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Mittwoch den 25 October
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Ei-stes Blatt.
Nr. 251
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
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Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«.
Fernsprecher Nr. 51.
Amtlicher Heil.
Gießen, den 20. Oktober 1899.
Betr.: Maul- und Klauenseuche.
Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen au die Grofih. Bürgermeistereien der Landgemeinden desKreises, Grohh.Poltzeikommissariat Arnsburg und Großh. Polizeiamt Gießen.
Zusätzlich zu Ziff. 7 unseres Amtsblatts Nr. 10 vom 9. ds. Mts. bemerken wir noch, daß wir die Gehöftsperre bei gleichzeitiger Gemarkungssperre gemäß § 64 Abs. 3 der Reichsinstruktion des Reichsviehseuchengesetzes insofern mildern, als wir die Benutzung der verdächtigen Tiere aus einem gesperrten Gehöfte zur Feldarbeit gestatten. Als verdächtige Tiere sind diejenigen anzusehen, welche mit kranken Tieren im Gehöfte zusammengestanden haben oder sonst irgendwie in Berührung gekommen sind, sodaß der Verdacht besteht, daß sie angesteckt sind. Auch Tiere, welche die Seuche überstanden haben, können nach Ablauf von 14 Tagen nach der Abheilung ausgefahren werden, selbst wenn noch andere Tiere desselben Gehöfts krank sind.
v. Bechtold.
* Deutschlands Neutralität im südafrikanischen Kriege.
Gießen, 24. Oktober 1899.
Daß in dem jetzt zum Ausbruch gekommenen Kriege Englands gegen Transvaal die Sympathien des ganzen deutschen Volkes den Buren gehören, bedarf keiner Versicherung und keiner Erörterung mehr; in Deutschland aber herrscht nicht nur das allgemein menschliche Mitgefühl, das sich dem ungerecht Mißhandelten zuwendet, sondern bei uns wiegt das verwandtschaftliche Gefühl vor: ein Volk deutschen Schlages ringt um seine Freiheit und Selbständigkeit; wenn dies Volk leidet, leiden wir mit, wenn es ihm gelingt, den Gegner abzuschütteln, dann ist seine Freude auch unsere Freude. Da ist es denn jetzt für Deutschland besonders schwer, mit den Händen im Schoß dem Kampf blos zuzuschauen, aber nicht helfend eingreifen zu dürfen. Indessen zu tief eingedrungen ist man bei uns von der Wahrheit des Bismarck'schen Grundsatzes, daß wir keine Gefühls-, sondern nur Realpolitik treiben dürfen; mit anderen Worten: nicht unser Herz darf uns in solcher Lage leiten, sondern nur der Verstand.
Der Verstand aber fordert in diesem Falle gebieterisch: Hände weg! Dies Verbot muß besonders auch den. Versuchen gegenüber befolgt werden, die dahingehen, uns unter scheinbar guten und besonders wohlmeinenden Gründen zur Einmischung zu veranlassen. So bringt jetzt ein Münchener Blatt einen Londoner Bericht über eine Unterredung mit einem deutschfreundlichen Diplomaten.
Darin heißt es:
Die von Rußland geplante Koalition wird unwirksam bleiben, weck Deutschland an seiner englischfreundlichen Politik festhält. Deutschlands Haltung hat Lhamberlains unbekümmertes Vorgehen gegen Transvaal möglich gemacht. Deutschlands Haltung wird Transvaals Isolierung und schließliche Niederwerfung ermöglichen. Deutschland steht auf dem Punkt, substantielle Zugeständnisse von England in Afrika und anderswo zu erlangen, aber diese Zugeständnisse können nicht den Schaden aufwiegen, den es sich wahrscheinlich für die Zukunft selbst beifügt. Deutschland wird England, wenn dieses in Südafrika siegt, allmächtig in Afrika und zur hochfahrenden Beherrscherin der Weltlage gemacht haben. Deutschland selbst wird zuerst die Folgen davon empfinden. Es spielt ein gewagtes Spiel, falls seine Staatsmänner hinterher keine Trumpfkarte zur Neutralisierung der englischen Uebermacht auszuspielen haben, oder wenn nicht ein allgemeiner Burenaufstand die englische Macht in Südafrika erschüttert.
An diesen liebenswürdigen Vorstellungen ist uns von Vornherein der „deutschfreundliche Diplomat" verdächtig.
