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22.11.1899 Erstes Blatt
 
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Ausland.

Wien, 20. November. Dr. Engel, der Obmann des Jungtschechenklubs, wurde heute vormittag zum Kaiser zur Audienz befohlen. Im Laufe des heutigen Tages hat der Monarch noch weitere Parteiführer empfangen und wird die Empfänge morgen fortsetzen, um über die inner- politische Situation Rücksprache zu nehmen.

Bukarest, 20. November. Die Kammer wird am 26. d. Mts. eröffnet werden. Der König wird persön­lich die Thronrede halten.

Paris, 20. November. Neber die gestrige Feier aus Anlaß der Enthüllung der Statue: Triumph der Republik wird noch berichtet, daß 25,000 Delegierte an derselben Teil nahmen, welche 1642 Arbeiter-Vereine vertraten. Die meisten Delegierten erschienen in ihren Arbeiterkleidern. Sie brachten Hochrufe auf die Republik, die Freiheit, den Präsidenten Loubet usw. aus. Einige riefen: Nieder mit den Pfaffen, nieder mit der Bourgeoisie. Etwa zwei Drittel der Kundgeber sangen die Carmagnole, blieben aber sonst ruhig. Viel bemerkt wurde die Dele­gation der Liga der Menschenrechte, unter der sich auch der frühere Kriegsminister Trarieux befand. Die rote Fahne, welche den Präsidenten Loubet und die Minister veranlaßt hatte, den Festplatz zu verlassen, wurde später unbehelligt gelassen. Um Mitternacht begab sich eine Bande Anarchisten vor das Denkmal unter den Rufen: Es lebe die Anarchie, nieder mit der Armee. Es wurden 4 Verhaftungen vorge­nommen, im übrigen verlief der Tag vollkommen ruhig.

London, 20. November. Die Hohenzollern traf mit der kaiserlichen Familie heute früh 7 Uhr vor Ports­mouth ein und wurde von der Torpedoboots-Flottille einge­holt. Infolge des dichten Nebels war es unmöglich, die Hohenzollern oder die britische Flöte zu sehen, welche den deutschen Kaiser begrüßen sollte. Auch als die Hohenzollern unter Salut in den Hafen einlief, war der Nebel noch äußerst dicht. Die Stadt Portsmouth selbst hat keinerlei Festschmuck angelegt, aber zahlreiche Zuschauer erwarteten die Ankunft des Kaiserpaares. Bei der Landung wurde das Kaiserpaar durch die Menge lebhaft begrüßt.

Windsor, 20. November. Kurz vor der Ankunft des kaiserlichen Zuges hatten sich der Prinz von Wales, der Herzog von 9) ort, beide in der Uniform des Regimentes First Royal DraggoonS, dessen Inhaber der Kaiser ist, der Herzog von Cambridge, Prinz Christian von Schleswig Holstein in der Uniform des 3. Garde Ulanenregimentes sowie die Zivilbehörden mit dem Mayor an der Spitze zum Empfange eingefunden. Bei der Ankunft begrüßte zuerst der Prinz von Wales den Kaiser und küßte ihn auf beide Wangen, sodann umarmte der Kaiser, der die Uniform eines Admirals der Flotte trug, die übrigen Prinzen. Gleich herzlich war die Begrüßung der Kaiserin und der Prinzen August Wilhelm und Oscar durch die englischen Prinzen und Prinzessinnnen. Von der Tochter des Mayors nahm die Kaiserin einen Strauß Marchall Riel-Rosen und roter Orchideen entgegen. kNachdem der Mayor eine kurze Will­kommenansprache gehalten, für die der Kaiser mit einigen Worten dankte, zogen sich die Fürstlichkeiten auf kurze Zeit in den Warteraum zurück. Bei der Fahrt zum Schlosse saßen in dem ersten Wagen die Kaiserin, Prinzessin Heinrich von Battenberg, Prinzessin Christian von Schleswig-Holstein, die Herzogin von Connaught. Sodann bestieg der Kaiser, während die am Bahnhof aufgestellte Ehrenwache präsentierte, den 2. von zwei Pferden gezogenen Wagen mit dem Prinzen von Wales, dem Herzog von York und von Connaught. Als der Kaiser kurz nach 2 Uhr vor dem Thore der Königin im Schlosse, woselbst eine weitere Ehrenwache mit Fahne Aufstellung genommen hatte, anlangte, wurde der Königs- salut abgegeben, während die MusikHeil Dir im Sieger­kranz" spielte. In Begleitung sämtlicher Prinzen und Prinzessinnen begaben sich die Fürstlichkeiten in's Schloß, wo die Begrüßung durch die Königin stattfand. Einige Minuten später besichtigte der Kaiser in Begleitung des Prinzen von Wales, des Herzogs von Connaught und des Herzogs von York die Ehrenwache, die den Zapfenstreich schlug. Danach fand Frühstück im Schlosse statt. Das Wetter hatte sich am Nachmittag aufgeklärt.

