hochwichtige Ereignis soll schon nach der Publikation der ersten Abrüstungsnote eingetreten sein. Als Grund werden zwei Versionen angegeben, erstens Gesundheitszwecke des Kaisers und zweitens Schritte, die von gewissen Kreisen aus der Umgebung der Kaisers ausgehen. (?)

Wien, 25. Februar. Gestern wurde der Mitarbeiter derNeuen Fr. Presse" für den kommunalen Teil vom Besuch der Gemeinderatssitzungen ausgeschlossen. Die N. F. Presse" bemerkt hierzu, sie werde sich durch diese Maßregel nicht beirren lassen, soweit es in ihren Kräften stehe, auch ferner in dem Bestreben fortzufahren, das Ver­trauen aller rechtschaffenen und aller wahrheitsliebenden Leute gegenüber dem Hasse anderer zu gewinnen.

Krakau, 25. Februar. Großes Aufsehen erregt hier die in Rymanow auf Anordnung des Gerichts erfolgte Ausgrabung der Leiche des Försters Laszcz wegen des Verdachts, daß derselbe eines unnatürlichen Todes gestorben sei. Es soll dies derselbe Forstbeamte sein, von welchem seiner Zeit gemeldet wurde, daß er mit dem Grafen Potocki ein Duell gehabt habe.

Rom, 25. Februar. Blättermeldungen zufolge soll Kardinal Rampolla anläßlich des Requiems für den Präsidenten Faure bei Erteilung des Segens vor den Ver­tretern des Königs und den italienischen Staatswürdenträgern den rituellen Gruß unterlassen haben. Ein Minister habe hierauf Rampolla zurechtgewiesen und durch die Vermittelung des französischen Botschafters sei der Zwischenfall gütlich bei­gelegt worden.

Brüffel, 25. Februar. Der Herzog yon Orleans hat Brüssel wieder verlassen und sich nach Turin begeben. Die Behauptung, die Abreise sei infolge von Vorstellungen der belgischen Regierung erfolgt, ist unrichtig.

Brüffel, 25. Februar. Mehrere Blätter glauben be- )aupten zu dürfen, daß die französische Regierung bei der belgischen Einspruch erheben wird gegen das Entgegen­kommen, welches dem Prätendenten Herzog von Orleans gegenüber von der hiesigen Negierung an den Tag ge­legt wird.

Brüffel, 25. Februar. Viel erörtert wird hier die Thatsache, daß bei der zum Andenken Faures abgehaltenen Trauerfeier kein Mitglied der königlichen Familie zugegen war. Die Entschuldigung, daß die Hof-Etikette dies nicht zulasse, wird durch die Haltung des deutschen

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Gießen, 25. Februar. Marktbericht. Auf dem heutigen Kochcnmarkt kosteten: Butter per Pfd. JL 0.700.80, Hühnereier per St. 6-7 H, 2 St. 1113 Enteneier per St. 67 Gänse- eiet per St. 11-13 H, Käse 1 St. 5-8 H, Kasematte per St. 3 ^fr, Erbsen per Liter 20 Linsen per Liter 30 Tauben per Paar X 0.801.00, Hühner per St. jt 1.201.70, Hahnen per Stück JL 1.302.00, Enten per St. 1.802.40, Gänse per Pfund * 0.00-0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 6874 H, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 6264 H, Schweinefleisch per Pfd. 6876 4fr, Schweine-

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