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24.8.1899 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

Aintr. unb Anzeigeblatt für den TLreisGieMn-

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Giehener Anzeiger

Heneral -Anzeiger

z. B. die Tochter des verstorbenen Schriftstellers Ernst Pasquo, der durch seinen Sammlerfleiß bekannt war und in Weimar auch viel auf den Spuren Goethes und Schillers gewandert ist, aus dem Nachlaß ihres Vaters beigesteuert: ein Goethe Manuskript, die Aufzeichnung der einen Xeme, drei Briefe von Schauspielern aus Goethes Zett, die aus ihn und seine Werke Bezug haben, einen Uhrschlüssel, den Goethe, nachweislich, benutzt, und eine Mundtasse, auf welcher sich das Goethe-Haus in Weimar befindet. Diese wurde vom Dichter mit einem kurzen Vers an Durand, den ersten Darsteller des Faust, als Affektionszeichen gegeben, und ist durch einen der Erben des Schauspielers an Ernst Pasquv gekommen. . . ... .. .

Das Erdgeschoß unseres Kunstvereins-Gebaudes am Rheinthor ist gegenwärtig überfüllt mit Kisten und Kistchen, die ihrer Eröffnung harren. Der große Andrang der Aussteller hat den Anbau einer Halle notwendig gemacht, zu welcher man vom Treppenhause aus den Eingang brechen wird. Nach erfülltem Zweck soll der Anbau wieder beseitigt werden. In Angriff aber hat man ihn noch gar nicht ge­nommen, und doch ist die Eröffnung der Ausstellung, falls der Großherzog nicht anders bestimmt, für den 15. Sep­tember geplant. , .

Das Kunstgewerbliche wird diesmal nur den Charakter des Beiwerks beanspruchen. Als ein Hauptclou dürf immerhin die vollständige Einrichtung eines ' zimmers zu betrachten sein, wie sie eben auf der Dresdener Ausstellung paradiert.

wenn kleine Marschstockungen eintreten und er nicht ab­springen will.

Ein großes Volksfest, das im Orangeriegarten stattfand, beschloß die Reihe der patriotischen Festlichketten. Warum dieser Garten mit seinen breiten, regelmäßig ge­schnittenen Laubengängen, in welchen eine Illumination geradezu feenhaft wirkt, nicht öfter zu solchen Zwecken herangezogen wird, ist uns immer rätselhaft gewesen.

Wir Darmstädter werden auch unsere Goethe-Tage haben, natürlich in Miniatur-Ausgabe. Mit Frankfurt können wir selbstverständlich nicht wetteifern, vielleicht nicht einmal mit Wetzlar. Was sich hier von persönlichen Er­innerungen an Goethe auftreiben läßt, wird sich zu der Ausstellung im Frankfurter Goethe-Museum etwa so ver- halten, wie die Größe unseres Woog zu der des Mam- stroms^u dem fällt noch erschwerend in die Wagschale, daß derjenige Merck, welcher die Haupterinnerungen an Goethe, soweit solche sich auf die Beziehungen zur Merck'schen Familie erstrecken, bewahrt, von Darmstadt ins Bayernland verzogen ist und seine Schätze für sich behält. , . ,

Aber ganz ohne Reliquien sind wir deshalb doch nicht, und am Tage der akademischen Feier wird sichs zeigen, daß das Gedächtnis an Goethe, den Menschen und den Dichter, auch hier nicht verloren gegangen ist.

Zu der Ausstellung, für die em Raum der Techn scheu Hochschule angewiesen ist, haben verschiedene Per!°nl>chk--'-n recht interessante, nennenswerte Bettrage gestiftet. So hat

unschuldig. (Während dieser Aeußerungen erscheint die Pariser Schauspielerin Rejane im Saal).

Der Zeuge, Kommandant Rollin macht Aussagen über eine Affaire Lajpur. Hier greift Labori ein und fragt den Zeugen, ob er die Verantwortung für die Übersetzung des Briefes des Obersten Schneider übernehme. Regierungs- Kommissar Carriöre untersagt, das diplomatische Gebiet zu berühren. In einem solchen Falle müsse er den Ausschluß der Oeffentlichkeit fordern. Labori erwidert, mcht die Ver­teidigung sei es gewesen, welche den Zwischenfall Schneider geschaffen, es sei General Mercier gewesen, welcher von den Dokumenten gesprochen habe. Labori wiederholt seine Frage an den Zeugen, welcher eine ausweichende Antwort giebt. Labori fragt nun Mercier, woher er dieses Dokument habe. Mercier antwortet zögernd, er glaube, auf diese Frage keine Antwort erteilen zu sollen. Auf die nochmalige Frage Laboris antwortet Mercier, daß er die Verantwortung für'die Richtigkeit der Uebersetzung übernehme. Labor: fragt weiter den General, mit welchem Recht er der Be­sitzer des Dokumentes sei und mit welchem Recht der Be­sitzer des geheimen Dossiers. Er bitte den General, daß er im Saale bleibe, er habe noch viele Fragen an ihn zu richten. Labori setzt sich, seine im Saale anwesende Gattin beobachtet ihn fortwährend.

