Ausgabe 
25.8.1899 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

l8i A:

^cderuin t(hl? Wunder M* 3 nhjjhttti Elend

A^.W altes Zerstich, un. ?lt,Q9en verkehrt 5"? bewußtlos 3t touti>e, ist dort *' gestorben' ran9 erlitten. Zur

ie,rf*e Verlags. m>eara»Mk

JQ$ 3 Uhr ertönte« tuhl der Ed. Laden, '"er Gemahlin eben 'emtenSemühungcn nd'ger Arbeit, des >f den Dachstuhl zu ech die in die Lohe Haden.

h e des am Sonntag mglückten Leutnants len von Evian auf- 1 noch gesucht.

reibt man denM. estgen Friedhöfe die Geh. Rat Professor zur Erde bestattet, edhofkapelle nahmen städtischen Behörden, rpers unserer Hoch- toanbten unb A torbenen teil. Die ier D. Hönig, der m Eigenichaften des ptz und die Groß- t Ärn^erger (Aarls- Austrage höchst der- rlegte. Ansprachen en Universität Prof, nschaftlich-mathemati« r, der Vorstand des Seh. Rat. Professor rgermeifier Dr. Löalz der Vorsitzende der elche sämtlich Kränze jnze die Universität rlsruhe, die Deutsche Ler Chemiker sowie itionen und Gesell»

ihreib di- £* bem freien beutfd)e» ein wn So-ri-i begehen M oanWl(7 r für den 28. August ier in »W* n Tages im

m MchM d » «uifijniüMg d-i .Sen i°».

*! dm

,Ochiün-D-»>«°^

gilt «ft d°> fi' 3 w Sieb« jmenobe ®efl imflUer

" Äe ie»1 *' « »« ;e(br «°r- #äitunaä»11111

fifw

r* ® ns d--> ft zum sVanbft*161'

W-»

TurmS betrachten, denn da die Festungsmaner von beiden Seiten an den Turm stieß, ohne daß dieser für den Gang durchbrochen war, so mußte man, um von Osten nach Westen oder umgekehrt über die FestungSmauer zu gelangen, auf dieser Galerie, die lediglich eine Fortsetzung des Wehrgangs war, um die Südseite des Turmes herumgehen. Diesen Weg hat der junge Wolfgang sicher oft genommen und wohl manchen Blick in die Eschenheimergasse und auf das zu seinen Füßen liegende Haus des Doktor Senckenberg geworfen, das weit in die Straße vorspringend vor etwa drei Jahrzehnten dem Bibliothekgebäude des Stiftes weichen mußte.

* Aus Straßburg meldet man uns zu unserem der K. Z." entnommenen Artikel bezüglich archäologischer Funde, daß die Beaufsichtigung der städtischen Kanalisa­tionsarbeiten durch den als Konservator an das dortige Museum berufenen Herrn Rudolph Welcker bisher schon recht erfreuliche Ergebnisse gehabt hat, indem eine ganze Reihe von Fundstücken, darunter insbesondere ein fränkisches Langschwert von vorzüglicher Erhaltung, eine Skramasax und eine Reihe anderer Waffen aus derselben Periode zu- gleich mit charakteristischen Gefäßproben im Zusammenhang mit den darüber gelagerten neueren Schichten und den tiefer gefundenen römischen Resten ein unerwartet klares Bild der früh geschichtlichen Entwicklung an der bis jetzt beobachteten Stelle ergeben. Täglich mehren sich die neuen Fundstellen und Aufgaben der Beobachtung und berechtigen bei der Art der Ergebnisse zu der Hoffnung, daß es Herrn Welcker, der uns als Oberhesse und ehemaliger Gießener akademischer Bürger nahe steht und der zwar nicht, wie irrtümlich ge­meldet, als Kommissar der Limeskommission, wohl aber als freiwilliger Mitarbeiter die Entdeckung des großen Wetterauer Kastells zu Okarben ermöglicht und wesentlich gefördert hat, auch in Straßburg zur Aufklärung der Römer­stadt gelingen wird, diejenigen Anhaltspunkte zu sinden, welche heute noch fehlen, um an Stelle der bisherigen Ver­mutungen und Hypothesen bestimmte Thalsachen setzen zu können, wie solche in unserer engeren Heimat am Limes in den letzten Jahren erfreulicherweise so reichlich sich haben feststellen lassen.

