ungen von Glückwünschen an die Kaiserin ab* sehen wird.
— Die „Köln. Volksztg." meldet zu den Unruhen im deutschen Missionsgebiet in Shantung, dieselben hätten im wesentlichen den Charakter einer Christenverfolgung angenommen. Die Ausschreitungen der Aufrührer richten sich gegen die eingeborenen Christen, welche mißhandelt und ihres Eigentums beraubt werden. Die Anstifter sind unter den Führern der „roten Faust- Sekte" und der „großen Messer-Sekte" zu suchen, welche offenbar an ihre Anhänger ein diesbezügliches Losungswort ergehen ließen.
Ausland.
Wien, 18. November. Der Kaiser empfing heute vormiltag den Minister des Innern Dr. Koerber in Audienz, wobei der Minister dem Monarchen einen längeren Bericht über die innere politische Lage erstattete.
Wien, 18. November. Heute nachmittag wurde Graf Goluchowski vom Kaiser empfangen. Der Graf hatte gestern eine Besprechung mit dem deutschen Botschafter und mit dem Grafen Oswald Thun.
Wien, 19. November. Dem „Neuen Wiener Tagblatt" wird aus Cettinje gemeldet, daß die finanziellen Verlegenheiten des Für st en von Montenegro ihren Höhepunkt erreicht haben. Der Zeitpunkt wird nicht mehr fern sein, wo Montenegro seinen Staats- bankrott erklärt.
Wien, 19. November. Entgegen den noch immer umlaufenden Gerüchten, wird in zuständigen Kreisen erklärt, daß die Ernennung desVorsitzenden im Mi nister- rate Grafen Clary zum Ministerpräsidenten demnächst stattfinden wird.
Budapest, 18. November. Der Finanzminister Lukacs beantwortete die Interpellation des Abgeordnetenhauses, betreffend den Beschluß der österreichischen Staatsschulden- Kontrollkommission, dahin gehend, daß hierdurch in der Valutaaktion eine Störung nicht erfolgen werde, da die österreichische Regierung ihren Verpflichtungen unbedingt nachkommen werde.
Genf, 18. November. Die Nachricht von der Durchreise des Hauptmanns Dreyfus durch die Schweiz hat sich, wie wir bereits meldeten, als unrichtig herausgestellt. Bei der überaus großen Aehnlichkeit, welche der betreffende Reisende mit Dreyfus besaß, glaubte man in Genf fest, es mit letzterem zu thun zu haben. Bei der Abreise des Pseudo- Dreyfus von Genf hatten sich viele Personen am Bahnhofe eingefunden, auch auf den Zwischenstationen, wo der Zug hielt, fehlte es nicht an Neugierigen, die den Gefolterten der Teufelsinsel sehen wollten. Ein ähnliches Schauspiel wiederholte sich auf dem Bahnhofe in Bern, wo jedoch durch einen Berichterstatter, der dem Prozesse in Rennes beigewohnt hatte, der Mystifikation ein Ende gemacht wurde. Der Berichterstatter begab sich zu dem Reisenden in das Koups und überzeugte sich, daß der vermeintliche Dreyfus mit dem wirklichen nicht identisch war. Der Reisende, dem es unangenehm aufgefallen war, daß er während seiner Schweizerreise überall, wo er sich blicken ließ, den Gegenstand großer Aufmerksamkeit des Publikum? bildete, wurde über den Grund dieser Aufmerksamkeit aufgeklärt.
Paris, 19. November. Die Polizeipräfektur hatte die Bestimmung getroffen, die Entfaltung der roten Fahne, welche in Frankreich verboten ist, gestern durch eine öffentliche Bekanntmachung den Sozialisten in Erinnerung zu bringen. Durch dieses Verbot hätten Guesdisten an dem heutigen großen Umzuge zur Einweihung der Statue „Triumph der Republik" nicht teilnehmen können. In letzter Stunde wurde nun noch ein Uebereinkommen getroffen, wonach den Guesdisten die Entfaltung ihrer roten Fahnen zu gebilligt wurde, unter der Bedingung, daß ihre Fahnen je eine Aufschrift der betreffenden Vereinigung enthielten.
