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23.4.1899 Viertes Blatt
 
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VMMthK Spedition und Druckerei Z ch»tstr«te Nr. 7.

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1899

Sonntag den 23. April

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UNr Ao-eigen-vermittlungSftelien bei In- und Hullatibtl nehmen Lnzei,en für den »ießcner Anzei,er ratytca.

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Bei Poftdezug 2 Mark 50 Pf», viertelfährlich.

geschrieben: Es muß nicht nur i.... ----- z c. e f mit der Wahrscheinlichkeit gerechnet werden daß d e Kanal- Vorlage sällt. Selbst in der nationalltberalen Parte, gehen die Meinungen weit auseinander- **nwT,4'p ,fi r'p,m

Ibrefle für Depeschen: A«,<i,er Fernsprecher Nr. 5t.

Dtp Gehener »«Will I tut er merbtni V» Anzeiger »IchiMiIti viermal tev^et-

en Anzeigen ,u der nachmittag! für de» erfcheinenben Nummer vis »orm. 10 Uhr.

durch die Rücksicht aus das Allgemeinwohl begründet ist.

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ein echter Sohn der Scholle, auf der er geboren wurde.

In Heide im Kreise Norddithmarschen hat bekanntlich seine Wiege gestanden. Sein Vater Hartwig Groth war dort Landmann und Müller. Außer Vater und Großv^er stand der älteste Bruder ihm am nächsten. In feinem Ge­dichtMm Jehann" hat er diesem ein schönes Denkmal gesetzt. Mit 14 Jahren wurde Groth, der die Bürger­schule in Heide besucht hatte, Schreiber beim Kirchspielvogt. Hier bot ihm die Bibliothek seines Vorgesetzten eine präch­tige Gelegenheit, seinen Wisiensdurst zu befriedigen, und weckte zugleich das Verlangen nach höherer Bildung. Wäh­rend der Jahre 1838 bis 1841 besuchte er das Schullehrer­seminar zu Tondern, wurde mit dem zweiten Charakter examiniert, und erhielt dann in seinem Geburtsorte eine Stellung als Lehrer an der Mädchenschule. 1845 unter­nahm er eine Reise nach Berlin, Dresden, Böhmen, an den Main und Rhein, welche ihm eine Fülle von Anregung bot. 1847 suchte Groth um seine Entlassung infolge Ueber- arbeitung nach und lebte bis März 1853 ununterbrochen m Landkirchen auf Fehmarn in still trauriger Vereinsamung. Dort ist der Quickborn entstanden.

Es ist in gewisiem Sinne Wahrheit in Mullenhoffs Wort: Die Sehnsucht hat den Quickborn gedichtet, die Sehn­sucht nach der dithmarsischen Heimat, nach Kindheit und Elternhaus. Aus seiner Einsamkeit in Fehmarn brachten ihn die Freunde nach Kiel, bann verlebte er einige Juhre am sonnigen Rhein in Bonn, wo Ernst Moritz ^1! un Dahlmann zu seinem Freundeskreise gehörten. Auch m Dresden ließ er sich eine Zeit lang nieder, aber es hielt ihn dort nicht lange. 1858 habilitierte er sich an der

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MPC. Im Reichstag wird demnächst im Zu- iammenbang mit dem Bericht der Kommission, welcher der Antrag Rintelen aus Abänderungen der Gertchtsvcrsassung und der Strasprozeßordnung und außerdem der Regterungs- -ntwurs über di- Eidesleistung überwiesen war, die Frag- der Wiedereinführung der Berufung zur Beratung gelangen. Wie wir Horen, ist die Mehrzahl der -inz-lstaackich-n Re­gierungen mit der Art, wie di- Wiedereinführung der Be- rusung bei Strafsachen in dem Antrag Rmtelen >n Aussicht genommen ist, durchaus nicht einverstanden.

9 M.P.C. Aus dem Abgeordnetenhause wird uns

des holsteinischen Volksstammes in seinen Liedern gewisser- . maßen ausgclMcht.schen gicbt @rot[j selbst in dem

SchlußartikelWie mein Quickborn entstand" uns erst Auf­schluß über sein unablässiges Ringen mit Müllenhoff, den Glossar, die Orthographie für die plattdeutsche Litteratur sestzustellen. Man spricht davon, da der Glossar von den Nachfolgern unbesehen benutzt wurde, als hätte es tu der Lust aelegen. Ach nein! Müllenhoff und Groth haben einen ganzen Winter hindurch mehr als sechs Monate täglich drei volle Stunden zusammen an jenen Ausgaben gearbeitet, sodaß man mit Recht beim Erscheinen der dritten Auslage sagen konnte, das Buch sei mit einer Sorgsalt herausgegeben, wie es sonst nur mit alten Klassikern der Fall gewesen ist. Für die plattdeutsche Orthographie hatte Groth sich -ine bestimmte Ansicht m viel,ahr,ger Arbeit herausqebildet, der auch Müllenhof nach vergeblichen Ver­suchen zu einer größeren Einfachheit oder Konsequenz zu gelangen, beistimmte. Man hat darnach gut reden gehabt über plattdeutsche Schreibweise, indem man entweder be­hauptete, es gäbe keine geregelte und man schreibe, wie man wolle, ober inbem man Ratschläge gab, wie dem Uebel- ftanbe abzuhelfen sei. Aber kein einziger von allen biesen Einfällen hat bem Dichter unb seinem Beirat etwas neues aesaat, bas sie nicht längst zusammen burchbacht. Es gab damals kein Buch in plattbeutscher Sprache, bas einen weiten Leserkreis im Auge hatte. Die plattbeutsche^Ortho- araphie mußte erst von Groth geschaffen werben. Ist also schon die äußere Form bes Quickborn eine That, um wie­viel mehr sein Inhalt. Ein offenes Auge für bie Natur kennzeichnet vor allem biese Gebichtsammlung unb zwar für

