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Abend angemessen ausfüllt. Dar thun aber unsere neueren Schwänke und Lustspiele nicht, sie bringen, wenn e» gut geht, neben einer faden Handlung in jebem Akte einen Witz, an dem dann stundenlang gezehrt wird. Es ist wirklich kaum zu verstehen, daß Stücke wie: „Hans Huckebein", „Logenbrüder", „Charleys Tante" und „Im weißen Rößl" 20 bis 30 mal volle Häuser bringen können, während bei der Aufführung eines Dramas das Theater kaum zur Hälfte gefüllt ist. Das neuere Drama hat dagegen, wenn auch nur wenige, so doch immerhin einige gute Stücke hervorgebracht, von denen vor allem Sudermann« „Johannes", Hauptmanns „Versunkene Glocke" und „Fuhrmann Henschel", Langmanns „Bartel Turaner" und Halbes „Jugend" zu nennen sind, die wirklichen poetischen Wert haben, während wir beim deutschen Lustspiel den esprit des französischen Satirikers gänzlich vermissen. Die deuischen Lustspieldichter schreiben eben nur, um Geld zu verdienen, so viel Geld zu verdienen, um sich dann an irgend einem schönen Orte eine Villa zu kaufen und dort sorgenlos leben zu können. Das Publikum sitzt dann im Theater, grinst schreit und trampelt, und wenn es auch die faulen Witze garnicht versteht, es lacht doch mit, weil die anderen e» auch thun, und man sich doch für fein Geld amüsieren will. An unserem Lustspiel zeigt sich erst recht die Wahrheit der Schillerschen Worte: „Unsinn du siegst^; denn je unsinniger, je fader ein Stück rst, desto sicherer ist heutzutage sein Erfolg.
Vermischtes.
* Deutsche Gesellschaft für Volksbäder. Infolge einer Anregung seitens des Berliner Vereins für Volksbäder ist eine Deutsche Gesellschaft für Volksbäder im Werden begriffen. Nahezu dreihundert angesehene Männer aus allen Teilen des Deutschen Reiches haben sich zusammen gefunden, um für die Hebung des Volks-Badewesens thatkräftig einzutreten. Hohe Regierungs-Beamte, die Leiter der größten und kleineren städtischen Gemeinden, hervorragende Vertreter der medizinischen Wissenschaft (unter ihnen fast alle Professoren der Hygiene in Deutschland), Vorstandsmitglieder des Deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege, Industrielle, Bankiers und Kaufleute, politische und wissenschaftliche Publicisten, sowie viele andere Freunde der öffentlichen Wohlfahrt haben sich bereit erklärt, in diesem Sinne miteinander thätig zu sein. In allen Gegenden Deutschlands sollen Zweig-Vereine geschaffen werden, welche die Einrichtung neuer, die Erweiterung und Verbesserung bereits bestehender Anstalten, vor allem aber auch die Neigung zur Benutzung derselben in weiten Kreisen der Bevölkerung befördern wollen. Die Konstituierung der Gesellschaft erfolgt in kurzem. Doch wird schon jetzt zum Eintritt eingeladen. Mitglied kann jedermann werden. Der Jahresbeitrag ist (von drei Mark an) in das Belieben jedes Einzelnen gestellt. Schriftliche Meldungen werden an das einstweilige Bureau der Deutschen Gesellschaft für Dolksbäder, Berlin NW. Karl- straße 19, erbeten.
* Der Fernsprecher in Deutsch-Togo und Deutsch-Ostafrika. In Togo besitzen die beiden dort bestehenden Postanstalten Fernsprecheinrichtungen, die recht fleißig benutzt werden. Während des Jahres 1897/98 sind im Ganzen 4027 Gespräche geführt worden, nämlich 3557 in Klein-Popo und
470 in Lomö. — In Ostafrika find nunmehr alle neun an der Küste gelegenen Postanstalten mit Fernsprechern ausgerüstet und unter einander verbunden. Während im Jahre 1896/97 bei sieben Postanstalten 1545 Gespräche geführt wurden, stieg die Benützung im Jahre 1897/98 auf fast das Doppelte; es wurden nämlich 2713 Gespräche geführt. An erster Stelle steht mit 499 Gesprächen Kilwa, dem mit 481 Dar-es-Salaam und mit 470 Mohoro folgen. In Lindi wurden 339, in Bagamoyo 299, in Mikimbani 240 Gespräche geführt. Daran schließen sich Tanga mit 138, Pangani mit 133 und endlich Saadani mit 116 Gesprächen. — In absehbarer Zeit wird der Fernsprechverkehr auch in Südwestafrika eingeführt werden. Der Eisenbahn-und Telegraphenbau schreitet hier rüstig vorwärts und nach Vollendung dieser Arbeiten wird ein Fernsprechdienst nicht lange auf sich warten lassen.
