Ausgabe 
22.10.1899 Zweites Blatt
 
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Steaben, Hauptman» )au8 in Potsdam, in daS egiment Nr. 168 versetzt, inn im 1. Großh. Hess. 115, unter Enthebung vo» i der 5. Jnf.-Brigade, als lexander Garde Grenadikr- etzell, Lt. im 1. Großh. 115, unter Verfang iw ।er b.$. ab als Militant kommandiert. Befördert Toldan im J^f.-Negt. ) M. 116, Hamens im nt (M-Regt.) Nr. 117, l Infanterie ^Regt. (Prinz ). Großh. Hess. JchRegt.

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Vermischtes.

* Rheydt, 20. Oktober. Der alte Thurm der evan­gelischen Hauptkirche wurde durch Kölner Pioniere mit Dynamit völlig auseinander gesprengt. Die Sprengung verlief ohne jeden Unfall.

* Konigswinter, 20. Oktober. Für ungeratene Söhne zur Warnung diene folgender Borfall. Ein Winzerknabe von hier war, als er ein Jahr seiner Dienst­zeit hinter sich hatte, auf Grund von Reklamationen zur Stütze seiner alten, kranken Mutter entlasten worden. Statt seiner Kindespflicht zu genügen, gab er den Raufbold und Faul­lenzer ab, kam auch verschiedentlich mit dem Strafrichter in Konflikt. Nunmehr ist er wieder eingezogen, um den Rest seiner Militärpflicht in Folge des bösen Betragens gegen seine Mutter in der Kaserne zu verbringen.

* Vom Eichsselde, 20. Oktober. Eine große ge­waltige Feuersbrunst hat den Flecken Gieboldehausen aus dem Untereichsselde heimgesucht. In einer Scheune brach Feuer aus, das sich rasend schnell den mit Ernte­vorräten reich versehenen Nachbargehöften mitteilte. Sechs Feuerwehren wurden zur Hilfeleistung aufgeboten. Trotz­dem wurden 5 Wohnhäuser und 14 Hintergebäude ein Raub der Flammen. Der Schaden ist bedeutend. Es wird böswillige Brandstiftung vermutet. Beim Anblick des Feuers fiel ein 18jähriges Mädchen vor Schreck in Ohn­macht und starb kurz darauf, wahrscheinlich in Folge eines Schlaganfalles.

Sarnen (Obwalden), 28. Oktober. Am Sonntag morgen wurden auf der Alp Gruobi ob Melchthal die Wildhüter Werner Dürrer und dessen Sohn Joseph tot «ufgesunden. Zweifellos sind die beiden von Wilddieben er­schossen worden. Die Aufregung in Obwalden ist groß. Wegen widerholter Wilddiebereien in Freiberg hatte die ob- waldnerische Regierung die Wache verstärkt. Am Samstag Nachmittag waren die beiden Dürrer, der etwa 50jährige Vater und ein Sohn von 24 Jahren, Unteroffizier und ein trefflicher Schütze, auf verdächtige Schüsse hin nach dem Banngebiet aufgebrochen. Etwa um halb vier Uhr nach­mittags hörte man im Melchthal vom Widderfeld herab fünf bis sechs rasch aufeinanderfolgende Schüsse. Als bis zum Sonntag Morgen weder Vater noch Sohn zurückge­kehrt waren, wurde die Familie unruhig, und ein achtzehn­jähriger Sohn begab sich auf die Suche. Bald brachte er die schreckliche Kunde, daß Vater und Bruder droben auf der Alp tot in ihrem Blute lägen. Der Vater war von drei Kugeln in Brust und Kopf, der Sohn von zwei Kugeln in den Kopf getroffen. Spuren im neugefallenen Schnee zeigten, daß die Mörder zu zweien auf die anrückenden Wildhüter im Hinterhalt gelegen und sie auf etwa 10 Meter wohl ohne Gegenwehr niedergeschossen haben müssen. Neben die Leichen hatten die Uebelthäter die frischen Eingeweide zweier offenbar kurz vorher gefällter Gemsen gelegt. Dürrer hatte viele Feinde, einzig deshalb, weil er es mit der Er­füllung seiner Amtspflichten strenge nahm. Ein schon wegen Wilderns vorbestrafter Adolf Scheuber von Wolfenschießen wurde verhaftet. Auf dem Transport nach Stans sprang er aus dem Zug und konnte entweichen. Ein zweiter Ver­dächtiger sitzt, wie derKöln. Ztg." gedrahtet wird, in Stans in Haft.