Koksles Md Vrsvmchjtrr.

Gießen, den 21. November 1§99.

Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Bersammlung am Donnerstag dem 2 3. November 1899, nachmittags 3*/2 Nhr pünktlich: 1. Ban- gesuch des Philipp Bauer für die Wallthorstraße; hier: Dispens. 2. Desgl. des Dachdeckers Prang für Löbers Hof. 3. Desgl. des Heinrich Keßler für die Grünberger­straße; hier: Grenzüberschreitung bei der Einfriedigung. 4. Herstellung eines erhöhten Bürgersteigs vor den Häusern Kirchenplatz 11 und 12. 5. Herstellungen im rechtsseitigen Thorhause am Neuenweg. 6. Dichtung des Kellerfuß­bodens der Heizkammer im Erweiterungsbau der Realschule. 7. Pflasterung der Frankfurterstraße; hier: Arbeitsver- gebung. 8. Herstellungen im Bürgermeisterei-Gebäude; hier: Kostendekretur. 9. Errichtung eines Aussichtsturmes auf der Hochwarte; hier: Kostendekretur. 10. Gesuch der Buderus'schen Eisenwerke in Wetzlar um käufliche Ueber- lassung von Gelände aus einem Acker des Hospitals unter dem Weiherchen. 11. Straßenbeleuchtung am Ecke der Bamm- und Lahnstraße. 12. Das Adreßbuch für die tadt Gießen pro 1900. 13. Entschädigung der Kranken­kassen für die Führung der Geschäfte der Jnvaliditäts- und Alters-Versicherung. 14. Einrichtung eines Omnibus- Verkehrs in der Provinzialhauptstadt Gießen; hier: Aenderung der Polizeiverordnung. 15. Rechnung der Stadt Gießen für 1898/99; hier: Uebertragung von Krediten fürs nächste Rechnungsjahr. 16. Den VIII. Städtetag für das Groß­

herzogtum Heffen am 30. November 1899 in Bingen; hier: Wahl her Delegierten.

