Ausgabe 
24.9.1899 Viertes Blatt
 
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dem Champagner aber nicht.Nun, dann habe ich noch ein ordentliches Quantum zugute, ich mag ihn aber auch noch gern."

Nach diesen Proben wird man nicht verkennen können, daß die neueste Bismarck-Publikation reich ist an interessanten Bismarck-Erinnerungen.

KoK«lrs Llld Drsvmstettrs.

Gießen, 23. September 1899.

** Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Gärtner Philipp Crenz aus Kastel wegen Fahrraddieb­stahls vom Polizeiamt Mainz, Gastwirt Karl August Baier aus Alsfeld wegen betrügerischen Bankrotts vom Unter­suchungsrichter I zu Gießen, Photograph Adolf Eberle, angeblich aus Schleswig-Holstein, zuletzt in Gießen, wegen Betrugs vom Amtsanwalt zu Alsfeld, Franz Eckert von Darmstadt wegen Betrugs vom Amtsanwalt I zu Darm­stadt, Bäcker Johannes Falk aus Enslingen wegen Unter­schlagung von der Staatsanwaltschaft Darmstadt, Taglöhner Wilhelm Gerlach aus Darmstadt wegen Unterschlagung vom Polizeiamt Darmstadt, Hausbursche Johann Guth aus Nürnberg wegen Unterschlagung von derselben Behörde, Dreschmaschinenarbeiter Franz Hagenow aus Neu-Ruppin wegen Betrugs vom Amtsanwalt zu Friedberg; Kellner Joseph Hentzsch aus Schmiedeberg in Böhmen wegen Be­trugs vom Amtsanwalt zu Bingen, Kommis Karl Hesch aus Biebrich wegen Unterschlagung vom Polizeiamt Mainz, Hausbursche Adolf Keim aus Tübingen wegen Unter­schlagung vom Polizeiamt Darmstadt, Schuhmacher Bruno Konkolewski aus Okonien wegen Hehlerei vom Amts­anwalt zu Offenbach, Karl Meyer aus Innsbruck wegen Diebstahls von der Staatsanwaltschaft Mainz, Schreiner August Wilhelm Pabst aus Waldkirch wegen Diebstahls, Betrugs und Bedrohung von der Staatsanwaltschaft Darm­stadt, Dienstknecht Joseph Serbinowski aus Neudorf am Berg wegen Betrugs vom Amtsgericht Fürth, Schneider Richard Zick aus Weißhennland wegen Diebstahls von der Polizeiverwaltung Offenbach, Former Karl Seife aus Kaiserslautern wegen Körperverletzung, Taglöhner Lorenz Ockert aus Fichtenberg wegen Unterschlagung und Betrugs, Zimmergeselle Peter Borger aus Elmshausen wegen Be­trugs und Backsteinbrenner Konrad Alois Hecker aus Schwegenheim wegen Unterschlagung, letztere sämtlich vom Amtsanwalt zu Worms.

** Zur Beachtung für Rekruteu. Die demnächst zur Ableistung ihrer Militärpflicht einrückenden Rekruten werden gut thun, ihre Quittungskarten über gezahlte Beiträge zur Alters- und Jnvaliditätsversicherung, soweit sie solche besitzen, sorgfältig aufzubewahren, da dieselben nach der Entlassung bei Wiedereintritt in versicherungspflichtige Be­triebe anzugeben sind. Die Militärdienstzeit wird den Ver­sicherten so angerechnet, als hätten sie während dieser ganzen Zeit ihre bestimmten Beiträge gezahlt.

** Vom Inserieren. In der weithin bekanntenModernen kaufmännischen Bibliothek", herausgegeben vomVerlag der Handels-Akademie Leipzig", erschien soeben ein weiterer Band:Lehrbuch der kaufmännischen Propaganda im besondern der Anzeige- und Reklame-Kunst" von Redakteur T. Kellen. Einer großen Konkurrenz be­gegnet dieses Werk nicht, und wenn es selbst der Fall wäre, es würde keine zu fürchten brauchen! Es ist ja schon manches über Reklame und Reklamekunst geschrieben worden, so voll und ganz aber ist noch kein Buch dem umfassenden und sicher nicht leichten Stoff gerecht geworden. Leicht faßlich und fließend geschrieben behandelt es nicht nur die treffende Beantwortung der fünf wichtigen Fragen: 1. Was soll man inserieren? 2. Wie soll man inserieren? 3. Wann soll man inserieren? 4. Wie oft soll man inserieren? 5. In welchen Blättern soll man inserieren?, sondern auch die Reklame in Katalogen, Kalendern, Adreßbüchern, solche durch Zirkulare, Plakate rc., ferner Firmenschilder, Schau­fenster, Ausstellungen, Gewerbehallen rc., kurz alles das, was mit RechtReklame" heißt. Die Kunst einer zielbe­wußten Insertion ist zur Wissenschaft geworden und nur