Wo giebt es denn den? Wir wissen keinen, weder in London, noch in Petersburg, noch sonst wo. Entweder sind die Herren neidisch auf uns, oder sie fürchten uns, oder sie wollen uns für ihre Zwecke brauchen. Das letztere ist hier der Fall: wir sollen für andere Leute die Kastanien aus dem Feuer holen. Wie denkt man sich denn wohl eine „Aktion" Deutschlands? Soll Deutschland in London Protest erheben gegen den Kampf mit Transvaal? Da wird es sich wohl hüten; denn ein Protest hat nur dann Sinn und Wert, wenn der protestierende Teil auch die Macht hat, die Maßnahmen, gegen die er protestiert, gewaltsam zu verhindern. Diese Macht haben wir England gegenüber nicht. Unser Protest würde also ein papierner bleiben und uns den Spott und das Gelächter der Engländer eintragen. Was kann es aber für eine Großmacht Schlimmeres geben als das, sich lächerlich zu machen?
Deutschlands militärische Machtstellung ist sehr groß, unser Heer wohl das beste der Welt; aber wir können seine Bedeutung immer nur bei Fragen der Politik deS Festlandes in die Wagschale werfen. DaS empfinden wir gerade jetzt besonders schmerzlich, mit dem deutschen Volke aber auch der deutsche Kaiser. Es waren bedeutsame Worte, die er am 26. September auf der Rhede von Danzig an Bord des „Kaiser" sprach, von „unseren wenigen Kriegsschiffen" und von dem „schwer empfundenen Mangel an tüchtigen großen Auslandschiffen"; bedeutsame Worte, denn sie eröffnen den Blick auf Erwägungen sehr ernster Art, die in jüngster Zeit in den höchsten Kreisen angestellt sein mögen. Unsere noch zu schwache Flotte verbietet es einfach, daß Deutschland zu irgend welcher Einmischung in den gegenwärtigen Stand der Sache den ersten Schritt thue. In der Diplomatie muß man allemal von Anfang an auch die ungünstigsten Möglichkeiten ins Auge fassen. Dazu gehört hier die, daß sowohl Rußland als Frankreich der von dem „deutschfreundlichen Diplomaten" angeregten deutschen Initiative gegenüber sich ablehnend verhalten — was dann? Dann hat Deutschland sich nicht nur einen Korb geholt, sondern muß auch noch müßig die Hände in den Schoß legen, abermals unter dem Spott derer, die es auf den Leim gelockt haben mit ihrer vorgeblichen „Deutschfreundlichkeit"!
Man weist hier und da auf den Dreibund hin; als dessen führende Macht habe Deutschland auf Oesterreich und Italien Rücksicht zu nehmen. Nun habe aber Oesterreich überhaupt keinen Kolonialbesitz und darum nicht eine Spur von kolonialem Interesse, und Italien sei genötigt, die alte englische Liebe zu schonen. Wir halten das Hereinziehen des Dreibundes in diese Frage für völlig verfehlt; denn sein Zweck ist ein ganz anderer: er tritt überhaupt nur dann in Wirksamkeit, wenn eine der drei verbündeten Mächte von einer fremden Macht angegriffen wird. Davon ist aber hier keine Rede. Man muß sich wundern, daß sogar die „Berliner Neuesten Nachrichten" an diesem Irrtum sich beteiligen.
So bleibt denn gar kein Mittel, gar kein Ausweg, wie Deutschland seine Sympathie für Transvaal bethätigen könnte? Wir sollten wirklich nur auf Artikel, der Entrüstung über England, und auf freundliche Worte und Reden an die Buren angewiesen sein? doch nicht. Gerade im jetzigen Augenblick haben wir eine herrliche Gelegenheit, bei Wahrung strengster Neutralität unsere Teilnahme und Freundschaft Transvaal durch die That zu beweisen. Unser Kaiser thut es für das Reich, für das Volk, indem er die Reise nach England aufgiebt. Die Engländer verraten jetzt selbst, welche hohe politische Bedeutung sie dem Besuche des Kaisers beimessen. Hätte es dafür noch irgend eines Beweises bedurft, so bringt ihn jetzt der Londoner „Daily Telegraph". Erst erklärt er mit der glatten Loyalität, die bei den Engländern nur dann zum Vorschein kommt, wenn sie etwas wollen: der Besuch sei beschlossen worden, als die gegenwärtige Verwickelung, die England in einen Krieg gestürzt habe, noch nicht auf ihrem Höhepunkt angelangt war. Ein durchaus verständliches Gefühl der Raffengemeinschaft — man beachte wohl diese Heuchelei! — habe auch in Deutschland sehr lebhafte Sympathien für die Buren aufkommen lassen; aber die Negierung selbst habe keine Sympathieen für die thörichten Ansprüche der Buren, die darauf hinausgehen, den Pfad der Zivilisation auf dem afrikanischen Kontinent zu zerstören (!). Seit Beginn der Verwickelung bis zu diesem Tage des offenen Bruches habe die Berliner Regierung sich in loyalster Weise Mühe gegeben, die Buren zu überreden, mit Großbritannien zu einem Modus vivendi zu gelangen, der früher so leicht zu finden gewesen wäre.