Der Zeuge Ferre, früher Beamter im Bureau des Generalstabes sagt aus, er sei jetzt Beamter bet einer Be­erdigungs-Gesellschaft. Er erzählt, er habe Dreyfus außer­halb der Dienststunden in dem Bureau.des Colonel Berlin getroffen und habe gesehen, wie Dreyfus einen Civtlisten im Bureau empfing. Dreyfus protestiert energisch dagegen, jemals daS Bureau des Colonel Vertin außerhalb der Dienst­stunden betreten und jemals Civilisten empfangen zu haben. Zeuge Berlin erzählt, wie Dreyfus in seinen Dienst ge­treten sei und in welcher Weise er ihn beschäftigt habe. Er habe sich mit dem Eisenbahnnetz zu beschäftigen gehabt und zu allen Schränken die Schlüssel besessen. Dreyfus habe vieles gesprochen und vieles gefragt und sich mehr mit dem Resultat der Studien, als mit methodischer Arbeit be­schäftigt. Berlin erzählt weiter, wie er im Manöver an der Nähe der Grenze seiner Bewegung Ausdruck gegeben habe, so nahe an den verlorenen Provinzen zu sem. Da habe Dreyfus ihn plötzlich unterbrochen und gesagt, das gilt nicht für uns Juden, denn wo wir sind, ist unser Gott mit uns. Zeuge schildert weiter, wie General Mercier ihn beauftragte, Casimir Perier von dem Gange der Untersuchung gegen Dreyfus Mitteilung zu machen und berichtete dann, daß Scheurer-Kestner ihn über die Affaire Dreyfus gefragt habe. Auf eine Bemerkung des Zeugen Berlin fragt der Präsident den Zeugen Ferre, ob er Dreyfus in dem Bureau des Colonel Berlin gesehen und um welche Uhr das der Fall gewesen sei. Ferre entgegnet, vor 1 Uhr. Präsident Jouaust fragt den Zeugen Berlin, was der Schrank in seinem Bureau enthalten habe. Der

Feuilleton.

Ariefe aus der Hiesidenz.

(OrtainKlbnicht für den .Gießener Anzeiger".)

(Nachdruck verboten.) XV.

Ein patriotisches Volksfest. Vorbereitungen zur Goethefeier. Der Kunst Verein.

Drei Tage lang stand unsere Residenz im Flaggen­schmuck, der dem 25jährigen Jubiläum des Krieger-Vereins galt. Auf den Straßen, durch welche sich der Festzug bewegte, entfaltete sich in den Sonntagnachmtttagsstunden so etwas wie das Meistersinger-Treiben im 3. Akt des Waqner'schen Musikdramas. Charakteristisch hoben sich namentlich die Gruppe der Metzger, die mit ihren Betten stolz wie römische Liktoren dahin schritten, die Fechtklubs und die der Radlervereine hervor. Als der Verein gegründet wurde, existierten letztere noch nicht. Jetzt wirst ihr Dasein ganz neue Momente in das Bild öffentlicher Festaufzüge. Die großartigen Blumenarrangements an der Lenkstange, die mit grünem Laub umwundenen Radspeichen nahmen sich höchst forsch aus. Nur sehr geübte Radler auch einige Damen waren auf ihrem Stahlroß ver­treten dürfen sich auf einen solchenKorso" entlaßen. Denn das Einhalten des Promenadenschritts ist für den Radfahrer mit äußersten Schwierigkeiten verknüpft, zumal

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Bekanntmachung,

betr.: Maul- und Klauenseuche zu Ruttershausen.

In einem Gehöft zu Ruttershausen ist die Maul-und Klauenseuche festgestellt und Gehöftsperre verfügt worden.

Gießen, 23. August 1899.

Großherzogliches Kreisamt Gießen. ________v. Bechtold.

