Ausgabe 
21.11.1899 Erstes Blatt
 
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Dienstag den 21. November

Erstes Matt.

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Zlints- und Anzeigeblatt für den Urei» Gietzen

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Alle Anzeigen-BermittlungSstellen de« In- und AuSlande» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen«

Annahme von Anzeigen zu dec nachmittag« für den folgenden Tag erscheinenden Nummer LiS vorm. 10 Uhr.

>er- nd-

Gießen, den 17. November 1899.

Betr.: Die Fahnen der Kriegervereine.

DaS Grotzherzogliche Kreisamt Gießen

tzie Grosth. Bürgermeiftereieu M Kreises.

Sie wollen den in Ihrer Gemeinde bestehenden Krieger­vereinen, welche bisher noch keine Fahne mit dem Landes­wappen geführt haben, eröffnen, daß Gesuche um Erlaubnis zur Führung einer Fahne mit dem Landeswappen künftig­hin stets bis zum 15. Januar bei dem Präsidium der Krieger­kameradschaftHassia" einzureichen sind.

v. Bechtold.

Gratisbeilagen: Gießener Familienvlätter, Der hessische Sandwirt, Witter für hessische Volkskunde.

nehmen vereint wirken.

DieKölnische Volkszeitung" erfährt aus Berüner- Kommunalkreisen, daß die Stadtverordnete, sammlung in Zukunft wahrscheinlich von Ab

Abrede für Depeschen: Anzeiger Hieße«.

Fernsprecher Nr. 51.

Bezugspreis vierteljährlich

2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohu.

Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.

Bekanntmachung.

Am Tonatag, 2«. ds. Mts., nachmittags 3y2 Uhr, wird Herr Lehrer Knaup von Heldenbergen im Luft'schen Saale (Z um ßö wen") dahier einen Vortrag über Geflügel­zucht halten. Ich lade hierzu die Mitglieder des Geflügel­zuchtvereins Gießen, des landw. Bezirksvereins und Jeder­mann, der sich dafür interessiert, freundlichst hiermit ein.

Gießen, den 17. November 1899.

Der Direktor des landw. Bezirksvereins.

v. Bechtold.

Kichmer Anzeiger

Heneral-Anzeiger

die Briten in allen Gefechten geschlagen worden und würden aus Südafrika getrieben werden.

London, 18. November. Oberst Schiel beschwerte sich schriftlich bei General Buller, daß man ihn als gemeinen Gefangenen behandle. Er verlangt, dem Versprechsn des General White gemäß, seine Entlassung auf Ehrenwort. Buller antwortete, er bedaure die Lage Schiels, könne sie aber nicht ändern.

General Buller depeschierte, daß er folgende Tele­gramme erhalten habe: Kimberley, 11. November. Alles wohl. Ladysmith, 13. November. Alles wohl. Nach einem Telegramm aus Pietermaritzburg hätten die Buren die Stadt Weenen, 25 Meilen nordöstlich von Est- court, besetzt.

Dem ..Standard" wird aus Brüssel gemeldet, Dr. Leyds sagte einem Freunde, die Buren hätten ihre Stellung im Norden von Ladysmith derartig befestigt, daß, wie er zuversichtlich glaube, sie im stände sein werden, jeden Angriff der ver­einigten Armeen Bullers und Whites abzu­schlagen, obwohl es ihnen nicht gelingen dürfte, die bri­tische Besetzung von Colenso zu verhindern. Die Buren­armee um Ladysmith übersteige jetzt 25 000 Mann.

DerTimes" wird aus Queenstown berichtet, daß sich Kommandos des Oranjefteistaates den Oranjefluß entlang unter mysteriösem Auftauchen und Wiederver­schwinden bewegen.

Aus Durban wird gemeldet, daß ein aus Jo­hannesburg eingetroffener Engländer, der ohne Paß in Jo­hannesburg festgenommen, nach Prätoria transportiert und daselbst mit anderen Gefangenen auf dem Rennplätze fest­gehalten und endlich wieder freigelassen wurde, berichtet habe, die Wache der Gefangenen rekrutiere sich fast aus­nahmslos aus Deutschen.

*

Telegramme.

London, 20. Novembor. Aus Buluwayo wird der Times" vom 13. d. M. gemeldet. Ein Telegramm des Obersten Baden-Powell aus Mafeking vom 10. November berichtet: Bei uns ist alles gut. Wir haben einige Aus­fälle gemacht, die gut verlaufen sind. Einige Ofsiziere und : Mannschaften sind getötet. Außerdem haben wir 29 Ver­wundete und 24 leicht Verletzte, die Verluste des Feindes sind bedeutend. Die Buren bombadieren fortgesetzt die Stadt. Wir haben neue Verstärkungen erhalten. Seit dem 20. Oktober wissen wir nicht, was draußen vorgeht. r Ä

Loudon, 20. November. Zwei englische Kreuzer befinden sich augenblicklich im Hafen von Lorenzo Marquez.

