Ausgabe 
25.10.1899 Erstes Blatt
 
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n 24. Oktober 1899.

uck verbotln.i Dor 38Jahrew der betDorragmbt Lehrer des on Savtgny. 6r gilt ili Retlsg-Iehrteii. Sein fion 15 ReLt des BefiheS' madjti 'Illchersamm/ung bllbel einen HM ju Berlin. Sr warbt . geboren.

lud M TrM \xtM >t Gr Herzog Haden L den nachdenannlrn dm und zum Tragen der ieit dem Fürsten von Bul- ioncn zu erteilen: De« u Bad Nauheim das ftom- ^ivilvndienst^ dem Badr- in zu Bad Nauheim M exanderordens; dem HauS- Riffel ju B-dR-chm lemiderordens; deni M B"b5n*« $iS» »?»3»

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bas verhältnismäßig wenig gekannte Werk des großen Tondichters", bei deren Anhören niemand ohne riefe Ergriffenheit verbleiben kann. Beethoven griff, wie Wagner weiter ausführt, aus dem Ganzen im beziehungs­vollen reichen, politischen Gemälde, für seine Darstellung nur eine einzige, allerdings die entscheidenste Szene heraus, um an ihr den wahren rein menschlichen GefühlSgehalt zu fassen. Dies ist die Szene zwischen Coriolan, feiner Mutter und seinem Weibe im Kriegslager vor den Thoren der Vaterstadt. ES würde hier zu weit führen, der geistreichen Schilderung Wagner'S weiter zu folgen, die mit bewunderns­werter Gründlichkeit Beethovens Gedanken vor uns entrollt. Fassen wir das kurz zusammen, indem wir erklären, daß uns in'bet Ouvertüre eine Fülle von wechselnden Stim­mungen entgegentreten. Ungebändigter männlicher Trotz, weibliches Flehen, kindliche Bitten, martervolles Schwanken in Haß und Liebe wechseln ab. Schließlich haucht Co­riolan den letzten Atemzug zu den Füßen seines heißge­liebten Weibes aus, die ihn um Gnade für die Baterstadt anflehte und die er ihr gibt, indem er sich selbst dem Tode weihte.So di.chtete Beethoven in Tönen den Coriolan" schließt Wagner seine unvergleichliche Schil­derung.

-r Stadltheater. Die Vorstellung am Sonntag stand noch unter den Nachwirkungen des herrlichen Herbstwetters d. h. war infolge dieses für eine Sonntagsvorstellung nur leidlich besucht. Namentlich das Parterre sowie die Logen wiesen recht zahlreiche Lücken auf. Und der Bisson-MaaS'sche Schwank, dessen ethischen Wert wir gestern bereits andeuteten, war doch so recht für daS breitere Publikum, das lieber lachen als weinen, das sich eher amüsieren wie denken will, berechnet! Gespielt wurde durchweg flott; die Haltung der Personen war im Einzelnen sowie im Ensemblespiel einem französischen Schwank angemessen. Die männliche Hauptrolle, beS Komponisten Duval, lag natürlich in den Händen beS GasteS, des Herrn Schönfeld, der die Darstellung eS sind ja die größeren Erfolge von dgl. Gastspielen meist auf eingehendes Spezialstudium bestimmter Lieblingsfiguren des -Gastes zurückzuführen natürlich in jeder Hinsicht zu einer über das TageSniveau hinauSgehenden gestaltete. Eine originelle Madame Bonivard brachte Frau Helm auf die Bretter. Ihr vortreffliches, von uns schon wieder­holt besungenes Schwiegermuttertalent trat wieder glänzend in Erscheinung. Auch auf dem Gebiete beS BalletS erntete sie den für ihre Persönliche Ausstaffierung (!) und terpsichorische Grazie (?) wahlberechtigten Beifall. Auch Herr Helm schwamm als Burgoneuf wieder in seinem Fahr­wasser und sorgte für dauernde Heiterkeit. Fräulein Haussig in Vertretung der Fräulein Hammer, die sich in dem gestern beregten, unzulänglichen Ballkleide offenbar er­kältet hat als Diane ünd Fräulein Knöfel als Ga- brielle hielten sich in dieser Unsumme von Verwechslungen und drastischen Dialog- und SituationSwitzen, in jeder Hinsicht auf der Höhe. DaS gleiche gilt auch von den Herren Henry (Champeaux) und Curland (Corbulon). Die Regie war bei Herrn Direktor Helm in den besten Händen.

