Ausgabe 
25.6.1899 Zweites Blatt
 
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x- daß 8tit- ^spolizeG -s binnen 2j > Der AusiL gemäß und btt

ZmiderhR nit Geldstraß 't Artikel 81 it der Ausft- ß beantragt: nähme der llt Entwurfs, \to ifenen Vorsitli mstadt, Maici |um Gesetzes Iren.

Gießen, 24.

Zus «nstellung der neuesten Erscheinungen auf dem Gebiete der -^enmedizin und der Tropenhygienc u. s. w. und Ueb irc t lung derselben an die draußen stehenden Aerzte, durcHl'.mterstützung von Kandidaten für den missionsärzt- lichemJiiruf, durch Unterstützung oder Erhaltung der be­steh. a\n ärztlichen Niederlassungen und durch Gründung neu,irn Krankenhäuser in den Missionsgebieten. Der Verein läßt.-) Mich einen Bericht drucken, der allen Mitgliedern zugyM wird.

" Das Thürenzuwerfen bei Eisenbahnzügen. Aus Seffliit., 18. Juni wird berichtet, daß die folgende Ver- fii gi ruz der Eisenbahnverwaltung an die sämtlichen Stationen des t kireltionsbezirks ergangen ist.Es ist in letzter Zeit wie-Mhalt vorgekommen, daß Fahrgäste durch das Zuwerfen der i k-agr nthüren, namentlich seitens der Thürschließer, zum Zeivll nicht unerhebliche Fingerquetschungen erlitten haben. lint:«!i Bezugnahme auf die Verfügungen vom rc. weise ich hieri.'M<h die Stationsvorstände an, das gesamte Fahr- und ulion3yerfonal nochmals auf das eindringlichste zu er- malHtn, unter allen Umständen vorsichtig beim Schließen der: öagLnthüren zu verfahren. Das Personal hat, wenn crfcNidiid), unter lautem Ausruf:Vorsicht!" thunlichst laniM die Thüren zu schließen. Sollte hierbei einem Ber^ichelen ein Verschulden nachgewiesen werden oder sollte er Mch mur belastet erscheinen, so hat der Betreffende un- nactWliich eine strenge Bestrafung zu erwarten."

' Eisenbahncinnahmen. Auf den vereinigten Preußisch- HessWhki Staatseisenbahnen wurden im abgelaufenen Monat M°M Mnd 108,255,000 Mk. gegen 100,655,000 Mk. in beir-iüRii des Vorjahres vereinnahmt, mithin ein Mehr von i,ßriX0OO Mk. Davon entfallen auf den Güterverkehr 4-,8.'',39,009) Mk. und den Personenverkehr 2,382,000 Mk. Derrrßrfl entfällt auf das Extraordinarium. Die Mehr- inraiahmm in den Monaten April und Mai belaufen sich luimnmci auf 11,815,000 Mk., was auf den Kubikmeter . inert Lin nähme von 7993 Mk. entspricht.

I. ßnuter, 23. Juni, lieber unserer Gemarkung entlud sich l m Mittwoch nachmittag ein schreckliches Unwetter, ^oiia Nov'dosten kommend, blieb dasselbe eirka 3 Stunden lan-iguber: den auf den Höhen liegenden Waldungen stehen, unixe (4 fiel dort und auch im Ort selbst ein wolkenbruch- " trigtr iegen. Die Wassermassen tarnen mit überraschender Ges «chchwigkeit und mit solcher Gewalt, daß Wege und Wiesen in ' Kizer- Zeit unter Wasser standen. Besonders heftig toiitirtle bu8 Wasser in der oberhalb des Ortes gelegenen BiniiignWe. Das Thal ist dort eng. Infolgedessen stellte sich b KS Wasser im Hofe des Herrn Zimmer bis P/2 Mtr. ."wchi, branng in Vieh- und Schweineställe ein, sodaß mehrere Fer RI Mranken, eine Ziege und ein Schaf fortgerissen und getc ür! Wurden. Es fehlte nicht viel, so wäre auch das vmitiolle, auf der Frankfurter Ausstellung mit ersten Preisen prälMi'frlL Vogelsberger Rindvieh der Zuchtstation Bingmühle

zugrunde gegangen. Bis zum Hals im Wasser stehend, mußten die Tiere während der ganzen Katastrophe ausharren. Machtlos standen viele hilfsbereite Männer dem gewaltigen Naturschauspiele gegenüber. Auch in der Mühle richtete das Wasser an Mehl und Getreide enormen Schaden an. Von der großen Heftigkeit des Wassers zeugt, daß dasselbe eiserne Pflüge, Eggen usw. mit zu Thal nahm. Ein Wagen wurde buchstäblich in zwei Teile zerrissen und das eiserne Hofthor der Bingmühle vollständig zertrümmert. Die drei Besitzer der Bingmühle wurden ihrer sämtlichen landwirt­schaftlichen Geräte beraubt. Zeitweise fielen auch dicke Hagel­körner in großer Menge, sodaß die Getreidefelder schwer geschädigt wurden. Das im Thal liegende Heu wurde sämtlich fortgeschwemmt, das noch stehende Heugras jedoch so niedergedrückt und beschmutzt, daß es wertlos geworden ist. Der Schaden der hiesigen Gemeinde beläuft sich auf viele tausend Mark. Auch in den fiskalischen Waldungen richtete das Unwetter große Verwüstungen an. Kanäle und Wege sind zum großen Teil total zerstört. Lagerndes Bau­holz bis zu 3 Fstm. Stärke wurde große Strecken fort- gerissen. Unweit des Ortes auf die Kreisstraße nach Lau­bach geschwemmtes Bauholz drohte, den Wasserstrom zu flauen. Einigen beherzten Männern gelang es nach mehr­stündiger Arbeit, die Hindernisse zu entfernen, dem Wasser freien Abzug zu verschaffen und so noch schwereres Unglück zu verhüten. Die ältesten Leute des Ortes können sich eines solchen Unwetters nicht entsinnen. Bemerkenswert ist noch, daß sich das Wetter nut über die Orte Grünberg, Weickartshain, Laubach und Lauter erstreckte, während es in den diesen benachbarten Orten kaum regnete.