* Der eigentümliche Geruch frischer Erde rührt nach den Untersuchungen von Clarke Nuttall von einem Bakterium her, wie dieRevue scientifique" vom 11. März 1899 nach einem Bericht inKnowledge" mitteilt. Nuttall gelang es, dieses Bakterium zu isolieren: er nennt es Cladothrix odo- rifera. Das einzelne Bakterium ist fadenförmig und farblos, es kommt aber nur in größeren Kolonien vor, die dann milchweiß erscheinen. Die Vermehrung geschieht durch fortgesetzte Teilung. Die Cladothrix odorifera kann lange Perioden der Trockenheit ohne Schaden ertragen; ihre Ent­wickelung schreitet dann nicht fort, aber ihre Lebenskraft bleibt erhalten und äußert sich bei eintretendem Regen wieder sehr lebhaft. Auch gewissen Giften vermag das Bakterium zu widerstehen, so übt z. S Quecksilberchlorid keine Wirkung aus. Nach eingetretener Befeuchtung der Erde ist die Entwickelung des Bakteriums eine sehr aktive, daraus erklärt sich auch der Erdgeruch nach einem Regen oder.bei dem Umpflügen des Bodens, insofern hierbei die tieferen, feuchten Schichten, in denen sich die Cladothrix üppig entwickelt, nach oben gebracht werden.

6 Neues aus der Buchdruckerwelt. August Pfeiffers in neun Staaten patentierter Bogenzähler Scrutator ist ein kleines Meisterwerk in feinmechanischer, solidester und elegantester Ausführung. Mit Nullstellung versehen, zählt dieser für Rotations-, Schnell- und Tiegeldruck-, Buch- und Steindruckprefsen bestimmte Apparat in deutlich ablesbarer Weise bis 99999. Er funktioniert vollkommen automatisch und kann durch Anlegen einer Plombe gegen jede unbefugte Einwirkung gesichert werden. Er bedarf keiner Einwirkung irgendwelcher Maschinenteile, Gelenke, Hebel und dergleichen und arbeitet mit kaum fühlbarer Reibung. Der Apparat ist der vielseitigste, da er sowohl Schwingungen als auch Stöße, Hube und Rotationen zählt und also mit ent­sprechender Befestigungsvorrichtung versehen, auch an be- liebigen anderen Maschinenteilen, Kurbeln, Hebeln, Wellen u. s. w. angebracht werden kann. Der Apparat kann während des Ganges der Maschine in und außer Funktion gesetzt werden und zeigt mit oder ohne Alarmvorrichtung an, wann die gewollte Auflage gedruckt ist. Wir raten allen sich weiter dafür Interessierenden, sich illustrierte Prospekte und Gebrauchsanweisungen von August Pfeiffer aus Stutt­gart kommen zu lassen.

* Den schlechtesten Nil seit 1867 kündigt das Kairenser Jrrigationsamt an. Die Nilflut ist die niedrigste seit der Okkupation Egyptens durch England und ebenso schlecht wie diejenige vom Jahre 1867, wo ein großer Teil des Landes in Ober-Egypten ganz unbewässert blieb und infolgedessen nicht kultiviert werden konnte, sodaß teilweise eine Hungers­not ausbrach. Die einzige Hoffnung Ober-Egyptens bleibt, daß die Flut im September sich bessert. Die Thatsache ist um so wichtiger, als britischerseits auf das Steigen des Nils für die in Aussicht stehende sogenannte Entscheidungs­kampagne gegen den Kalifen gerechnet wurde, an die kaum zu denken sein wird, falls der obere Nil nicht schiffbar wird. Die Regierung erläßt eine Warnung an die Eingeborenen, ihre Saaten so früh als möglich in den Boden zu bringen, da die alljährliche Ueberschwemmung nicht zu erwarten sei und späterer Wassermangel und Dürre das Reifen der Saaten sonst ausschließen würde. In Unter-Egypten hofft man, genügend Wasser für die Feldbestellungen zu erlangen, aber schon jetzt ist es unzweifelhaft, daß die Einnahmen sehr stark unter dem Ausbleiben der Nilflut zurückgehen werden.

