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den 18. November 1898.
Neidhart, 8185 reibet des Großherzoglicha Amtsgerichts.
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Zimmermann. 8191 WttdmgÜG leiember 1899, vomitlag! ird im diess. SOästsMM I - der Bedarf an FleG raren für die Garnison Gieße . i Qnnuar bis 30. Anin inaen Die LieserungSbediE en m GesLMMmer aut.
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Rr. 277 Erstes Blatt. Freitag dm 24. November
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Gießener Anzeiger
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Amtlicher Keil.
Gießen, den 22. November 1899. Betreffend: Den Neudruck der Gesinde-Dienstbücher: Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au Grohh. Polizeiamt Gieherr und die Grotzh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des KreiseS.
Im Anschluß an unser Ausschreiben vom 17. l. Mts. im Anzeiger Nr. 273 empfehlen wir Ihnen schon jetzt bei neu auszustellenden Gesindedienstbüchern das neue Formular zu benutzen, damit den Inhabern die Möglichkeit gegeben ist, sich mit den am 1. Januar 1900 in Geltung tretenden neuen Bestimmungen vertraut zu machen und damit für die Folge Irrtümer, bezüglich des geltenden Rechts, vermieden werden.
v. Bechtold.
Bekanntmachung.
Betr.: Maul- und Klauenseuche.
In Utphe ist die Maul- und Klauenseuche in allen Gehöften, mit Ausnahme von einem erloschen und deshalb die Gemarkungssperre aufgehoben worden.
Gießen, den 23. November 1899.
Großh. Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
Theater.
-r Gießen, 23. November. (Stadttheater.) Man braucht' nicht Mitglied eines Alpenvereins zu sein, um sich an den Reise- und Hotelbildern aus dem Salzkammergut zu ergötzen, welche Blumenthal und Kadelburg m ihrem harmlosen Lustspiel: „Im weißen Rößl" entrollen, das am Dienstag abend denselben Lacherfolg hatte ftjie — relata refero — bei seinen wiederholten Ausführungen im vorigen Jahre. Die Sommerfrischler von Fach, ru denen wohl die ganze einigermaßen kapitalkräftige Bevölkerung gehört, schwelgen im „Weißen Rößl" in den Erinnerungen an ihre Reiseabenteuer in der Sommersaffon. Ob sich diese im Salzkammergut, in Oberbayern oder Tirol abspielen, ist ganz gleichgültig. Dergleichen sieht sich überall zum Verwechseln ähnlich: einen solchen unendlichen Regenguß hat man, wie die drei Obdachlosen im ersten Akt, schon oft über sich ergehen lassen; so ist man einquartrert und ausquartiert worden; so hat man sich mit den Kellnern gezankt; so ist man von den Bettlern geprellt worden. Die ganze Odyssee des bergwandernden Touristen entrollt sich vor unseren Augen auf der Bühne. Blumenthal besitzt bekanntlich selbst eine Villa im Salzkammergut; er hat dort Gelegenheit gehabt, Beobachtungen anzustellen, die er sonst vielleicht in einem Feuilleton verwertet hätte. Im „Weißen Rössel" hat er mit seines Kollegen Kadelburg Unterstützung ein dramatisches Feuilleton daraus gemacht, welches man, da es ja vorschriftsmäßig rn drei Akte gegliedert ist, auch sür ein Drama gelten lassen kann. Es ist eigentlich ein Touristenlustspiel. Herr Helm (Wiesecke) ist der Hauptträger der Handlung in Lust und Lew, tn Verbitterung und Fröhlichkeit ein ergötzlicher Philister,
Bekanntmachung.
Betr.: Maul- und Klauenseuche.
In Gießen ist die Maul- und Klauenseuche erloschen und die verfügte Gehöftsperre wieder aufgehoben worden.
Gießen, den 23. November 1899.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
Bekanntmachung.
Betr.: Maul- und Klauenseuche zu Nonnenroth.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche zu Nonnenroth erloschen ist, wird die Sperre der Gemarkung und der Gehöfte hiermit aufgehoben.
Gießen, den 23. November 1899.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
Bekanntmachung.
Betr.: Landwirtschaftliche Vorträge.
Am Sonntag dem 2«. ds. Mts., nachmittags 3 i/e Uhr, wird Herr Oekonomierat Leit Higer aus Alsfeld zu Londorf im Saale des Gastwirts Karl Göbel einen Vortrag über „Schweinezucht" halten.
Ich lade jedermann dazu freundlichst ein. Gießen, den 20. November 1899.
Der Direktor des landw. Bezirksvereins.
v. Bechtold.
Bekanntmachung.
Samstag den 25. l. M. bleibt das Bureau geschlossen. Der nächste Amtstag wird am Montag dem 27. l. M. abgehalten.
Gießen, den 22. November 1899.
Großherzogliches Steuerkommissariat.
____________Bähr. __________________
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß Samstag, den 25. November l. Js.
aus Anlaß des Geburtsfestes Ihrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs und der Großherzogin die Geschäftsräume der unterzeichneten Behörde geschlossen bleiben.
Gießen, den 20. November 1899.
