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23.11.1899 Drittes Blatt
 
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Nr. 276 Drittes Blatt. Donnerstag den 23 November

Gießener Anzeiger

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Die erhöhte Hundesteuer als Wohlthat.

(Nachdruck verboten.)

Immer näher rückt die barbarische Zeit einer plötz­lichen, großen Hundevertilgung. Selbst von denen, welche ihren Hund als treuen, klugen, wachsamen, geduldigen und folgsamen Gefährten so lieb gewonnen haben, wie der Mensch ein mit diesen hochschätzbaren Eigenschaften auS- gestattetes Tier nur lieb gewinnen kann selbst von diesen werden viele mit dem scheidenden Jahrhundert von ihrem Hunde sich für immer trennen.

Mehr noch als in den Städten wird dem Vernehmen «ach auf den Dörfern, wo man eine jährliche Staatssteuer für Hunde von 10 Mark nicht nur als etwas gänzlich Un­gewöhntes, sondern beinahe als etwas Unfaßbares betrachtet, die Zahl der Hunde bald auf ein Minimum reduziert werden. Ebenso dürfte freilich auch für den Staatssäckel der aus der staatlichen Hundesteuer erhoffte Gewinn nicht mehr als ein Minimum repräsentieren.

Beides darf man bedauern, dennoch aber die bevor­stehende Hundevertilgung in gewisser Hinsicht als eine humanitäre, wohltätig wirkende Maßregel gutheißen.

Betrachten wir einmal mit offenen Augen das Los unserer Hunde, so müssen wir zugeben, ohne den Vorwurf zu großer Sentimentalität auf uns zu laden, daß es in sehr vielen Fällen gewiß kein be­neidenswertes, sondern vielmehr ein bejammerns­wertes genannt zu werden verdient. Wie unbarmherzig, ja geradezu unwürdig für Menschen, werden vielfach Zug- und Wachhunde behandelt! Nicht selten ent­springt solche Behandlung zwar reinem Unverstände und immer noch unter Berufung auf den veralteten lächerlichen Satz: Man ,soll das Tier nicht mit dem Menschen ver­gleichen. Aber als Entschuldigungsgrund für gefühllose Behandlung der Tiere, insbesondere der treuesten und klügsten von allen, unserer Haushunde, sollte heutzutage, am Ende des sogenantenaufgeklärten" Jahrhunderts, selbst bloße Unkenntnis in dieser Hinsicht nicht mehr Geltung genießen. Sie ist vielmehr geradezu polizeiwidrig, wie man zu sagen pflegt; denn jedes neunjährige Schulkind ist darüber unterrichtet, daß der Organismus des Hundes, ebenso wie derjenige des Pferdes und vieler anderer Tiere, die größte Aehnlichkeit mit dem Organismus des Menschen aufweist.

Keineswegs bloß Hunger und Durst, sondern auch ein dringendes Bedüifnis nach täglicher freier Be­wegung, nach Reinlichkeit des Lagers und dessen Um­gebung, nach Schutz vor Sonnenglut, Regen und Frost, und nicht zuletzt noch freundlichen Worten von ihrem Herrn und dessen Angehörigen, ja sogar Ehr­gefühl ist den Hunden eigen, wie Hunderte von Bei­spielen unwiderleglich beweisen!

Grausam ist es deshalb, wenn z. B. Wachhunde nur einmal des Tages, und wohl gar noch unzulänglich, ge» füttert werden; wenn ihnen nicht immer reines, frisches Wasser zur Verfügung steht; wenn sie jahraus, jahrein weder am Tage, noch während der Nacht von der Kette gelöst werden; wenn sie in mangelhaft vor den Un­bilden des Wetters geschützter Hütte untergebracht und niemals, oder doch nur in seltenen Ausnahmefällen, mit einem freundlichen Blick und Wort bedacht werden, als ob sie nicht mehr Verstand und Gefühl besäßen, wie etwa ein Stück Holz oder ein Stein.

Hunden, deren Herr so unverständig und grausam ver­fährt leider kann man sich täglich davon überzeugen, daß eS Hundebesitzer von dieser Sorte allerorten giebt solchen Hunden wird am Ende dieses Jahrhunderts unzweifelhaft eine Wohlthat erwiesen, wenn sie durch einen wohl- gezielten Kugelschuß oder durch den Tierarzt, am raschesten mittelst des augenblicklich tötenden Cyankali, von ihrem traurigen Lose befreit werden.