* Von den vielen Seifen, die jahrein, jahraus dem Publikum angeboten werden, dienen die wenigsten einem praktischen Zweck, sondern fast alle der Schönheitspflege. Die durch ihre sonstigen Haushaltungsartikel heute wohl jeder Hausfrau bekannte chemische Fabrik von Fritz Schulz jun., Leipzig (Inhaber Schulz & Philipp), bringt dagegen

in letzter Zeit unter der patentamtlich geschützten Wortmarke Sch euer in" eine Scheuerseife in den Verkehr, die durch ihre praktische Verwendbarkeit in kürzester Zeit unzweifelhaft allgemeinste Benutzung finden wird.Scheuerin" wird wie jede andere Seife angewendet und reinigt überraschend schnell und gründlich alle Haus- und Küchengeräte aus Holz, Blech, Metall, Steingut und Porzellan.Scheuerin" wird ferner auch in allen Werkstätten und den Arbeiter- Waschräumen größerer industrieller Betriebe willkommen sein, indem es mit leichter Mühe die Hände von Theer, Oel, Harz, Tinte rc. rc. vollständig reinigt, ohne die Haut im geringsten anzugreifen. Der billige Preis von 10 Pfg. pro Stück im Gewicht von cirka 170 Gramm und die wirk­lich vorteilhafte Verwendung wird diesem, einem längst gefühlten Bedürfnis abhelfenden Artikel sehr bald dauernd Eingang in alle Haushaltungen verschaffen. Zum Schutze gegen Nachahmungen ist auchScheuerin" mit der bekannten Schutzmarke:Globus im roten Querstreifen" ver­sehen.

* Eine treffende Zurechtweisung tschechischer Anmaßung. Vor etwa vier Wochen kam Sonntags in Dresden ein Tscheche in den Bahnhof und schrie dem Beamten hinter dem Schalter zu:Lisiek treti tridou do Podwokly (nach dem Gehör niedergeschrieben). Der Beamte fragte, was er wolle. Der Tscheche wiederholte einigemale hart­näckig sein Sprüchel und wollte durchaus nicht deutsch ver­stehen. Da ließ nun der sächsische Bahnzahlmeister nachdem er vorher noch die unbefugte Einmengung eines Herrn, der ein Landesgerichtsrat aus Prag gewesen sein soll, zurückgewiesen hatte einen behördlich angestellten Dolmetsch rufen, ließ sich das Verlangen des Tschechen ein Billet 3. Klasse nach Bodenbach übersetzen, und rechnete dem Tschechen außer der Gebühr für die Fahrkarte noch drei Mark als Dolmetschgebühr an. Der Tscheche, der jetzt plötzlich ganz leidlich deutsch konnte, war darüber ganz entsetzt und wollte nicht zahlen. Doch der Beamte winkte dem Schutzmann und drohte dem Tschechen, ihn abführen zu lassen. Verstört und seufzend bezahlte nun der Tscheche seine Hartnäckigkeit und stieg wehmütig in den Zug. Es gibt selbst in Sachsen noch nicht viele gegen tschechische Anmaßungen so energische Beamte, wie diesen Bahnzahlmeister; man ist im gemütlichen, höflichen Sachsen bis in letzter Zeit allerorten mit der größten Nachsicht und Gefälligkeit den Tschechen bei jeder Gelegenheit entgegen­gekommen, aber man hat sich nachgerade gezwungen gesehen, den Anmaßungen des tschechischen Größenwahns entgegen­zutreten. Und es wird dies immer häufiger und nach­drücklicher geschehen. Die Tschechen haben es sich selbst zuzuschreiben, wenn sie dadurch zu Schaden kommen.

