friedigt sei. Die Kommission beschloß darauf einstimmig die unveränderte Annahme des Gesetzes. Der Vorsitzende Möller übernimmt die mündliche Berichterstattung für das Plenum.
Berlin, 20. Juni. In der heutigen Versammlung des Berliner Arbeiter-Bundes für das Maurer- und Zimmergewerbe, welche von ungefähr 500 Personen besucht war, wurde über die gestern stattgehabte Konferenz der Vorstands-Mitglieder des deutschen Arbeiter-Bundes im Baugewerbe Bericht erstattet. Diese Konferenz hatte sich einstimmig für die Unterstützung der hiesigen Kollegen ausgesprochen und mit denselben solidarisch erklärt. Am nächsten Dienstag sollen sämtliche Vereinigungen des Baugewerbes im deutschen Reiche hier in Berlin zu einer Konferenz zusammentreten, um Stellung zu dem Kampfe im Baugewerbe zu nehmen. Es werden zu dieser Konferenz 350 Delegierte erscheinen. Die heutige Versammlung beschloß, die Aussperrung aufrecht zu erhalten.
Berlin, 20. Juni. Der deutsch-spanische Vertrag ist gestern auch von der spanischen Deputiertenkammer angenommen worden. Der spanische Ministerpräsident Silvela hatte nur die Bedenken einiger Deputierten über die sich für Deutschland ergebenden Handelsvorteile zu zerstreuen. Das Verlangen Navarro Reverters, die Frist für die unveränderte Fortdauer des Vertrages durch ein Zusatzabkommen neu zu regeln, wies der Ministerpräsident ab. Er gab sodann die Erklärung ab, daß in dem Vertrage keine geheimen Klauseln enthalten seien. Vincenti forderte die Negierung zu der Erklärung auf, daß dies der letzte Gebietsverkauf sei, den Spanien abschließen werde. Silvela antwortete in bestätigendem Sinne und betonte, daß die Politik, welche Spanien einzig und allein befolge, eine nationale Politik und eine Politik der Ausdehnung in Afrika sei. Piy Margall erhob Einspruch gegen den Abschluß des Vertrages und führte aus, man hätte die Unabhängigkeit der Karolinen-, Marianen- und Palau-Inseln proklamieren und sie sich selber überlassen sollen, denn man dürfe ein Volk nicht verkaufen. Silvela entgegnete, er könne über diesen Punkt nicht verhandeln, da er mit den derzeitigen Anschauungen des Völkerrechts nicht im Einklang stehe. Darauf wurde der Vertrag in beiden unmittelbar auf einander folgenden Lesungen angenommen. Hierzu schreibt der „T. R." ein Kenner der spanischen Verhältnisse: Man muß sich durchaus nicht etwa vorstellen, daß es eine besondere Liebenswürdigkeit Deutschland gegenüber bedeute, wenn die spanischen Kortes die Abtretung der Südseeinseln an uns mit besonderer Schnelligkeit betreiben und wenn nur die verbissenste Opposition, wie die Republikaner und der mit ihnen jetzt verbündete, in seinen persönlichen Hoffnungen getäuschte Nomero Robledo, den Gang der Verhandlungen erschwert, um der Regierung Steine in den Weg zu werfen. Die Herren Spanier sind vielmehr praktische und nüchterne Leute, die zu rechnen verstehen und wohl wissen, wenn der Vertrag nicht vor der Vertagung des deutschen Reichstags erledigt ist, so müssen die spanischen Besatzungen und Marinestationen vorläufig
auf den Inseln verbleiben und noch weiter den erschöpften spanischen Staatsschatz belasten. Die ursprünglichste politische Klugheit muß ihnen also raten, den Vertrag schleunigst unter Dach und Fach zu bringen. Nachdem die Nachricht von der Annahme des Vertrages in Madrid hierher gelangt ist, ist hier die entsprechende Vorlage sofort dem Reichstag zugegangen.
Stettin,20.Juni. DerBremerLloyddampfer„Kaiserin Maria Theresia", der heute morgen von Swinemünde nach dem Vulkan abgegangen ist, geriet infolge des niedrigen Wasserstandes auf dem Großen Haff, eine halbe Meile von Ziegenort entfernt, auf Grund. Von Stettin sind die Dampfer „Karl" und „Hulda" zur Hilfeleistung dorthin abgegangen.
Ausland.
Wien, 20. Juni. Anläßlich der demnächst im niederösterreichischen Waldviertel stattfindenden Sonnenwend- Feier wird der Abgeordnete Schönerer feierlich mit seiner Familie zum Protestantismus übertreten.
Males und Provinzielles.
§§ Herchenhain, IS. Juni. Der heute hier abgehaltene erste Vieh markt, resp. Bullenmarkt, sogen. Johannismarkt, war schwach befahren. Verkauft wurden Bullen zum Preise von 300 bis 350 Mk., besonders schöne Exemplare kosteten 350 bis 400 Mk. In guten Milchkühen und trächtigen Rindern war i)er Handel gut. Gewöhnliche Kühe blieben meistens unverkauft. Bessere frischmelkende Kühe wurden das Stück mit 250 bis 300 Mk. bezahlt. Auch trächtige Rinder waren sehr gesucht, das Stück kostete 230 bis 280 Mk. An Jungvieh war nur wenig vorhanden, es kostete das Stück (1- bis IV,jährig) 100 bis 120 Mk.