Allen dem Tode verschriebenen Hunden sollte deshalb wenigstens ein möglichst rasches und schmerzloses Ende bereitet werden. Das verdienen sie redlich als Lohn für die ihrem Herrn erwiesene felsenfeste Treue, Pflicht­erfüllung und Ergebenheit ohne jegliches Falsch!

Wir glauben nicht vergeblich an das Gefühl und die Bildung der Leser unseres Aufsatzes zu appellieren, wenn wir bitten, in diesem Sinne helfend und fördernd Mitwirken zu wollen. Dr-

Jagd und Spart.

Attf der Letzlinger Hofjagd wurden an beiden Tagen 227 Hirsche, 313 Stück Mutterwild und Kälber, sowie 248 Sauen erlegt. Der Kaiser schoß 19 Schaufler, 16 Sauen und 20 Ueberläufer.

Liebenow» Ravensteins Spezial - Radfahrerkarte von Mittel'Vuropa 1:300000 in 164 Blättern von 28 X 37 cm. [Er­scheint in 20 Lieferungen von 89 Blatt zum Preise von 5 Mark per Lieferung oder von 1 Mk. per Blatt unaufgezogen bezw. 1 Mk. 50 Pfg. aufgezogen. Erschienen ist die 1. Lieferung, enthaltend Blatt 23 Stral­sund, 35 Anklam, 36 Stettin, 47 Ruppin, 48 Cüstrin, 60 Berlin, 47 Leipzig, 88 Chemnitz. Nach dem Ableben des berühmten Kartographen Prof. W. Liebenow, Vorstand des kartographischen Bureaus im königl. preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten, ist das allbekannte großartige KartenwerkW. Liebenows S^ezialkarte von Mittel-Europa" aus dem Verlag von Herm. Oppermann, Hannover, in den von Ludwig Ravenstein, Frankfurt a. M., übergegangen. Schon die alte Liebenow'sche Karte war seit Beginn des Radfahrsports vielen Touren­fahrern ein beliebter und zuverlässiger Wegweiser und mancher Fahrer ist nach Anschaffung und Prüfung der vielen neuen sog. Radfahrerkarten immer wieder auf die Liebenow'sche Karte zurückgekommen, weil eben keine Karte existiert, welche hinsichtlich Reichhaltigkeit des Inhaltes und Genauigkeit einen Vergleich mit ihr aufnehmen kann. Es ist dies kein Wunder, denn es ist die einzige Karte, zu deren Herstellung sämtliche in Betracht kommenden Generalstäbe das Material geliefert haben und welche in so feinem detaiillierten Stiche das ganze Gebiet zwischen OrleansDebreczin und MemelBrennerpaß in völlig einheitlicher Gestaltung behandelte, während alle anderen seither erschienenen Karten dieser angenehmen und absolut notwendigen Einheitlichkeit ent­behren.

Universität und Hochschule.

Gestorben r In Dresden der Bildhauer Profeffor Friedrich Rentsch in seinem 64. Lebensjahre und im 27. Jahre seiner Lehrthätig. Zeit an der kgl. Technischen Hochschule infolge eines Herzschlags.

Berlin, 21. November. Nach den Informationen der ^Volks­zeitung" hat die Fakultät dem Stadtverordneten Preuß ihre Mißbilligung ausgesprochen; die mildeste Form zur Bestrafung für begangenen Frevel.