* Von dem verstorbenen Robert Bunsen erzählt man, daß die Bescheidenheit eine seiner größten Tugenden war. Nie hörte man ihn int Kolleg seinen Namen nennen, ge­schweige denn eine Andeutung machen, daß dieses oder jenes von ihm entdeckt worden sei. Wenn man ihn so hörte, hätte man glauben können, er wäre an all den großen Fortschritten der Chemie und Physik so unschuldig wie ein neugeborenes Kind. Und dabei war er einer der fleißigsten und fruchtbarsten Männer in feiner Wissenschaft. Sein Ge­schick, seinen Namen bei Spektralanalyse, Elektrolyse, Gas­analyse, Cäsium, Rubidium re. zu umgehen, war bewun­dernswert selbst im persönlichen Verkehr war es schwer, ihn zum Geständnis zu bringen, daß diese oder jene Me­thode von ihm angegeben worden sei.Man hat gefunden" Man hat einen Brenner konstruiert" so lauteten selbst bei Spektralanalyse und Bunsenbrenner seine Worte. Diese Bescheidenheit war aber seinen Zuhörern oft zu arg, und nicht selten unterbrach ihn dann ein donnerndes Bei­fallsgetrampel. Doch auch dieses machte ihn nicht irre, nach einer verlegenen Verbeugung fuhr er in seinem Vortrag fort, wie wenn nichts geschehen wäre.

Deutsche Erben gesucht. Im Besitze eines Barver­mögens von 18,000 Doll. (Mk. 75,000) ist zu Chicago anfangs August d. I. der Silberschmied MathiasClessing gestorben, der etwa 79 Jahre alt wurde und aus Deutsch­land stammt. Da der Alte seit Jahren völlig als Einsiedler lebte, weiß niemand, woher er kam und wer seine Ange­hörigen sind. Ein junger Mann, der sich Max Clessing nannte, wurde mit seinen Ansprüchen abgewiesen, da er sich nicht legitimieren konnte. Die wahrscheinlich in Deutschland lebenden Verwandten sollten sich bald melden.

Aus bet Fremdenlegion entkommen. Ein junger Schweriner, ein Maurergeselle, arbeitete im Herbst vorigen Jahres in Saarbrücken. Im Oktober führte er in einem Dorfe nahe der französischen Grenze Arbeiten aus. Französische Werber lockten ihn in eine Wirtschaft jenseits der Grenze, machten ihn betrunken und warben ihn für die Fremdenlegion an. Vor einigen Wochen schrieb er nun feinen Eltern aus Fez, daß er aus seiner im südlichen Algier gelegenen Garnison Georgville über die marokkanische Grenze nach Fez entkommen sei. Ein deutscher Großkaufmann nahm den Deserteur in einem Karawanenzuge mit nach Tanger, und von dort schickte ihn der deutsche Konsul auf dem DampferOldenburg" nach Bremerhafen, wo er nun­mehr eingetroffen ist. Auf demselben Dampfer langte übrigens noch ein zweiter deutscher Fremdenlegionär, ein Bierzapfer aus der Nähe von Colmar, an. Auch ihm war es gelungen, aus Algier nach Tanger zu entkommen.

