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25.11.1899 Erstes Blatt
 
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ine Königliche Hoheit der geruht, am 15. November gs Gymnasium zu Dam- > Dr. Julius Leidolf, mnastnm zu Darmstadt an dem Gymnasium zu ,, dem Lehrer an dem

zu Worms Christian Gymnasium zu Mainz M DaM Heinrich, illenbücher, Dr. Karl i, den Lehrern an dem inrich Weyell, Christian ider, den Lehrern an dem e zu Gießen Dr. Rudolf Dr. Eduard Ottmann, stum und der Realschule

Rudolf Gehrhard, ftin Hebel, dem Lehrer

August Fuldner, dem .nbcim Dr. Georg M, ) ^®irtWÄtV he und

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Maßregeln für die Vertagung der preußischen National­versammlung gespielt hat, und die ihn schon damals als Meister der Diplomatie erkennen ließ. Ein zweites Mal hielt Bismarck die Geschicke Preußens in der Hand, als er 1854 derart seinen persönlichen Einfluß für die Aufrecht­erhaltung der preußischen Neutralität und der alten freund­schaftlichen Beziehungen zu Rußland durchsetzte, entgegen dem Bestreben der Westmächte und Oesterreichs, Preußen in eine kriegerische Haltung gegenüber Rußland hinein­zutreiben.

** Emil Richard, welcher nächste Woche an unserem Stadttheater ein dreimaliges Gastspiel absolviert, machte im vorigen Jahre ein Tournöe in Amerika, und feierte dort wahre Triumphe. Besonders alsBräsig" brachten ihm die dort ansässigen Deutschen lebhafte Ovationen dar.

Der Fall Küchler" unter diesem Titel hat der Großh. Landgerichtsdirektor i. P. Küchler eine Rechtfertig­ungsbroschüre verfaßt, die 50 Seiten umfaßt, und in etwa 50 Exemplaren vorhanden sein soll, also wohl nicht für die weitere Oeffentlichkeit bestimmt sein wird.

* Im Falle Ahlheim und Genossen, der bekanntlich eng mit dem Falle Dett weil er zusammenhängt, ist, wie derFft. Ztg." geschrieben wird, eine Beschlußfassung der Negierung lediglich aus dem Grunde über das Disziplinär^ verfahren noch nicht erfolgt, weil die ausführliche Begrün­dung des Urteils des Disziplinargerichtshofs gegen Dett- weiter erst Anfang der vorigen Woche der Regierung zuge- stellt wurde. Sofort nach Eingang wurden verantwortliche Vorvernehmungen angestellt, in denen die durch das Urteil bloßgestellten Lehrer vernommen wurden. Vorgestern wurden die Vernehmungen abgeschlossen. Die zuständigen Regierungs­stellen sind gegenwärtig mit der Prüfung der Frage be- schäftigt, ob das entstandene Material ein Disziplinarver­fahren rechtfertige. Der Beschluß wird vermutlich ein Disziplinarverfahren hcrbeiführen.

* Ueberfahren. Gestern morgen */47 Uhr wurde eine Fabrikarbeiterin, welche von dem Eisenbahnzug kam und nach ihrer Arbeitsstelle sich begeben wollte, von einem hie­sigen Herrschaftskutscher in der Nähe des Bahnhofs über­fahren und derart verletzt, daß dieselbe ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Den Kutscher trifft insofern die Schuld, als er in sehr unvorschriftsmäßigem Tempo fuhr, auch, da es noch dunkel war, sein Fuhrwerk nicht mit einer brennenden Laterne versehen hatte. Anzeige wegen fahr­lässiger Körperverletzung wurde erhoben.