* Wien, 19. Oktober. Ein Großstadtroman. Dieser Tage wurden in der Lichtenstein'schen Waldung von Mödling zwei Leichen gefunden und zwar die einer schönen Frau und eines sechsjährigen Mädchens. Es waren Mutter und Tochter, ein Fräulein Hedwig Keplinger, die ihr Kind gemordet und bann selbst in den Tod gegangen ist. Man land bei ihr die Photographie eines Mannes, auf deren Rückseite die Worte standen:Dich habe ich geliebt bis an mein unseliges Ende." Nunmehr ist die sehr intereffante «Geschichte der Selbstmörderin bekannt geworden: Hedwig Keplinger kam vor ungefähr sechs Jahren, kaum 17 Jahre alt, aus ihrer Heimat Allerheiligen in Steiermark nach Wien, nm hier in Dienst zu treten. Sie lernte bald nach

schrieben: Das Programm bot eine Fülle von neuen Sachen. Ein zahlreiches Publikum hatte sich eingefunden, um die wirklich höchst gelungenen Experimente zu bewundern. Ganz besonderen Beifall fand:Aerolith, das Lufträtsel", in vier lebenden Bildern: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die Bauchredner-Szene während der Vorführung der künst­lichen Menschen war sehr gelungen. Mademoiselle Lola zeigte sich zum Schluffe als Serpentin-, Feuer- und Flammen- tänzerin von sehr viel Anmut und Gewandtheit." Herrn Mercelli wird es auch hier an zahlreichen Besuchern nicht fehlen.

Der Gesamtauflage unserer heutigen Nummer liegt der Wahlaufruf der freisinnigen Partei zu den Landtagswahlen bei, worauf wir unsere Leser besonders aufmerksam machen. Der Ausruf geht vom Landesausschuß der freisinnigen Partei im Großherzogtum Hessen (mit dem Sitze in Mainz) aus.

* Zur Landtagswahl. DerBüd. Allg. Anz." ist er­mächtigt mitzuteilen, daß Herr Landgerichtsrat Seeger zu Gießen, früherer Amtsrichter und Direktor der Sparkasse dahier, die ihm von einer Vereinigung angesehener Männer des Bezirks angetragene Kandidatur für die bevorstehende Landtagswahl angenommen hat und Sonntag den 29. Ok­tober einer allgemeinen Versammlung beiwohnen wird. Ein­ladung erfolgt öffentlich.

Kassel, 20. Oktober. Vor dem nächsten Schwur­gericht im November wird dem Vernehmen nach auch die Anklagefache gegen den Landrentmeister Barthelmes von hier wegen Unterschlagug amt­licher Gelder zur Verhandlung gelangen. Die Gesamt­summe der veruntreuten Gelder beträgt Über 63,000 Mk. Voraussichtlich wird der Fall am 7. November zur Ver­handlung gelangen.

