Ausgabe 
23.8.1899 Zweites Blatt
 
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Mittwoch den 23. August

1S99

Zweites Blatt

Nr. 197

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den ALreis Gieren.

LLe Anzeigrn.vrrmittluvgrftellen bei In- und HnSttBV<\ Nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger eul-«-«

35qnfl«yrfl# oifrtfijährliA

2 Mark 20 t:.t monatlich 75 Pt, mit BringerlohN.

Bei Postbezrrf R Mark 50 P', vierteljährlich

ItßNch mit Ausnahme bt« Montag«.

Xnna&wc Ui Anzeigen zu der mtchmittag, für de» l^enlte Lag erfchetnendeu Winemtr di» tone. 10 Uhr.

Die Meßen ec »«rtffrtwbHttcc »erden dem Anzeiger »LchentNch viermal beige legt.

Gr.yerl Bor/'

| selbständig gesperrt wird. Auf dem Boden des kastenartigeu I Apparates befindet sich oft auch eine Tastvorrichlung, welche

Stelle ist.

(Schluß folgt.)

ÄMtUn, Axpedition und Druckerei:

Kch»kfir«t« Nr. 7.

Vollendung entgegengeht. Das Gebäude ist im Renaissance­stil gehalten, ist 390 Fuß lang, 160 Fuß breit und bis zu den Spitzen der vier Ecktürme des Mittelbaues 100 Fuß hoch. Alle Einwanderer, die in New-York landen wollen, werden in Booten von den Ozeandampfern nach Ellis Is­land gebracht. Die krankheitsverdächtigen Ankömmlinge werden von den Untersuchungsärztcn zurückbehalten und in ein besonderes Zimmer geführt, die übrigen Passagiere gehen zur Registratur. Im Erdgeschoß liegen Restaurations- und Wartesäle und dieOffices der verschiedenen Reedereien rc. Im ersten Stock sind die vorgenannten Räume und im

zweiten Stock befinden sich die Schlafzimmer für 900 Per­sonen, doch können unter Zuhilfenahme des dritten Stocks noch weitere 400500 Schlafstellen geschaffen werden. Die Schlafräume haben Balkons, von welchen eiserne Treppen hinabführen, sodaß bei einem Brande alle Bewohner leicht gerettet werden können. Der noch verbleibende freie Raum der winzigen Insel wird mit gärtnerischen Anlagen versehen.

Der kaiserlich deutsche Gesandte in Peking über die gegenwärtige Lage in China.

Ein Mitarbeiter derTäglichen Rundschau" hat mit dem bishrigen deutschen Gesandten in Peking, Baron von Heyking, welcher soeben aus Peking in Berlin ein­getroffen ist, eine längere Unterredung gehabt, über die er nachfolgendes berichtet:

Meine erste Frage galt den Ausschreitungen seitens der Chinesen bei den Bahnbauten in Schantung, die zweite Frage den neuerdings aus Tsinning gemeldeten Christen­verfolgungen.

den des Telegraphierens kundigen Beamten oder Feuerwehr- leuten auch eine beliebige Nachricht nach der Zentralstelle

zu senden gestattet.

Durch Anwendung von Ruhestrom ist eine beständige Kontrolle für die elektrische Betriebsfähigkeit aller Melde­stellen geschaffen, indem jede Störung der Leitung in der Zentralstelle sofort wahrgenommen wird.

Um den Mißbrauch dieser Feuermelder zu erschweren denn da er jedem zugänglich, ist er willkürlichen Ein­griffen besonders ausgesetzt ist der Apparat mit einer Glasscheibe verschlossen, welche erforderlichen Falles zer­trümmert werden muß. Die Erfinder sind von der rich­tigen Anschaunng ausgegangen, daß sich jemand zu einem derartigen Gewaltakt aus bloßem Mutwillen wohl schwerer entschließen könnte, als wenn er unmittelbar durch Bewegung des Hebels den Apparat in Thätigkeit zu setzen vermöchte. Das schreckt nun allerdings wahrhaft böswillige Subjekte vor dem Mißbrauch des Apparates nicht zurück, und ix Berlin verzeichnet die Statistik der Feuerwehr bei aller Wachsamkeit der Polizei noch jährlich an 10 bis 20 mut­williger Falschmeldungen. Nichtsdestoweniger hat es sich doch als zweckmäßig erwiesen, die Apparate, jedermann zu- gänglich, auf dem Straßenterrain anzuordnen, da sich al- bester Schutz derselben doch der Gemeinsinn der Bürger erwiesen hat. Aus diesem Grunde hat man auch in Amerika derartige Feuermelder nicht wie bei uns verschlossen, son­dern mit kleinen Thüren versehen, welche bei Oeffnung em am Meldepunkt angeordnetes Läutewerk in Bewegung setzen. Dies bewirkt, daß die Straßenpassanten auf den Meldenden aufmerksam gemacht werden und ihn aus Gemeinsinx oder Neugier so lange festhalten, bis die Feuerwehr zur