3m Reichstage haben am Mittwoch bie Beratungen ber gßjDeite zur Gewerbeorbnung begonnen, welche nut emer V>>rm»riiunu beS Gesetzentwurfs an eine Kommission eriben weittw. Rir haben uns früher gelegentlich ber Besprechung biesen Novelle mit ber Verbesserung der Lage dn Hanb- ImiaMliicn beschäftigt unb wollen heute bie vorgeschlagene 2 onzAionSpflichi für Stellenvermittler unb Gesinbeverwieter

Kirchen unb Kapellen, bie meist in ben letzten 1520 Jahren erbaut würben. In Vitoria giebt es mehr als 15 religiöse Gesellschaften unb in Bilbao 20 Klöster. Dankbarkeit kennen biese Schwarzen nicht für bie Hanb, bie sie ver­hätschelte, sie hängen bem an, ber ihnen am meisten bietet, unb auf unumschränkte Herrschaft können sie nur unter Don Carlos rechnen, ber völlig mittelalterliche Zustande herbeizuführen verspricht. Daher betreiben alle biese Bruberschaften, katholischen Kasinos u. s. w. eine zügellose mrnhnnnnba in Stabt unb Lanb. Die verblenbete alfon-

Feuilleton.

Klaus Hrolh.

zu seinem achtzigsten Geburtstage.

24 April 1S99.

Bon Gustav Munk-Kiel.

(Nachdruck verboten.)

8er ber grünumsäumten Kieler Föhrbe mit ihren schcMzen Buchenhainen einen Besuch abftattet, um Land unü iute kennen zu lernen, der wird sicher nicht ver- kininai, in dem kleinen laubumrankten Gartenhause am EnÄakvS Schwanenwegs vorzusprechen, um den ersten Poeten beLi uerumschlungenen Schleswig-Holsteins kennen zu lernen, fc-iiniübir finbet bort gastliche Aufnahme, einen guten Trunk icumr n beutschen Weines, einen treuen Hänbebruck unb geiijftt Anregung in Hülle unb Fülle. Der greife Dichter KKM- Groth plaubert trotz seiner achtzig Jahre mit einer

unb Lebenbigkeit, baß man auch heute noch ben Witiiricr überaus interessanten bichtcrischen Jnbivibualität öenwüit, ber bie Zeit nichts von ihrer Originalität geraubt baftl Mroth ist wie jebe echte Persönlichkeit, bie sich ihres ReMiS unb ihrer Freiheit bewußt ist, stets seine eigenen WE Mwanbelt unb thut es noch heute. Er konnte nicht au-ri bem Werken anberer Dichter fußen unb weiterbauen auij hm Funbament, bas sie gegrünbet. Nein, er ist eine iel^Wpferische Natur, gerabezu ber Erfmber ber neu- pl^Mschen Litteratur. Es ist ;a möglich, baß Burns^ bete jütische Sänger, ihn angeregt hat, aber es war boch ein inbwreS Volkstum, bas er zu erfasien uub zum Aus- brt'Hi M bringen hatte. Er hat die lange verachtet ge=

, . I bprmpnhcten hierzu ben überroiegenben Betrag ihrer

»Mk'"galten für bie b-id-n letztgenannten Kategorien fltmorbetreibenben bie Bestimmungen ber ®9t,c^cire1, I h( it,. b. li jeber beliebige Staatsbürger konnte Stellenver-

oder Gesinbevermieter werben ohne Rücksicht barauf, | rii.n »fbürfniß vorhanben war, ober ob ber betreffende I t Prämien bot für die Ausfüllung emer solchen nach liilnchn sitichtung hin Vertrauens-Stellung. Im Laufe der I <citu bat)er i sich bann auch bie Mängel bieser schrankenlosen I krSMMii derartiger Bureaus gezeigt. Diele unlautere v krank'Drängten sich in das Vertrauen der Stellensuchen- den iittn unb beuteten dieselben nach Möglichkeit aus. Es

auf ber Hanb, baß bie meisten von benen, welche Steldbfl fuchen, schließlich alles zu opfern geneigt sind, ucnrnfif auch nur bie entfernte Aussicht haben, eine Brot- tetejii ( dangen. Unb wenn sie bann in bie Hänbe gewinn- ich Her, unreeller Vermittler fallen, so verlieren sie ost baß etzt'L:, «aS ihnen übrig geblieben war, unb ber Weg zum kSIcraib obtr zum Verbrechen ist ihnen geöffnet.