* Mit den Leipziger Studentenpaukereien beschäftigt sich sonderbarerweise neuerdings gerade die dortigeVolksztg." sehr angelegentlich; das Blatt sagt u. a., daß die Menschen mit ihren mit Pflaster und Bandagen ausgebesserten Physiognomien auf den Straßen und in öffentlichen Lokalen zum Skandal herumliefen. DieLeipz. Volksztg." hat vollkommen recht, es ist aber offenbar zu der Zeit auch nicht anders gewesen, da ihr (uns bekannter) Chefredakteur Dr. Schönlank die Universität besuchte, denn auf dessen Physiognomie und Schädel findet sich auch nicht der kleinste Fleck, auf dem nicht eineHochquart", eineTerz" oder einDurchzieher" angebracht wäre, und selbst die Nase hat die Spitze hergeben müsfen.

Mainz, 23. November. Unter den Pferden der hiesigen Garnison ist eine Krankheit ausgebrochen und zwar Rotlauf und Brustseuche. Von den Krankheiten sind Pferde der Husaren wie auch der Trainabteilung befallen. Als Ursache für die Krankheit wird bezeichuet, daß die Tiere all noch sehr jung und von weiter Reise alle schon hustend hier angekommen seien und sogleich zu schweren Transporten hätten verwendet werden müssen.

Kirche und Schule.

Aus Oberhessen, 23. November. Wie auf den 25. No­vember in Alzey, so sind auch für Oberhessen zwei freiwillige größere Lehrerversammlungen auf den 2 8. Dezember geplant. Für den nördlichen Teil der Provinz ist Alsfeld in Aussicht genommen, während für die südliche Hälfte Nidda in betracht kommen dürfte. Wenn sich die leitenden Persönlichkeiten einigen, so werden vielleicht die beiden projektierten Versammlungen zu einer verschmolzen, die alsdann in Gießen tagen wird. Nähere Bestimmungen werden im Schulboten be­kannt gegeben Zur Verhandlung kommen: i. Stellungnahme zur Ge­haltsfrage nach dem bei dem Beamtengesetze maßgebenden Grundsätze, nämlich gleicher Vorbildung gebührt gleiche Bezahlung oder gleicher Arbeit gehört gleiches Gehalt. 2. Die Vergütung des Fortbildungs­schulunterrichts 'aus der Staatskasse, entsprechend dem Verhältnis der von den Lehrern erteilten Stunden neben Berücksichtigung eines möglichst gleichmäßigen Honorars.

Zu den bevorstehenden Gehaltsaufbesserungen der Lehrer in Hessen wird dem Darmsl.T. A." grsch'ieden: Zur Zett finden in unserem Heffeulande an verschiedenen Orten größere und kleinere Versammlungen von Lehrern statt, die allesamt znm Zwecke haben, Regierung und Landständen auf jede mögliche Weise vor die Augen zu führen, daß die zu erwartende Gehalts-« aufbesserung auch tn der Weise erfolgen müsse, wie ste die Land­lehrer besrtedigen könne. In dem soeben andeuüten Streben der Lehrer liegt zweifellos ein durchaus berechtigter Kern; niemand wird es ihnen verübeln, wenn ste sich regen, um der Tradition ge­mäß das zu erkämpfen, was anderen bereits längst geworden ist. Doch sind wir der Ansicht, daß ein so lebhaftes Agitieren der Lehrer ganz überflüssig ist; ja wir dürfen ruhig sagen: allzuviel ist ungesund und konnte infolgedessen eher ichaden als nützen; denn in solchen Z tten greifen unbesonnene Köpfe gar zu gern über einmal gezogene Grenzen hinaus, wofür man dann die Gesamtheit verantwortlich machen könnte. Und wenn behauptet wird, es sei eine Regierungs­vorlage vorbereitet, welche einen Höchstgehalt von 2500 bis 2600 Mk. vorsehe, so ist dies durchaus nur Vermutung, die unseres Erachtens unbegründet sein muß. Wir haben vor allen Dingen zur jetzigen Regierung das unbedingte Vertrauen, daß dieselbe ganze Arbeit machen will. Und warum auch nicht ; Unmöglich wird ste fordern, den Lendlehrern wieder eine Ausnahmestellung tn Bezug aus ihr künftiges Einkommen anzuwetsen. Sie hat sicherlich die Absicht, die Landlehrerr mindestens mit ihren Kollegen an höheren Lehr­anstalten gleichzustellen; weniger kann ste nach der jetzigen Lage un­möglich wollen. Würde sie darunter geben, so erzielte ste ja keine Zufriedenheit, sondern die vorhandene Unzufriedenheit erführe eine Vermehrung. Unsere Regierung will aber erstere auch unter den Lehrern schaffen. Das Geld ist dazu vorhanden, und es dürste da­her allen zuzurufen sein: Bleibt besonnen, werft Euer Vertrauen nicht nrg, es wird diesmal nicht umsonst sein! Im Laufe dts

