dem Bahnhofe gebracht und von dort in seine Heimat überführt.
Budapest, 20. Januar. Szilagyi wird heute nachmittag Banffy die Antwort der Opposition auf die Regierungs-Vorschläge mitteilen. Dieselbe wird ablehnend lauten.
Lemberg, 20. Januar. Infolge böswillig verbreiteter Gerüchte herrscht hier seit heute früh ein Sturm auf die Sparkasse. Eine große Anzahl von Leuten aus der Stadt und Umgegend verlangte ihre Einzahlungen zurück. Die Rückzahlungen wurden prompt geleistet.
Eharleroi, 20. Januar. In der Nähe von Eharleroi sind infolge von Ueberschwemmungen und einer Plötzlichen Bodensenkung die Kohlengruben unter Wasser gesetzt. Die Bergleute konnten sich nur durch schleunige Flucht retten. Der Schaden ist ganz enorm. Die Betriebs- Direktoren ergriffen die umfassendsten Maßregeln, um den Einsturz der Galerien und den damit verbundenen Katastrophen vorzubeugen.
London, 17. Januar. Dr. Karl Peters wurde gestern vor seiner Abreise nach Südafrika in dem bekannten Hotel „Cecil" ein Diner gegeben, bei dem eine Reihe hervorragender Männer der hiesigen Kolonialkreise anwesend waren. Dr. Peters teilte im Verlaufe des Banketts mit, daß er namentlich die Sambesiländer zu erforschen gedenkt; wenn er hierbei den Namen Ophir nenne, so könnte man vermuten, daß er phantastischen Zielen Nacheile, das sei aber nicht der Fall. Er kenne schon heute sozusagen jedes Dorf, das er auf seiner Route berühren werde. Seine Expedition habe einen wissenschaftlichen und kommerziellen Zweck: die Feststellung der dort von südarabischen Sabäern ausgebeuteten Goldgruben. Jene Landstrecken seien auch heute noch äußerst goldreich und bedeuten für England einen immensen Reichtum. Habe er einst England befehdet, so sehe er heute keinen Streitpunkt mehr zwischen Groß- brittannien und Deutschland.
Petersburg, 20. Januar. Nach Meldungen aus Afghanistan ist im Falle des Ablebens des erkrankten Emirs ein Bürgerkrieg unvermeidlich. Die Regierung verfügte deshalb militärische Vorkehrungen an der afghanischen Grenze.
— Die deutsche Flotte und die russische Ostsee flotte 1903. In einem sehr interessanten längeren Aufsatze zieht die „Deutsche Heereszeitung" einen Vergleich zwischen der deutschen Flotte und der russischen Ostseeflotte nach Maßgabe der jetzt aufgestellten Flottenpläne am Schlüsse des Jahres 1903. Nach den Ausführungen desselben würde die deutsche Flotte zu dieser Zeit zählen: 19 Linienschiffe von rund 186000 Tonnen Deplacement, 8 gepanzerte Küstenverteidiger mit 28000 Tonnen, 10 große Kreuzer fertig und im Bau von 60 000 Tonnen, 2 im Projekt zu 20000 Tonnen Deplacement; während die russische Ostseeflotte umfassen würde: 15 Linienschiffe von rund 170000 Tonnen Deplacement, 4 Küstenverteidiger und 4 Panzer-Kanonenboote mit 22 000 Tonnen, 17 große Kreuzer fertig und im Bau (120000 Tonnen) und 5 im Projekt (30000 Tonnen) mit zusammen 150000 Tonnen Deplacement. Es hätte sonach 1903 an gepanzerten und geschützten modernen Schiffen Deutschland 39Schiffe von 294 000 Tonnen, die russische Ostseeflotte 45 Schiffe mit 342000 Tounen Deplacement, wobei überdies zu Ungunsten Deutschlands der Umstand spricht, daß von seinen Linienschiffen die 4 der Sachsenklasse und die Oldenburg minderwertig sind. Von der Schwarze Meer-Flotte, welche in diesen Vergleich nicht mit einbezogen ist, sei erwähnt, daß auch sie im genannten Jahre 10 Schlachtschiffe 1. Klasse, 3 moderne Torpedokreuzer, 6 noch brauchbare schwer armierte Kanonenboote und 22 Torpedoboote, davon 10 nach 1889 gebaut, zählen wird. — An Torpedobooten wird Deutschland im Jahre 1903 eine Ueberlegenheit von 20 Booten (80 gegen 60) gegenüber der russischen Ostseeflotte haben, doch vermögen dieselben die sonstige Minderzahl der deutschen Flotte nicht auszugleichen.
