Mittwoch den 21. Juni
Zweites Blatt
kurz nach 9% Uhr reiste der Kais
K. Z-
weiter.
7. Juni 1* cn' v inn
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Nlle Snzrigrn-VermittlunzSstellen bd In- unb XuBIaaM nehmen Anzeigen für den (Iießener Anzeiger entgehe.
RebaEdtin, Oifpebitioii und Druckerei: ft» (flrefce Ar. 7.
Ldreffe für Depeschen: Anzeiger Hietze«.
Fernsprecher Nr. 51.
P Wien, 19. Juni. Die ungarischen Minister Szell und Luka cs sind aus Budapest hier eingetroffen, um die Verhandlungen mit der österreichischen Bank zu eröffnen.
Rom 19. Juni. Die Negierung leitete nut der oster-
Meßmer Anzeiger Heneral-Anzeiger
Aintr- und Anzeig-blatt für den Nreis Gietzen.
Ausland.
Wien, 19. Juni. Die Aerzte konstatierten, daß das Befinden des Kaisers zufriedenstellend ist.
Wien, 19. Juni. Das Unwohlsein des Kaisers ist ein ganz ungefährliches und wird nach dem Ausspruch der Aerzte in kürzester Zeit behoben sein. Der Kaiser befindet sich außerhalb des Bettes und wird von Professor Wiedehofer behandelt. , , £1 .
Wien, 19 Juni. GrafGoluchowsky beauftragte die diplomatischen Vertretungen in Konstantinopel und Belgrad, freundschaftliche Vorstellungen betreffs der Grenz- Konflikte zu machen. Infolge der beruhigenden Meldungen wird der serbische Minister-Präsident feine Kur m Marienbad antreten.
Wien, 19. Juni. Die Vorstände der deutschen Oppositions-Parteien berieten über eine gemeinsame.Kundgebung gegenüber der Anwendung des § 14 bei Durchführung des Ausgleichs. Sollte keine Einigung erzielt werden, so wird jede Partei besonders ihre Stellungnahme
18»«
vierteljährlich 2 Mark 20 Pfß. monatlich 75 Pfg. mit Bringerloha.
Bei Postbezug 2 Mark 50 Psg. vierteljährlich.
Telegraphen -Kabels zwischen Rom und Triest em.
Rom, 19. Juni. Es flautet, das Kronprinzen- paar werde in einem norwegischen Hafen mit Kaiser Wilhelm Zusammentreffen und mit ihm die Fahrt nach dem Nordkap fortsetzen. , t
Paris, 19. Juni. Waldeck-Rousseau teilte heu e mittag einigen Parlamentariern mit, sein Kabinett umfasse alle Republikaner und habe er hierfür Loubets Zustimmung.
Paris, 19. Juni. „Echo de Paris" versichert, daß das Kriegsgericht in Rennes 30 Zeugen und der Verteidiger von Dreyfus ebenso viele vorladen werde. Die Verhandlungen dürften eine Woche dauern. . . ..
London, 19. Juni. Aus Futschau wird die Ermor- düng eines englischen Missionars und neun weiterer Personen gemeldet.
Friedberg,?9. Juni. ^Ein Gewinn von 200000 Mk. aus der Aachener Dombaulotterie kam nach ^ter m die Kollekte des Kolonialwarenhändlers und Unterkollekteurs Stamm. Ein Viertel davon erhält der in mäßig bürgerlichen Verhältnissen lebende Küfer Karl Müller, em anderes Viertel der Halbinvalide und frühere Effenbahnbremser Seun und das dritte Viertel der tm Geschäfte des Herrn Stamm angestellte Lehrling. Das letzte Viertel entfallt au einen bäuerlichen Besitzer in Reichelsheim i. d W. Sie können's aber alle vier gut brauchen, und das ist recht crfreiüich^dabei^^ ^m Sonntag dem 18. d. Mts.