London, 20. November. Nach einer Meldung aus Lorenzo Marquez ist unter den Eingeborenen an der portugiesischen Küste eine Revolte ausgebrochen. Portugisische Truppen sind aufgebrochen, um die Ruhe wiederherzustellen.

Kapstadt, 20. November. Die Einwohner von Aliwal- North begrüßten mit Begeisterung die Truppen des I Oranje-Freistaates, als dieselben in die Stadt ein- I zogen.

Kapstadt, 20. November. Aus Klapdar wird ge- I meldet, daß etwa tausend Vuren nach dem Süden auf- I gebrochen sind.

London, 20. November. Der Korrespondent derTimes" I berichtet vom 16. November aus Kapstadt: Die Buren I haben keine Reservetruppen und sind gezwungen?, Kinder von 10 bis 15 Jahren unter die Waffen I zu rufen. (???)

London, 20. November. Aus Mafeking wird ge­meldet, daß die Buren ihre Geschütze 400 Meter näher an die Stadt herangerückt haben. Das I Bombardement dauert fort. ,,

London, 20. November. Einer Meldung aus Pra- toria zufolge sind 56 Gefangene des Panzerzuges, welcher bei Estcourt überfallen wurde, in Prätoria ein­getroffen. Dieselben wurden von der großen Volks­menge emvfangen. Kundgebungen wurden jedoch nicht ver­anstaltet. ' Die Gefangenen sind nach dem Rennplatz gebracht I worden. ________________

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Die Gießener Jamilienvlätter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal brigelegt.

Deutsches Keich.

Berlin, 18. November. DieHohenzollern" mit dem Kaiserpaar und den beiden kaiserlichen Prinzen an Bord, hat die Fahrt von Kiel nach England Heute, früh nm 9 Uhr an getreten. Unter dem Kaisersalut der

Kriegsschiffe und dem dreifachen Hurra der Mannschaften dampfte dieHohenzollern" nach Brunsbüttel ab, wo sie heute abend eintreffen und bis morgen früh liegen bleiben oll. Bei Holtenau mußte sich wegen Hochwasserstandes im Hafen durchgeschleust werden.

Der Alldeutsche Verband hatte für gestern abend eine Versammlung zu Gunsten der neuen Flottenvorlage einberufen, die von etwa 400 Personen besucht war, unter denen sich auch viele Gegner einer Flottenver- tärkung befanden. DaS Referat hatte der Reichstags- abgeordnete Prof. Hasse übernommen, welcher die Not­wendigkeit einer starken Flotte betonte; dieselbe sei die Vor­bedingung zur Stellung Deutschlands als Weltmacht. In der Debatte traten ihm die Nationalsozialen v Gerlach und Dr. Maurenbrecher insofern entgegen, als sie entschieden die Deckungsfrage in den Vordergrund stellten, die durch die Kapitalisten, welche auch den Vorteil hätten, aufgebracht werden müßte. Schließlich wurde eine Resolution zu Gunsten einer Verstärkung unserer Flotte angenommen.

Wie derDeutschen Tagesztg." von kundiger Sette versichert wird, hat der Kaiser die Rekrutmvereidigung, die vor kurzem in Berlin stattfand, dazu benutzt, um seine Generale um sich zu versammeln und ihnen aus­einanderzusetzen, weshalb er trotz derherrschen- den Volksstimmung nach England reisen müsse; er sei durch ein Versprechen gebunden, dessen Bruch be­leidigend empfunden werden müsse. Die Reise trage nach seiner Auffassung durchaus keinen politischen, sondern ausschließlich eine» familiären Charakter.

Die konservative Fraktion des Reichstages hat heute vormittag den Gesetzentwurf zum Schutze des gewerblichen Arbeitsverhältnisfes eingehend er­örtert. Im Großen und Ganzen haben die Grundgedanken der Vorlage Billigung gefunden, dagegen ist die Be­stimmung bezüglich der Verhängung von Zuchthausstrafe beanstandet worden. Der Antrag auf Einsetzung einer Kommission soll gestellt, bez. falls er in der Debatte von einer anderen Partei eingebracht wird, unterstützt werden. Von der Einbringung besonderer Abänderungsanträge denkt man abzusehen. Die Zentrumsfraktion hat eine engere Kommission eingesetzt, die der Fraktion detaillierte Anträge für die zweite Lesung am Montag vorlegen soll. In dieser Kommission sitzen u. a. Spahn, Gröber, Schädler. In Zentrumskreisen wird für möglich gehalten, daß der größte Teil des Zentrums diesmal für Verweisung an die Kommission stimmen wird. Die Sozialdemokraten wollen weitere Abänderungsanträge zur Erweiterung des KoalitionS- rechts stellen.

Der Gesetzentwurf über das Verlagsrecht wird gegenwärtig im Reichsjustizamt einer Umarbeitung unterzogen. Die Veröffentlichung dürfte gegen Weihnachten erfolgen.