— Das russis che Marinemin isterium hat beschlossen, den Bau eines Kreuzers ersten Ranges von 6250 Tonnen Wasserverdrängung, der Schiffswerft des „Vulkan" in Stettin und den Bau zweier Torpedoboote von je 350 To. der Schichau'schen Werft in Elbing zu übertragen. Die Kosten für den Kreuzer sind auf über vier Millionen Rubel festgesetzt. Die Schiffe müssen im nächsten Jahre fertig sein. Alle zu Petersburg im Bau besindlichen Panzerschiffe sollen in diesem Jahre und 22 Torpedoboote im nächsten Jahre fertig gestellt werden. Ferner wurde beschlossen, in diesem Jahre auf den Werften der neuen Admiralität zwei Geschwaderpanzer von ungefähr 12,700 Tonnen zu bauen, sowie auf der Werft der russischen Lokomotivenfabrik ein Panzerschiff von 12,700 Tonnen, einen Kreuzer von 6000 Tonnen und einen solchen von 3000 Tonnen.
Males und Provinftelles.
Gießen, den 21. Januar 1899.
** Mittelrheinischer Fabrikanten Verein. Am Donnerstag fand unter dem Vorsitz des Herrn Dr. L. Beck (Biebrich) die diesjährige ordentliche General-Versammlung des Mitteilrheinischen Fabrikanten-Vereins in Mainz statt. Die Rechnung pro 1898 gelangte zur Vorlage, und es ist aus dem hierüber erstatteten Bericht zu entnehmen, daß die Einnahmen im verflossenen Jahre 8319,87 Mk. betrugen, welchen Ausgaben im Betrag von 5723,14 Mk. gegenüber« stehen. Auch die Milgliederzahl hat gegen das Vorjahr erheblich zugenommen, so daß der Verein Ende des Jahres 1898 275 Mitglieder zählte. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden folgende Herren für das laufende Jahr gewählt: Richard Avenarius (Gau-Algeshcim), Dr. L. Beck (Biebrich a. Rh.), Kommerzienrat Gustav Boehm (Offenbach), Direktor Brunck (Ludwigshafen), Kommerzienrat G. Dyckerhoff (Biebrich a. Rh.), Fr. Fehr-Flach (Wiesbaden),
L. Heyligenfiädt (Gießen), Direktor Hummel (Hochheim), Direktor Kohn (Frankfurt a. M.), Hans Kopp (Frankenthal), Kommerzienrat Franz Kupferberg (Mainz), Kommerzienrat P. Melchers (Mainz), Kommerzienrat Herm. Mohr (Mannheim), Direktor Dr. Pauli (Höchst a. Main), Joseph Reinach (Mainz), Geheimer Kommerzienrat Julius Römheld (Mainz), Direktor Uge (Kaiserslautern), E. Weismüller (Bockenheim). Zu Rechnungsrevisoren wurden die Herren Dr. v. Fritzsche (Frankfurt a. M.) und Direktor Steger (Mainz) wiedergewählt. Hierauf hielt Herr Professor Dr. jur. et phil. M. Biermer von der Universität Greifswald eine einstündige Rede „Ueber die deutsche Handelspolitik des 19. Jahrhunderts." Er entwickelte in großen Umrissen die Geschichte der Zollpolitik Deutschlands vor und nach dem deutschen Zollverein, dessen Entstehungsgründe und Bedeutung für die deutschen Einheitsbestrebungen er zu einem interessanten kulturhistorischen Bild verarbeitete. Aus dem interessanten Vortrage verdient besonders die Thatsache hervorgehoben zu werden, daß die rücksichtslosesten Vorkämpfer für den Freihandel die ost- elbischen Großgrundbesitzer gewesen sind. Professor Biermer stellt sich nicht auf den Standpunkt eines einzelnen, unbedingt richtigen handelspolitischen Systems. Für ihn sind Freihandel und Schutzzoll keine Prinzipienfragen, sondern Mittel der staatspolitischen Therapie, die bald in kleineren, bald in größeren Dosen verabreicht werden müssen. Trotzdem übt er, wenn er sich auch selbst zu entschieden liberalen Anschauungen bekennt, an dem Freiheitsrausch der 70er Jahre eine scharfe Kritik. So sehr Professor Biermer den Tarifreformen von 1879 gerecht zu werden sucht, so sehr bedauert er auch, daß man sie einem unnatürlichen Bündnis des ostelbischen