Paris, 19. November. Der Zolaprozeß ist end- giltig von der Rolle des Assisenhofes zu Versailles abgesetzt worden. Zola hatte bekanntlich die Forderung gestellt, die früheren Militärattachös v. Schwartzkoppen und Panizzardi kommissarisch vernehmen zu lassen.
Paris, 19. November. Mit Ausnahme der nationalistischen Presse drücken die Blätter ihre Befriedigung aus über die gestrige Verurteilung Derouledes zu drei Monaten Gefängnis wegen seiner maßlosen Beschimpfungen des Präsidenten der Republik während der Verhandlung des Staatsgerichtshofes.
Loudon, 18. November. Der Londoner Korrespondent des „Manchester Guardian" schreibt: „Ich habe verschiedene in ziemlich kräftiger Sprache ausgedrückte Proteste dagegen vernommen, daß hier Versuche gemacht werden, dem bevorstehenden Besuche des deutschen Kaisers bei seiner Großmutter eine außerordentliche politische Bedeutung beizumessen. Daß der Besuch des deutschen Kaisers nicht ohne politisches Interesse sein mag, wird nicht geleugnet, aber die hysterische, unwürdige Sprache, mit welcher dem Kaiser willkommen zugerufen wird, als ob er ein Erlöser sei, der das Land von einem sonst unvermeidlichen Untergänge rette, allgemein übel empfunden, da es dazu angethan ist, uns in allgemeine Verachtung zu bringen. Man braucht nicht darüber erstaunt zu sein, daß diejenigen Leute, welche jetzt am lautesten dem Kaiser in übertriebener Weise huldigen und ihn als einen Freund und Verbündeten begrüßen, der die bösen Machinationen der anderen europäischen Mächte gegen das britische Reich zu Nichte machen wird, dieselben Leute sind, welche am lautesten den Kaiser dafür angriffen, daß er das berühmte Telegramm an Krüger schickte, und damals eine Sprache führten, welche nicht nur zu dem Vergehen, dessen man den Kaiser beschuldigte, in gar keinem Verhältnisse stand, sondern auch darauf berechnet war, den
Aerger des Kaisers und seiner Unterthanen zu erregen. Ich erinnere mich, daß, als der populäre Unwille über das Telegramm an Krüger am heftigsten war, ein Mitglied der britischen Botschaft in Berlin mir sagte: „Wir machen einen sehr ernsten Fehler, wenn wir uns den Kaiser entfremeen denn er ist der einzige Freund, den wir in Deutschland Haben."
Deutscher Reichstag.
104. Sitzung vom 18. November. 1 Uhr.
Auf der Tagesordnung stehen zunächst die fünf Resolutionen, welche die Kommission für die Postvorlage dem Haufe unterbreitet hat.
Die drei ersten Resolutionen beziehen sich auf den Zeitungsdebit der Post: 1. soll möglichst bald das Bestellgeld der Zeitungen neu geregelt werden, und zwar in der Richtung, daß die Häufigkeit des Erscheinens mehr als bisher und außerdem auch das Zeitungsgewicht berücksichtigt wird; 2. soll dem Verleger gestattet sein, für die von ihm gewonnenen Postabonnenten selbst die Bestellung bei der Post aufzu geben; 3. soll die Beschränkung der zulässigen Ueberweisungsexemplare auf 10 Prozent der Postauflage wegfallen.
Abg. Müller-Sagan (srs. Vp.) empfiehlt die Resolutionen.
Staatssekretär von P o d b i e l s k i erklärt, daß die Reichspostverwaltung den Resolutionen sympatisch gegenüberstehe. Wie sich der Bundesrat dazu stellen werde sei noch nicht bekannt.
Nach weiterer kurzer Debatte werden die drei Resolutionen an-, genommen.
Die vierte Resolution wünscht, daß zu der Drucksachentaxe auch Geschäftspapiere befördert werden können.
Die Resolution wird angenommen, ebenso debattelos die fünfte, welche größtmögliches Entgegenkommen wünscht bei der Entschädigung kleinerer Privatpostanstalten, namentlich soweit solche den ausschließlichen Erwerb einer Familie bildeten.
Es folgt die zweite Beratung der Fernsprechgebührenordnung.