BerschiedeneS r Die Tübinger philosophische Fakultät hat dem als Pädagogen und Turnschrfftsteller in weiten Kreisen bekannten Pro­feffor Dr. O. H. Jäger, dem ehemaligen Leiter der württembergischen Turnlehrerbildungsanstalt, aus Anlaß der 50jährigen Wiederkehr des Tages, da er s. Z. auf Grund einer Schrift überDie Gymnastik der Hellenen" einen akademischen Preis an der dortigen Universität errang, honoris causa das Doktordiplom erneuert. Außerdem hat die medizinische Fakultät dem Obermedizinalrat Dr. Hermann v. Hölder in Stuttgart anläßlich seines 80. Geburtstages das Doktordiplom erneuert. ©einen 70. Geburtstag feierte in Göttingen Prof. Dr. G. Meißner, der Ent­decker der Tastkörperchen in der Haut der Innenfläche der Hand und der Fußsohle. Der in Leipzig verstorbene Profeffor der pathologischen Anatomie Dr. Birch-Hirschfeld war 1842 zu Muvensiek bei Rends­burg geboren. Besonderen Ruhm erwarb er sich durch seinLehrbuch der pathologischen Anatomie" und sein Verdienst, als einer der ersten festgestellt zu haben, daß bei der Uebertragung von Krankheiten Klein­lebewesen wirksam sind. Zum Profeffor der AugenheUknnde an der Universität Athen ist Dr. Gasepis gewählt worden. Die Absetzung seines Vorgängers und die Neuwahl war lediglich eine Folge von Partei­kämpfen um die betreffende Profeffur, bei der schließlich die gegenwärtige Regierungspartei gesiegt hat. Auch an der Hochschule dortselbst ist, wie in allen Verwaltungszweigen, die wiffenschaftliche und fachliche Befähigung Nebensache, die Parteiunterstützung entscheidet. Wie an der Uni­versität Gent werden nun auch in Lüttich Kurse für Russisch und Chinesisch eingeführt.________________

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Offenbach, 20 November. E-ne zahlreich besuchte Ver­sammlung htcsiger und Frankfurter Fabrikant-n, Grossisten und Kommissionäre der Lederwarenbranche einigte sich heute nach längerer Beratung dahin, vom 1. Dezember dss. I?. ab eine allge­meine Erhöhung ihrer Warenpreise sowohl für Bestellungen auf alte, wie neue Muster etntnten zu lassen. Man war allgemein der Ansicht, daß die fortwährend steigenden Preise der Rohmaterialien einen Aufschlag notwendig machen, da keine Aussicht vorhanden iei, daß namentlich die M tallpreise in nächster Zett zurückgehen. In der Versammlung wurde mttgeteilt, die Vereinigung Berliner Lederwarenfabrikanten beabsichtige, in gleicher Weise vorzugehen, sodaß ein allgemeiner Aufschlag der Lede^waren zu erwarten ist.

Limburg a. d. Lahn, 21. November. Fruchtmarkt. Durch­schnittspreis pro Malter. Roter Weizen 13.01 Mk., Weißer Weizen Mk., Korn 11.50 Mk., Gerste 9.94 Mk., Hafer 6.70 Mk., Erbsen Mk., KartoffelnMk.

Frankfurter Börse vom 21. November.

Wechsel auf New-York zu 4.201/2-21 Vz-

Prämien auf Kredit per ult. November 0.90%, do. per ult. Dez. 2.30%, Diskonto Kommandit per ult. Nov. 0.70 / , do. per ult. Dez. 2.00%, Lombarden per ult. Nov. 0.55%, do. per ult. Dez. 0.85%, Staatsbahn per ult. Dez.%.

Notierungen : Kreditaktien 232.90-80, Diskonto - Kom­mandit 191.90-000.00, Staatsbahn 141.50-00, Gotthard 143.60-000, Lom­barden 31.95, Ungar. Goldrente 97.90, Italiener 93.90-00, 6prozentige Mexikaner, 3proz. Mexikaner 25.80, Oesterr. Coupons 84%, Amerik. Coupons 4.19, Privat-Diskont 5%% G.

1% bis 2% Uhr: Kredit 282.70-232.50, Diskonto Kommandit 191.90, Staatsbahn 141.40, Lombarden 32, Türken C 00.00.

Verlosungen.