Agrarierturns mit den schutzzöllnerischen Fabrikanten, welch erstere er schlechterdings als antikapitalistische und unmoderne Interessengruppe kennzeichnet, verdankt. In scharfsinnigen Untersuchungen wird hier der Unterschied zwischen dem industriellen Erziehungszoll und dem agrarischen Schutzzoll auseinandergesetzt. Neben Zollermäßigungen, die der inzwischen erstarkten einheimischen Industrie einen ernsten Schaden kaum mehr zufügen können, sind die gegebenen Kompensationsobjekte für zukünftige Handelsvertragsverhandlungen die bisherigen Reduktionen der Getreidezölle. Wir werden sehr zufrieden sein können, wenn wir gegenüber den Gegenmaßregeln anderer Staaten eine Verlängerung der jetzt geltenden Verträge auf der bisherigen Basis erreichen. Reicher Beifall lohnte die mit hochbedeutsamer Beredsamkeit vorgetragenen Ausführungen des Herrn Professors Dr. Biermer, dessen Vortrag in Kürze in Druck erscheinen wird.
Laubach, 18. Januar. Aus den Mitgliedern des durch Oberprimaner Wessel geleiteten Stenographie - Kursus, Einigungssystem Stolze-Schrey, hat sich ein Laub ach er Stenographen-Verein gebildet, zu dessen 1. Vorsitzenden Assessor Weisel, 2. Vorsitzenden Gerichtsschreiberaspirant Fisch gewählt wurde. — Am hiesigen Gymnasium beginnen die schriftlichen Maturität s arbeiten am 28 Januar; das mündliche Examen wird mit Beginn des Monats März stattsinden.
§§ Vom höheren Vogelsberg, 18. Januar. Wie anderwärts hat auch Ljicr der Sturm in den Waldungen arge Verheerungen angerichtet. Starke Fichten und Buchen bis zu 3 und 4 Fstm. wurden mit den Wurzeln ausgerissen oder in der Mitte entzwei gebrochen und zersplittert. Auch an Häusern und anderen Gebäuden wurden Ziegel, Strohschindeln und Holzbretter abgerissen. Gleichzeitig herrschten starke Regengüsse mit Schneegestöber, die Bäche und Teiche traten über. Die Wiesengründe glichen stellenweise einem See. — Die Wintersaaten wie Roggen, Weizen und Wintersamen, auch Klee stehen infolge der milden Witterung sehr gut.
Eber Erlenbach, 18. Januar. In dem durch anhaltenden Regen angeschwollenen Erlenbach wurde bei den letzten Häusern des Dorfes die Leiche eines dem Arbeiterstande angehörenden Mannes im ungefähren Alter von 45 Jahren geländet. Ob Selbstmord oder ein Unglücksfall vorliegt, konnte nicht festgestellt werden. Die Leiche wurde der Anatomie zu Gießen zugeführt.
Seligenstadt, 19. Januar. Der diesjährige Verbands- tag der Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften der Provinzen Starkenburg und Oberhessen wird am 27. und 28. Mai in unserem Städtchen abgehalten. Damit ver- bindet der hiesige Rohstoffverein der Schuhmacher als Glied des Verbandes das Fest seines 25jährigen Bestehens. Der Jubelverein, dem das Arrangement des Verbandstages zufällt, wird in einer auf nächsten Dienstag anberaumten außerordentlichen Generalversammlung die geeigneten Vor- bereitungen für den Verbandstag beraten.
Vermischtes.
• Die Gefahr des stärkeren Hochwassers scheint glücklicherweise beseitigt zu sein. Oberrhein, Mosel, Main und Neckar fallen langsam. — Aus dem Ruhrgebiete wird indes noch ein Steigen des Wasserstandes gemeldet.
* Wie gewaltig der Sturm in den letzten Tagen in manchen Strichen tobte, mag daraus hervorgehen, daß allein in den städtischen Waldungen von Baden-Baden gegen 20,000 größere Stämme ihm zum Opfer gefallen sind.
• Zwickau, 19 Januar. Eine Bergarbeiter-Ver- sammlung beschloß, Schritte zur Erlangung einer zehn- prozentigen Lohnerhöhung und Einführung einer zehnstündigen Schichtzeit zu unternehmen.