** Polizeibericht. Vorgestern nachmittag wurde ein D/^jährigeS Kind in der Liebigstraße von einem Kutscher überfahren und trug eine Quetschung beS einen Beinchens davon. Nach ben angestellten Ermittelungen trifft den Kutscher keine Schuld. Einem hiesigen Taglöhner, welcher ziemlich stark angetrunken war, wurde in der Nacht vom vergangenen Sonntag auf Montag, als er im Begriff war, nach Hause zu gehen, seine Uhr ab ge­nommen. Der Thäter, welcher noch in derselben Nacht die Uhr zum Verkaufe anbot, wurde in der Person beS TaglöhnerS Wilhelm Appel aus Londorf ermittelt und zur Haft gebracht. Die Uhr war indessen schon in hiesiger Stadt für 1 Mk. verkauft worden. In der Nacht vom Sonntag auf Montag kam es zwischen Radfahrern und Studenten am Seltersweg zu erheblichen Auseinander­setzungen, welche zum mindesten in Schlägerei auSgeartet wären, wenn nicht zufällig ein Schutzmann hinzugekommen und die Sache vermittelt hätte. Die Ursache dieses Straßeu- skandals war die, daß ein Radfahrer sein Rad auf dem Trottoir drückte und hierbei einen vorübergehenden Studenten anfuhr. Derartige Vorkommnisse werden durch die Zu­billigung, daß Räder jetzt auf den Trottoirs gedrückt werden bürfen, in Zukunft öfters eintreten. In letzter Zeit wurden wieder an verschiedenen Stellen in hiesiger Stadt die Brödchen entwendet. Heute morgen wurde der Thäter, welcher ebenfalls für einen Bäcker Brödchen trägt, betroffen, als er im Begriff stand, die von anderen Bäckern ausgetragenen Brödchen zu entwenden. Der. Metzger- meister Hermann Euler von hier, welcher am gestrigen Tage in Königsberg Schweine zu Schlachten abholte, ver­unglückte dortselbst dadurch, daß ihm beim Bergabfahren die Bremse versagte, die Pferde bavonliefen und der Wagen umfiel. Hierbei verletzte er sich derart an ben Beinen, baß er in bie hiesige Klinik verbracht werben Mußte.

Vermischtes.

* Köln, 24. Oktober. Nachbem gestern vormittag der Bevollmächtigte beS Königs zur Erzbischofswahl, Re- -gierungspräsibent Fihr. v. Richthofen, nach feierlicher Auf­fahrt zur Domkirche dem im Kapitelsaale vollzählig ver­sammelten Metropolitan-Domkapitel unter besondern Feierlich- Seiten in geschlossener Sitzung beS Kapitels baS königliche Beglaubigungsschreiben überreicht hatte, folgte ber NegierungS- yräfident einer Einladung beS Domkapitels nachmittags 1 Uhr zu einem Festmahl im erzbischöflichen Palais in der Gereon- Kraße. Gestern vormittag würbe in allen Kirchen ber Erz­diözese Köln ein feierlicher GotteSbienst zur Erstehung einer ' gesegneten Bischofswahl abgehalten, und abenbs um 6 Uhr Ließ bie Kaiserglocke aus Anlaß ber heute zu vollziehenbeu

Erzbischofswahl ihren dumpfen Baß erklingen, in welches bald die sämtlichen übrigen Domglocken und die ber übrigen Kirchen einfielen. DaS feierliche Geläute hielt eine Stunbe an, unb in ber Morgenfrühe tünbete ein gleiches feierliches Geläute ben bebeutungsvollen Tag an, an dem sich die Wahl eines neuen Erzbischofs der Erzdiözese Köln in feierlicher Weise vollziehen wird.

* Osnabrück, 23. Oktober. Aus der hiesigen Irren­anstalt sind zwei schwere Verbrecher entsprungen.

* Münstereifel, 22. Oktober. In dem 10 km von hier entfernten Dorfe Mahlberg wurden von den 36 vor­handenen Häusern 23 durch Feuer zerstört.