haben die Dentisten Hessens in Darmstadt einerl Verein gegründet unter dem Namen „Verem
Grosiberzoqtums Hessen". Der Verein, dessen Aufnahmebedingungen sehr scharfe sind, bezweckt die Vertretung der Standesinteressen im allgemeinen, und rni besonderen die rührunq ihr Gift entladen, und dadurch ihre Beutetiere überwältigen und betäuben. Haben die Korallentiere ihren Fang ergriffen und betäubt, so stoßen sie ihn m die Magenhöhle hinab, wo die Verdauung vor sich geht. Der unverdaulichen Teile entledigen sie sich wieder drwch den Mund. Die Fortpflanzung geschieht sowohl durch Eier, als durch Knospung und Teilung. Jedes Korallmtter sondert ein kalkiges Skelett aus, welches etwa den Gehäusen der Weichtiere oder dem Knochenbau der höher entwickelten >tiere e"^Duse kleinen Tiere nun sind es, welchen wir die Entstehung der weitaus meisten Inseln unserer neuen Kolonien verdanken, und zwar kommt hier eine besondere Art ber- selben in Frage, die sogenannteri Riffkorallem In der Entwickelung unserer Erde spielen die winzigen Riffkorallen eine unendlich wichtige Rolle. Zahllose Inseln wurden von ihnen geschaffen, nicht nur solche, die wir noch heutigen Tages als Korallenriffe kennen, sondern zweifellos gehören auch zahlreiche Gebirgsstöcke zu den Schöpfungen der Korallenpolypen einer längstvergangenen Periode. Iw ersten Augenblick will uns eine Hypothese wie die vorstehende fast als eine Unmöglichkeit erscheinen. Wie könnten denn diese winzigen Geschöpfchen es fertig bringen, mit en im ^jean "n? ungeheuren Seifen zu errichten, d e w,° Turme faf senkrecht aus gewaltiger Meerestiefe aufsteigen? @8 war das Verdienst Darwins, eine wirklich annehmbare Erklärung für den geheimnisvollen Vorgang zu sinden.
her mit Bezug auf ihre Farbenpracht und blumenkelchartige Form, sowie ihr Zusammenleben in gemeinsamen Stocken Blumentiere genannt. Früher hielt man sie für wirkliche Blumen und nannte sie Lithophylen (Steinpflanzen), sp«tter gab man ihnen den Namen Zoophylen (Tierpflanzen), welcher zuletzt der Bezeichnung Pflanzen- oder Blumentiere weichen mußte. Schon Pryssounel hat 1723 die tierische Natur der Korallenpolypen erkannt — seine Beobachtungen wurden jedoch mit solchem Unglauben aufgenommen, daß Rearimur, welcher der französischen Akademie der Wiffenschasten über dieselben Bericht erstattete, aus Schonung für den Beobachter sich veranlaßt fühlte, seinen Namen zu verschweigen. Man hielt sich damals eben an die sichtbaren Gehäuse, die steinernen Hüllen, während man das m denselben lebende und sie erzeugende Tier unbeachtet ließ. Freilich ist der sichtbar werdende Teil eines einzelnen Polypen selten großer als ein Stecknadelkopf, derselbe ist aber auch kaum als em tierisches Individuum im eigentlichen Sinne zubetrachten, da er im Grunde mit allen den gleichen P?lYpenstock mit ihm bewohnenden Individuen em einziges Tier bildet.
Der Körper des einzelnen Tieres gleicht eurem hinten geschlossenen Sack oder Hohlzylinder, dessen anderes Ende die Mundöffnung, einen Kranz von hohlen Fanga?ier (^entafetn) besitzt, mittels deren sie ihre aus Fischen, Krebsen, Muscheln bestehende Beute erfassen. Wie alle Nesseltiere sind auch die Korallenüere mit ^nen eigentmn- lichen Nesselkapseln versehen, welche bei der leichtesten Be
zählige Ruderboote mit bunten Wimpeln, Segelyachten, Dampfbarkassen, dazwischen die flinken Alsterboote, tummelten sich auf dem Wasser und belebten die wette von grünen Baumreihen und Hellen Häusern umrahmte Flache. Wemge Minuten vor 9l/2 Uhr abends machte der Kaiser mit feinem Gefolge eine kurze Fahrt auf der Alster in einer Dämpfbar kaffe, die ihn dann in die Nähe des Bahnhofes brachte.