-r. Stadttheater. Ein richtiges Sonntagsstück ging vor­gestern abend m unserem Musentempel in der Wallthor straße in Szene: Mannstädt-WellerSWilde Katze" mit der Musik von Steffens. Auf den Stoff einzugehen, er­übrigt bei dem verhältnismäßig ehrwürdigen Alter der vier Akte sich hinziehendenGroßen Operettenposse", und dann ist ja überhaupt kein Stoff da. Die Textdichter stehen weit unter dem Komponisten. Steffens hat stellenweis ganz allerliebste Melodieen geschaffen, und was sie für uns be­sonders wertvoll erscheinen ließ, war der Umstand, daß sie für unser Ensemble, das ja eigentlich für Operetten und Gesangspossen nicht direkt zugeschnitten ist, in ihrer leichten, flüssigen Manier unschwer zu bewältigen waren. Die Auf­führung gestaltete sich somit zu einer recht anregenden. So wurde den Solisten, vor allem Frl. Marie Eichenwald als Marquita Garcia, und auch den Wechsel- und Chor­gesängen reicher Beifall und wiederholter Hervorruf zuteil. Als wir kürzlich über Frl. Eichwald als Rößelwirtin in Als ich wiederkam" referierten, waren wir von der gesang­lichen Leistung der Dame nicht gerade erbaut, wir nehmen das Urteil heute reumütig und zerknirscht zurück. Fräulein Eichwald kann wirklich fingen, und zwar nicht nur wie einewilde Katze", sondern wie eine wirk­liche Sängerin, die durch eine gute Schule gegangen. Sie verfügt über ganz ausreichende, in den hohen Lagen sogar überreiche Stimmmittel. Ihre schauspielerischen Talente haben wir wiederholt rühmend anerkannt, sie hat auch diesmal mit Ehren bestanden und allseitige Anerkennung gefunden. Eine sehr hübsche Leistung war die Köchin von Frl. Susy Berken, die sonst weniger hervor­zutreten pflegt. Auf Dienstmädchenrollen scheint die Dame aber vereidet zu sein, denn wir haben sie mindestens schon 6 bis 8 Mal in dem Gewand der Küchenfee oder des Zimmermädchens bewundert. Im vorliegenden Falle hat sie die Über den gewöhnlichen Rahmen hinauSgehende Rolle ganz vortrefflich wiedergegeben. Schalkhaft nett und doch mit den ganzen Allüren der nicht gerade erleuchteten Küchenfee, sprach sie mit dem munteren Spiel ungemein an. Die Kostümierung war köstlich einfältig. In seinem Element war Herr Wilhelmi als Jimbo. Der Herr ist dem hiesigen Publikum lange Zeit schon bekannt und so kann sich jeder­mann einen Begriff machen, wie Herr Wilhelmi als Kaut­schukneger aussah und spielte. Er hatte natürlich meist die Lacher auf seiner Seite. Herr Helm als Volksanwalt Papke nebst seinen drei reizendenTöchtern" (Lucie Kugler, Rosa Knöfel und Else Duve) brachte ganz famose Familien­szenen zu stände, wozu seine vorzügliche Darstellung der allerdings moralisch durchsichtigen Biedermeierrolle, sowie der heitere Uebermut und das frische muntere Auftreten seiner drei weiblichenHilfskräfte" das Meiste beitrugen. Herr Direktor Kruse, uns allen längst als tüchtiger Dirigent bekannt, hatte Orchester sowie die vokalen Kräfte meisterhaft in der Gewalt seines Taktstockes. Die vortrefflichen Einsätze und taktfesten Gesänge lieferten einen neuen Beweis für seinen Fleiß und fein Geschick. Die übrigen Mitspieler haben sich alle ohne Ausnahme nach Maßgabe ihres Könnens und ihrer Rollen verdient gemacht und dürfen sich auch ihren Teil am Erfolg zu­schreiben. Das Theater war leider nur mäßig besucht.

** Stadttheater. Als sechste Volksvorstellung kommt morgen Mittwoch das SchauspielDer Hütten­besitzer" zur Aufführung. Für kommenden Freitag bereitet die Direktion wieder eine Novität, nämlich das dreiaktige Lustspiel:Das Opferlamm" vor, welches zurzeit an allen deutschen Bühnen stürmischen Heiterkeits­erfolg erzielt.

* Turnerisches. Den Reigen der Wintervergnüg­ungen eröffnete am Samstagabend der Turnverein gegr. 1846 mit seinem Winterfest in der stattlich geschmückten Turnhalle. Das erwählte Programm war mit großem Verständnis zusammengestellt; enthielt es doch neben den mit großer Exaktheit zu Gehör gebrachten Musikpiöcen der hiesigen Regimentsmusik, auch Vorträge, Theater und turnerische Aufführungen. Dieselben wurden von dem zahlreich erschienenen Publikum mit großer Freude aus­genommen, Kunb ernteten bie Mitwirkenben nach Verlauf einer jeber Programmnummer, welche, nebenbei bemerkt, ohne Zwischenpausen aufeinanberfolgten, großen Applaus. Auch ber turnerische Teil, Turnen an brei Seitenpferben, kam trefflich zur Geltung, unb fanb auch biefer ben wohl- üerbienten Beifall. Gegen 12 Uhr konnte enblich bas namentlich von ber Jugenb ersehnte Tänzchen beginnen, zu welchem sich ber zur Verfügung stehenbe Raum als viel zu klein erwies. Bei biefer Gelegenheit wollen wir ben Wunsch aussprechen, baß es bem Turnverein vergönnt sein möge, ben längst geplanten Umbau unb die Vergrößerung der Turnhalle bald vornehmen zu können. Der auf ben Sonntagnachmittag vorgesehene Ausflug nach ber Textors Terrasse hatte abermals viele Teilnehmer versammelt. So fanb bas erste Wintervergnügen bes Turnvereins bes Halbjahrs 1899/1900 einen alle Teile zufriebenstellenben Verlauf.