* Berlin, 23. Oktober. In der vergangenen Nacht sind die Denkmäler in der SiegeS-Allee, und zwar bie Albrechts des Bären, Otto I. unb Otto beS II. sowie Al­brecht II. berart beschäbigt, baß sämtliche Neben­figuren burch ruchlose Hände mittelst Hammer zertrümmert worden sind. An denselben sind zumteil die Nasen, die Dokumentrollen wie die Hände durch Hammer­schläge zertrümmert. Die Polizei hat die umfassendsten Recherchen eingeleitet, jedoch bis jetzt ohne Erfolg. Zu den gemeldeten DenkmalSbeschäbignngen ist noch nachzutragen: An der Gruppe Albrechts des Bären wurde dem Bischof Viter von Brandenburg der Hirtenstab in der rechten Hand zerschlagen, an der Gruppe Ottos I. wurde dem Fürsten PrisbiSlaw die Nase abgeschlagen und daS Gesicht zerhauen sowie dem Abte Sibold alle Finger der rechten Hand, der Hirtenstab und die Nase zertrümmert; an der Gruppe OttoS II. ist Heinrich von Antwerpen der Gänsekiel in der Hand und HanS v. Putlitz die Dokumenten­rolle zertrümmert. An der Gruppe Albrechts II. ist Hermann v. Salga die Nase abgeschlagen, der Griff beS Schwertes und die Urkundenrolle sind zertrümmert. Eike v. Nepkow ist die Nase abgehauen und der Federkiel aus der Hand geschlagen. DaS ZerstörungSwerk wurde mit einem stumpfen, wahrscheinlich eisernen Gegenstand ausgeführt. Das Werk­zeug wurde nicht gefunden. Die abgeschlagenen Stücke wurden nach Möglichkeit gesammelt. Der Magistrat hat auf die Ergreifung der Thäter 500 Mark ausgesetzt.

Gerichtssaal.

nn Darmstadt, 23. Oktober. Vor der hiesigen Strafkamm.'r I. sollte heute morgen über den letzten Akt deS Dramas in dem Fall des Korkftopfenfabrikanten Rapp und der Langener Spar­und Kreditkaise verhandelt werden. Bekanntlich wurd? die Kass-, deren Rechner, der frühere Lehrer Keller mit Rappdie Kassengeschäfte besorgte" um ca. 90100000 Mk. geschädigt und heute sollte gegen Keller wegen dieses DeficitS und auch wegen W chselfälschung die Strafoerhandlung stattfiiiden. Keller, der sich sehr anmaßend und frech benahm, stellt jede Schuld an der Schädigung der Langener Kasse in Abrede und bestreitet mit größter Entschiedenheit die Richtig­keit des von dem Verbandsdtreklor Ihrig erstattete Gutachten. Eben- fo bestre.tet er die Wechselfälschungen. Er behrnpiet, daß seinem Verteidiger und ihm keine Gelegenheit von dem Untersuchungsrichter gegeben worden sei, die A'ten und die Gutachten einzuiehen und stellt den Antrag behufs Nachholung dieser Versäumnis, die heutige Ver­handlung zu vertagen. Nach kurzer Beratung gibt der Gerichtshof diesem Antrag statt und sttzle einen neuen Termin auf den 27. No vember d. Js. fest. Der Mtthülfe an dem Zustand der Langener Kasse angeklagt ist auch der Kontroleur Herling von Lang-n. Zur Verhandlung waren der ganze Vorstand und eine große Zahl von Zeugen geladen.

Arbeiterbewegung.

Krefeld, 22. Oktober. Die Einigungsverhandlungen zwischen den ausständischen Färbern und den beiden Großfärbereien vor dem königl. Gewerbegericht sind, wie schon kurz gemeldet worden ist, ergebnislos verlaufen. Die Arbeiter hatten das Gewerbegericht als Einigungs­amt angerufen, und sie mußten jetzt erleben, dcch das aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern bestehende Gewerbegericht einstimmig die Forder­ungen der Ausständischen als ungerechtfertigt erkannte. Das Gericht war der Ansicht, daß man von den Färbereien nicht verlangen könne, daß sie sämtliche Ausständischen wieder einstellten. Die Färber erklärten darauf, daß sie auf dieser Forderung bestehen muß en.

Lüttich, 22. Oktober. Auf den Kohlengruben Belle-Vue et Bien-Venue zu Herstal und Wsrister bei Herve braß ein Aus stand aus. Die Feiernden verlangen 17 Prozent Lohnerhöhung. Die Berg­arbeiter-Vereinigung des Lütticher Beckens ersuchte gleichfalls verschiedene Grubenleitungen brieflich um Aufbesserung der Löhne im Verhältnis zu den hohen Kohtenpreisen.

Krieskasten.

