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22.10.1899 Erstes Blatt
 
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Nr. 249 Erstes Blatt»

Sonntag den 22 October

1809

Anrts- und Anzeigeblntt fiu* den Ureis Gieren

und

Heuchel- ausgeführt verseuchten

Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schntstraße Ar. 7.

Annahme von Anzeigen zu der nachmittag« für den ß^geudm Dag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr.

Sämtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Kontrolltages bis einschl. Mitternacht unter dem Militärgesetz.

Gießen, den 18. Oktober 1899.

Großherzogliches Bezirks-Kommando Gießen.

Detring, Oberstleutnant und Kommandeur des Landwehrbezirks Gießen.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen.

Fernsprecher Nr. 51.

Gratisbeilagen: Gießener FamiiienlUätter, Der hessische Landwirt, Dlätter für hessische Volkskunde.______________

Bezugspreis vieriellährl'ch 2 Ma>t 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. nut Brmgerlohn.

Bei Postbezug 2 Mart 50 Pfg. vierteljährlich.

Am 7. November 1899.

1. Appell vormittags 9 Uhr:

Sämtliche zur Disposition der Truppenteile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, sowie sämtliche Reservisten der Garde, Jäger, Kavallerie, Feld- und Fußartillerie, Pioniere, Eisenbahn-, Telegraphen- und Luftschiffertruppen, des Trains (einschl. Krankenträger), Sanitäts- und Beterinärpersonal, Büchsenmachergehilfen, Oekonemiehandwerker, Marinemannschaften und alle übrigen im Reserve-Verhältnis stehenden Mannschaften.

2. Appell nachmittags 2 Uhr:

für die Bewohner von Allendorf a. d. Lahn, Großenlinden, Langgöns, Leihgestern, Watzenborn und Steinberg, Hausen.

B. Zu Lollar

am 8. November 1899, vormittags 8 Uhr 45 Minuten, an dem Bahnhof für die Bewohner von Allendorf a. d. Lumda, Altenbuseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubrinqen mit Heibertshausen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lumda, Trohe, Wieseck.

C. Zu Grünberg

a« 9. November 1899, vormittags 9 Uhr 15 Minuten, am westlichen Ausgange auf der Straße nach Gießen für die Be­wohner von Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelhütte, Latzmühle, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle und Sommermühle, Kesselbach mit der Rabenauischen Papier­mühle, Lauter mit der Artztmühle, Bingmühle, Georgen- hammer, Strellesmühle und Walkmühle, Lindenstruth, Lon­dorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmittmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte, Lumda (Groß und Klein), Odenhausen mit Appenbörnerhof, Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Detts- berg und Wirberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain mit dem Hainer-Hof, Winnerod.

D. Zu Hungen

am 10. November 1899, vormittags 9 Uhr 80 Minuten, au der Post für die Bewohner von Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim mit Hof-Gill, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof Graß, Röthges, Stein- heim, Trais-Horloff, Utphe, Billingen.

E. Zu Lich

am io, November 1899, nachmittags 8 Uhr, in der Amts- gerichtsstraße für die Bewohner von Albach, Birklar, Dors- Gill, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Grüningen, Holzheim, Lich mit Albacher Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Nieder-Bessingen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Steinbach.

Befreiungsgesuche sind bis längstens 8 Tage vor dem Appell auf dem Dienstwege (durch das Hauptmeldeamt) em- zureichen und müffen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sei», werden aber nur im dringendsten Notfälle genehmigt.

Die Leute haben in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Zigarren sind vorher weg- zulegen.^ gÄifitär^fl^jere (Patz- und Führungs­zeugnis) müssen zur Stelle sein.

Volitische Wochenschau.

Gießen, den 21. Oktober.

