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Kriegshandwerk führte er dann auch noch rüstig fort, als er im Landshuter Erbfolgekrieg 1504 die rechte Hand verloren, welche er durch eine eiserne ersetzen ließ. Er wurde 1480 zu Jaxthausen geboren.
Vor 264 Jahren, am 24. Juli 1635, starb zu Liegnitz der berühmte Satiriker und Epigrammdichter Friedrich von Logau, der durch Wahrheit und Empfindungen, Ernst der Gesinnung, Schärfe und Kürze des Ausdrucks weder von seinen Zeitgenossen, noch von späteren Dichtern dieser Gattung übertroffen wird. Solche Epigramme oder Sinngedichte, wie er sie nannte, dichtete Logau nahezu 4000. Er wurde 1605 zu Brockut in Schlesien geboren.
Auszug aus den Standesamtsregistern der Stadt Gießen.
Aufgebote.
Juli: 17. Reinhard Karl Kaus, Bureau-Vorsteher zu Marburg, mit Johanna Auguste BabU zu Gießen. 17. Ludwig Daniel Rühl, Bäckermeister dahier, mit Helene Georgine Katharine Ptrr hier selbst. 18. Karl Ritter, Sergeant hterselbst, mit Anna Schaaf zu Köddingen. 18. Kaspar Stroh, Schlosser zu Rieder-Gemünden, mit Eltsabethe Stteber daselbst.
Eheschließungen.
Juli: 15. Philipp Georg Schmidt, Schlcsser dahier, mit Johanna Kümmel hier selbst. 15. JustuS Schäfer, Fuhrmann dahier, mit Karoline Wtttaen von Aull. 15. Louis Thern, Ftnanzaspirant zu Mainz, mit Louise Zörb hterselbst. 15. Otto Knorr, Schmied dahier, mit Marte Bepperling von Ruttershausen. 15. Josef Seeler, Kaufmann dahier, mit Louise Minna Emilie Georgine Wanke hterselbst. 15. Jakob Reinhard Hetl, Kutscher dahier, mit Ann, Maria Katharina Jung hterselbst. 18. Heinrich Friedrich Martin Joseph Engel, Maschinenführer zu Marburg, mit Marie Elisabeth Saßmann hterselbst.
Geborene.
Juli: 11. Dem Schreibmaterialtenhändler Kalmann Levi ein Sohn, Leo. 12. Dem Vorarbeiter Konrad Waaner IV. ein Sohn, Wttb-lm Ludwig. 12. Dem Bierbrauer Georg Treiber eine Tochter, Anna Luis«. 13 Dem Oprrattonswärter Peter Schmidt eine Tochter. 13. Dem Schutzmann Richard Reinhardt eine Tochter, Frida Karola Wilhelmine. 13. D-m Schreinermeister Ludwig Werner ein Sohn. 13. Dem Fuhrknecht Martin Helferich eine Tochter. 14. Dem Bureau Vorsteher Friedrich Boeck eine Tochter. 14. Dem Schlosser Fr«iz Bepler ein Sohn. 14. Dem Kaufmann Siegmund Rosenbaum eine Tochter, Meltta. 14. Dem Möbeltransporten Emil Hertrtch eine Tochter, Marie. 15. Dem Medgermetster Karl Plank eine Tochter, Paula Martha. 15. Dem Restaurateur Heinrich Berndt eine Tochter, Minna Balbina 16. Dem Geschäftsführer Heinrich Fourier ein Sohn. 17. Dem Oberkellner Alexander Wetngardt ein Sohn, Albert Friedrich Alexander. 18. Dem Former Wilhelm Fuchs ein Sohn, Wilhelm Heinrich Ludwig. 19. Dem Schlosser Wilhelm Klöß ein Sohn.
Gestorbene.
Juli: 14. Jobs. Schauermann, 42 Jahre alt, Bierbrauergehilfe von Rainrod. 14. Jacob Schmidt, 69 Jahre alt, Berginvaltde von Braunfels. 15. Christine Briemer, 25 Jahre alt, von Roßberg bet Marburg. 17. Wilhelm Schomber, 2 Monate alt, Sohn von Kellner Konrad Schomber dahter. 17. Wilhelm Finkbetner, 19 Jahre alt, Kaufmann zu Weilburg. 18. Friedrich Schwarz, 49 Jahre alt, Tag öhner von Bellersheim. 19. Elisabeth« Schäfer, geb. Wellstetn, 31 Jahre alt, Ehefrau von Maurer Jacob Schäfer zu Niedergirmes. 19. Lina Schmidt, 24 Jahre alt, ohne Geschäft, von Münchhausen, DtllkteiS. 20. Konrad Odr, 43 Jahre alt, Knecht von Ober-Wtdders- heim, Kreis'Büdtngen. 21. Helene Schweitzer, geb. Müller, 79 Jahre alt, Witwe d>.s Bahnwärters Conrad Schweitzer dahter.