* Der arg verkannte Honigkuchen. Arg verkannt wurde jüngst ein Honigkuchen, den die Töchter eines schwedischen Landpastors zu einer landwirtschaftlichen Ausstellung in einer Provinzstadt eingesendet hatten in der Erwartung, einen Preis zu erhalten und damit ihrem alten Vater eine Weihnachtsfreude zu bereiten. Eines Tages, als die Familie bei Tische saß, kam ein großes versiegeltes Schreiben an, das also lautete: „Das Preisrichter-Kollegium der siebenten Gruppe, welche Stallgebäude und das zugehörige Baumaterial umfaßt, hat den Fräuleins Minny und Betty Hansen eine goldene Medaille zuerkannt für die von ihnen ausgestellte Probe zum Bodenbelag von Stallungen und Meiereien. Obgleich die Zusammensetzung der vorzüglichen Masse nicht — wie es die Statuten erfordern — genau angegeben ist, konnte das Richterkollegium nicht unterlassen, dieses vorzügliche Erzeugnis zu prämiieren. Selbst neubeschlagene Pfürde werden nicht im stände sein, einen mit Fliesen aus dem eingesendeten Material belegten Stallboden zu beschädigen.
* Bismarck-Sarkophag. Im Mausoleum zu Friedrichsruh soll bekanntlich dem verstorbenen Fürsten Bismark und seiner Gemahlin ein in Marmor hergestellter Sarkophag errichtet werden. Zu dem ausgeschriebenen Wettbewerb hatten sich 23 Bewerber gemeldet. Wie aus Salzburg berichtet wird, ist die Aktiengesellschaft für Marmorinduftrie, Kiefer, zu Oberalm bei Hallein mit der Ausführung der beiden Sarkophage betraut worden, und zwar wird sie zu denselben den prachtvollen Marmor des Unterberges bei Salzburg verwenden.
* Reue Postkarten. Da die Zeit naht, in welcher wieder dem Radfahrsport gehuldigt werden kann, fühlt mancher an. gehende oder perfekte Radler, besonders aber auch manche fesche Radlerin da- Bedürfnis, nach so und so viel durch» radelnden Kilometern Postkartengrüße an liebe Freunde und Bekannte zu senden. Diesem Bedürfnis werden in hohem Grade die soeben von der Continental Pneumatik-Kompagnie herausgegebenen Postkarten, von denen uns die erste Serie vorliegt, entsprechen. Die ebenso farbenprächtig wie humoristisch gehaltenen Karten werden ohne Zweifel dem Empfänger Freude bereiten.
* Elektrischer Bahnbetrieb Berlin-Hamburg? Den „Alt. Nachr." wird mitgeteilt, daß im Berliner Eisenbahnministerium eine sorgfältige Berechnung darüber stattgefunden habe, wie
sich Ausgaben und Einnahmen stellen würden, wenn auf der Berlin-Hamburger Bahn elektrischer Betrieb eingeführt würde. Die Rechnung soll eine fünsprozentige Verzinsung ergeben haben. Der außerordentliche Vorteil gegen den heutigen Zustand würde darin liegen, daß die Züge, die heute schon auf der Bahn die größte, auf dem Festlande erreichbare Geschwindigkeit haben, doppelt so schnell wie jetzt würden geben können daß man also in etwa 1 s/4 Stunden diese 38 Meilen durchfahren würde. Die Bürgschaft für die Mitteilung lehnt das genannte Blatt freilich ab.
* Die größte Eisenbahnbrücke der Welt wird unzweifelhaft die Brücke der sibirischen Essenbabrr über dm Jenissei werden. Ihre Baukosten belaufen sich auf 2279 950 Rubel. Ursprünglich sollte sie erst im Frühjahre 1900 fertig gestellt sein. Rach den jetzigen Nachrichten wird die Eröffnung aber bereits im nächsten Mai erfolgen können. Der Bau ist ganz m Stein und Eisen ausaeführt.
Verkehr, Zand-
und Volkswirtschaft.
— Zusammenstellung der im Jahre 1898 in
New-Vorr
gelandeten Passagiere. Landungsbehörde).
(Nach der
Kajüte
amtlichen Aufstellung der Zwtfchendcck Total
Norddeutscher Lloyd . .
17 895.
53 223.