* Hamburg, 19. Januar. Die überseeische Auswanderung über Hamburg umfaßte im Jahre 1898 39,882 Personen gegen 35,049 im Vorjahre; davon waren Deutsche 8170 gegen 8802 im Jahre 1897. Nach den Vereinigten Staaten und Britisch-Nordamerika gingen 35,218 Auswanderer.
* Das größte Schiff der Welt. Man schreibt den M. N. N. aus L o n d o n, 15. Januar: Es hat die Engländer mächtig ge
ärgert, daß Deutschland in dem Lloyddampfer „Wilhelm der Große" längere Zeit den größten und schnellsten Personendampfer der Welt besaß. Heute sind sie wieder glücklich. Gestern ist in Belfast in der Werste der bekannten Firma Harland and Wolff in Anwesenheit von tausenden von Personen der künftige „White Star"-Dampfer „Oceanic" vom Stapel gegangen. Er stellt in Bezug auf Größe, und, wie man hofft, auch auf Schnelligkeit „alles bisher dagewesene" in Schatten. Er ist 705 Fuß lang, d. h. noch 25 Fuß länger als das unglückliche Ungetüm der fünfziger Jahre, der „Great Eaftern" und 80 Fuß länger als „Wilhelm der Große". Seine Hauptgröße liegt aber im Maschinenranm, da die Pferdekraft seiner Maschinen nicht weniger als 45,000 ist, gegenüber den 28,000 „Wilhelms des Großen" und den 25,000 der zwei größten modernen Kreuzer „Terrible" und „Powerful". Die Gesellschaft ist überzeugt, daß der Riesen- dampfer sich in dem amerikanischen Verkehr, wo es an Passa- gieren und Fracht nie fehlt, als eine gute Spekulation bewähren wird.
* Die Anwendung des Telephons erfreut sich in Europa noch nicht der großen Beliebtheit, welche dasselbe in den Vereinigten Staaten genießt, wo tatsächlich dasselbe zu einem Lebensbedürfnis geworden ist. So z. B. hat Berlin etwa 30000 Telephon-Anschlüsse; auf jeden derselben entfallen aber, wie wir einer Mitteilung des Internationalen Patentbureaus Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6, entnehmen, im Durchschnitt nur 7 Gespräche am Tage, von denen 2—3 auf den Vormittag, die übrigen auf den Nachmittag zu entfallen pflegen In Bezug auf Teilnehmerzahl steht Deutschland an der Spitze der europäischen Länder, etwa 140000 Abonnenten sind angeschlossen. In zweiter Linie steht England mit 116000. In Schweden, wo das Telephon eine Benutzung gefunden hat, welche der in Amerika entspricht, sind 62000 Anschlüsse vorhanden. Frankreich dagegen zählt nur 35000; die Schweiz 30000. In den Vereinigten Staaten schätzt man die Anzahl der Instrumente auf 700000.
Meratur, Wissenschaft und Kunst.
— Dr. Richard Trenck, (evang.) weil. Erzbischof von Dublin: Weisheit von oben her; Reben und Betiachtungen. Nutz dem Englischen von Pfarrer Johannes Biegler in Hering (Odenwald) 145 Seiten. 1899. Reutlingen, Entzlin & Laiblin. Preis fein broschiert 1,25 Mk.; gebunden 2 Mk. Die hier tn vortrefflicher Uebertragung von einem hefsifchen Geistlichen der deutschen Lehrerwelt besonders auch Studierenden und grreifteren Gymnasiasten dargebotenen 21 Reden und Betrachtungen eignen sich hinsichtlich ihres edlen Inhaltes, der schönen Ausstattung und des billigen Preises in vorzüglichem Maße zu Geschenken. Nicht selten hat ein Freund die Absicht, bei Geburtstagen und sonstigen Veranlassungen den andern zu erfreuen und wählt vielleicht minderwertige Geschenke, vier ist ein Büchlein, gediegen nach allen Seiten hin, mit ernstem Inhalt, gedankenreich, anregend, von präziser Diktion. DaS hübsch auSgestattete Büchlein ist dem früheren Pfarrer von Beuern bei Gießen, G. Vogel, gewidmet, und hat auch er, bewährt als trefflicher Redner und begabter Dichter, sich gern zu der Tüchtigkeit des Inhaltes der Reden bekannt. Wir nennen zum Schluß einige lieber« schriften der Reden, die zumeist 4 bis 6 Seiten füllen: 1. Alle gute Gabe kommt von oben herab (zu Shakespeares Geburtstag). 2. Der Pfahl im Fleisch. 3. Die Gefahren der Kindheit. 4. Die Herrschaft der Sünde. 5. Jesu Anklopfen. 6. Der Witwe Scherflein. 7. Geistliche Bosheit. 8. Unzufriedenheit. 9. Demut. 10. Todesfurcht und empfehlen dringlich das inhaltreiche Büchlein. L.