Die Regierungsvorlage hatte ganz allgemein eine Grundgebühr und eine Gesprächsgebühr in Aussicht genommen. Die Kommission dagegen hat in den grundlegenden Bestimmungen die Gesprächsgebühr wieder gestrichen und es bei einer Bauschgebühr bewenden lasten. Jedoch soll es jedem Teilnehmer frcistehen, statt der Bauschgebühr eine Grundgebühr nebst Einzelgesprächsgebühren (mindestens jedoch für 400 Gespräche) zu entrichten. Für die Bauschgebühr hat die Kommission je nach der Anzahl der Teilnehmeranschlüsse der Fernsprechnetze acht Abstufungen beschlossen, von 80 bis 180 Mk.
8 1 (Bauschgebühr) wird widerspruchslos angenommen.
Zu § 2 liegt ein Antrag Müller- Sagan (srs. Vp. vor, die Gebührensätze zu erniedrigen auf 50 bis 150 Mk. und zwar in fünf Abstufungen je nach der Anzahl der Teilnehmeranschlüsse, der Netze.
Nachdem der Antragsteller seinen Antrag begründet, bemerkt Staatssekretär von P o d b i e l s k i, wenn man haben wolle, daß die Reichspostverwaltung den Fernsprechverkehr immer mehr ausdehne, dann dürfe man ihr auch die Einnahme nicht gar so sehr schmälern.
Abg. O erte l-Sachsen (kons.) bittet ebenfalls um Ablehnung deS Antrages, desgleichen Abg. Cahenely im Namen des Centrums.
Der Antrag Müller- Sagan wird ab gelehnt und § 2 in der Kommissionsfassung angenommen.
Eine Debatte entsteht erst wieder über einen Antrag G amp (Rp.), durch einen neuen § 4a zu bestimmen, daß Bau und Instandhaltung der Sprechleitungen zum Anschlüsse an ganz kleine Netze (von höchstens 25 Teilnehmeranschlüsten) den Beteiligten auf deren Kosten solle überlasten werden können. In solchen Fällen soll die Gesprächsgebühr nur 5 Psg. pro Verbindung am Orte betragen.
Abg. Gamp (Rp.) empfiehlt seinen Antrag, dabei bemerkend, bemängeln müsse er, daß die Verwaltung, ehe sie an Errichtung eines neuen Fernsprechnetzes herantrete, sich von den Interessenten eine gewisse Garantie leisten laste.
Staatssekretär v. Podbielski verwahrt die Verwaltung gegen diesen Vorwurf der Fiskalität.
Abg. Dasbach (Centr.) bemängelt, daß die Verwaltung die ältesten Apparate auf das Land sende. Er bittet, zu erwägen, ob man nicht etwa das, was der Mtrag ganz will, in einer die Verwaltung verpflichtenden Form aussprechen soll.
Staatssekretär v. Podbielski widerspricht dem.
Beim § 9 giebt auf eine Anfrage Staatssekretär v. Podbielski die Erklärung ab, daß er nicht beabsichtige die sog. Hausanschlüste zu verteuern; er denke auch hier nur an Verbilligung.
Bei demselben Paragraphen wird auf Antrag des Abg. Oertel- Sachsen (kons.) noch eine redaktionelle Aenderung beschlossen.
Damit ist die 2. Lesung dieser Vorlage beendet.
Es folgt die 2. Lesung betr. die gemeinsamen Rechte der Besitzer von Schuldverschreibungen.
Beim § 14 beantragt Abg. v. Strombeck (Centr.), die erst von der Kommission eingefügte Bestimmung wieder zu streichen, wonach durch die nach vorliegendem Gesetze vorgenommene Bestellung eines Vertreters auch die Befugnisse und Verpflichtungen eines solchen Vertreters unberührt bleiben sollen, besten Bestellung auf Grund einer bei Ausgabe der Schuldverschreibungen in verbindlicher Weise getroffenen Fesffetzung erfolgt ist.
Dieser Antrag wird nach kurzer Debatte a b g e l e h n t. Sämtliche übrigen Paragraphen werden unverändert in der Kommissionsfassung angenommen.
Nächste Sitzung Montag 1 Uhr. Tagesordnung: Zweite Lesung der sogen. Zuchthausvorlage.