ihrer Ankunft einen Mann kennen, besten Worten sie in ihrer Unerfahrenheit Gehör schenkte und der das junge Mädchen, nachdem er es verführt hatte, seinem Schicksale überließ, ohne sich je wieder um dasselbe zu kümmern. Die Keplinger blieb mit einem Kinde zurück, das sie aufs Land in Pflege gab. Bald nachher hatte das junge Mädchen das Jntereste eines reichen Hausbesitzers dieser Stadt erregt, der als Junggeselle mit ihr ein Verhältnis anknüpste und sie mit allem Luxus umgab. Als diese Bezieh­ungen gelöst wurden, geriet die Keplinger in große Not. Ihre einzige Hoffnung bestand nun darin, daß ein In­genieur, den sie vor einem Jahre kennen gelernt hatte, und der ihr nach kurzer Bekanntschaft die Ehe versprochen hatte, seine Zusage einlösen werde. Inzwischen ging jedoch dieser nach Bulgarien, wo er eine einträgliche Stellung erhielt und von wo er häufig an das Mädchen schrieb. Vor kurzem weilte der Ingenieur in Wien; es fand eine Unterredung zwischen beiden statt, in deren Verlauf der Ingenieur dem Mädchen erklärt haben soll, daß er sie nicht heiraten könne, da er ein uneheliches Kind nicht in die Ehe nehmen wolle. Dadurch sah nun das Mädchen ihre letzte Hoffnung ge­scheitert, und betrachtete das Kind, das sie ohnedies stets wie eine schwere Last mit sich schleppte, als Ursache dieses Zusammenbruches. Es mag sich nun ein gewisser Haß in dem Herzen der Mutter gegen das Kind festgesetzt und sie zu dem fürchterlichen Entschlüsse getrieben haben, sich und das Kind, die Ursache ihrer Leiden, aus der Welt zu schaffen. Sie entfernte sich aus ihrer Wohnung und schrieb an ihre Schwester einen langen Abschiedsbrief. Kurz darauf wurden Mutter und Kind tot aufgefunden.________________________

Theater.

Gieße«, 21. Oktober. (Stadttheater.) Der erste der drei für die Gastspiele Carl Schönfelds bestimmten Abende brachte uns den Gast in einer alten Rolle, wohl eine der dankbarsten aller guten Lustspiele überhaupt: als Konrad Boi» in Gustav Freytags Journalisten«. Es erübrigt natürlich, auf das Stück, das wohl jedem der leider nicht sehr zahlreichen Besucher bekannt war näher einzugehen, auch wollen wir heute nur mit wenigen Worten dem Gaste, den übrigen Darstellern und der Regie die Anerkennung vor einem weiteren Publikum zollen, die ihnen allen gestern Abend zu Teil geworden ist. Eine eingehende Würdigung der Einzeldar­stellungen behalten wir uns vor und sprechen heute nur noch die Hoffnung aus, daß beim morgen Abend erfolgenden zweiten Auf­treten des Gastes der Zuschauerraum weniger Lücken aufzuweffen haben möge wie gestern.

== Frankfurter Stadttheater. Herr Francescod'Andrade, der, wie v retts gemeldet, Montag den 23. ds. MtS. tm Frank furter Opernhaus alsDon Juan« zuerst auftritt, wirb sich, wie nun festgesetzt worben, Mittwoch den 25. d. MtS. in Rossinis Barbier von S-villa" alsFigaro* wieder verabschieden, bei welcher Gelegenheit der Künstler einSpanisches Lied" als Einlage singen wird. Herr Mautler singt bei dieser Gelegenheit zum ersten Male die Partie deSBartbolo".

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Gieße«, 2t. Oktober. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 1.001.10, Hühnereier per St. 78 H, 2 St. 0000 H, Enteneier 1 St. 00 H, Gänse« eiet per St. G00 H, Käse 2 St. 58 H, Käsematte 2 St. 56 Erbsen per Liter 18 H, Linsen per Liter 29 H, Tauben per Paar * 0.700.80, Hühner per St. vM 1.001.10, Hahnen per Stück

0 601.01), Enten per St. X 1.802.00, Gänse per Pfund JC 0 480.58, Ochsenfleifch per Pfd. 6874 H, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 6264 H, Schweinefleisch per Pfd. 6674 H, Schweine« fleisch, gesalzen, per Pfd. 78 H, Kalbfleisch per Pfd. 6468 Hammelfleisch per Pfd. 5070 Kartoffeln per 100 Kilo 3.50 bis 4.50 X, Weißkraut per St. 0000, Zwiebeln per Ctr. X 5.006.00, Milch per Liter 16 H, Zwetschen per Ctr. 10,0011,00, Aepsel per Ctr. 7,0010,00 Mk.

Neueste Meldungen.

Depeschen deS BureauHerold«.

Der Kaiser geht nach England!

Berlin, 21. Oktober. Zu der Reise des Kaisers nach England wird gemeldet: An Bord derHohen- zollern" werden die Vorbereitungen für die Kaiserfahrt nach England ununterbrochen fortgesetzt. Die vorläufige Bestimmung geht dahin, daß die Kaiseryacht Mitte November durch den Kanal nach Wilhelmshaven dampft, wo sich der Kaiser einzuschiffen gedenkt. (Vgl. Deutsches Reich.)