Herrn H. F. hier. DasEingesandt" kann im redaktionellen Teile keine Aufnahme finden, da die Angelegenheit keine öffentliche ist. Wünschen Sie die Publikation aber trotzdem, Jo steht derselben im In­seratenteil nichts im Wege. . -i

Frl. M. Wetzlar. Wir bitten um Einsendung, da wir ohne vorherigen Einblick, ein Gutachten nicht abzugeben vermögen. D. Red. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

24. Oktober. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. «M 0.901.20, Hühnereier per St. 78 H, 2 St. 0000 H, Enteneier 1 St. 00 H, Gänse­eier per St. 600 H, Käse 2 St. 68 H, Kasematte 2 St. 56 Erbsen per Liter 18 H, Linsen per Liter 29 Tauben per Paar

JU. 0.700.80, Hühner per St. JL 1.001.10, Hahnen per Stück JL 0 601.00, Enten per St. 1.802.00, Gänse per Pfund «M 0 480.56, Ochsenfleisch per Pfd. 6874 H, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 6264 Schweinefleisch per Pfd. 6674 H, Schweine- fleisch, gesalzen, per Pfd. 78 Kalbfleisch per Pfd. 6466 \ Hammelfleisch per Pfd. 5070 H, Kartoffeln per 100 Kilo 3.50 bi? 4.40 Weißkraut per St. 0000, Zwiebeln per Ctr. JL 5.006.00 Milch per Liter 16 H, Zwetschen per Ctr. 10,0011,00, Aepfel per Ctr. 7,0010.00 Mk.

Frankfurter Börse vom 83. Oktober.

Wechsel auf New-York zu 4.19-20.

Prämien auf Kredit per ult. Oktober 0.957 , do. per ult. Nov. 2.60°/ , Diskonto Kommandit per ult. Okt. 0.75°/ , do. per ult. Nov. 2.20%) Lombarden per ult. Okt. 0.40%, do. per ult. Nov. 0.85 Io.

Notierungen: Kreditaktien 229.90-70-230 20, Diskonto- Kommandit 192-191.90-192, Staatsbahn 139.90-140. Gotthard 141.50, Lombarden 32.30-60, Ungar. Goldrente 97.10, Italiener 92 30, 6proz. Mexikaner., Bproz. Mixikaner 25.80, Oesterr. Coupons 84%, Amerik. Coupons 4.18, Privat-Diskont 58/16 /0 bz

1% bis 2% Uhr: Kredit 230.20-229.80-230.60. Diskonto- Kommandit 192-191.80-192.10. Staatsbahn 140.10 30-140, Lom­barden 32,40.

Zahlungseinstellungen.

Hannover, 23. Oktober. Der Inhaber der Bankfirma J. M.

Mansfeld Wwe. in Lüneburg und Lüchow wurde verhaftet. Di« Firma soll zahlungsunfähig sein.

Bukarest,. Oktober. Die große Warenfirma Th. La!zarowie stellte die Zahlungen ein. Dle Passiven belaufen sich auf 2 Millionen Franks.

Neueste Meldungen.

Depeschen deS BureauHerold".

Berlin, 24. Oktober. DaS Befinben ber Kaiserin Friebrich hat in ber letzten Zeit zu wünschen übrig gelassen. Die hohe Frau leibet an neuralgischen Schmerzen, bie ihr zeitweise recht unangenehme Stunben bereiten. Hofarzt Dr. Spielhagen aus Cronberg begleitet auf ihren Wunsch bie hohe Frau nach bem ©üben.

Berlin, 24. Oktober. Die gegenwärtig hier tagenbe branbenburgische Provinzialsynobe hat außer einer Resolution über ben Jugeubschutz auch eine Er­klärung in Sachen b'eS Spieler-Prozesses ab­gegeben. In berselben spricht bie Synobe ihr Bebauern über bie in bem Spieler-Prozeß hervorgetretenen sittlichen Anschauungen in ben Kreisen ber Jngenb ber höheren Stänbe aus unb richtet an bie Eltern unb Erzieher bie bringenbe Anfforberung, strenge christliche Zucht zu üben unb bie jugenblichen Vergnügungen einzuschränken, bagegen rege geistige unb ibeale Genüsse bei ihren Söhnen und Töchtern im Auge zu behalten.

Prag, 24. Oktober. Auch fgeftern abend kam es in vielen Provinzstäbten zu Straßen-Demonstrationen, wobei viele Häuser, in benen Deutsche unb Juben wohnen, angegriffen würben.

Paris, 24. Oktober. Der Prozeß der Schreib- sachverstänbigen gegen Emil Zola ist auf ben 18. November vertagt worben.