Mteratur, Wissenschaft und Kunst. |
— Der Junker Werner von Brunshausen. Historischer Roman von Moritz von Kalscnberg. Verfasser der Memoieren der Baronesse Cecile de Comtot — des Wcrkeö: „Vom GesandtschastS- attachö" rc. Preis Mk. 4,—, gebunden Mk. 5,—. Das vorliegende Werk deS bekannten Autors heißt zwar ein Roman, eS dürste stch aber mit mehr Recht der Memoieren-Litteratur anreihen, denn es stnd die Hochinterestanten Memoieren eines jungen hesfischen Adligen, der stch als Jäger bei den nach Amerika verhandelten beifischen Truppen anwerben läßt, weil ihm sein Vater verbietet, das Mädchen seiner Liebe heimzusühren. Das Buch enthält interessante, neue Schilderungen aus den Schlachten und Gefechten des nordamertka- ntschen FrethettSklteges, es erzählt von dem Amerika der damaligrn Zeit und bringt neue überraschende Urteile über die Führung der ganz unfähigen englischen Generale im Vergleich zu dm, seitens Englands schlecht behandelten hessischen Führern. Die Erzählung führt uns in Amerika bis zu der Kapitulation der englischen Nordarmee bet Saratoga und im weiteren in die H-imat zurück, sie schildert uns die Hofhaltungen von Kassel, und Darmstadt, wo der Hfid seine Jugendliebe wiede, findet. Das Weik ist äußerst spannend geschrieben und fesselt uns vom Anfang bis zu Ende, da es die bisher viel zu wenig bekannten KriegSthaten deutschen Truppen mit dem Lebensroman des Helden verknüpft.
Briefkasten.
Namenloser. Der Ekel der „M. S." ist über allen Zweifel erhaben; wie könnte auch bet derartiger Hohlheit ein anderes Gefühl auckommen? Auf die journalistische Gewissenhaftigkeit der M. S." hereinzufallen, überlassen wir anderen. Das Aufnahmegesuch der „M. S." in die Genoss nschaft der Wiederkäuer wird kaum deanstander werden können, nachdem sie den Befähigungsnachweis dafür bis zum Erbrechen erbracht hat.______________________________
Temperatur der Lahn und Luft
nach Reaumur gemesten am 22. Juli, zwischen 11 u. 12 Uhr mittag-:
Master 18'/,°, Luft 23'/»°.
Rübsamen'sche Badeanstalt.
UerKehr, Land- und Volkswirtschaft.
Gießen, 22. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochemnarkt kosteten: Butter per Pfd. Jt 0.80—1.20, Hühnereier per St. 6—7 2 St. 11—13 H, Enteneier 1 St. 7—8 H, Gänse-
eier per St. 16—11 Käse 2 St. 5—6 H, Käsematte per St. 3 Erbsen per Liter 22 H, Linsen per Liter 32 Tauben per Paar
je 0.75—0.90, Hühner per St. A 1.00—1.50, Hahnen per Stück Jt 0.65—0 90, Enten per St. JL 1.50—1.70, Gänse per Pfund Jl 0 00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 H, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—64 Schweinefleisch per Pfd. 60—72 Schweine» fleisch, gesalzen, per Pfd. 76 Kalbfleisch per Pfd. 60—66 Hammelfleisch per Pfd. 50—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 6.00 bis 12.0 JL, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Ctr. X 8.50—9.00, Milch per Liter 16 H, Kirschen per Pfd. 26 bis 80 Pfg.
Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nach« mittags. Während der ersten 8 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.
Neueste Meldungen.
Depeschen des Bureau „Herold".
Berlin, 22. Juli. Wie aus Drontheim gemeldet wird, blieb der Kaiser vorgestern nach Ankunft vor Drontheim an Bord und erledigte Regierungsgeschäfte. Gestern fand die Besichtigung des Domes unter Führung des Architekts Christin statt. Sodann folgte ein Ausflug nach dem neuen Luftkurort Tjoldsäte, wo das Mittagessen eingenommen wurde.
Berlin, 22. Juli. Heber das Befinden der Kaiserin wird aus Berchtesgaden gemeldet: Die durchaus günstige Abnahme der örtlichen Störungen bei der Kaiserin gestatteten gestern die Anlegung eines festen Verbandes an dem verletzten Unterschenkel. Der Verband wird gut ertragen und beseitigt die noch vorhandenen subjektiven Beschwerden völlig.
Berlin, 22. Juli. Zu der viel besprochenen Korrektur des Reichstags-Stenogramms schreibt der „Vorwärts", es sei längst ein öffentliches Geheimnis, daß der unmittelbare Urheber der Korrektur der Direktor des Reichstags- Bureaus Geheimrat Knack ist.
Kiel, 22. Juli. An Bord des Linienschiffes „Pelikan" ereignete sich gestern der zweite Unglücks fall innerhalb acht Tagen, indem der Matrose Beck von einer Backspiere in den Hafen fiel und trotz sofort angestellter Rettungsversuche ertrank. Die Leiche wurde abends geborgen.