London, 21. Oktober. Mehrere Blätter versichern, daß noch vor der Ankunft Kaiser Wilhelms eine deutsch­englische Vereinbarung betreffend Samoa und andere Gebiete unterzeichnet werden wird.

* * *

Berlin, 21. Oktober. Zu der gestrigen Wohlthätig- keitsaufführung bei Kroll zum Besten der lieber = schwemmten in Bayern war die Kaiserin mit sämtlichen kaiserlichen Prinzen, der kleinen Prin- zessin und den Kindern des Herzogs Friedrich Ferdinand von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg erschienen. Das Fest wurde mit einem Prolog an die Kaiserin eröffnet. Den ersten Teil nahmen Konzertvorträge in Anspruch, den zweiten szenische Aufführungen.

Berlin, 21. Oktober. Der Festkommers der Stu­dierenden der technischen Hochschule fand gestern abend in der Philharmonie statt. Es wurde beschlossen, ein Huldigungstelegramm an den Kaiser abzusenden.

Paris, 21. Oktober.Nadical" bespricht die Lage des Leutnants Mercier infolge der gegen ihn er­hobenen Beschuldigungen, und erklärt, wenn sich dieselben als richtig Herausstellen sollten, müßte Mercier nach dem Senegal zurückkehren, um dort vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden.

Brüssel, 21. Oktober, vr. Leyds stellt inAbrede, jemals dieAbsicht gehabt zu haben, nachBerlin zu reifen, doch wird es in den Kreisen der Transvaal- Gesandtschaft als möglich bezeichnet, daß Präsident Krüger während der Dauer des Krieges amtlich die Vermittelung Kaiser Wilhelms anruft.

Darmstadt, 21. Oktober. (Tel.) Die Einweihung des neuerbauten Ofsizierkafinos des 2. Großh.

Hess. Dragoner-Regiments Nr. 24, dessen Inhaber der Zar bekanntlich ist, fand gestern abend in feierlicher Weise statt. Um 7 Uhr kamen der Zar und die Zarin, der Großherzog und die Großherzogin und Prinz Nikolaus von Griechenland an, worauf die Tafel be­gann. Auch Prinz Wilhelm von Hessen war anwesend. Das erste Hurrah brachte der Regimentskommandeur, Oberst- Leutnant von Rothkirch auf die russischen Herrschaften aus, worauf der Zar in herzlicher Weise dankte. Die Stim­mung war eine sehr animierte. Nach Besichtigung der hübsch ausgestatteten Räume verließen die Herrschaften um 9 Uhr das Fest und kehrten nach Wolfsgarten zurück.

Hildesheim, 21. Okt. Auf Schloß Derneburg ist die Meldung eingetroffen, daß die Prinzessin Marie von Münster, eine Tochter des deutschen Botschafters in Paris, Fürsten Münster zu Derneburg, gestern nach längerem Leiden gestorben ist. Die Beisetzungsfeierlichkeiten sollen nächsten Montag stattfinden. Die Leiche wird in das fürstliche Mausoleum auf Schloß Derneburg überführt werden.

Darmstadt, 21. Oktober, 3 Uhr 10 Min. nachm. (Tel.) In der heute beendeten Disziplinär Untersuchung gegen den Laudgerichtsdirektor i. P. Küchler verurteilte der Gerichts- Hof soeben den Angeklagten in ^stündiger Beratung zu einer Geldstrafe von 350 Mark und 4/s der Auslagen, Vs fallen der Staatskasse zur Last.

Die Schlacht bei chkencoe.

London, 21. Oktober. Die Verluste auf Seiten der Engländer in der gestrigen Schlacht bei Glencoe werden auf 300 Tote und 450V er mundete veranschlagt. Die Verluste der Buren find noch unbekannt. Die­selben wurden besonders durch das Feuer der Artillerie ver­ursacht, während die Verluste der Engländer durch die Er­stürmung der feindlichen Position hervorgcrnfen wurden. General Simons soll durch einen Schuß in den Magen schwer verwundet sein. Er erhielt den Schuß, als er das Vordringen der englischen Truppen überwachte.