Schluß 5 Uhr.
Kokales und VrooinMrs.
Gießen, den 20. November 1899.
** Ernennung. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht, am 15. November den außerordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der Landes-Universität, Professor Dr. Friedrich Eichbaum zuGießen, zum ordentlichenHonorar- Professor der Veterinär-Anstalt in der medizinischen Fakultät der Landes-Universität zu ernennen.
*• Theaterverein. Die nächste (vierte) Vorstellung findet Dienstag den 5. Dezember statt. In derselben wird eine Schauspiel-Novität, „Ewige Liebe", von Faber, mit Herrn Bauer aus Frankfurt als Gast, zur Aufführung gelangen.
T* Die Millionäre in Hessen: Nach einem auf Grund der Besteuerung zusammengestellten Bericht des Beigeordneten Wolff-Offenbach in der Zeitschrift für Staats- und Gemeindeverwaltung giebt es z. Zt. in Hessen 305 Millionäre gleich 0,12 pCt. der Steuerzahler, da auf 1000 Steuerzahler 1,2 Millionäre kommen. Von diesen wohnen in den Städten Mainz 80, Darmstadt 54, Offenbach 54 und Worms 26.
Der „Frkf. Ztg." wird aus Darmstadt geschrieben: „Es erregt Befremden, daß die in Aussicht gestellte Dis- ziplinaruntersuchung gegen Dr. Ahlheim und die anderen in die Dettweiler'sche Angelegenheit verwickelten Herren noch immer nicht vor sich gegangen ist. Die Verzögerung soll ihren Grund darm haben, daß bis zum heutigen Tag, also
nach über zwei Monaten, die Akten über den Prozeß Dettweiler nebst dem Urteil vom Verwaltungsgerichtshof noch nicht beim Ministerium eingegangen sind. Die Regierung wird indessen angesichts der vom Staatsminister Rothe in der Kammer gegebenen Erklärung nicht umhin können, den Becher bis zur Neige zu leeren und den „Fall" in allen seinen Einzelheiten zu erledigen, wenn sie sich nicht abermals Angriffen im Landtag aussetzen will."
Koblenz, 18. November. Eine dunkle Angelegenheit beschäftigt seit einiger Zeit die hiesige Polizei. Zwei junge Mädchen sind seit etwa 14 Tagen spurlos verschwunden. Alle Ermittelungen nach dem Verbleib der Mädchen waren ohne Erfolg. Nun wird angenommen, daß sie einem Verbrechen zum Opfer gefallen sind. Seitens der Untersuchungsbehörde wurde angeordnet, daß das stagnierende Wasser der sog. Lach an der Insel Oberwerth abgesucht werden soll. Mit diesen Arbeiten sollte heute begonnen werden, als die Nachricht eintraf, daß gestern Abend bei Andernach eine weibliche Leiche geländet wurde, die Spuren von Erdrosselung zeigt. Die Identität dieser Leiche ist noch nicht festgestellt.
Laudtagswahl.
Gießen-Land, 19. November. Zu der auf gestern nachmittag anberaumten Landtagswahl erschien nicht die zue Vornahme des Wahlaktes nötige Anzahl von Wahlmännern, sodaß die Wahl auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden mußte.
Wahlbezirk Hungen-Lich, 19. November. Bei der am Samstag unter Leitung des Wahlkommissärs, Großh. Kreis- amtmann Herrn Boeckmann, zu Lich stattgehabten Wahl eines Abgeordneten im Wahlbezirk 4 (Hungen Lich) wurde Herr Philipp Köhler VI., Bürgermeister in Langsdorf, mit 32 von 33 gütigen Stimmen gewählt; eine Stimme erhielt Bürgermeister Heller von Lich.