Ungarische 100 st.,Lose vom Jahre 1870. Ziehung am 15. November 1899. Auszahlung am 15. Februar 1900. Gezogene Serien: Nr. 119 242 355 370 394 413 419 951 1056 1108 1120

1146 1252 1286 1659 1948 1950 2043 2142 4326 2366 2386 2440

2488 2695 2784 2806 2841 3090 3196 3237 3412 3574 35vl 3681

3737 3930 4013 4241 5495 4537 4697 4891 5067 5149 5351 5521

5790 5930 5972. Hauptpreise: Serie 355 Nr. 35 ä 150 000 fl. Serie 951 Nr. 50 ä 10 000 fl. Serie 2366 Nr. 24 ä 5000 fl. Serie 2366 Nr. 36, Serie 4013 Nr. 27, Serie 5972 Nr. 12, 29 je 1000 fl. Serie 413 Nr. 38, Serie 419 Nr. 19, Serie 1286 Nr. 31, Serie 1948 Nr. 15,

Serie 2043 Nr. 17, Serie 2142 Nr. 16, Serie 2326 Nr. 5, Serie 2886 Nr. 25, Serie 2440 Nr 11, Serie 2488 Nr. 24, Serie 3412 Nr. 14, Serie 3681 Nr. 23, Serie 4241 Nr. 28, Serie 4495 Nr. 41, Serie 4698 Nr. 6, Serie 4697 Nr. 17, Serie 5930 Nr. 8 je 500 fl.

4proz. Prämien-Obligationen der Ungar. Hypotheken­bank. Z'ehung mm 15. Naoeinv.r 1899. Auszahlung am 15. Februar 1900. Hauptpreise: Serie 2813 Nr. 59 ä 35,000 fl. Serie 3588 Nr. 58 a 1500 fl. Serie 2093 Nr. 42, Serie 3541 Nr. 98, Serie 3751 Nr. 68 je 1000 fl. In der hierauf folgenden Tilgungsziehung wurden die nachstehenden Serien Nr. 60 210 274 396 587 737 8 7 974 1085 1145 2255 2303 2342 2373 2840 3023 3085 3373 3609 3631 3858 3876 3939 3972 (alle Nr. 1100) gezogen und werden dieselben mit dem Nominalbeträge von je 100 fl. eingelöst. (Ohne Gew.)

Stadt Genua 150 Ar.»Lose vom Jahre 1870. Ziehung am 2. Bovember 1899 Auszahlung am l. Februar 1900. Haupt­preise: Nr. 39206 ä 50,000 Fr. Nr. 34923 L 5000 Fr. Nr. 17695 49429 57678 je 1' 00 Fr. Nr. 7698 15466 20995 21831 24070 34214 je 500 Fr. Nr. 3368 6076 10088 28628 28887 34 23 38651 43958 62224 69378 je 250 Frks.

Neuenburger 10 Fr.-Lose vom Jahre 1857. Ziehung am 1. November 1899. Hauptpreise: Nr. 16l57 ä 6000 Frks. Nr. 67853 ä 500 Frks. Nr. 5932 12986 68668 110394 je 100 Fr. Nr. 1938 8089 41360 46866 71559 73954 75958 82947 100914 je 50 Fr.

Zahlungseinstellungen.

Konkurseröffnungen: Ziegler Phil. Andres, Stotzheim (Barr); Kaufmann Abraham Hamburger (Franz Wilke Nacht), Berlin; Firma Karl Mauck, Darmstadt; Handelsmann Georg Böhme, Wach­stedt (Dingelstädt); Bäcker Gottfr. Schmidt, Durlach; Firma C. Horn, Mörchingen (Grosstänchen); Kaufmann Alois Woywode, Guhrau; Nachlass des Baumeisters Karl Hemr. Bernh. Fischer, Hainichen; Kaufmann Wilh. Todtenhaupt, Hannover; Kaufmann Gust. Wilhelmi, Kassel; Kürschner Emil Renner, Kulmbach; Droguenhändler Herm. Lindenberg, Magdeburg; Zigarrenhändler Ang Betbon, Magdeburg; Schneider Leonh. Schindler, München; Maurermeister Reimer Nickol. Winkelmann, Neumünster; Maler Paul Georg Giebner, Plauen; Kunst- und Handelsgärtner Jos. Klahm, St. Ingbert: Handelsfrau Anna Mummert, Steinau a. O.; Restaurateur Wilhelm Hofmann, Stuttgart; Zimmermaler Theodor Lorenz, Stuttgart; Krämer Math, Rinker, Marsohalkenzimmern (Sulz); Schuhmacher David Cohn, Tuchei; Färber Aug. Bernholt, Beelen (Warendorf); Schlosser Ernst Romahn, Züllichau.