MonatS Dezember soll in BenSheim eine größere Lehrerver­sammlung abgebalien werden. Gegenstand der Tagesordnung wird die Wiedereinreichuvg der Petiton des Landeslehrcr- vereins bezw. die Gehaltsfrage der hessischen Volksschul- lehrer Mn. Die bete ligten Kreise werden durch denSchulboten für H ss n noch besonders'ingeladen werden. - Morgen (Samstag), dem Geburtstage unseres hohen Landesfürstenpaares, firb t auch in Alzey eine große Versammlung basischer Volksschullehrer aller Prö­ll nzen statt. Auf de, Tagesordnung steht die Gehaltrfrage der Land­lehrer. Mehrere LandtagSabgeordnete find zu der Versammlung ttn9el®erün, 23. November. Eine Erhöhung der Gehälter der technischen und der Elementar-Lehrer an den höheren Schulen ist derPost" zufolge für das nächste Jahr beabsichtigt. Die Verhandlungen zwischen den beteiligten Ministerien seien noch nicht zu Ende geführt, doch sei begründete Aussicht vorhanden, daß schon dem nächsten Landtage eine entsprechende Vorlage zugehen wird.

Universität und Hochschule.

Leipzig, 22. November. Nur wenige Tage nach dem Heimgange eines bedeutenden akademischen Lehrers hat unsere Universität wiederum einen herben Verlust zu beklagen. Heute mittag gegen 1 Uhr entschlief nach langen und schweren Leiden Herr Geh. Hofrat Professor Dr. phil. et jur. v. Miaskowski. Mit ihm ist ein Gelehrter heimgegangen, dessen Forschungen auf national-ökonomischem Gebiete weitgehende Bedeutung erlangt haben, ein Dozent, der, obwohl er an unserer Uni­versität nur wenige Jahre gewirkt hatte, sich doch hier der größten Hochachtung und allgemeinster Sympathien erfreute. Professor Dr August Miaskowski wurde am 26. Januar 1838 in der livländischen Stadt Pernau geboren, studierte in Dorpat, Heidelberg und Berlin, trat nach vollendeten Studien tn den Dienst der baltischen Civiloberverwaltung und war zugleich als Hosgerichtsadvokat und Dozent am Polytechnikum zu Riga thätig. Im Jahre 1871 siedelte er nach Deutschland überund habilitierte sich 1873 in Jena für Staatswissenschaften, wurde 1874 ordentlicher Professor in Basel und wirkte hier bis 1881 mit einer Unterbrechung von einem Jahre, das er als Professor an der Land­wirtschaftlichen Akademie zu Hohenheim zubrachte. In den Jahren 1881 bis 1889 war er Professor der Staatswissenschaften an der Umversität zu Breslau, zugleich aber auch Mitglied des preußischen Land.sökonomie- Kollegiums und 1884 bis 1888 Mitglied des deutschen Landwirtschafts­rates, 1889 folgte er einem Rufe an die Universität Wien; seit 1891 wirkte er an der Universität Leipzig als Professor der Nationalökonomie und Finanzwissenfchast und Direktor des staatswiss-nschaftlichcn Semi­nars. Leider sollte seine Thäligkeit hier durch Krankheit, die immer weitere Fortschritte machte, unterbrochen werden, sodaß er vor zwei Jahren gezwungen war, der Lehrthätigkeit zu entsagen, und in den Ruhestand zu treten. Der Heimgegangene hat auch durch seine lite­rarische Thätigkeit sich einen Namen erworben.