Prozeß Dreyfus.

Rennes, 22. August.

Auch die heutige Sitzung des Kriegsgerichtes wurde um 6Va Uhr eröffnet. Der Verteidiger Labori ist anwesend. Bei seinem Erscheinen werden ihm allseitig Ovationen be­reitet. Die Generale Billot und Mercier begrüßen ihn und wechseln freundliche Worte mit ihm. Dreyfus wird als­bald vorgeführt. Als er Labori ansichtig wird, geht er auf ihn zu und drückt in bewegten Worten seine Freude über die Genesung aus. Der Vorsitzende erhebt sich als­bald und hält eine kurze, warmherzig gehaltene Ansprache, in welcher er nochmals sein Bedauern über das Attentat ausdrückt und erklärt: Jeder gesittete Mensch habe bei der Meldung über das Attentat seine Abscheu ausgesprochen. Er sei glücklich, feststellen zu können, daß das Attentat kein weiteres Unglück zur Folge gehabt habe. Labori antwortet, indem er für die warmen Worte des Vorsitzenden dankt: Es sei für ihn eine besondere Freude, wieder schnell ge­heilt zu sein, da nun fein lang gehegter Wunsch, Dreyfus zu verteidigen, in Erfüllung gehe. Wir haben, so sagt Labori weiter, eine schwere Sache in Angriff genommen, wir suchen nur die Wahrheit und das Recht, wobei wir die Verteidiger, die Mitarbeiter sind. Wir wollen nur die Ge­rechtigkeit und sind überzeugt, daß in der ganzen Ange­legenheit Aufrichtigkeit vorherrscht. Ich hoffe, gegen das zu fällende Urteil wird niemand Einfpruch erheben können. Die Worte Laboris wurden im ganzen Saale mit Beifall ausgenommen. Sodann begann das Verhör des früheren Polizei-Präfekten von Belfort, namens Grigner. Derselbe ergeht sich in langen Auseinandersetzungen und hebt die Tüchtigkeit und wissenschaftliche Bildung Esterhazys hervor. Der Zeuge Grenier, welcher der Sohn des Generals Grenier ist, unter welchem Esterhazy in Afrika gedient hat, sagt aus, daß Esterhazy wenig Vertrauen verdient habe, aber, er Zeuge halte ihn des Verrats für unfähig. Esterhazy habe mehrere Erbschaften infolge von Liebschaften und über­mäßigen Aufwendungen durchgebracht. Der Zeuge sagt, es scheine ihm, (ausdrücklich behaupten könne er es nicht) daß Esterhazy ihm einmal gesagt habe, er halte Dreyfus für

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Gießener Anzeiger für den Monat September werden von allen Postanstalten, Zeitungsträgern und der Expedition, Schulstraße 7, sowie den Zweigstellen, jederzeit entgegen­genommen. Neueintretende Abonnenten erhalten die Zeitung bis 1. September kostenfrei.

Amtlicher Teil.

Gießen, den 21. August 1899.

Betr.: Die Ableistung des Huldigungs- und Verfassungs- eides.

Das GroßherMliche Kreisamt Gießen au die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises, mit Ausnahme derjenigen der Amtsgerichts­bezirke Grünberg und Homberg.

Die Ableistung des Huldigungs- und Verfassungseides der in Ihren Gemeinden neu aufgenommenen Ortsbürger, sowie derjenigen Großherzoglich Hessischen Untertanen, welche sich, ohne Ortsbürger zu werden, verheiratet haben, soll wie nachstehend angegeben, stattfinden:

1. Der Orts- und Staatsbürger aus den in den Amts­gerichtsbezirken Lich und Butzbach gelegenen Ge­meinden des Kreises Gießen Mittwoch den 13. September d. I., nachmittags 2i/8 Uhr, in dem Rathause zu Lich;

2. der Orts- und Staatsbürger aus den in den Amts­gerichtsbezirken Hungen, Laubach und Nidda ge­legenen Gemeinden des Kreises Gießen Freitag deu 15. September d I., nachmittags 3 Uhr, in dem Rathause zu Hungen;

3. der Orts- und Staatsbürger aus den in dem Amts­gerichtsbezirk Gieheu gelegenen Gemeinden Diens­tag den 19. September d. I, vormittags 11 Uhr, in dem Regierungsgebäude (auf dem Brand zu Gießen.

Wir beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Per­sonen zu den Terminen vorzuladen und, wie geschehen, unter