Wie derVorwärts" berichtet, hatte die Regierung noch in den letzten Tagen die Absicht, den Reichstag nach Erledigung der Zuchthausvorlage zu schließen, um die neue Session mit einer die Flotten­vorlage ankündigenden Thronrede eröffnen zu können. Dieser Plan sei aber aufgegeben worden. Die etwaigeAblehnung derFlottenvorlagesoll, demselben Blatte zufolge, mit der Auflösung des Reichstages beantwortet werden.

Köln a. Rh., 18. November. Die Köln. Ztg. schreibt zur Kaiser reise: Das deutsche und das britische Volk stehen nicht mehr wie zu Blüchers Zeiten, kameradschaftlich auf Du und Du. Zwei Völker, die im Wettbewerb der politischen und wirtschaftlichen Interessen stehen, der unser Jahrhundert kennzeichnet, treten sich gegenüber als reife und kühle Geschäftsleute, die beide gesonnen sind, die Ver­antwortlichkeit für die wichtigen Interessen, die sie vertreten, gewissenhaft zu übernehmen. Dieses Verhältnis hat zu einer gegenseitigen Wertschätzung geführt, die besser geeignet ist, das Zusammenleben zweier mächtigen Völker zu fördern, als eine schwärmende und berauschende Freundschaft. Das Blatt meint bezüglich der zwischen beiden Regierungen ge­troffenen Abkommen, vielleicht seien die Abmachungen in- bezug auf Südwest- und Ostafrika noch wichtiger, als die Aufteilung Samoas. Letztere sei eine friedliche Teilung, erstere dagegen bringe uns zusammen und wir wollen und werden mit unseren britischen Nachbarn im besten Einver-

* Vom Kriegsschauplatz.

Der Umstand, daß das englische Kriegsamt selber er- I klärt hat, es könneaus strategischen Rücksichten" nicht alle I Nachrichten veröffentlichen, die es erhalten habe, hat in London Beunruhigung und Mißtrauen in hohem Grade er- I zeugt. Man fürchtet, daß das KriegSamt die Nachricht von einer Kapitulation Ladysmiths erhalten habe und sie verschweige. Sollte das der Fall sein, so dürfte auch Est­court sich nicht lange halten. Jedenfalls erscheint auch diese Stadt bedroht, da der Marsch starker Burenkolonnen auf Estcourt, das sie inzwischen erreicht haben dürften, auch von englischer Seite nicht bestritten wird. Es wird sich dann zeigen, ob General Murray, der Kommandant von Estcourt ein besserer Stratege ist als fein Kamerad White.

Im Norden der Kapkolonie machen die Buren offenbar andauernd Fortschritte; sie besetzen das vom Oranjefreistaat für annektiert erklärte Land rings um Kirn- | berley und richten dort eine provisorische Verwaltung ein. Aus Kapstadt wird darüber gemeldet: Kleine Burenabteil­ungen durchstreifen Griqualand West und haben von Bark­leywest Besitz ergriffen, wo einige wenige Polizeisoldaten zu Gefangenen gemacht wurden, ebenso von Douglas. Es wurde den Buren kein Widerstand entgegengesetzt. Dieselben setzten in jeder Stadt Landdrosten ein. Gegen dieses Vor­dringen der Buren richten sich erhebliche Anstrengungen der Engländer, deren Einzelheiten indessen von der Militär­behörde nicht veröffentlicht werden. Wir erhalten noch fol­gende Nachrichten: ,, ~

Alle Einzelheiten über die Formierung einer Leeresabteilung in der Nähe des Oranje-Flusses unter Lord Methuen, offenbar zum Zweck des Entsatzes von Kimberley, werden von der Censur rücksichtslos unterdrückt Aber es ist bekannt, daß die Abteilung sich mit möglichst leichtem Gepäck auf dem Marsche befindet. Mit den Truppen, welche heute in Transportschiffen Kapstadt erreicht haben, beziffert sich die Zahl der in Kapstadt eingetroffenen Verstärkungen auf mehr als 27 000 Mann. Die Mann­schaften der Transportschiffe werden teils in Kapstadt, teils in Aastkondon, teils in Natal gelandet. Die Censur ver- heimlicht die Truppenbewegungen.

Loudon, 18. November. Nach einer Meldung aus Estcourt hatte Doktor Briscoe, welcher mit einem Ambulanz- zuae nach der letzten Panzerzugkatastrophe zum Lager der Buren fuhr um die Herausgabe der Verwundeten zu erbitten, einelän- aere Unterredung mit dem Kommandeur der Buren. Letzterer drückte seine Bewunderung für den Mut der Engländer aus. Briscoe konnte die Liebenswürdigkeit des Burenkommandeurs, welcher fließend englich sprach, nicht genug rühmen. Der Kom­mandeur versprach alles zu thun, um die Namen der drei getöteten englischen Soldaten zu erfahren, die schon be­graben waren. , .

London, 18. November. Nach einer Meldung aus Masern vom 8. d. M. verlautet allgemein, daß der Ba- futohäuptling Joel durch falsche Gerüchte von Buren siegen eingeschüchtert sei. Hiernach waren

Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schuljlraße Nr. 7.