Humoristisches.

* Marforio und Pasquino. M.: Die Engländer habens doch gut!

P.: Wieso?

M.: So viel sie auch von den Buren gehauen werden, sie können immerViktoria" schreien. (Münch. Jugend.")

* M.: Wissen Sie schon, daß die Böhmen von einer ihrer be­kanntesten National-Eigentümlichkeit der Vorliebe für Musik ge­lassen haben?

P.: Nein, wieso?

M.: Nun, sagen nicht alle:Mi brauchens kan Clary net! ?* (Klarinett.) (Münch. Jugend.")

* Neues von Serenissimus. Durchlaucht bemerkt gelegentlich eines Spazierganges einen Knaben, der in einem Bache Krebse fängt.

Aeh, sagen Sie lieber Kindermann, das sind wohl Krebse?"

Zu Befehl, Durchlaucht, es sind Krebse."

Aber, äh, die roten sind doch wohl feiner, nicht wahr?"

:i" Nur immer schneidig! Oberlehrer Y., Leutnant der Re­serve, führt im Manöver seine Leute zum Angriffe. Mit geschwungenem Säbel stürzt er voran und überhört dabei in seiner Begeisterung das Signal:Das ganze halt!"

Plötzlich ertönt hinter ihm aus den Reihen der Mannschaft ver­nehmlich der Ruf:Laßt doch das dumme Luder alleene loofen!"

Entrüstet wendet er sich herum, droht mit dem Finger und sagt: Das mächt ich nich noch ä zweitesmal härenl" (Münch. Jugend.")

Aus dem Oelchästslrben.

Die bekannte Lokomobilfabrik Heinrich Lanz in Mannheim hat für eine elektrische Bahncentrale in Lodz, dem russischen Man­chester, vier Stück normal je 125 pferdische Compound-Lokomobilen, welche insgesamt eine Maxim«lleistung von über 800 Pferdekräften entwickeln, in Auftrag erhalten. Es ist dies ein neuer ehrender Beweis für das Renomee unserer deutschen Maschinenindustrie im Allgemeinen, wie auch besonders genannter Firma, welche es verstanden hat, in Rußland speziell die englische Konkurrenz erfolgreich zu bekämpfen. So trug auch vor noch nicht langer Zeit die Firma Heinrich Lanz bei einem Auftrag über neun Lokomobilen für die Chinesische Ostbahn-Gesellschaft in St. Petersburg den Sieg über die deutsche und englische Konkurrenz davon.

In unserer rastlosen Zeit der Neuerungen und Erfindungen hat sich die Aufmerksamkeit der Menschen vorwiegend einem erst in seiner ganzen Bedentung erkannten Zweige der Wissenschaft, der Hygiene, zu­gewandt. Die Hygiene lehrt, daß neben der Sorge für die Reinlich­keit des Körpers ein für die Gesundheit besonders wichtiges Erfor­dernis eine rationelle Hautpflege ist. Eine für die Pflege der Haut wichtigsten neueren Entdeckungen ist die Thatsache, daß die menschliche Haut ein Fett enthält, das vermöge seiner antiseptischen Eigenschaften der Haut Schutz gegen die Mikroorganismen und Bakterien der Luft ge­währt. Die meisten der Hautunreinigkeiten sind auf den Verlust dieses Hautfettes zurückzuführen. Es zeigte sich nun, daß dasLanolin" ge­nannte Fett mit diesem Hautfett analog ist, und daß alle Hautunremig- leiten oft schon nach nur einmaliger Anwendung vonLanolin ver­schwinden. Von ganz vorzüglicher Wirkung ist das ausLanolin hergestellte Larrolin«Tottette.CreaM'Lanolirr, das m allen Apo­theken und Drogerien vorrätig ist. Besonders möge dasselbe unseren Frauen zum Schutze der zarten Haut der kleinen Kinder empfohlen fein, bei denen unter Lanolinbehandlung ein Wundwerden gänzlich ausge­schlossen ist. Beim Einkauf des Lanolin-Toilette- Cream-Lanolm" achte man darauf, daß jede Tube und jede Dose zur Garantie der Echtheit die MarkePseilring" trägt.