der Siegfried des Herrn Kraus. Seine wundervolle Gestalt schuf ihn zu einem echtenJung-Siegfried". Wie er mit seinem wallenden blonden Haar, den edlen Gesichtszügen in kraftvollster Jugend über die Bühne schritt, vergaß man Ernst Kraus und vermeinte nur den Wälsungensproß vor sich zu sehen. Man jubelte mit ihm, man fürchtete für ihn. Wie herrlich, wie poetisch war die Waldscene! Unter weit­schattendem Geäst eines uralten Lindenbaumes lag Siegfried. Man hörte das Summen der Käfer, das Säuseln der Blätter, das Rieseln des Quells. Wolken zogen über die Scene, zeitweise die Bühne ein wenig verdunkelnd, ringsher wurde alles lebendig und man spürte ordentlich den frischen Erdgeruch des Waldes. Die Brünhilde der Frau Gul- branson ließ etwas kalt, aber das Orchester, das sie be­gleitete, gab ihrer Gesangsleistung ein so wunderbares Relief, daß man die Sängerin beinahe darüber vergaß.

Die Götterdämmerung beschloß den Nibelungen-Cyclus. Der erste Akt ermüdete etwas, weil Brünhilde und Hagen (Dr. Felix Kraus) zurückhielten und gleichsam nicht aus sich herausgingen. Desto vollkommener waren die Chöre, die man so über alle Maßen vortrefflich einstudiert eben nur in Bayreuth hören kann. Ernst Kraus übertraf sich selbst in der Waldscene. Das Orchester spielte den Trauermarsch mit einer Kraft, mit einer Empfindung, daß sich die Hörer­schaft wahrhaft ergriffen und bis ins tiefste Herz erschüttert fühlte......

Der letzte Festspielabend bescherte uns den Parsival. Dem majestätischen Werk geht ein so großer Ruf voraus, daß die hochgespannte Erwartung begreiflich ist, die man nach Bayreuth wallfahrend ihm entgegenbringt. Stunden­lang vor Beginn des Bühnenweihfestspiels sind die Restau-

bedauerlich ist es, daß sie noch so vielfach unterschätzt wird. Gleich allen kaufmännischen Wissenschaften sollte sie erlernt werden, soll sie doch das Wichtigste jedes Geschäftes herbei­führen; die Ausdehnung und den steigenden Gewinn. Welche Riesensummen werden durch wertlose Reklamen ver­schwendet, und welchen Riesenerfolg könnten, nein müßten sie bringen, würde die Reklame planmäßig und überlegt in Szene gesetzt, und wenn auch nicht nach augenblicklichem Erfolg, durchgeführt. Denn nur in der beharrlichen Durch­führung eines Reklame-Systems liegt Erfolg, liegt das Geheimnis des Reklame-Erfolges! Vor allem sei das Merkchen denen empfohlen, die da noch immer den Wert der Reklame nicht einsehen wollen, denen, die da meinen, daß sie nicht nötig haben, sich der Reklame zu be­dienen, und schließlich allen, dieElwas zu verkaufen" haben, denn sie alle brauchen dazu die Reklame. Die mächtigsten Industriellen, die Besitzer jener Welthäuser, deren Namen jeder Zone geläufig sind, haben rückhaltlos anerkannt, daß die zielbewußte Reklame ihnen ihre Riesenerfolge brachte. Nicht ein jedes Geschäft kann sich für seine Propaganda einen Fachmann engagieren, das obige billige, sachlich vor­zügliche Merkchen kann sich jeder aber anschaffen und kann treffliche Lehren aus ihm ziehen, an Hand welcher er thätig sein wird, den stets steigenden Ansprüchen, die eine erfolg­sichere Reklame an den Ausübenden stellt, gerecht zu werden. Das Merkchen behandelt nur die vornehme ökonomische Re­klame, nicht die bekannteamerikanische Reklame", in deren Wahnsinn trotz allem noch Methode liegt.