London, 21. Oktober. Die verschiedenen Telegramme, welche über des gestrige Gefecht einlaufen, stimmen darin über­ein, daß die Ehre des gestrigen Tages dem Regiment von Dublin zukommt. Das Kriegsamt veröffentlicht ein Telegramm aus Glencoe, nach welchem die Stellung derBuren und sämtliche Geschütze genommen find. Man fieht die englischen Soldaten auf den Gipfeln der um­liegenden Berge. Um Mittag war alles ruhig. Die Buren haben sich nach Jngagani südlich von New Castle zurück­gezogen.

London, 21. Oktober. Die Sieges Nachricht von Glencoe erregt großen Enthusiasmus. Allgemein wird erklärt, daß die Operationen der Buren in Natal dadurch bedeutend gehindert würden. Globe meldet, das Kanalgeschwader sei plötzlich nach Gibraltar beordert. Nach einem Telegramm ans Ladysmith hat die Artillerie der Buren gestern das Feuer auf Dundee eröffnet. Die Karabiniers und die Schützen, welche den ganzen Mittwoch über in ein Gefecht verwickelt waren, mußten fich vor der Uebermacht der Buren zurückzieh en. Sie wären beinah abgeschnitten worden, doch wurden die Buren von den Maximgeschützen in Schach gehalten.

London, 21. Oktober. Die liberalen und konservativen Blatter bezeichnen den gestrigen Tag als .einen Sieg der englischen Waffen. Die Einzelheiten über die englischen Verluste widersprechen fich natürlich. So giebt dieDaily Mail" die Verluste nur auf 250 Mann an und sagt, es seien im ganzen 5000 Engländer engagiert gewesen.Daily Tele­graph" berichtet, die Regierung sei entschlossen, so­bald der Krieg zu Ende sei, eine Verfassung für ganz Afrika zu erlassen. Dieselbe werde der Verfaffung Kanadas gleichen. Südafrika werde danach in 5 verschiedene konföderierte Staaten eingeteilt, nämlich: Transvaal, Oranjestaat, Kap, Rhodesia und Natal. Der Gene- ral-Gouverneur soll von der Krone ernannt werden und feinen Sitz in Kapstadt haben.

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London, 21. Oktober. Das letzte Telegramm, welches gestern abend beim Kriegsamt eingelaufen ist, stellt fest, daß die Wunde des Generals Simons tätlich ist. Die Ehre des gestrigen Tages ist ihm zuzuschreiben.

London, 21. Oktober.Daily Mail" berichtet, daß die Kabinette von Paris und Petersburg an die englische Regierung die Frage gerichtet haben, worin sie Einzelheiten über die Vorschläge Englands betreffs der Verwaltung Südafrikas bei einem siegreichen Kriege ver­handeln.

London, 21. Oktober.Finanval News" versichern, ) Präsident Krüger von allen Bewegungen )er Engländer von einem in Prätoria anwesenden Berichterstatter, welcher in direkter Verbindung mit England teht, unterrichtet wird.

Brüffel, 21. Oktober. Der bekannte liberale Staats­mann Janson, über den Transvaal-Krieg interviewt, äußerte ich dahin, daß sämtliche civilisierten Völker ein* chreiten sollten, um den jetzigen Krieg nicht zuzulassen. Janson befürchtet auch einen all­gemeinen Aufstand der wilden Negerstämme.

London, 21. Oktober. Im Unterhause wurde dem Mitglied Redmond vom Sprecher das Wort entzogen, weil er von der Geschäftsordnung abwich. Da er feinen Ge­horsam leistete, wurde er gewaltsam aus dem Saale ent­fernt. Er rief, ich wünsche Euch Glück zu dem Blute der Buren.

London, 21. Oktober. Ein Telegramm aus Kapstadt meldet, daß auf der westlichen Seite des Oranjeflusses eine Bur en- Ab teilung von etwa 1000 Mann vordringe, augenscheinlich um den Oranjefluß zu besetzen und die Eisenbahn bei De Aar zu zerstören.