* Weltausstellung Paris 1900; Abt. Tiere. DieMit­teilungen" der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft Stück 14 veröffentlichen soeben die für deutsche Züchter wichtigsten Bestimmungen des vom französ. Landwirtschafts­ministerium erlassenen Preisausschreibens der nächstjährigen Pariser Weltausstellung für landwirtschaftliche Haustiere. Die Pferdeausstellung findet vom 2.10. September, die Ausstellung der Rinder, Schafe, Schweine, des Geflügels und der Kaninchen dagegen vom 21. Juni bis 2. Juli 1900 statt. Die Pferde treten nach Schlägen ohne Rücksicht auf das Land ihrer Geburt und Aufzucht in Wettbewerb; bei

den Rindern, Schafen und Schweinen dagegen vereinigt je eine 1. Abteilung alle im Ausland geborenen und gezogenen, eine 2. alle in Frankreich gezogenen Tiere, nach Schlägen geordnet. Als Klassenpreise sind stets gleichzeitig Preis­münzen und Geldpreise ausgesetzt; die bei den Pferden vor­gesehenen Siegerpreise sind ebenso gestaltet; die für die an- deren Tiergattungen vorgesehenengroßen Ehrenpreise" für jede Abteilung einer bestehen in Kunstgegcnständen. Die Anmeldefristen sind festgesetzt für Pferde auf den 31. Mai, für Rinder, Schafe, Schweine und für Geflügel und Kaninchen auf den 15. Mürz 1900. Nähere Nach­richten sowie die Anmeldescheine für Tiere sind durch die D. L. G., Berlin, Kochstr. 73 zu erhalten.

* Arbeitszeit im Großhandel. In der deutschen Ge­schäftswelt hat man in den vergangenen Wochen lebhafte Versuche gemacht, um der englischen Arbeitszeit Eingang in die Kontore unserer Handelsplätze zu verschaffen. Eine Reihe großer Bankinstitute in Berlin, Leipzig, Bremen, Halle u. a. O. haben zunächst mit der Einführung eines 3 Uhr-Geschäftsschlusses an den Sonnabenden den Anfang gemacht, eingedenk des in England gültigen Satzes, daß der Samstag dazu dienen soll, dem Körper in der freien Natur Erholung von den Anstrengungen der Woche zu bringen, während- der Sonntag zur Befriedigung des eigentlichen Ruhebedürfnisses bestimmt ist. Auch an den übrigen Werk­tagen greift die sogenannte ungeteilte Arbeitszeit ohne Mit­tagspausen, wie sie in den Hamburger Großhandlungen schon seit Jahren besteht, mehr und mehr Platz. Wie der deutschnationale Handlungsgehilfen -Verb and zu Hamburg in seinem Organ, derDeutschen Handels- Wacht", mitteilt, forderte jüngst der Stuttgarter Handels­verein, eine Prinzipalsvereinigung, zu einem praktischen Versuche mit der Durcharbeit auf, die vor allem in größeren Städten eine erhebliche Zeitersparnis bedeutet, da sie den mehrmaligen Weg der Angestellten von ihren oft in den Vororten gelegenen Wohnungen zu den Geschäftsräumen in Wegfall bringt.

UniversitSts-Uachrichten.

Marburg. Die Zahl unserer UnivrrfilälSgebäude und der mit der Universität in Verbindung stehenden Institute ist wieder um ein großartiges Bauwerk vermehrt worden, nämlich um die nunmehr im Rohbau vollendete neue Universitätsbibliothek. DaS Ge­bäude besteht aus einem achtstöckigen Büchermagaztn, aus Stein, Eisen und Glas, einem zweistöckigen Mittelbau und einem Seiten­gebäude mit Gtebelsront, enthaltend Lesesäle, Abserttgungsraum, Be­amtenwohnung rc. Der gesamte Bau wird etwa 400,000 Bände auszunehmen imstande sein und nach seiner Vollendung ca. 450,000 Mk. kosten. Außer diesem Btbliothcks-Neubau sind aber noch wettere Universität^ Neu- und Erweiterungsbauten notwendig und auch bereits in Aussicht genommen. Frks. Zig.