— Unterrichtsbriefe nach der Original-Methode Touffaint-Langenscheidt. Die Erweiterung deS internationalen Verkehrs, nöltgt die Völker, die Mittel gegenseitiger Verständigung mehr als bisher zu pflegen. In Frankreich werden jetzt Englisch und Deutsch ebenso gut getrieben, wie Französisch und Deutsch in England und Englisch und Französisch in Deutschland. Tausende bringen eS wohl auf Schulen biS zum Lesen und Verstehen, mit dem Sprechen der fremben Sprache jedoch will eS nicht gehen. Eine fremde Sprache aber nur verstehen, ohne sie geläufig zu sprechen, ist ein Wissen ohne Können und, taugt wie alles Halde nicht viel. Hat kein Erwachsener irgend welche Veranlaffung, sich späteren Sprachstudien wegen zu genieren, so nehmen Erwachsene doch nicht gern wieder die längst überwundene Stellung des Schülers ein, auch treten Berufsgeschäfte oder sonstige Umstände einem an feste Lehrstunden gebundenen Unterricht hindernd entgegen. In den meisten Fällen bleibt also nur der Weg des Selbstunterrichts. Dem Bedürfnisse, daß für diesen ein Mittel geschaffen worben, baS bie Beherrschung ber fremben Sprache in denkbar kürzester Zeit fiebert, entsprechen bie Toussaint-Langenscheibt'schen Unterrichtsbriefe.. Ihr Erfolg, von ben vorurteilsfreien Gelehrten unb Fachmännern anerkannt, steht als ein litterarische« Unikum ba. Die Verfasser geben bem Schüler keine von ben großen Grammatiken in bie Hanb, deren Anblick allein manchen demütigt, sondern sie überweisen ihm den Lehrstoff in kleinen Mengen, dabei aber stets in großer Mannig- falligkeil. In den Unterrichtsbriefen, von denen jeder bei einem Zeitaufwande von täglich etwa zwei Stunden vierzehn Tage erfordert — da« Studium eines Kursus von 18 Briefen erfordert 9 Monate —, steht der Lehrer jederzeit zur Verfügung. Nicht wenige, die sich ihre Kenntnis des Französischen und Englischen auf dem Wege dieses Selbstunterrichtes aneigneten, bestanden ihr Examen als Lehrer der betreffenden Sprache vor amtlichen Prüfungskommissionen mit „gut". Natürlich preisen sich viele Nachahmer der Meihode an, die Toussaint- Langenscheidt „über" sein wollen. Mit zwei, drei oder selbst sechs Monaten ist es aber nicht gethan. Wer das Gegenteil behauptet, täuscht unwiffenilich sich selbst, ober wissentlich anbere. Alle ben Unterricht betreffenben Anfragen stnb an bie Langenscheidt'sche Ver- lagsbuchhanblung, Berlin SW. 46, zu richten.
— Der Grillparzerpreis, ben Gerhorb Hauptmann jetzt zum zweiten Male erhalten hat, war vorher im Besitz Ernst von Wilbmbruchs für „Die Karolinger", Abolf WilbbronbtS für „GrachuS", Lubwig Anzengrubers für .Heimg'funben" unb abermals Abolf Wilbbranbts für „Der Meister von Palmyra". Zweimal erklärten sich bie Preisrichter außer Staube, ben PretS zu vergeb«, ba tn der betreffenden Zeit ketn Stückzur Erstaufführung gelangt sei, welches den von Grillparzer gestellten Anforderungen entspreche.
H.L.M.
— Der Postdampfer .Friesland" bet ,Reb Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 17. Januar wohlbehalten to Rewyork angekommen.
— Der Postbampfer „Switzerlanb" ber „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 18. Januar wohlbehalten i» Pshilabelphia angekommen.