Berlin, 22. November. Aus der Disziplinarverhandlung gegen den Privatdozenten Dr. Arons berichtet dieVztg." : Der Angeklagte hat auf Grund seiner Rechte als Staatsbürger in erster Reihe natürlich um seine Freisprechung ersucht; er hat andernfalls ge­beten, von einer Warnung, einem Verweise usw. abzusehen, ih vielmehr, wenn es wider Erwarten zu einer Verurteilung kommen sollte, mit der Entlassung aus der Stellung als Privatdozent zu bestrafen. Denn eine Maßreg! l, die mit der Aussicht und im Hinblick auf seine Besserung angewendet werde, sei in seinem Falle zwecklos. Im Sinne seiner Richter würde er sich nicht bessern können; d. h. er würde nicht aufhören können, Sozialdemokrat zu sein und für seine politische Ueberzeugnng einzutreten.

Ernannt r Der Kaiser von Oesterreich ernannte den Professor der Universität Marburg, Dr. Walter Iüdeich, zum außer­ordentlichen Professor der alten Geschichte an der Universität C z e r n o w i t s ch.

Kunst und Wissenschaft.

Karlsruhe, 23. November. Musikdirektor Gageur, der lang­jährige Dirigent der Liederhalle, ist heute g e st o r b e n.

Lnzern, 23. November. Die Luzerner Regierung kaufte um 700,009 Franken das Frauenkloster im Bruch in Luzern mit großen Liegenschaften; es soll dort ein Centralschweizerisches Technikum errichtet werden. Die Schwestern ziehen erst Ende 1905 aus.

Gerichtssaal.

Mainz, 23 November. Die Strafkammer des hiesigen Landgerichtes beschäftigte sich gestern bin ganzen Tag über mit einer Anklage gegen den Rechtsanwalt Soldan von Worms, der der thätlichen Beschimpfung des Redakteurs Schaper von derWormser Zeitung" bezichtigt ist. Wegen einem von Rechtsanwalt Soldan gegen zwei Wormser Karnevalsredner im Auftrag eines dortigen Stadtverord­neten geführten Beleidigungsprozeß, wurde der Anwalt in eine Preß­polemik verwickelt, welche einen ziemlich persönlichen Charakter annahm, und in deren Verlauf dieWormser Zeitung" einer von Rechtsanwalt Soldan eingesandten Berichtigung die SpitzmarkeEin Schulbubenprozeß" vorsetzte. In dieser Cpitzmarke erblickte nach dem Vorhergegangenen, Soldan eine persönliche Beleidigung und stellte er den Redakteur der Wormser Zeitung" auf der Straße, um ihn zur öffentlichen Zurück­nahme der Beleidigung zu veranlassen. Nach beiderseitiger höflicher Be­grüßung, verschiedener Hin- und Herreden und einer als Ablehnung aufzufassenden Bemerkung des Redakteurs Schaper versetzte Soldan ge- ständigermaßen dem Redakteur einen kräftigen Schlag ins Gesicht, wo­rauf Schaper dem Gegner einen Schlag mit einem Stock versetzt haben will, was aber von Soldan, wie auch von einem bei der Szene an­wesenden Augenzeugen b°stritten wird Nach einem sehr umfangreichen Zeugenverhör, durch welches man einen Einblick in die eigenartigen Preß-Verhältnisse von Worms bekommen hat, beantragte der Staatsan­walt gegen Soldan eine Geldstrafe von 200 Mk, Kosten des Verfahrens und Urteilspublikation. Redakteur Schaper ist als Nebenkläger aufge­treten und verlangt eine Buße von 2000 Mk. Die Verteidigung ver­langt Freisprechung und Kompensation. Das Urteil wird in acht Tagen publiziert.