* Ihr 35. Stiftungsfest feierte am Samstag unb Sonntag bie Bürgergesellschaft burch einen solennen Kommers in ihrem festlich beforierten Vereinslokalzum Frankfurter Hof" unb einen Familienausflug auf bie Liebigshöhe", welche Veranstaltungen sehr gut besucht waren unb glänzenb verliefen. Bei bem Kommers begrüßte zunächst ber erste Vorsitzenbe, Herr Martin Dörr, bie Er­schienenen unb gab einen kurzen Rückblick auf bie Geschichte ber Gesellschaft, worauf bann der erste Schriftführer, Herr Roth, sich eingehend über letztere verbreitete und daran anschließend, Herrn Dörr, der sein 20 jähriges Mitglieds- und 11 jähriges Präsidenten-Jubiläum feierte, ein pracht­volles Diplom überreichte. Herr Jaskowsky feierte die drei anwesenden Mitbegründer, die Herren Moritz Flett,

Gustav Tränkner und Hermann Schelper, worauf diese der Gesellschaft ihr wohlgelungenes Gruppenportrait übermachten. Bei dem Familienausflug, den ein Tänzchen beschloß, und bei dem Herrn Dörr durch ben zweiten Vorsitzenben, Herrn Gustav Gerhabt, ein prachtvoller Regulator mit Widmung überreicht wurde, brillierten die Herren Jean Brückner, Julius Bräutigam unb Max Jaskowsky durch ihre reizenden Sologesänge.

** Heute vormittag gingen zwei junge Pferde, von denen sich der Leiter derselben ein wenig entfernt hatte, mit dem leeren Wagen in der Bleichstraße durch. Glücklicherweise konnten dieselben bald wieder aufgegriffen werden, ohne daß, mit Ausnahme eines Milchwächelchens, welches von dem Fuhrwerke erfaßt worden war und etwas Milch ver­loren ging, sonstiger Schaden angerichtet wurde.

Universität und Hochschule.

Berufen: Der Privatdozent Dr. Steuer, der sich an der Jenaer Universität für das Fach der Geologie habilitiert hat, als Lehrer an die polytechnische Hochschule in Darmstadt und zugleich als Landes­geologe für das Großherzogtum Hessen. Dr. Steuer wird, dem Rufe Folge gebend, zu Ostern n. I. seine Lehrthätigkeit an der Universität Jena einstellen und nach Darmstadt übersiedeln.

Berlin, 20. November. Fall Arons. DerDisziplinarhof soll, wie verlautet, in der Sache des Privatdozenten Dr. Arons zu dem Gutachten gelangt sein, daß ihm d,e Erlaubnis zum Halten von Vor­lesungen zu entziehen sei. Die Entscheidung steht, wie bekannt, dem Staatsministerium zu. Inzwischen beschwert sich das konsequente Scharf- macherorgan, diePost", darüber, daß aus den Verhandlungen deS Disziplinarhofs Berichte in die Oeffentlichkeit gelangt sind. Sie ver­mutet dahinter den Verteidiger des Dr. Arons, Rechtsanwalt Heine, und verlangt, daß die Anwaltskammer gegen ihn einschreite.

Berlin, 20. November. Die Goethefeier der Studentenschaft wird leider noch einen prosaischen Epilog "haben. Es ist kein Geheimnis mehr, daß sie mit einem Defizit abschließen wird, der sich auf mehr als 5000 Mk. belaufen kann. Wenn die Studenten der vier Hochschulen solidarisch zusammenstehen, wird der Fehlbetrag allerdings leicht gedeckt werden. Allein eine Reihe von Korporationen und Studierenden sind mit dem Verhalten des Ausschuffes keineswegs zufrieden, auch im Aus­schuß selbst hat es nicht an Stimmen gefehlt, welche das Vorgehen den Professoren gegenüber entschieden mißbilligen.