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Males und ProvinMss.
(-H) Aus dem Wetterthale, 19. Juni. TrockeneWitte- rung war prophezeit worden, und jedermann hatte sich mit den^für unsere Landwirtschaft so schrecklichen Aussichten vertraut gemacht. Gut ist es nur, daß die Gewitter den unbarmherzigen Wetterpropheten emen Strich durch die so rücksichtslos aufgestellte Rechnung gemacht haben. Der aus den Gewitterwolken „strömende Segen" hat es möglich gemacht, daß die Pflanzen (Kohl, Runkel- und Dickruben) etzt soweit versetzt sind, und die bereits gesetzten, aber dem Welken naben Pflanzen ihr von der Hitze müde gewordenes Haupt wieder stolz aufgereckt haben. Der Hafer kann jetzt frisch ansetzen, und auch für das übrige Getreide ist die Hosinung des Landmanns gestiegen, wenn er auch weiß, daß es sich in der Ernte arg „zusammenbinden" wird. Die Heuernte ist in vollem Gange. Die Grasnarbe ist ja wemg gut gediehen, allein der süße Duft des schoberrelftn Futters laßt das Herz des Gerechten, der sich seines Viehes erbarmt, höher schlagen int Gedanken an den guten Appetit, den die wohlgepflegttn Tiere beim Verspeisen zarten Durrfutters entwickeln werden. Anders steht es nut dem Obste. Die so reiche Tracht verheißende Blütenpracht ist dahm ge- chwunden, ohne zu erfüllen, was sie versprochen: ke ne Birnen, keine Aepfel, keine Zwetschen, aber desto mehr Raupennester sind in dem saftig grünen Gezweige zu sehen. Ausnahmen gelten, wie überall, so auch hier, z. B. hat Münzenberg eine mäßig gute Apfelernte zu erwarten. D Akazien stehen in voller Blüte, und die Linden werden in wenigen Tagen ihren sommerlichen Schmuck anlegen, der sehnsüchtig erwartet wird von Leuten, die den Bestand ihrer Hausapotheke erneuern wollen und von dem nut Bienenhaube, -Handschuhen und Schwarmkasten ausgerüsteten Imker. Möge ihm der Himmel eine gute Ernte bescheren, und schöne Schwärme, denn:
„Ein Schwarm im Jun',
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;bele"-1« Deutsches Deich.
Beivk 1L. Juni. Die „Post" dementiert die Nachricht, 9bet IM? di!« kc rfreitags-Vorlage in der laufenden agung dks Abgeordnetenhauses nicht mehr verhandelt erden i!s°ll.
ZkincmngewöhnlicheErregung, em besonders munteres I
। । ,/,eben i.mb X: eiben auf Straßen und Platzen, bei hoch und I tOOt fin liebriq bioteilfbar wird. Der unabhängigste republikanisch csiunter!! Hamburger Bürger liebt seinen Kaffer, will ihn I n, c Ai werden und zeigen, daß er die starke, ziel- I außerordentlich grabe für ben Lebensnerv unserer I itUahiir? - >■« toelthanbel und Weltverkehr, fvrgende Per °n- "X IM Monarchen zu schätzen weiß. Es tst Ntch btoße Zu HL1 jie»r:,bie bie Massen der zum Teil sesttäglich g-kl-idet-u
”r°°eH „Ute eg lau Tagen wie dem gestrigen ans die Straffen | j A W u.inb ftnnbenlang auf bem mühsam eroberten Ausguck Uer lll 'jält.Ljoniarn wohl eher der Drang, dabei gewesen zu mimlMmkt zu haben an der patriotischen Feier. Denn BURCttltl1' pavlnoluche Feier wird ein Kaiserbesuch tm Hawburg J, !smom! Mschweigend angesehen. Zum Mittelpunkt der kll Ullb W • riqc 70 3e!&er war von selbst das reizende Alsterbecken ge- dMen nördlichem Rande die Villa des preußischen ^cfanbitlm Grafen Wolff-Metternich gelegen ist, die dem aifer i zu dreistündigem Aufenthalte diente. Unmittelbar ----; I; G rJjUfc lief der kaiserliche Sonderzug, von Hannover - Iini M-!,mmemii°ujfbem reich mit Gewächsen, Blurnenunb Wimpeln unh >cfamv:.idten Dammthorbahnhof ein. Der Kaiser verließ Sta(t rt fa unb begrüßte die zu seinem Empsange er. 6ro««!-M*2ienetiMtertn: den preußischen Gesandten Grasen Wolss- iolf Bieler, ! ettermich nebst bem Legationsrat Frhrn. v. Hcintze, sowie ---------u arienmeifter unserer Stabt Dr. Monckeberg. Im S/) .iefolaife bei; Kaisers befanden sich der soeben von ferner a-------ö .