Hanau, 22. November. In der gestrigen Sitzung des Schwur­gerichts, zugleich der letzten der diesjährigen dritten Periode, wurde gegen die 22jährige Dienstmagd Angelika Krämer aus Poppenhausen verhandelt, die am 19. August d. I auf der Reise von Marburg in ihre Heimat ihr 10 Tage altes Kind vorsätzlich umgebracht hatte. Sie wurde des Totschlages schuldig gesprochen, und unter Annahme mil­dernder Umstände zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt.

Wien, 23. November. Das Wiener Handelsgericht ver­handelte gestern über die Wechselklage des Pariser Juweliers H a r t o g gegen die zurzeit in der PrivatheilanstaltLindenhof" bei Dresden be­findliche Prinzessin Louise vonKoburg auf Zahlung von zwei Wechseln im Betrage von 293,000 Frs. Der Richter erkannte, es werde den Beweisanträgen des klägerischen Vertreters stattgegeben, welche dahin gehen, durch Schriftvergleichung die Echtheit der Unterschriften der Prin­zessin auf den Wechseln zu konstatieren, die Staatsangehörigkeit der Prin­zessin festzustellen, die Strafakten gegen Matasich-Keglewitsch vom Garni­sonsgel ichle in Agram und dem Landgerichte in Wien zu beschaffen, und den Prinzen Philipp, und andere als Zeugen vorzuladen.

Arbeiterbewegung.

Q Mainz, 23. November. Ein Streik ist in der hiesigen Konservenfabrik der Firma Sennewein ausgebrochen, und haben sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen gestern die Arbeit niedergelegt. Als Grund des Streikes wird angegeben, daß ein Arbeiter aus der Fabrik entlaffen worden, der sich geweigert hat, Ueberstunden zu machen.

Montceau-les Mines, 22. November. Einige hundert Aus- tändische haben die Arbe't wieder ausgenommen; um indes die lluhe zu sichern, hat die Regierung starke Truppenmassen nach dem Aus- tandsgebiet abgehen lassen.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Samstag den 25. November: Geburtstag Ihrer Königlichen Hoheiten des Großberwgs und der Großherzogin.

Vormittags 1v Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dr. Grein.

Sonntag den 26. November. 26. nach Trinitatis. Totenfest. Gottesdienst.

In der Ttadttirche.

Vormittags d'/r Uhr: Pfarrer Dr. Grein.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Dr. Grein.

Friedhofsrapelle.

Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Donnerstag den 30. November, abends 8 Uhr, Bibel stunde im Konfirmandensaal (Kirchstraße). Pfarrer Dr. Grein.

Nächsten Sonntag, den 3. Dezember, 1. Advent, findet Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäus- und Markusgemeinde im Vormittagsgottesoienst statt. Anmeldungen dazu werden bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Am 2. Advent wird Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäusgemernde, am 3. Advent für die Markusgemeinde gehalten werden. Beidesmal im Abendgotte, dienst und beidesmal besonders auch für die konfirmierte Jugend.

In der Johanneskirche.

Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Euler.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler.

Abends 6 Uhr: Liturgische Andacht. Pfarrer Dr. Naumann.

Montag den 27. November, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Text: Ap.-Gesch. 8. Pfarrer Euler.

Nächsten Sonntag, den 3. Dezember, 1. Advent, findet Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und die Johannesgemeinde im Vormitlagsgottesdienst statt. Anmeldungen zuvor bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Auch wird eine Kollekte für die Kirchen- kaffe erhoben. Ferner findet Beichte und heiliges Abendmahl statt: Am 2. Advent für die Johannesgemeinde und am 3. Advent für die Lukasgemeinde, jedesmal im Abendgottesdienst.