Nbreffe für Depeschen: Anzeiger Gieß««.

Fernsprecher Nr. 51.

Der neue Einwanderungspalast im Hafen von New-Bork.

Auf Ellis Island im Hafen von New-York stand bis zum Jahre 1897 ein elender Einwanderungsschuppen, in welchem alle Einwanderer genau untersucht wurden. Der hölzerne Schuppen mutete den Fremdling nicht sonderlich anheimelnd an, und auch die Beamten haben ihm keine Thräne nachgeweint, als er in Flammen aufging. An seine Stelle ist ein stolzer Palast getreten, der demnächst seiner

Gratisbeilage«: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandwirt, Klätter für hesssche Volkskunde._____________

durch Handhabung eines ganz einfachen Mechanismus Feuer zu melden gestaltet, und zwar derart, daß Irrtümer fast ganz ausgeschlossen sind.

Zur Erreichung dieses Zweckes sind die Meldestationen wie die Feuerwache in einen elektrischen Stromkreis ein­geschaltet, und die Meldeapparate derart eingerichtet, daß beim Ziehen eines Handgriffes oder Niederdrücken eines Hebels der Strom unterbrochen wird. Jede Unterbrechung erzeugt aber ein Morseschriftzeichen auf dem Schreibapparat der Feuerwache, und dieses Zeichen wird auf dem Papier­streifen so lange wiederholt, bis der Apparat außer Thätig- keit tritt. In jedem Feuermelder ist nun ein Messingrädchen eingeschaltet, welches am Rande mit verschiedenen Aus­schnitten versehen ist und mit einer Kontaktfeder derart in Berührung steht, daß jedesmal bei Umdrehung des Rädchens der Strom wiederholt geöffnet und wieder geschlossen wird. Diese Ausschnitte des Stromunterbrechers sind aber an den einzelnen Meldepunkten verschieden groß, bezw. auch in un­gleichen Abständen von einander angeordnet, sodaß je nach Bewegung des Hebels der einen oder anderen Station auf dem Apvarat der Zentralstelle wesentlich verschiedene (der Morseschrift ähnliche) Schriftzeichen erzeugt werden, und diese lassen erkennen, von welchem Punkte aus die Meldung erfolgt. Werden derartige Feuermelder in genügender An­zahl über das ganze Gebiet verteilt und auf offener Straße oder in besonders gekennzeichneten Häusern aufgestellt, so ist jedermann in der Lage, die Feuerwehr seines Reviers in kürzester Frist zu alarmieren, ihr beim Eintreffen an der Meldestation genauere Auskunft zu geben und sie erforder­lichen Falles selbst bis zur Brandstätte zu begleiten.

Ein auf diefim Prinzip beruhender, von Siemens u. Halske erfundener Apparat hat sich in Berlin und anderen Großstädten gut bewährt. Sobald die Auslosung des Mechanismus bewirkt ist, tritt das Kontakträdchen m Thätig- j keil, bis nach einigen Umdrehungen das Uhrwerk wieder

A e u e r N e l d e r.

Von Fred Hood.

(Nachdruck verboten.)