Dann aber deckt das Blatt" die Karten auf und fährt folgendermaßen fort: „Man darf sagen, ohne einer tendenziösen Auslegung des hohen Besuches geziehen zu werden, daß die Anwesenheit des Kaisers so etwas bedeute, wie ein Eintreten für die Entwickelung Afrikas in dem Sinne, in dem die Staatsmänner von Berlin und von St. James in Harmonie (!) mit einander gewirkt haben. Mit einem Wort: die Thatsache, daß der deutsche Kaiser wieder in England erscheint und daß er mit diesen großen Zeremonien amtlich empfangen wird, diese Thatsache ist von hoher politischer Bedeutung und bezeichnet unleugbar die Existenz einer glücklichen Jdeengemeinschaft zwischen England und Deutschland.
So ist England im Begriff, den Besuch des Kaisers für feine brutale Schacher- und Börsen-Politik zu verwerte». Während ein Schrei der Entrüstung über Englands frevelhaften Friedensbruch die Welt durchzittert, versuchen die Friedensstörer, sich unserm Kaiser an die Rockschöße zn hängen. Auf so gleißnerische und doch zugleich läppische Vermessenheit kann es nur die eine Antwort geben, die, wenn die englische Presse mit ihrer erheuchelten Freundschaft und die deutsch freisinnige Presse mit ihrer dürftigen patriotischen Gesinnung nicht Recht behalten sollen, unser kaiserlicher Herr sicherlich erteilen wird: das Unterlassen der Reise. Das ist der erste nicht mißzuverstehende Schritt von Deutschlands Neutralität im süd- afrilanischen Kriege'.
* Vom Kriegsschauplatz.
Vom afrikanischen Kriegsschauplatz wird eine zweite Schlappe der Burenstreitmacht gemeldet. Bei ElandS- laagte, Halbwegs zwischen Glencoe und Ladysmith, erfolgte am Samstag, also am Tage nach dem ersten für die Buren unglücklich verlaufenen Gefecht bei Glencoe, ein weiterer Zusammenstoß, über den schon gestern kurz berichtet wurde. Ergänzend fügen wir noch das Folgende an:
London, 23. Oktober. In einer Drahtmeldung aus Ladysmith teilt der Berichterstatter des „Daily Mail" in einer Schilderung des Gefechtes bei Elanslaagte mit: Der Sturmangriff gegen die feindlichen Linien wurde mit großer Bravour ausgeführt. Die Infanterie ging zweimal mit gefälltem Bajonette vor. Die britischen Truppen gerieten dann, da sie durch ein heftiges Gewehrfeuer aufgehalten wurden, für einen Augenblick ins Stocken, aber gleich darauf stürzten sie sich mit brausenden Hurrahrufen von neuem auf den Feind und durchbrachen seine Linien. Die Buren, die sich übermannt sahen, traten nun den Rückzug an, hißten die weiße Flagge und ergaben sich. Einige hundert Buren, die die Flucht ergriffen hatten, wurden von den Lanzenreitern nieder geritten. Der Berichterstatter fügt hinzu, man glaube, daß der Verlust der Buren über 400 Mann betrage. Kommandant Demcillon von Johannesburg befinde sich unter den Gefangenen.
Capstadt, 23. Oktober. Die Verluste der Buren bei Elandslaagte waren beträchtlich, die der Engländer betragen etwa 100 Mann. Eine Anzahl Buren wurde gefangen genommen, darunter der Neffe des Generals Joubert, PietroJoubert. Kavallerie attakierte den zurückweichenden Feind dreimal.
London, 23. Oktober. Eine amtliche Depesche des Generals White über die Einnahme von Elandslaagte besagt: Das wirkliche Gefecht begann um 3>/z Uhr nachmittags. Die Buren hatten eine hervorragend feste Stellung auf felsigen Hügeln inne. Unsere Geschütze postierten sich auf einem Bergrücken etwa 4100 Jards vom Feinde entfernt, der sofort ein gut, wenn auch etwas hochgerichtetes Feuer begann; die Granaten krepierte« gut. Nach einem Artilleriekampf, der mit dem Schw eigen der Geschütze der Buren endete, ging unsere Infanterie zum Angriff vor, dgs Devonshire-Negiment an der Spitze. Während die Devonshires und Gordons die linke Flanke der Buren umgingen, nahmen die Geschütze, wenn