Katholische Gemeinde.

Samstag den 25. November. Geburtstag Sr. Königlichen Hoheit des Grotzherzogs.

Vormittags um 9V2 Uhr: Militärgottesdienst. Feierliches Hochamt mit Te Deum.

Nachmittags um 4'/, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.

Sonntag den 26. November. Letzter Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6</a Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.

, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe;

vor und in derselben Austeilung der heil. Commamon;

um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe;

um 9'/« Uhr: Hockamt mit Predigt.

Nachmittags um 5 Uhr: Christenlehre: darauf Andacht für die Abgestorbenen.

Neueste Meldungen.

Depeschen deS BureauHerold".

Berlin, 24. November. Zur Kaiserreise nach England wird gemeldet: Der Kaiser, Prinz von Wales, Prinz Christian von Schleswig-Holstein, der Herzog von Connaught und Oberhofmarschall Graf zu Eulenburg fuhren gestern vormittag zur Jagd. Die Kaiserin unternahm vor­mittags eine Spazierfahrt und nahm am Nachmittage am Jagd-Essen teil. Gestern abend fand im engsten Kreise Famtlientafel statt. Die Abreise des Kaisers nach San­dringham erfolgt heute nachmittag. DieHohenzollern" ist mit den KreuzernKaiser Friedrich" undHela" nach Port Viktoria bei Sheerneß abgegangen. Auch vier britische Kreuzer sind dahin unterwegs, um dem Kaiser das Geleit bei der Abreise zu geben.

Berlin, 24. November. Der der amerikanischen Botschaft beigegebene landwirtschaftliche Sachver­ständige Tiles, der insbesondere die Interessen des amerikanischen Fleisch-Ausfuhrhandels zu vertreten hat, ist wegen Differenzen mit dem Reichsgesundheitsamt ab­berufen worden.

Wien, 24. November. Sämtliche deutsche Parteien find entschlossen, den Plan der Jungtschechen, den Rücktritt des Kabinetts Clary zu erzwingen, mit allen Mitteln zu verhindern und, falls die Regierung den Tschechen auf dem Verwaltungswege Zugeständnisse machen sollte, zur Opposition zu schreiten.

Wien, 24. November. In der Abendsitzung des Ab­geordnetenhauses wurde die Debatte über den Dringlich­keitsantrag der Jungtschechen bald geschlossen. Vorläufig ist nicht abzusehen, wie sich die Verhältnisse weiter ent­wickelnwerden, da die Jungtschechen einen förmlichen Obstruktionsplan ausgearbeitet haben, um die Beschlußfassung über die wichtigsten Vorlagen verhindern zu können.

Paris, 24. November. Der hiesigen russischen Botschaft ist irgendwelcher Zwischenfall betreffs des Finanz­ministers Dr. White nicht bekannt. Man machte darauf aufmerksam, daß es weder in Rußland noch sonst irgendwo Brauch sei, einen Minister vom andern verhaften zu lassen.

Loudon, 24. November. In hiesigen politischen Kreisen spricht man die Befürchtung aus, daß die von den Ver­einigten Staaten aufgeworfene Frage von der Unteil­barkeit Chinas zu ernsten diplomatischen Aus­einandersetzungen und vielleicht zu einem offenen Bruche zwischen den verschiedenen Staaten führen wird. Englandund Oesterreich haben sich bereits mit denVereinigten Staaten über die Nichtaufteilung Chinas ge­einigt, während Frankreich und Rußland dagegen sind; Deutschland ist (natürlich!) noch unentschlossen. Sollte der Zweibund allein sich ablehnend verhalten, so würden die übrigen Mächte sich auf die Seite Englands stellen und das Gutachten Frankreichs und Rußlands unbeachtet lassen, um so einen diplomatischen Druck herbeizuführen.