Vermischtes.
* Bad Soden, 19. Juni. Das vierte mittelrheinische Sängerbundesfest, welches gestern hier abgehalten wurde, verlief, von schönem Wetter begünstigt, in schöner Weise. Das ganze Städtchen prangte in Flaggenschmuck, und waren fast sämtliche Häuser mit Kränzen und Guir- landen geschmückt. Am Samstag abend wurde das Fest durch einen Umzug der Sodener Vereine und durch ein Konzert auf dem Festplatz eingeleitet, wobei die Kapelle des Artillerie-Regiments Nr. 27 den musikalischen Teil übernommen hatte. Sonntag früh 6 Uhr fand Weckruf statt, und wurden dann die auswärtigen Vereine mit Musik abgeholt, und in ihre Quartiere geleitet. Von 10V2 Uhr wurde mit dem Wettsingen begonnen und wurde dasselbe in dem Konversationssaale des Kurhauses, sowie im Saale des Frankfurter Hofes abgehalten. Als Preisrichter fungierten die Herren A. Glück, Musikdirektor in Frankfurt a. M., R. Senf, Musikdirektor in Darmstadt, Steinert, Seminar- und Musiklehrer in Usingen, Fritz Volbach, Kapell
meister in Mainz, Walter, Seminar- und Mull« , Montabaur und Wolfram, Seminar- und in> B ehre,il Dill-nburg Um 3 Uhr würde Ä
ch°r- durch den Bundesdingemen, Herrn mL?1« Sp°ng°nb-rg-Wiesb°den abgehal.-n,
Bundesvereine vor das Haus, welches Mend.i-, tholdy beim Kurgebrauch bewohnt hatte und e-n- würdige Mendelssohnseier statt, indem ein des mittelrheinischen Sängerbundes an dem gebrachte Gedenktafel enthüllt wurde. M-ndels2«' tholdy lebt- in Soden mit seiner ganzen Som Kv der Sommer 1844, 1846 und 1847. ° Er komvo fleißig und unter vielen Liedern die schönen 1 von Eichendorff's' „Wer hat dich du schöner Wald»' einem Spaziergange von hier nach Eppstein m V sich hier außerordentlich wohl und geradezu heimif* . seme Schwester Mbekka schrieb er: „Das ruhiae Ä? Soden ist mir so lieb geworden." Bei dem wurden die Chöre: „Wem Gott will rechte Gunst erw? und „Wer hat dich du schöner Wald" von Mendels! Bartholdy von den Bundesvereinen vorgetragen und . Leitung Spangenbergs sehr gut ausgeführt. Die Weib^' welche die Bedeutung Mendelssohns für den deutschen V gesang klarlegte, hielt der protestantische Pfarrer Herr & aus Soden. Nach diesem Akte wurde der Festzua aufa^ und bewegte sich derselbe durch die Hauptstraßen berk nach dem Festplatz, woselbst Volksfest stattfanb, und * sich sehr gut amüsierte. Nachdem von den Bundesven * noch das schöne Volkslied „Ritters Abschied" von sehr hübsch zur Aufführung gelangte, wurden die @rj' rungs-Medaillen verteilt und das Resultat des Wettsix^, durch den zweiten Vorsitzenden des Sängerbundes, Viehsohn-Bockenheim, verkündet, indem derselbe betonk k- sich die Preisrichter sehr lobend über die Leistungen Bundesvereine ausgesprochen hätten. Dasselbe gendes Ergebnis: Es erhielten in Klasse A (Wlitö ersten Preis der „Männergesangverein"-Kastel uiuV, zweiten Preis „Eintracht"-Oestrich. In Klasse ü Volkston) erhielten einen ersten Preis das „Männer-Q,!^ • Hechtsheim und „Concordia"-Hofheim, einen Mm Pni-r erhielten „Germania"-Hattersheim, „Concordia"-BvüM „Frohsinn"-Kriftel und „Germania"-Ober-Jngelhem ;; der Klasse C (Kunstgesang) erhielten einen ersten „Liedertafel"-Weisenau, „Liederkranz"-Bockenheim, ,M - lichkeit"-Neuenhain, „Harmonie"-Kostheim, „SängeniinL' Mainz, „Germania"-Sindlingen, „Einigkeit"-Weisenau ir_* „Friede"-Wiesbaden. Der Verein „Sängerkranz" A:,! heim, „Gesangverein"-Dotzheim und „Männergesangverrin St. Goarshausen erhielten einen zweiten Preis. Bmtlq. Preise bestehen in einem künstlerisch ausgestatteten Ueber das Arrangement des Festes herrschte aflgenu r Lob, und verdient der Gesangverein „Liedertafel"Scd: welcher das Bundesfest übernommen, Anerkennung. findet noch auf dem Festplatz ein Volksfest statt, welches v Schluß der Festlichkeit bildet.
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