Die Rede des Kaisers in Hamburg bildet den Gegenstand lebhafter Erörterung in der Presse; sie wird als ein Appell des Monarchen an das Volk aufgefaßt, dem Parteiwesen den Boden zu entziehen, damit künftig zuerst dem großen Ganzen, dem Vaterlande, sein Recht werde und dann erst die Rücksicht auf die Partei zu Worte komme. Wir haben die kaiserliche Ansprache bereits aus­führlich erörtert, so daß wir sie hier nur registrierend zu erwähnen brauchen. In Hamburg war es auch, wo der Kaiser auf die Samoa-Angelegenheit zu sprechen kam, welche jetzt wieder in die Erscheinung getreten ist. Aus den vom Staatssekretär Grafen v Bülow im Kolonialrat über den­selben Gegenstand abgegebenen Erklärungen lassen sich die Pläne der Regierung nicht ersehen. Die endgiltige Regelung der Frage hat ja auch ihre Schwierigkeiten, so daß die Hinausschiebung der Lösung begreiflich erscheint. Wir ver­trauen darauf, daß die politischen und kommerziellen Inter­essen Deutschlands nach jeder Richtung hin gewahrt werden.

Vom Kriegsschauplätze in Südafrika treffe» die Nachrichten nur spärlich ein. Vorläufig müssen sich die Engländer auf die Defensive beschränken, da die Verstärk­ungen erst in einiger Zeit einlaufen können. Interessant sind die Verhandlungen des englischen Parlaments, wo sich der ehrenwerte Mr. Chamberlain gegenüber den Angriffen der Opposition weiß zu waschen sucht und alle Schul­wegen der Zuspitzung der Dinge auf das Ultimatum Trans­vaals schiebt. Daß dieses Ultimatum eine Notwendigkeit war, wollte die Transvaalregierung nicht geduldig warten, bis England seine Kriegsvorbereitungen so weit getroffen hatte, um die Buren in aller Gemütsruhe verspeisen zu können, darüber schweigt Herr Chamberlain. Er hat em recht dickes Fell, sonst wäre er schon vor zwei Jahren ge­legentlich der Untersuchung des Parlamentsausschusses über die Jamesonaffaire von der Bildfläche verschwunden. Irgendwelche Komplikationen hat der Krieg in Südafrika bisher nicht gezeitigt, alle Meldungen von einem Bündnis mehrerer Mächte gegen England gehören in das Reich der Fabel.

Zu den Ländern, in denen das Parlament zusammen­getreten ist, gehört Oesterreich. Es ist fast eine Un­möglichkeit, eine solche gemischte Gesellschaft, wie Slovene», Kroaten, Czechen, Polen u. s. w. mit den Deutsche unter einen Hut zu bringen, und gar groß ist das Geschrei her erstgenannten Völkerschaften, seitdem die Wiener Regierung sich endlich ermannt hat, die Badeni'schen Sprachenverott'- nungen kurzer Hand aufzuheben. Lang entbehrte liebliche Worte, wieRäuber",Betrüger",Schufte", hallen wider von den Wänden des Sitzungssaales, und wenn man vom

Bekanntmachung.

Bett.: Maul- und Klauenseuche.

Da die Maul- und Klauenseuche im Kreise noch immer stark verbreitet ist und in Lang-Göns selbst herrscht, muß der Viehmarkt am 31. Oktober in Lang-Göns verboten werden. , m ~ ,

Ebenso muß wegen der starken Verbreitung der Seuche it der Umgebung von Hungen der dortige Biehmarkt am 1. November d. I. verboten werden.

Gießen, den 20. Oktober 1899.

Großh. Kreisamt Gießen, v. Bechtolds

zwar:

1. Appell vormittags 9 Uhr:

Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve, sowie sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren1892, 1893 und 1894 eingetreten sind.

2. Appell nachmittags 2 Uhr:

Sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1895, 1896, 1897, 1898 und 1899 eingetreten find.

Erscheint täglich »it Ausnahme des MonkagS.

Die Gießener Mamltleavlälter werden dem Anzeiger »vchenUich viermal beigefegt.

3. Diejenigen der Landwehr 1. Aufgebots angehörigen Mannschaften, welchen ein besonderer Gestellungs­befehl zum Erscheinen bei der Herbst - Kontroll­versammlung zugegangen ist.

Die Ersatz-Reservisten haben bei der Herbst-Kontroll. Versammlung nicht zu erscheinen. .

Nachstehend ist angegeben wo und zu welcher Zett die Kontrollpflichtigen anzutreten haben.

A. Zu Gießen

am 6. November 1899, in OSwaldSgarten, für die Bewohner von Annerod, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffenberg und Herrnwald, Heuchelheim, Kleinlinden, Oppenrod

Bekanntmachung.