Ar wollen hierbei gleich betonen, baß wir ebenso | en-^roie bie oerbünbeten Regierungen bem ganzen St and der 1 Ami ttler nahe treten wollen; es sind selbstverstanblich nur r Biabmcn, welche wir im Auge haben. Aber wie m cbe i® ankeren Berufe, so sinden sich auch unter ben Stellen- otttHlittlet n und G-sind-v-rrni-t-rn di-s- Ausnahmen btt nun in tiefem Falle um fo verderblicher ^rkcn, weck wie, »Dr oben gefügt - ihnen em f-* jerCTiic« entgegengebracht wird.

©tofüeit Widerstand hat die Ausdehnung der Kon- zefflwin iicht im Reichstag- nicht ll°sunden, tnsbe andere ist I>iNotwendigkeit der neuen Vorfchriften nicht be jtril» worden. Am besten wäre es >a, menn ber Staat oben die Kommunen die Stellenvermuttelung undGesinde. ocnjBlung in die Hand nähmen. BiS dies aber gefchteht, mu:ültm Staate ein gewisses Aufsichtsrecht über den ge- nunmliii Gewerbetrieb eingeraumt werden, denn er hat b e Sfl-IWL bieschwachen Schultern' zu stutzen. Rachtecke für gie Iinnlen Gewerdetreiber entsteht dadurch nicht, im Gegen- leil.ii. jic werben ber unlauteren Konkurrenz entledigt, unb

Madrid, 21. April, lieber di- neuerdings wieder spukende Karlistengefahr wird °us Madrid ge chneben. Während der Norden Spaniens, wie wir kürzlich führten, in den letzten Jahrzehnten einen wirtschaftlichen Aufschwung genommen hat, an dem die Regierung sreilich vollkommen unschuldig ist, M'es der ^rl'smus angsam ein Daß er nicht vollständig erstarb und ,etzt wieder zu neuem Leben erweckt ist, bas verbankt er nur bem unoer- söhnlichen Mtramontanismus, ber seit langem von allen spanischen Regierungen verhätschelt würbe. Ohne baß I SSäZSBS [liberalen Partei gegen sachlich diese religiösen Genossenschaften wieder ausleben en weit auseinander; das nämliche ist be I ^^gA^Ln^ne^o^n^roe^'e1 im^übrige3«11 (Suropa ni^t Zentrum der Fall. Di- Konservativen und Freikonseivativen ^.Schwa^z^^ g^w ^d , man3 1874 in San

aber sind ihrer überwiegenden Zahl. noch Gegner des Ent- I ^ 8 £. [nc Tünche, di- sich dort unerlaubt auf«

Wurfs. Daß die Regierung die Ablehnung des letztere s Mkikwürdiqkeit betrachtete, wimmelt es jetzt

±9ehien«uHöfung d^Abge^dnewnhaufts in Frage | davon.' Die besten Gebäude,im ganzen Lande^sin^ Klöster, kommen. Zum letztenmale befand sich die Staatsregierung der Alternative gegenüber, ob sie das Abgeorbnetenhaus auflösen solle ober nicht in ber LanbtagSsession 1890/91, als bie Konservativen sehr entschieben gegen bie neue Lanb- qemeinbeorbnung für bie östlichen Provinzen opponierten. Damals war Herr Herrfurth Minister des Innern. Es würbe erwogen, ob bie Regierung bei einer Auflösung mit .... . einiger Sicherheit auf eine liberale Mehrheit rechnen bürfe.

ziemlich unbegrenztes ®a diese Frage oou bet I PropägaHa in Stabt itnd Lanb.

Die Regierung machte ben Konservativen weitgehenbe Kon­zessionen; bie neue Sanbgemeinbeorbnung mürbe bann am iSuni 1891 im Abgeorbnetenhause mit 206 gegen 99 kon­servative Stimmen angenommen und barauf im Herrenhause mit 98 gegen 36 Stimmen.

MP.C. Don ben Jnvalidenversicherungsan- ftalten waren für bie Förberung bes Baues von Arbeiter­wohnungen bis Enbe 1896 ausgegeben 1208646o Mk.; eS traten 1897 hinzu 9 324 875 Mk. unb 1898 13980478 Mk., sodaß jetzt 35392118 Mk. für biesen Zweck festgelegt sinb.

sistische Regierung aber gewährt alle Ehrenstellen ben Kar- listen. Klerikalen, Jntegristen (wütenben Fanatikern, welche nur ben Papst als Herrn auch in weltlichen Dingen anerkennen), verfolgt bie Liberalen und wundert sich bann, wenn die karlistische Flut steigt. Der rückschrittliche Ob- skurantismuS und UltramontamSmuS legt sich mit mächtigem Druck auf alle höheren Schulen und Universitäten, deren Professoren sich hüten müssen, nicht bie Diözesangeistlichkeit ober bie klerikalen Mitglieber beSobersten Rats für ben öffentlichen Unterricht" zu verletzen. Daß englische Bankiers, wie eS heißt, ben Thronforberer mit Gelb unter-

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