0. Ans Oberhefsen, 22. September. Der Herbst sängt nun an, die Abende sind schon länger geworden, und die Landwirte müssen mit Licht in den Ställen und Scheuern Herumwirtschaften. Sobald dies geschieht, kommen Schaden­feuer vor und auch dieses Jahr wieder, wie man aus den öffentlichen Blättern entnehmen kann. Darum möchten wir unseren Berufsgenossen das alte Nachtwächterlied Bewahrt das Feuer und das Licht, daß ja niemand ein Schaden geschicht" recht eindringlich zurufen. Noch eins! Die Dreschmaschinen, die Futter­schneidmaschinen, die Aepfelmühlen und Keltern sind im Gange und von vielen Seiten kommen Nachrichten; da hat einer einen Finger, dort hat einer einen Arm eingebüßt und dem ist die Hand gequetscht worden. Darum: Habt acht, Ihr Landwirte! Hütet die Kinder und seid mit Euren Maschinen vorsichtig Vorsicht ist besser als Nachsicht!

M. Aus der mittleren Wetterau, 21. September. Der Herbstanfang hat uns, dem Anschein nach, eine Wendung zu anderer Witterung gebracht. Die heiße, trockene Zeit im August ist durch schwere, anhaltende Regengüsse im September gründlich wettgemacht worden. Nun wird es im Obstgeschäfte lebendig; es haben Versteigerungen von Obst an den Straßen stattgefunden, wobei hohe Preise erzielt wurden. In Blofeld, dessen Obst natürlich von hervor­ragender Güte ist, versteigerte man gestern Baum für Baum, also nicht nach Gewicht. Nach mäßiger Schätzung und wenn die Erntekosten selbstverständlich miteingerechnet werden, kam das Brechobst bei besseren Sorten auf 1820 Mk. der Doppelzentner und noch höher. Die Kartoffeln sind glücklicherweise recht billig, man kauft den Doppel­zentner je nach Güte für Mk. 2.80 bis Mk. 3.80 und noch höher. Recht teuer sind die sog. Mäuskartoffeln, diese langen, schlanken Dinger, welche den vorzüglichen Kartoffelsalat liefern und bis zu 20 Mk. per Doppelzentner bezahlt werden. Aber Achtung! und die Augen aufgethan! Ihr werten Hausfrauen beim Kartoffelkaufen. Die Knollen kommen sehr schmutzig in den Keller wegen des schlechten Wetters; es gibt kranke Knollen, die wegen des anhaften­den Schmutzes nicht leicht erkennbar sind. Wer nicht scharf zuschaut, kann viele angestoßene Knollen in den Keller be kommen, die schnell zu Grunde gehen. Die Zwiebeln sind geraten und werden nicht hochpreisig; für 21/, bis 3 Mk. erhält man einen Zentner. Recht schön sind alle Kohl­arten und Rüben gediehen, besonders in den letzten 3 Wochen; wegen der großen Nässe ist der Geschmack dieser Erzeugnisse nicht so fein, als in Jahrgängen mit trocknem

rants in der Nähe des Festspielhauses überfüllt. Da sitzt ein Kreis von Künstlern und Schriftstellern behaglich schmausend am wohlgedeckten Tisch. Allerlei kritische Worte werden laut, sodaß man neugierig näher tritt. Da beklagt sich eine Künstlerin bitterlich, daß Frau Cosima Wagner den mitwirkenden Damen nicht genug Freiheit lasse. Jede Be­wegung, jeder Schritt werde von ihr vorgeschrieben. Die Widersprechende werde mit Acht und Bann belegt. Die Herren ließen sich diese etwas Peinliche Regie nicht gefallen, daher komme es, daß sie in ihren Rollen im allgemeinen besser gewirkt hätten als die Damen. Solche Eingriffe in die künstlerische Individualität rächten sich immer. Frau Wagner, hörte man sagen, gäbe sogar jeder Choristin, jeder Tänzerin, die Direktive. Auch sei es schwer begreiflich, daß sie Konzertsänger zur Mitwirkung bei den Festspielen heran­ziehe. Daß diese in Bezug auf Spiel und Gesten alsdann das meiste zu wünschen übrig ließen, sei leicht zu erklären. Man erzählt sich, daß die Familie Wagner vor Beginn jeder Vorstellung die Bühne beschreitet, um mit äußerster Strenge und Sorgfalt das gesamte Künstlerpersonal noch einmal zu inspizieren. Es ist billig, über diese Dinge sich lustig zu machen, aber man muß erst in Bayreuth gewesen sein, um sich zu überzeugen, daß eine in der Thal vollendete Regie die Darbietungen bis ins feinste ausgearbeitet und zu wahrhafter Vollendung geführt hat.....