Marburg. Der Marburger Ferienkursuö (Mine Juli bis Mitte August) hat einen unzwetselhasten Erfolg zu verzeichnen. Er war, beide Tetlkurse zusammengerechnet, von 328 Teilnehmern auS allen Weltteilen besucht. Besonderen Beifalls erfreuten sich die Vorlesungen über Phonetik, Pädagogik und Kunstgeschichte, ohne daß etz den übrigen Vorträgen (sowohl englische als französische Lttteratur war sehr gut vertreten) an reger Teilnahme gefehlt hätte. Daneben herrschte eine fröhliche internationale Geselligkeit, die durch kein Miß­verständnis getrübt worden ist.

Berlin. Prof. Karl Schweigger, der Nachfolger Alb­recht v. Gräfes auf dem Lehrstuhl der Augenheilkunde an der hiesigen Universität, hatte sich im Frühjahr infolge andauernder Kränklichkeit veranlaßt gefehen, seine Entlastung von der akademischen Lehrthätig- kett und der Leitung der augenärzilichen Universitätsklinik nachzu- suchen. Wie nun die National-Zeitung mitteilt, hat er sich bestimmen lassen, sein Entlassungsgesuch wieder zurückzuziehen. Prof. Schweigger steht im 69. Lebensjahre.

Charlotten bürg. Zum Professor der Photochemie an der technischen Hochschule ist als Nachfolger H. W. Vogels Dr. phil. Adolf Miethe tn Braunschweig berufen woroen.

Würzburg. Der frühere Direktor deb Naturalienkabinetts auf der Veste Coburg, Prosesfor Erhardt, ist im Alter von 80 Jahren gestorben.

Zürich. In der am Montag stattgefundenen KantonSrats- sttzung wurden die beiden Anträge des Regierungsrates aus Einbezug der bisher provisorischen zahnärztlichen Schule tn den Lehrkörper der Hochschule Zürich, sowie aus Errichtung einer besonderen Assistenten­stelle für die Wasserbehandlungsmethode an der Hochschule (statt einer früher durch einen Initiativvorschlag verlangten Prosestur für Wasterheilkunde) angenommen.

Zürich. Im Garten der eidgenössischen Forstschule wurde daS dem Andenken des verstorbenen Professors der Forstwissenschaften Jakob Landolt gewidmete Denkmal eingeweiht.

Prag. Der außerordentliche Profestor Dr. Bohuslav Frhr. v. Rieger wurde zum ordentlichen Professor der österreichischen Reichsgeschtchte an der böhmischen Universität ernannt.

St. Petersburg. In einem Dorfe im Gouvernement Moskau starb am 15. ds. MtS. der Profeffor emerit. Dr. med. Viktor Legontn. Ltgonin war der älteste UnioersttStsprofessor Moskaus und bekleidete daselbst über 30 Jahre den Lehrstuhl für gerichtliche Medizin. Er hat eine große Zahl medizinischer Werke verfaßt.

Wöchentliche Übersicht der Todesfälle in Gießen.

33. Woche. Dom 13. August bis 19. August 1899. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 500 (incl. 1600 Mann Militär). SterblichkeitSziffer: 31,83, nach Abzug der Ortsfremden 25,47 o/gy.

Kinder

ES starben an: Zusammen:

Erwachsene: tat vom

1 (1)

1.Lebensjahr: L-.Jahrr

Altersschwäche

1 (1)

Lebensschwäche

3

3

Lungenschwindsucht

1

1

Knochentuberkulose

2

1

1

Lungenentzündung

2 (1)

2 (1)

Lungenerwetterung

1

1

Leberentzündung

1

1

Niermentzündung

1

1

KrebS

1

1

Krämpfen

1

1

Unglücksfall

1 (1)

1 (1)

Summa: 15 (3)

10 (3)

4 1

Anm. Die in Klammern gefitzten Ziffern geben an, wie viele

der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach

Gießen gebrachte Kranke kommen.

Schisssnachrichten

Der Postdampfer .Friesland" der »Red Star 8tnc* in »r>t- werpen ist laut Telegramm am 21. August wohlbehalten in New- Vork angckommcn.