71118. )
Cunard Line ....
16 692.
20 463.
37 157.
Hamburg-Amerika-Linie.
8 486.
24 245.
32 731.
White Star Line . . .
10 332.
20 764.
31 096.
Anchor-Ltne.....
5 099.
19 765.
24 864.
Eie. Gänörale TranSatl.
5 203.
15511.
20 714.
Holland-Amerika-Ltnie .
3 365.
14 273.
17 638.
Red Star Line....
3 881.
11 984.
15 865.
Prince Ltne.....
241.
13 587.
13 828.
Fabre Ltne.....
7.
12 138.
12 145.
Amerikan Line ....
5 037.
5 819.
10 866.
Thingvalla Line . . .
679.
2 661.
3 340.
Allan State Line . . .
1344.
1128.
2 472.
Atlantic Transport Line
1 872.
—
1872.
Union Line.....
—
1 457.
1 457.
Diverse Linien....
453.
80 586
2 633.
219 651.
3 086.
30d 237.
*) Fast 24o/o aller in New-York gelandeten Passagiere.
Außerdem beförderte der Norddeutsche Lloyd von Bremen nach Baltimore 664 Kaj., 11254 Zwischend., 11898 Tot. d. i. Nrw-Yoik und Baltimore total 83016._________________________________________
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llftlli'igctnuiu'ii
Dienstag den S4. d. Mts., nach- mittags 2 Uhr, versteigere ich gegen varzahlung:
3 Fahrräder, darunter 1 Damenrad, 35 Paar Filzschuhe, 1 Buch der normalen Anatomie, 1 Patentsessel, 3 SophaS, 2 Sessel, 1 Ballen Barchent, 2 Nähtische, 1 Kleiderschrank, einen Handwagen, eine Partie Schuhwaren und andere Sachen.
■94 ________Born, Gerichtsvollzieher.
Hotzversteigerung.
Donnerstag den 26. d. M., ton vormittags 91/« Uhr an, soll im Anneröder Gemeindewald, in der Abteilung 6 Krähenholz, nach- lerzetchnetes Holz versteigert werden:
A. Bau- und Nutzholz.
266 Etchenstämme von 14 bis 40 cm Durchmesser und 6 bis 14 m Länge mit 82,16 km,
182 Nadelftämme von 15 bis 35 cm Durchmesser und 10 bis 18 m Länge mit 55,10 km,
13 EicheN'Derbstangen mit 0,74km, 4 rm Eichen-Nutzscheitholz.
B. Brennholz.
35,6 rm Eichen-Scheitholz,
4 „ Radel- „
68 „ Eichen-Knüppel,
23 „ Radel- „
2100 Eichen-Wellen,
1660 Radel-Wellen.
75 rm Eichen- u. Nadel-Stockholz. Bemerkt wird, daß das Eichen- kmmholz sich größtenteils zu Wagner- Wi eignet.
Die Zusammenkunft ist am Müller- «e» am Eingang de» Waldes bei lönkholz Nr. 256.
Annerod, den 20. Januar 1899. ®:toh- Bürgermeisterei Annerod.
Horn. 782
Hohversteigernng.
Donnerstag den 26. b. M., vormittags 10 Uhr, soll in dem Walde der Gemeinde Watzenborn- Steinberg nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden:
167 Nadelstämme von 14 bis 43 cm Durchmesser und 10 bis 21 m Länge mit 108,31 km.
Die Zusammenkunft ist im Distrikt Triesch.
Steinberg, den 21. Januar 1899.
Großherzogliche Bürgermeisterei Watzenborn-Steinberg.
___________Heß._________787
Hotzversteigerung im Steinbacher Eemeinbenialb.
Mittwoch den 25. Januar 1899 soll im hiesigen Gemeindewald, Distrikt Todtenzipsen, Heegheck und Ameisekopf, nachverzetchnetes Holz versteigert werden:
250 m Buchen-Scheitholz,
73 „ „ Knüppel,
2300 Buchen-Wellen,
70 rm Buchen-Stöcke,
14 „ Eichen-Knüppel, 2400 Buchen- und Eichen-Durch- forstungswellen,
10 rm Eichen-Stöcke,
26 „ Erlen-Knüppel,
6 „ Erlen-Stöcke,
70 „ Nadel-Knüppel, 2800 Nadel-Wellen,
80 rm Nadel-Stöcke.
Zusammenkunft morgen» V810 Uhr an der Kreisstraße Steinbach — Oppenrod.
Steinbach, am 20. Januar 1899. Großh Bürgermeisterei Steinbach.
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