se^ rMigekehrte Generaloberst Graf Walderfee, Freiherr re^i^en Regierung Verhandlungen wegen eines direkten i i | SAW-Mbran, Oberhofmarfchall Graf zu Eulenburg - ! * <
li I wickei'e andere Herren in Cwil- bezw. seemannffcher !
II» ll acht! Di:r Kaiser trug Marine-Admiralsuniform. Nach UlLllluVr Süßung der zum Empfang ®*c™nen 9^9 bw 7 * Fahrt : in tiier offenen Wagen ohne jede Eskorte nach der ch gesW Nr- Gesandten. Der Kaiser fuhr tm ersten Wagen
ben M s^ß der preußische Gesandte, mit dem der Monarch llches 8W. unterhielt. Dann folgten die Grafen Waldersee
IS und Nestaus i nd E iltinbuirg; der Bürgermeister Monckeberg allein IM D ritteni iSuc.en und dann die übrigen Herren. Nach Ankunft dlkl, M i; bcr, jiUdi sgh der Kaiser zunächst die für ihn eingetroffenen „ M iblremiin Depeschen und Briefschaften durch und nahm „ §*)ann
। " Miahmem di-r Platz des Kaisers war gegenüber dem Fenster ' »Art f- mm Blick aus die Alster. Ein herrliches Bilch das eite !n»|i«beden mit leicht hüpseuden Wellen, über die die mmcomahlen wie eine breite Goldstraße htnliesen, Un-
FemUetsu.
Wei h Korassentierchen unsere neuesten Kolonien erbauten.
Marztr Von Alexander Bauer.
JJji jtpn (Nachdruck verboten.)
juaflen «Ni jber Erwerbung der Marianen und Karolinen hat
.2s »W Reich seinem Territorium einen ganzen Archipel ^höttttö Mehrere hundert Eilande und enuge größere
nseMmcden künftig auf der Karte die deutschen Farben igemi lllus den zahlreichen Beschreibungen, welche aus nlass^rr! Abtretung der Inseln an Deutschland m ben ^eituiwm erschienen sind, werben unsere Leser bereits er* .7kÄbre«Mn, daß diese neuen Kolonien, wie alle ^nseln s -r 6 SM und vor allem Mikronesiens, ihrer Natur nach zerfallen, in hohe und niedrige. Die hohen uifeE imfinb meist vulkanischen Ursprungs, Uttt ziemlich hohen Wlll^erqnuuiiilö teilweise noch inThättgkett besindttchen Vulkanen. nnB^Die 'M zzahlreicheren niedrigen Inseln dagegen sind meist . I^&raÄoM das sind schmale, langgezogene ringformige, sjusciln, Felsen von Korallenkalk, welche ihre
Sril"^ " S-'^AtehuW dkiT Arbeit der Korallentierchen verdanken.
D g^orallentierchen (Anthozoa) gehören zu den sogen. °de»r Sacktieren (Cölenteraten) sie bilden eine be- Nr'-Ä^ ^dMMsfe der Nesseltiere, und wurden schon von alters
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