Paris, 24. Oktober. Der Ministerpräsident Waldeck- Rousseau wird heute dem Präsidenten Loubet ein Dekret unterbreiten, nach welchem baS Parlament zum 7. No­vember einberufen werben soll.

Paris, 24. Oktober. Kriegsminister Gallifet wirb bei bem Wieberzusammentritt ber Kammer brei wichtige Gesetzes-Vorlagen einbringen, welche brei Punkte ent­halten: 1. baS Avancement in der Armee, 2. bie Reor­ganisation berselben, 3. bie Militär Gerichtsbarkeit.

London, 24. Oktober. Die polytechnische Schule zu Went-Han ist durch Feuersbrunst zerstört. Der Materialschaden wird auf über eine Million Pfund geschätzt.

Vom Kriegsschauplatz.

London, 24 Oktober. Nach einem Telegramm des BureauDalziel" aus Kapstabt soll Präsident Krüger jetzt für bedingungslose Uebergabe fein. ES gilt als wahrscheinlich, daß heute eine Versamm­lung ber Exekutive ftattfinbet, um biesen Schritt zu beraten. Diese Melbung müsse mit Zurückhaltung ausgenommen werben, obwohl sie in Kapstadt allgemein geglaubt wirb. Die Nachricht, baß Präsibent Krüger bei ber Königin Viktoria Schritte get.'han habe, um einen Waffenstillstand zu erzielen, wirb von einer dem Vertreter Transvaals in Brüssel nahestehenben Seite in Abrede gestellt.

London, 24. Oktober. In ber gestrigen UnterhauS- sitznng gab ber Unterstaatssekretär beS Krieges bie Erklärung ab, baß sich bie Englänber nach bem Gefecht bei ElanbSlaagte zurück ziehen mußten, weil große Kolonnen beS FeinbeS von Norben unb Westen her gegen ben General Aule vorznrücken scheinen General White steht bei Labysmith. Verstärkungen für ihn finb von Pieter­maritzburg aus unterwegs. Der Feind scheint in großer numerischer Uebermacht zu sein. Die Meldung vom Tode beS Generals SymonS ist verfrüht. Derselbe befinbet sich verhältnismäßig wohl.

Loudon, 24. Oktober.Daily Telegraph" erfährt, daß im Kriegs-Departement ein Telegramm von Cecil Rhodes eingelaufen sei, worin dieser bie Aufmerksamkeit beS KriegS- ministeriumS auf bie Lage in Kimberley lenkt und bie so­fortige Absendung von Verstärkung verlangt, da bie Stadt von ben Buren vollstänbig eingeschlossen sei.

Loudon, 24. Oktober. Nach einer amtlichen Depesche beS Generals White wurden in bem Gefecht bei ElanbS­laagte auf ber Seite ber Buren ber Befehls­haber Ben Viljoen getötet, General be Koch verwunbet unb gefangen genommen, fein Sohu getötet, Oberst Schiel unb General Pretorius verwundet unb gefangen. Auch mehrere Fahnen berBurenwurben von ben^nglänbern erbeutet. Die Englänber beklagen ben Tob eines Obersten, ber Kommandierender ber leichten Kavallerie war. Ferner würben 22 Offiziere getötet unb verwundet. Von ber Mannschaft fielen 17 Mann unb 93 würben verwunbet.

Loudon, 24. Oktober. Die Blätter brücken ihre Un­ruhe aus über bas vom Kriegsminister im Unterhause be­kannt gegebene Telegramm aus Kapstadt. Die Thatsache, baß bie Engländer ihre Verwundeten in Dundee zurückgelassen haben, hat hier den schlechtesten Eindruck her vor gerufen unb scheint zu beweisen, daß die Lage beS Generals Aule äußerst kritisch ist. Die Begeisterung ber Bevölkerung hat burch bieseS Telegramm einen gewaltigen Dämpfer erhalten.

Brüffel, 24. Oktober. In Kreisen ber hiesigen TranS- vaal-Gesanbtschaft wirb versichert, baß Frankreich und Rußlanb entschlossen seien, eine Annexion Transvaals mit bem Oranjestaat nicht zuzu­lassen. In einem Interview erklärte Dr. LeydS, eS sei wahr, baß bie Buren sich vom Kampfe zurückzogen, um sich später wieder zu formieren. DaS sei ihre Taktik und beweise nicht, daß sie eine große Schlappe ba- vongetragen hätte».