Um vier Uhr ertönten Fanfaren, und in wahrer Weihe­stimmung betraten wir das Festspielbaus. Unter den Zu­hörern fiel die große Zahl der Engländer auf, während an den übrigen Festspicltagen das französische Element unter den Besuchern stark hervorgetreten war. Parsifal ist näm­lich die Weihe- und Erbauungsmusik für die bigottesten

September. Die Raupenplage ist glücklicherweise bis jetzt ausgeblieben. Aus vorstehenden kurzen Notizen werden die verehrlichen Hausfrauen einiges zu entnehmen wissen und Anhaltspunkte für ihre Einkäufe haben. Bis die Sachen in die Städte kommen, fallen selbstverständlich noch einige Spesen daraus, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen.

+ Illnhausen, 21. September. Die Familieunseres Bürgermeisters wurde heute in tiefe Trauer ver­setzt, indem ihr ein Enkelchen in die mit Regenwaffer an- gefüllte tiefe Mist stä11e stürzte und ertrank.

Mainz, 21. September. Altertumsfunde. Vor einiger Zeit wurden bei der Erbauung eines Hauses in der Kurfürstenstraße vier Grabsteine aufgefunden, von denen aber nur zwei derart erhalten waren, daß die Inschriften entziffert werden konnten. Das Interessanteste ist, wie es sich aus den Untersuchungen des Herrn Prof. Dr. Körber ergeben hat, daß beide Grabsteine in einer Beziehung zu einander stehen. Sie gehören dem Anfänge des 3. Jahr­hunderts an. Der eine Stein ist 89 Ctm. hoch, 44 Ctm. breit und 32 Ctm. tief. Aus der Inschrift geht hervor, daß ihrem 12jährigen Töchterchen der Schreiber des Legions­legaten Quietius Secundus und seine Gemahlin Secundinia Paula dieses Grabmal setzen ließen. Der andere Grabstein ist etwas größer und hat derselbe eine Höhe von 105 Ctm. und eine Breite von 55 Ctm. Aus der Inschrift des Grab­steins ist zu ersehen, daß derselbe Quietius Secundus, nachdem er inzwischen zum Beneficiarius des Legionslegaten aufgerückt ist, auch seine Gattin verloren hat. Er nennt sie unvergleichlich und überaus pflichttreu", sowiedem Gemahl unbedingt gehorsam". Daß er letzteres auf dem Grabmal noch besonders hervorhebt, beweist, daß es damals auch schon Frauen gegeben hat, von denen man dies wahrscheinlich nicht sagen konnte. (M. A.)