Großherzogliches Hauptsteueramt. Weißenbach.
himmelhochjauchzend, was er durch einen gelungenen Schuh- plattltanz ausdrückt, und zum Tode betrübt durch gescheiterte Hoffnungen. Der Sohn der feindlichen Firma Sülzheimer (Herr Henry) hat eine köstliche Szene mit der Tochter des Privatgelehrten Hinzelmann. Beide haben einen Naturfehler. Die Tochter lispelt und der junge Kaufmann hat eine riesige Glatze. Fräulein Duve brachte diesen Zungendefekt sehr drollig vor, wie überhaupt ihr ganzes Spiel allerliebst ansprach. Herr Henry und Fräulein Duve spielten die Hauptszene, in der ihr körperliches Defizit durch das Gewinnkonto ihrer Herzen ausgeglichen wird, d. h. in der sich ihre Herzen finden, sehr amüsant. Herr Steinert (Rechtsanwalt Siedler) blieb der Gewandtheit und Geistesgegenwart des jungen Juristen nichts schuldig und fand auch für seine zarteren Gefühle — Kunststück'.— den geeigneten Ausdruck. DieOttilie des Frl. Hammer zeigte einen verwandten Charakter: sie war munter und nie verlegen. Der feinste Charakter des Stückes ist offenbar der von Herrn Curl and ganz vortrefflich dargestellte Privat- gelehrte Hinzelmann; man könnte ihn einen idyllischen Charakter nennen, wenn man für die Idylle die Jean Paul'sche Auslegung: „Das Volksglück in der Beschränkung" annehmen will. Frau Kruse (Charlotte), Herr Paren und Frl. Hardegg, welche das gegen die ganze Welt gleichgiltige Ehepaar, Bernbach und Frau darstellten, Frl. Zjimmermann (Rätin Schmidt) Frl. Haußig (Melanie Schmidt) gaben der Touristengruppe buntes, mannigfaltiges Leben. . .
Doch neben dem Touristenlustspiel geht em Lustspiel der Landeseingeborenen einher, in dessen Mitte die Wirtin Josepha Voglhuber und der Zählkellner Leopold Brand- mayer stehen. Dieser ist in seine Gebieterin verliebt und
BekauutmachuuL
Aus Anlaß der Allerhöchsten Geburtstagsfeier bleibt das OrtSgericht Gießen Samstag den 25. November geschlossen.
Gießen, den 22. November 1899.
Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Gros.
Bekanntmachung.
Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Daubringen.
In der Zeit vom 25. November bis einschließlich 8. Dezember d. I. liegen auf dem Amtszimmer der Groß- herzoglichen Bürgermeisterei Daubringen die Arbeiten des 1. Abschnittes vom I. Felde rubrizierter Feldbereinigung, nämlich:
1. der allgemeine Meliorationsplan,
2. Erläuterungsbericht und Prüfungsprotokoll zu demselben,
zur Einsicht der Beteiligten offen.
Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet statt:
Samstag, 9. Dezember 1899, vorm. 11—12 Uhr im Gemeindehaus zu Daubringen, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind.
Einwendungen sind schriftlich abzufassen, zu begründen und auf Papier in Aktengröße (mindestens i/2 Bogen) einzureichen.
Friedberg, den 21. November 1899.
Der Großherzogliche Bereinigungskommissär.
___________________Süffert.
"Deutsches Keich.
Berlin,22. Nov. Für die nächste Tagung des Evangelisch-sozialen Kongresses, welche in der Pfingstwoche 1900 zu Karlsruhe stattfindet, wurden als Hauptgegenstände der Verhandlungen festgesetzt: 1) Wie gliedern wir unsere der Volksschule entwachsene Jugend fester in den nationalen und sittlichen Organismus der Gesellschaft ein? — Diese Frage wird von zwei Referenten, einem praktischen Sozialpolitiker und einem Theologen, behandelt werden. 2) Die Wohnungsfrage. Als Referenten dieses Themas haben zugesagt: Landesrat Dr. Liebrecht, Vorsitzender der Invalidität-- und Altersversicherungsanstalt Hannover, und Pfarrer Dr. Lehmann in Hornberg in Baden. 3) Welche sozialen und sittlichen Aufgaben stellt die Entwickelung Deutschlands zur Weltmacht unserem Volke? — Bei
wirbt um ihre Hand, bald zärtlich, bald grollend und schmollend, so lange sie ein Auge auf einen Lieblingsgast geworfen hat. Doch als sie sich überzeugt, daß derselbe, eben jener Rechtsanwalt, die Tochter des Fabrikanten liebt, da wendet sie sich ihrem obersten Sklaven zu, und indem sie ihn entläßt, acceptiert sie ihn als zukünftigen Ehemann. Fräulein Eichwald war eine pikante kleine Souverainin und spielte die große Hauptszene mit Leopold mit viel psychologischer Feinheit. Leicht und ungezwungen sprach sie den Dialekt des Landes, der ihr jedenfalls ursprünglich fremd ist, und vermied es doch dabei zu stark aufzutragen. Fräulein Eichwald, die in letzter Zeit sehr starke Partieeu zu bewältigen hatte, ist unstreitig die fähigste Kraft unter den weiblichen Mitgliedern unserer Bühne. An Vielseitigkeit wird sie wenigstens von keiner anderen übertroffen. Ein sehr gewandter und auch sehr verliebter Zählkellner war der Leopold des Herrn Wilhelmi, dessen Herz wie seine Serviette hin- und herflatterte. Und die anderen Landeskinder schlossen sich diesen bei den Hauptszenen mit genrebildlicher Lebenswahrheit an: der wohlhabende Bettler des Herrn Walter, die Briefbotin Kathi des Fräulein Kugler, der Kellner Franz des Herrn Joost, der Piccolo von Frida Helm, die Hausknechte, Portiers, Stubenmädchen, Gebirgsführer; das alles hat Herr Helm mit seiner Regie zusammengehalten. Auch der Regen regnete mit großer Naturwahrheil. Alle Knallerbsen des Witzes, auf welche die Muse Blumenthals tritt, fanden ein lebhaftes Echo und die Fremdenkolonie wie das Zubehör des Hotels sah man auch nach den Aktschlüffen wiederholt auf der Bühne. Die Vorstellung war mäßig besucht.