Betr.: Maul- und Klauenseuche

Nachdem die Maul- und Klauenseuche in heim erloschen und die angeordnete Desinfektion ist, wird die Sperre der Gemarkung und der Gehöfte wieder aufgehoben.

Gießen, den 21. Oktober 1899.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Bechtold._________

Amtlicher Feil.

Bekanntmachung.

Nachdem der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Ruhlkirchen (Kreis Alsfeld) festgestellt worden ist, ist die Gemarkungssperre und über die verseuchten Hofraiten Ge­höftesperre verfügt worden. r ,

Wegen Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in Lehnheim (Kreis Alsfeld) ist die Gemarkungssperre an­geordnet worden.

Nachdem unter dem Rindvieh zu Wetter seid, Stornfels und Einartshausen (Kreis Schotten) die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden ist, ist über die verseuchten Gemarkungen die Sperre angeordnet worden. _, .

Nachdem unter dem Rindvieh und den Schafen zu Götzen (Kreis Schotten) die Maul- und Klauenseuche amt­lich festgestellt worden ist, ist über die verseuchte Gemarkung die Sperre angeordnet worden.

Unter dem Rmdviehbestande des Gutsbefitzers H.Bingel -» Erbenhausen (Kreis Marburg) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und Ortssperre angeordnet worden.

In den Gemeinden Greifenstein, Ebersgöns und Oberkleen ist die Maul- und Klauenseuche erloschen und find die Sperrmaßregeln aufgehoben worden.

Gießen, den 19. Oktober 1899.

Großh. Kreisamt Gießen. v. Bechtold.______________

Bekanntmachung.

Der für den 24. ds. MIS. vorgesehene Vi'hmarlkt r« Schotten ist wegen des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in mehreren um Schotten gelegenen Orten verboten worden.

Gießen, den 20. Oktober 1899.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Bechtold.__

Gießener Anzeiger

AA* /V I A AA /A Alle Anzeigen-BermiitlungSstellen dkS In- und Auslandes

1^11 l ll I I I Ar I I I V I nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen.

Gießen, den 20. Oktober 1899.

Betr.: Herbst-Konttollversammlungen.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

eB tzie «rotzh. Bürgermeistereien M «reifes.

Nachstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntnis bringen.

v. Bechtold.

Bekanntmachung.

Bei den diesjährigen Herbst > K-ntrollvers-mml««,-» im »reise Ei-Hell haben zu erscheinen alle zum tz-urtm-Ide-mt Ließe« gehörigen: m ,

1. Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve. (Kleiner Dienstanzug: Mütze, ®Qffc?yDWW^e, lange Hosen oder hohe Stiefel beliebig, bei schlechter Witterung Paletot).

2. Reservisten, sowie die zur Dispofition der Truppen­teile und der Ersatzbehörden Entlaffenen aller Waffen.

Steckbrief.

Der unten näher bezeichnete Rekrut Johann Georg Dönges des Landwehrbezirks Gießen hat sich der Gestellung entzogen. Sämtliche Zivil- und Militärbehörden werden dienstergebenst ersucht, gefälligst auf denselben ein wachsames Auge zu haben, ihn im Ergreisungsfalle zu arretieren und an die nächste Militärbehörde abliefern zu lassen.

Signalement. 1. Name: Johann Georg Dönges. 2. Geburtsort: Watzenborn. 3. Kreis: Gießen. 4. Ge- joren: 2. September 1876. 5. Größe: 1 Mtr. 62,5 Cim. 6. Religion: Evangelisch. 7. Stand ober Gewerbe: Tag- löhner.

Gießen, den 18. Oktober 1899.

Detring,

Oberstleutnant und Kommandeur des Landwehrbezirks Gießen.

Gesunde«: 3 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Fahr­rad, 2 Taschentücher, 1 Umhang, 1 Handschuh, 1 Haar­pfeil, 1 Trauring, 1 Kamm, 1 Paar Strümpfe, 1 Hammer, 1 Messingkrahnen, 1 lederner Geldbeutel und 1 Oelbehälter und Brenner einer Fahrradlaterne.

Gießen, den 21. Oktober 1899.

Großherzogliches Polizeiamt.

Muhl.