Wenn es die Aufgabe der Feuerwehr oder Rettungs­mannschaft ist, bei einem Brande den bedrängten Personen schleunige Hilfe zu bringen, und wenigstens den besten Teil ihrer Habe den Flammen zu entreißen, so ist es auch Pflicht eines jeden Bürgers, der Behörde möglichst schnell von dem Ausbruch eines Feuers Kunde zu geben. Dies ist aber nur möglich, wenn die Gemeindeverwaltungen durch Beschaffung geeigneter Meldeapparate jedermann in den Stand setzen, seine Nachricht der Löschmannschaft auf dem kürzesten Wege zu übermitteln. x

Alle größeren Städte mit wohlorganisierter Feuerwehr besitzen heute selbstthätige Telegraphen, welche die Mannschaft in der Regel schon wenige Minuten nach Ausbruch des Brandes zur Stelle rufen. In diesen Städten sind jetzt Brände von größerem Umfange, wenn man die Ausdehnung des Gebietes in Betracht zieht, weit seltener als in Klein­städten und auf dem Lande.

Noch vor einem Jahrzehnt bediente man sich in vielen Großstädten zur Meldung eines Feuers gewöhnlicher Tele­graphenvorrichtungen, sog. Zeigertelegraphen, die in Polizei­oder Gemeindebureaus ausgestellt waren. Der Beamte tele­graphierte da ganz sachlich, daß an dem und dem Punkte ein Feuer ausgebrochen sei, und welche Ausdehnung dasselbe bis zum Zeitpunkt der Meldung angenommen. Der Leser wird sich vorstellen können, daß der Meldende nicht immer in der Lage war, eine genaue Ortsbezeichnung zu geben, sodaß Mißverständnisse nicht ausbleiben konnten. So langte die Feuerwehr nach längerer Rundreise häufig erst dann an der Brandstätte an, wenn alles ein Raub der Flammen geworden.

In den letzten Jahren ist man nun zu einem anderen System übergegangen, welches jedermann, selbst einem Kinde,

i Den Ausschreitungen bei dem Bahnbau legt Exzellenz von Heyking keine politische Bedeutung bei.Diese Aus-

I schreitungen", so erklärte der Gesandte,sind oft auf Miß­verständnisse zurückzuführen. Die Besitzer der an der Bahn­strecke gelegenen Grundstücke glauben vielfach, daß sie ihre Grundstücke, ohne eine Entschädigung dafür zu erhalten, hergeben müßten und in diesem Glauben sind sie vielfach von dem einen oder anderen chinesischen Beamten, die fürchten, durch die Europäer in ihren Rechten geschmälert zu werden, unterstützt worden. Die Regierung in Peking steht diesen Hetzereien meist fern. Uebrigens können die verhältnismäßig kleinen Schwierigkeiten, auf welche Deutschland bei seinen Bahnbauten in China bisher gestoßen ist, nicht verwundern, wenn man bedenkt, daß die Bahn doch in das Herz der Provinz eines uns fremden Landes führt, und daß die große Masse des chinesischen Volkes natürlich keine Ahnung davon hat, welche großen wirtschaftlichen Porteile eine Bahn bietet. Im allgemeinen steht jedoch der Chinese uns Deutschen durchaus freundschaftlich gegenüber; er verdient im Dienste des Deutschen das Fünffache von dem, was er früher verdient hat, und das weiß der chinesische Kuli natürlich ebenso gut wie jeder andere Mensch zu schätzen.

Nach dem energischen Vorgehen Deutschlands gelegent­lich der ersten Revolten ist bei der gegenwärtigen Lage in China kein Grund vorhanden, an eine baldige Wieder­holung derartiger Ausschreitungen seitens der Chinesen zu denken.

Was die Christenverfolgungen betrifft, von denen neuer­dings aus Tsinning gemeldet wird, so dürste es sich um Proselyten handeln, um zum Christentum übergetretene Chinesen, denen die Bevölkerung oft sehr feindlich gegenüber steht. Alles in allem ist die Lage in China eine ruhigere und friedlichere, als seit Jahren, und nichts läßt einen Konflikt befürchten."

Meine nächste Frage galt der voraussichtlichen Renta­bilität der deutschen' Unternehmungen in Schantung, speziell der voraussichtlichen Rentabilität der Schantung- bahnen.

Da die Strecke Peking-Tientsin", erwiderte der Ge­sandte,sich bisher sehr gut rentiert hat, ist anzunehmen, daß auch die von Deutschland jetzt in Bau genommenen Bahnen bei der dichten Bevölkerung jener Gegenden stark benutzt werden; namentlich ist dies von der nach Tsinanfn, der Hauptstadt Schantungs, führenden Linie zu erwarten." Was halten Exzellenz von der in letzter Zeit so viel