*t Frankfurt a. M., 18. September. Central stelle für Obstverwertung und Obst-Markt-Komitee Frankfurt a. M. Nachfragen. Julius Meier, Holz­handlung, Neuweier, Station Steinbach, Baden, tauft Mostäpfel. Maingauer Konservenfabrik G. m. b. H. in Hanau a. M., kaufen 200 Ctr. harte Birnen. Gottfried Gumder, Gardistenstraße 13 in Darmstadt, kauft gr. Posten Kelteräpfel. Frau Gottl. Lungen, Burg Zieverich, Berg­heim Eft., kauft Tafelobst. Postsekretär Hennenberger, Rastatt, tauft Tafelobst. Eisenbahnsekretär Henkel, Frank­furt a. M., Mörfelderlandstr. 6211, kaust 50 Ctr. Tafel- und Kochobst. K. Langenauer, Niederwalluff, kauft 12 Ctr. Aepfel, Tafelobst. Carl Günther, zur Rose in Ladenburg, Baden, kauft Preisselbeeren, Pfirsiche und Birnen. G. Stumpp, Kaufmann, Alpirsbach, Württbg, kauft 3 Waggon Kelteräpfel. F. A. Duenkel, Coburg, kauft 5 Waggon Mostäpfel. Frau Oscar Schräder, Telgte, kauft schöne Aepfel, einige Ctr. Franz Jos. Büchold, Obernburg a. M., kauft 3 bis 5 Waggon Mostobst und 2 Waggon Tafel- Aepfel und Birnen. Ernst Schröder, Hamburg I, kauft Zwergobst, Tafeläpfel, Tafelbirnen, speziell Goldparmaine, Gravensteiner, Canada Reinetten rc. Obertel. Aff. Rotten- gutter, Mannheim, Rheindammstraße 51, kauft haltbare Tafeläpfel. Fran Professor Günther, Groß-Umstadt, Hessen, kauft 12 Ctr. jetzt reife Aepfel, Birnen, Zwetschen. Obft- verwert. Genossenschaft, Uslar a. Weser, kaust 500 Ctr. Mostobst, Tafeläpfel, Tafelbirnen. Oldenburg. Konserven­fabrik in Zwischenahn, Oldenburg, kauft Falläpfel, Birnen, Zwetschen (in Waggon). G. Heilemann, Wendlingen, Station Unterbaihingen, Württemberg, 30 Waggon Mostobst. Dr. Weibezahn, Bad Nenndorf, kaust große Kasseler Reinetten und Canada Reinetten. Adam Rackles, Aepfelweinproduzent, Frankfurt a. M., Bergerstr., kauft Mostobst. Postverwalter Collmer, Herleshausen, kauft Tafelobst. Frau Pfarrer Wiebel, Reichenbach bei Kromweiler a. Nahe, kauft Tafel­obst. Kaiser!. Steuer-Inspektor Eckarius in Colmar i. Els., kauft Aepfel und Birnen. Clemm, Bahnhofstraße 50II in Gießen kaust 5 Ctr. la Wintertafeläpfel und 1 Gentner la Frühäpfel. W. Bingen, Buchdruckerei, Viernheim b. Mann­heim, kauft mehrere Ctr. Birnen, Aepfel, Zwetschen. Adolf Kranzbühler, Neustadt a. d. Haardt, kauft Zwetschen und

Engländer, welche sonst nie ein Theater besuchen. Wie­derum vollkommenste Finsternis. In langgehaltenen, feier­lichen Tönen setzt das Vorspiel ein. Diese Töne haben Zauberkraft, und schon fühlt die Seele ahnungsvoll die Nähe des heiligen Grals. Der Vorhang hebt sich. Unter einem Felsen gebettet schläft der alte Gurnemanz, der Pförtner der Gralsburg. Zu seinen Füßen ruhen zwei Knappen, alle in der Tracht des heiligen Grals. Mit dem leisen Schlaf des Greises hört Gurnemanz den Weckruf, der von der Burg her tönt, und weckt die schlummernden Knappen. Alle drei knieen nieder und verrichten andächtig ihr Morgen­gebet, das das Orchester mit dem Motiv derbefreienden Liebe" begleitet. Ritter nahen von der Burg und melden die Ankunft des Königs, der im Wasser des geweihten Sees Linderung für die furchtbaren Schmerzen seiner Wunde sucht. In wilden Läufen deutet nun die Musik das Nahen der wilden Reiterin Kundry an. Sie schwankt herein, das härene Gewand hat sie mit Schlangenhäuten aufgeschürzt, ihr schwarzes Haar flattert in langen Strähnen hinter ihr her. Sie drückt ein Gefäß in Gurnemanz Hand. Aus dem fernen Arabien trägt sie für den kranken König Balsam herbei. Jedes Wort der Kundry wird von ihrem Motiv im Orchester begleitet und malt uns in Tönen das fürchter­liche Geheimnis, das über diesem seltsamen Wesen webt. Als der Heiland sein Kreuz auf den Calvarienberg trug, da lachte Kundry damals Herodias seitdem tönt un­aufhörlich ihr wildes Lachen durch die Welt. Klingsor, der furchtbare Zauberer und Feind der Gralsritter, hält sie in seinem Bann und zwingt sie, ihm als Werkzeug zum Ver­derben der Ritter zu dienen. In Klingsors Gefolgschaft erscheint sie in verführerischer Schönheit, ihr schändliches