Brünn, 22. Juli. Der Student der hiesigen technischen Hochschule Bock, ein Anhänger der deutsch-nationalen Partei, wurde wegen Hochverrats verhaftet.
Paris, 22. Juli. Heute nachmittag begiebt sich der Kommandant Legranc, Mitglied des Militärcabinetts nach Petersburg, um im Auftrage von Loubet einen -silbernen Kranz am Grabe des Großfürsten-Thronfolger niederzulegen,
Paris, 22. Juli. Dem Gaulois zufolge wird der .Dreyfus-Prozeß schon am 6. August beginnen und ibrei Wochen dauern.
Belgrad, 22. Juli. Das Attentat auf Milan ist weiter nichts, als ein Komplott „Milans gegen Milan" zur Erlangung irgend einer gesetzlichen Basis, um die radikale Volkspartei zu verfolgen und zu vernichten. Knesevic reifte nur nach Buckarest, um dort mit dem Agenten Milans, Tvdvrovic zusammen zu treffen. Am 22. Juni traf Knesevic wieder in Belgrad ein, einen Tag nach ihm Tvdvrovic. Das Attentat fand am 24. am Hellen Tage statt. Milan schien feine Feinde zu kennen, ohne die Angelegenheit zu untersuchen. Ebenso falsch ist es, daß der Adjutant Lukic an der Schulter verwundet wurde. Der Revolver Knesevics war nur blind geladen.
Belgrad, 22. Juli. Das Standgericht hielt gestern seine erste Sitzung ab, um über den Antrag zu beschließen, alle vor Verhängung des Belagerungszustandes begangenen Delikte, welche mit dem Attentat und mit dem Komplott gegen die Dynastie nitjt in Verbindung stehen, den ordentlichen Gerichten zu übergebeu.
NewYork, 22. Juli. Der Ausstand der Straßenbahnbeamten in New Aork und Brooklin kann als beendet betrachtet werden. Gestern abend verkehrten die Straßenbahnwagen ohne Unterbrechung.
Washington, 22. Juli. Ein Vertreter der A s s 0 c i a t e b Preß hatte eine lange Unterrebung mit bem stellver- tretenben beutschen Gesanbten Mumm von Schwartzenstein. Derselbe äußerte sich bahin, baß zur Zeit am politischen Himmel Deutschlands und Amerikas keine Wolke stehe. Die vollständige Regulierung der Samoa - Frage sei gesichert. Diese Frage sei nicht wert, einen Grund zur Uneinigkeit zwischen den drei Nationen zu geben. Er habe keine besondere Mission, er solle nur die guten Beziehungen zu den Vereinigten Staaten pflegen.
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Kohlen- unh KolstiefttW.
Die Lieferung der für das Großh. Provinzial - Arresihaus dahier pro 1899/1900 erforderlichen Steinkohlen und des Brennholzes, und zwar:
ca. 600 Gentner reine Stückkohlen,
„ 800 Gentner gewaschene Nußkohlen, 30 bis 50 mm Durchmesser, beide aus der Grude Mansfeld, und
„ 30 rm Tannen-Scheitholz,
soll im Wege des öffentlichen Angebots unter den in Anlage A zu dem Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 enthaltenen allgemeinen und den von dem Unterzeichneten auf- gestellten besonderen Bedingungen, welche auf der Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft zur Einsicht offen liegen und gegen Erstattung bei Schreibgebühren bezogen werden können, vergeben werden
Versiegelte Angebote sind kosten» frei bis zum Eröffnungstermin
Mittwoch den 9 August 1899, vormittags 16 Uhr,
auf der Kanzlei Großh. Staats- anwaltschaft dahier, Justizgebäude, niederzulegen.
Der Zuschlag bleibt 3 Tage vorbehalten. 5465
Gießen, den 20. Juli 1899.
Der Großh. Oberstaatsanwalt beim Landgericht derProvinzOberheffen
Dr. Güngerich.
Städtischer Arbeitsnachweis Gießen
Gartenstraste 2.
Angebot der Arbeitnehmer: 1 jüngerer Maschinenschlosser, 2 Taglöhner für leichtere Arbeiten.
Nachfrage der Arbeitgeber r 1 Eisendreher, 2 Dachdecker, 2 Meffer- fdmrebe, 8—10 Maschinenschlosser, 4 Bauschloffer, 2 Schmiede, 2 Schneider, 1 Schuhmacher für Hausarbeit, 1 Bauschreiner, eine größere Anzahl Taglöhner, 2 Hausburschen, 1 Fuhrknecht, 1 Flickfrau.
Lehrlinge: 2 Bäcker, 1 Barbier, 1 Buchbinder, 1 Drechsler, 1 Drucker, 2 Glaser, 1 Kellner, 1 Küfer, 1 Kupferschmied, 2 Lackierer, 1 Sattler, 1 Schmied, 1 Schneider, 2 Schreiner, 1 Schuhmacher, 2 Spengler, 1 Tapezier, 1 Wagner.
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Freibank. 5403
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