§§ Bermuthshain, 22. Juni. Gestern nachmittag gegen i/32 Uhr, als bereits beinahe alle Bewohner auf den Herchen- hainer Johannimarkt gegangen waren, brach in der Hof­ratte des Wagners Johannes Klein II. hier, Feuer aus. Der Dachstuhl des Hauses war vor etwa 14 Tagen ein­gestürzt, und waren die Zimmerleute eben mit dem Wieder­herstellen desselben beschäftigt, als das Haus bis auf einen kleinen Ueberrest niederbrannte. An demselben Tage stürzte die in den 50er Jahren stehende Elisabetha Blöser in der Scheune beim Heuholen vom Gerüst, und erlitt schwere innere Verletzungen.

-1- Salzhausen, 23. Juni. Die Bohrarbeiten, welche seit einiger Zett im Kurhauspark unternommen wurden, um eine Wasserleitung zu schaffen, haben gute Ergeb­nisse geliefert. Der Bohrer war in voriger Woche auf einen starken, mehrere Meter dicken Phonolithklotz gestoßen, der durchbrochen wurde, worauf bald die Wasser führende Schicht gefunden wurde. Die erforderliche Wassermenge ist darum ohne Zweifel zu erhalten. Das Brunnenbohren ist in unserer Gegend ein Kunststück und hängt vom Zufall ab. In dem benachbarten Geiß-Nidda ging die Bahnverwaltung in große Tiefe hinab, fand aber nur sumpfiges Wasser. Das Bohrloch wurde verlassen und einige Schritte schräg

rückwärts von neuem eingeschlagen, wo sich bald reines, gutes Wasser ergab. Auf der Station Gettenau drang der Bohrer 80 Mtr. tief ein, ohne daß der beabsichtigte Zweck ganz erreicht worden zu sein scheint.

n. Stammheim, 22. Juni. Gestern mittag zogen mehrere schwere Gewitter über unsere Fluren, die uns so schwere Niederschläge brachten, daß sich das Getreide vielfach ge­lagert hat. Gegen abend schlug der Blitz in einen außer­halb des Dorfes sitzenden großen Strohhausen, der gänz­lich verbrannte. Von hier sind zwei junge Leute in Tsintau in China, von denen einer kürzlich schrieb, daß die Preise für manche Lebensmittel dort ungemein billig seien; ein Pfund Rindfleisch kostet 12 Pfg., ein halbes Dutzend Eier 10 Pfg. Von dem gewöhnlichen Volk in China ent­wirft der eine Briefschreiber kein schmeichelhaftes Bild. Schmutzig, zerlumpt, in Löchern wohnend, hat es wenig Be­dürfnisse, aber auch keine Lust und Liebe zu richtiger Arbeit. In einem Briefe steht wörtlich:Die Arbeit von zehn Chinesen liefert ein Europäer in derselben Zeit. Der Lohn ist aber auch furchtbar gering."

X. Darmstadt, 23. Juni. Wie man zuverlässig hört, ist es beabsichtigt, die bermalige Tagung der Zweiten Kammer gegen Ablauf der ersten Juliwoche (um den 7. oder 8. herum) zu schließen. Als Plakat für die An­kündigung der Ausstellung hessischer und in Hessen lebender Künstler hier wurde das von Hoftheatermaler CurtKempin entworfene gewählt. In den betr. Künstlerkreisen zeigt sich großes Jntereffe für die Ausstellung.

ai Lampertheim, 22. Juni. Bei Lindheim in der Wetterau soll im nächsten Monat eine interessante Pflug- probe stattfinden, bei der es sich um eine Erfindung han­delt, und wobei alle Arten von Pflügen, leichte und schwere Geräte, je nach dem Tiefgang durch Pferde oder durch Dampfkraft in Thätigkeit gesetzt, vorgeführt werden sollen. Es ist nämlich Herrn Geometer und Bautechniker Friedrich Daniel Keller von hier, mit Hilfe eines tüchtigen Pflug­schmieds, Andreas Keil, nach 20 jährigen Bemühungen ge­lungen, das Problem der rotierenden Schraube am Pflug glücklich zu lösen, und dieses Arbeitsprinzip so zu gestalten, daß es nun auf jeden Ackerpflug wie auch auf die Dampf­pflüge leicht übertragen werden kann. Für dieses wertvolle, praktische Keller-Keil'sche Pflugsystem haben sich bereits 16 Unternehmer zum Teil auch Maschinenfabrikanten auf Grund von Feldversuchen und nach den hierauf erfolgten günstigen Ernteresultaten interessiert, und haben den Er­findern ein Kapital von 30,000 Mk. zur Verfügung gestellt, damit Letztere den Patentschutz für ihre Erfindung in Deutsch­land, Frankreich, England und Amerika erlangen können. Den Verkauf der Patente hat das Universal Reise-Bureau I. Schottenfels u. Co. in die Hände genommen. Unter den sieben Weltfirmen, die den Pflug nachbauen, und der Land wirtschaft zugänglich machen wollen, befindet sich auch die Firma Fowler-Leeds in Magdeburg.

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