ß. Romrod, 19. November. Bei der gestrigen Landtagswahl im 8. oberhessischen Wahlbezirk (Alsfeld-Land) waren sämtliche 37 Wahlmänner an der Wahlurne erschienen. Es war nur ein Wahlgang nötig, und erhielten: Herr Gustav Korell, Leusel, parteilos, 21, Herr Jakob Schuchardt, Brauerschwend, Antisemit, 13, und Herr Konrad Geiß, Klein-Felda, Antisemit, 2 Stimmen; ungiltig war 1 Stimme. Ersterer hat mithin 5 Stimmen über die absolute Majorität. Anläßlich des Wahlsieges versammelten sich die Wahlmänner und Freunde des Herrn Korell später im Locale des Beigeordneten Schmitt. Als der wiedergewählte Abgeordnete, von dem günstigen Ausfall der Wahl in Kenntnis gesetzt, in ihrer Mitte erschien, wurde er mit brausenden Hochrufen begrüßt. Eine kleine improvisirte Feier verlief aufs Schönste.
n. Büdingen, 18. November. Bei der heutigen Abgeordnetenwahl erhielt Herr Pachter Bähr auf dem Herrn- Haag 21 Stimmen, Herr Landgerichtsrat Seeger in Gießen 13, Herr Pfarrer Bernbeck in Staden 5 und Herr Bähr in Rohrbach 1 Stimme. Herr Bähr, der sich am Tage vor der Wahl noch entschloß, das Mandat anzunehmen, wurde im ersten Wahlgange gewählt, weil viele Wahlmänner, die bei Aufstellung eines anderen Kandidaten von der Reformpartei für Herrn Pfarrer Bernbeck gestimmt hätten, nun Stimmzettel für Herrn Bähr abgaben.
Friedberg, 18. November. In Bad Nauheim wurde der frühere Abgeordnete Weith mit 30 gegen 4 Stimmen wiedergewählt.
Friedberg, 18. November. In Vilbel wurde Graf Oriola (nl.) gewählt.
Darmstadt, 18. November. Nach den bisher eingelaufenen Berichten wurden gewählt: Im 1. Starkenburger Wahlbezirk der seitherige Abgeordnete Breimer (nl.). Pfungstadt-Eberstadt: der seitherige Abgeordnete Kreisrat Haas-Offenbach.
A Aus dem Wahlkreise Babenhausen-Seligenstadt, 19. November. Zu der gestern im Rathaussaal zu Babenhausen unter dem Vorsitz des Geh. Regierungsrats Heß aus Dieburg vollzogenen Wahl eines Landtagsabgeordneten hatten sich von 31 Wahlmännern 30 eingefunden. Ein Wahlmann sozialdemokratischer Richtung aus Klein-Krotzenburg war wegen Krankheit am Erscheinen verhindert. Von den 30 abgegebenen Stimmen entfielen 19 auf den bisherigen Landtagsabgeordneten, Weinhändler David Horn-Seligenstadt (Zentrum), 8 auf den Bürgermeister Krapp-Sickenhofen (nationalliberal) und 3 auf den Sozialisten Orb-Offenbach. Das Zentrum hatte nur auf 18 Stimmen gerechnet. Horn ist also mit überwiegender Majorität auf sechs Jahre wieder- gewählt. Die Zentrumsgegner pflegten bisher weiße resp. unbeschriebene Zettel abzugeben. Nach dem Wahlakt fand im „Löwen" ein gemeinsames Mahl statt, woran sich die Wahlmänner der drei Parteien beteiligten. Kreisrat Heß toastierte dabei auf den anwesenden Landtagsabgeordneten Horn, der das Hoch dankend erwiderte.
Mainz, 18. November. Molthau (Zentr.) wurde in Nierstein-Nieder-Olm mit 26 Stimmen gewählt. Es wnrden 8 weiße Stimmzettel abgegeben.
Osthofen, 18. November. Schill (nl.) wurde nach der „Kl. Presse" gegen den bisherigen Vertreter Hirsch gewählt.
Wörrstadt, 18. November. Wolf-Stadecken (Bund, d. Landw. u. Reformp.) siegte gegen Christ (frs.).
Alzey. 18. November. Alzey gab seine 13 Stimmen einmütig für Dr. Sutor ab, unterlag aber dem Land gegenüber, das mit 23 Stimmen Edmund Dihl wählte.
Kunst und Wissenschaft.
Brüssel, 19. November. Die Mitglieder der Expedition Ger lache wurden gestern im Stadthause vom Gemeinderat empfangen. Der Bürgermeister überreichte sämtlichen Teilnehmern an der Expedition eine Denkmünze, welche eigens für sie geprägt worden ist.