Jena, 20. November. An der akademischen Goethe-Gedenk­feier nahmen außer I. K. H. der Frau Erbgroßherzogin und ihrer Staatsdame Gräfin Bothmer von Weimar Staatsminister Dr. Rothe, bie Departementschefs Geheimräte v. Pawel und v. Wurmb, Geh. Regier­ungsrat Vollert, Oberbibliothekar Geh. Hofrat v. Bojanowski und der Direktor des Goethe-Schillerarchivs Hofrat Prof. Suphan teil.

Arbeiterbewegung.

MonceaU'leS-MtneS, 20 November. 9000 organisierte Grubenarbeiter beschlossen gestern einstimmig den allgemeinen Aus­stand für nächsten Freitag, falls die Direktion ihre Forderungen bis dahin nicht bewilligt haben sollte. Eine Abordnung ist nach Paris gereist, um der Regierung Bericht zu erstatten. Eine Unterredung des Präfekten mit den Führern der Ausständischen blieb ergebnislos

Brieg, 18. November. Eine G-neralversammlung ausstandifchsr Arbeiter am Simplontunnel hat beschlossen, nachdem die Unternehmer einige Zugeständnisie gemacht haben, am Montag die Arbeit wieder aufzunehmen.

Wurste Meldungen.

Depeschen deS Bureau£etolb*.

Berlin, 21. November. Zu bem Briefe bes Frei­herrn v. Mirbach an bie Stabtverorbnetenver- fammlung berichtet basKleine Journal", baß bieses Schreiben im Auftrag ber Kaiserin unb auf Be­fehl des Kaisers zur Ausführung gebracht worben fei.

Wien, 21. November. Der hiesige Magistrat hat in feiner gestrigen Sitzung sich gegen bie Einführung ber mittel-europäischen Zeit in Wien ausgesprochen.

Brüssel, 21. November. Die Spaltung im jvzia- listischen Lager, bie feit einiger Zeit in ber Luft schwebt, wirb aller Wahrscheinlichkeit nach in bem in ben nächsten Tagen ftattfinbenben Bergarbeiter-Kongreß zum Ausbruch kommen.

London, 21. November. Lady Salisbury ist gestern zu Hatfielb gestorben. In Schloß Windsor zirkulierte bas Gerücht, baß ben britischen Truppen ein Nn- glücksfall zugestoßen fei, ben man aber aus Rücksicht auf bie Anwesenheit bes beutschen Kaisers vorläufig geheim halten will. Es war bisher nicht zu ermitteln, um was es sich handelt, doch wird die Vermutung ausgesprochen, daß es ein Truppenschiff betrifft.

London, 21. November. Aus New-York wird gemeldet: Hier und in Chicago fanden große Kundgebungen zu Gunsten Der Buren statt. In Chicago waren zirka 4000 Holländer versammelt und berieten über bie Lage in Sübafrika. Es herrschte große Begeisterung unb schließlich würbe eine Tagesorbnung angenommen, in welcher in heftigen Worten bie englische Unersättlichkeit getabelt unb bie Buren für ihr heldenhaftes Verhalten im Laufe des Krieges beglückwünscht werden. Gleichzeitig wurde eine Subscription eröffnet zu Gunsten der Witwen und Waisen der gefallenen Buren.

Madrid, 21. November. Die Behörden von Barcelona verhafteten gestern elf Geschäftsleute wegen Steuer-Verweigerung.

Madrid, 21. November. Die Anwesenheit des Kriegsgeschwaders im Hafen von Barcelona scheint den dortigen Steuer-Verweigerern Furcht einge- flößt zu haben, denn sie stellen sich massenhaft zum Zahlen ein. Sämtliche Läden sind geschloffen.

Giessen

Kirehenplatt U, gegenüber der Stadlkirche.

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jj/y/ TUtMH- M- cKna^n-Äoiv^MioM. ffftA ' Anfertigung nach Mass

V in eigener Werkstätte.