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25/11/1899 Erstes Blatt
 
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Samstag den 25. November

Mr. 278

Erstes Blatt»

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger

Anrts- und Zlnzeigebltttt für den Kreis Gieren

monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn.

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Alic Anzeigen-Vermittlungsstcllen des In- und Auslands» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen.

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Die Gießener I-amilieub lälter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt.

Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schulstraße Mr. 7.

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Adresse für Dcpefchm: Anzeiger Hieße«.

Feruiprecher Nr. 51.

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Zum 25. November

jeder jährt sich der Tag, an welchem Hessens Volk voll Ehrfurcht und Liebe seinem erlauchten Herrscherpaar sich naht, um ihm seine tiefgefühlten Glück- und Segenswünsche für das kommende Jahr zu Füßen zu legen. Es ist eine freundliche Fügung, daß das hohe Paar, wie es vereint an der Spitze des Volkes steht, so auch vereint den ernsten und zugleich freudigen Tag festlich begehen kann, den Geburtstag, da wir Menschen sowohl die Gedanken zurückgehen lassen auf die verflossene Zeit in stiller Selbstbesinnung, aber auch mutig in die Zukunft schauen mit fröhlichem Hoffen. Gottes Güte schenkte unserem Herrscherpaar ein ruhiges und stilles Jahr es ivar ihm Kraft und Zeit gegeben, den wichtigen und edlen Aufgaben sich zu widmen, die den Regenten in der Fürsorge für ihr Volk obliegen, aber auch die hohen Ideale zu Pflegen, die es sich nun einmal ganz besonders errichtet hat. Und hier gebührt es sich, freudig daran zu denken, wie Ihre Königl. Hoheiten mit ganzer Liebe die schönen Künste in ihren mannigfaltigen Formen zu fördern suchen, sowohl durch das reiche persönliche Verständnis, das sie denselben entgegeubringen, wie namentlich durch die praktische Art ihrer Mithilfe. Ist es doch ihrer hohen Fürsorge zu danken, daß jungen aufstrebenden Künstlern ein Heim, eine Arbeitsstätte in Darmstadt geschaffen worden ist. Zweifellos bedeutet dies den Keim zu einer schönen Entfaltung auf dem Gebiete der freien Künste alle Früchte aber, die hier wachsen, alle Erfolge, die hier errungen werden, werden stets eng verknüpft bleiben mit dem Namen unseres Fürsten und

seiner erlauchten Gemahlin-

Zum letztenmal in diesem Jahrhundert begeht das Hessenvolk diesen festlichen Tag. Unter schweren Stürmen für unser engeres Vaterland zog einst das neue Jahrhundert herauf, in mildem Friedensglanz geht es für uns zur Neige. Aber ob Krieg oder Frieden, ob Sturm oder Sonnenschein wie i,n alten, so werden auch im neuen Jahrhundert Hessens Söhne und Töchter in tiefgewurzelte Treue sich um ihres Fürsten Thron scharen mit dem Wunsch im Herzen, den wir heute festlich gestimmt zum Ausdruck bringen:

Gott der Herr schütze und segne Ihre Königl. Hoheiten den Großherzog Ernst Ludwig und die Großherzogin Viktoria Melita.