Ausgabe 
21.3.1899 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt. Dienstag den 21 März

1899

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Aintr- und 2lnjcigcblatt für den Kreis Gieren

Deutsches Reich.

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Alle Anzeigen-BermittlungSstellen bt6 Jn> und Au-lanbe- Nkhmko Anzkigen für den Gießener Anzeiger entgegen.

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f rlcheiat ttgNch Btt Ausnahme bei Montag».

Die Gießener pomtlteRßtLtter rben dem Anzeiger Btchentlich viermal beigelegt.

Rtbaltion, (fpebition und Druckerei:

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Berlin, 13. März. DemBerliner Tageblatt" wird aus Wien gemeldet: Gestern cirkulierte hier ein Gerücht, das schon wiederholt aufgetaucht ist. Es hieß, der präsum­tive Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand habe sich mit der ältesten Tochter des Erzherzogs Friedrich, Korps-Kommandant in Preßburg, verlobt. Dieses Gerücht wird jedoch in Hofkreisen als unbegründet bezeichnet. Es sei überhaupt jetzt von einer Verlobung des Erzherzogs

Deutscher Reichstag.

58. Sitzung vom 18. März. 1 Uhr.

Auf der Tagesordnung stehen sämtliche Etats- rrsüe aus der zweiten Lesung, zunächst der Etat für die le-nberungen im Militäretat infolge der Militär- Anlage.

Die Annahme erfolgt debattelos gemäß den Vorschlägen der Budget-Kommission.

Nur bei dem TitelKasernen-Neubau in Allenstein" b-imerkt Abg. v. Queis (kons.), er wolle der Heeres- mvaltung ans Herz legen, bei Belegung von Garnisonen mgglichst kleine Orte zu berücksichtigen.

Generalmajor v. Bo eck erwiedert, der Kriegsminister stb« ja erklärt, in Zukunft noch mehr als bisher die

Gratisbeitagen: Gießener Lamitienbtätter, Der hessische Landwirt, Mittler sSr hesstsche Volkskunde.__

Nr. 9 des Reichegesetzblattes, ausgegeben den 16. d.Mts., tn (Nr. 2554.) Nachtragskonvention zwischen dem Deutschen Aich und Japan. Vom 26. Dezember 1898.

(Nr. 2555.) Bekanntmachung betr. Aenderung des Verzeichnisses der in der Armee und Marine eingeführten Lpiengstoffe und Munitionsgegenstände.

Gießen, den 13. März 1899.

Großherzogliches KreiSamt Gießen, v. Bechtold.

Abreffe für Depeschen: Anzeiger chietzk».

Fernsprecher Nr. 51.

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Aezugoprel» vierteiführltch

2 Mark 20 Psz monatlich 75 Pfg mit vringerlohn.

Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.

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Ausland.

Laibach, 19. März. Das Landesgericht leitete infolge Anzeige des Magistrats gegen eine größere Anzahl hiesiger Realschüler eine Untersuchung wegen Geherm- bündelei ein. Es wurden viele Haussuchungen vor-

Kießwer Anzeiger

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Bekanntmachung.

Wegen Vornahme von Rohrverlegungsarbeiten ist der Aemenweg zwischen Neuenbäue und Weidengasse am Diens- tta, den 21. l. Mts., für den Fuhrwerksverkehr gesperrt.

Gießen, den 16. März 1899.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

Muhl.

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abends i/41| WM iiogtammaufftettung, rJ$t gebotenen 50t länger.

genommen. ....

Budapest, 19. März.Pesti Hrrlap" bezeichnet tn einer offiziösen Zuschrift die Aufregung gewisser Wiener Kreise über den Standpunkt der ungarischen Regierung m der Ausgleichsfrage als vollständig unbegründet. Die ungarische Regierung beabsichtige nur einige Abänderungen der zwischen dem Grafen Thun und dem Baron Banffy im vorigen Jahre beschlossenen Abmachungen. Wenn diese Abmachungen festgesetzt seien, werde die österreichische Regierung hiervon verständigt werden. Erst dann sei der Zeitpunkt zur Aus­einandersetzung zwischen den beiden Regierungen gegeben.

Paris, 19. März. Auf die Heeresrede seines Kollegen Freycinet hat der Marineminister Lockroy in der Deputiertenkammer jetzt eine Rede über die französische Kriegsflotte folgen lasten. Bei dem für diese aus­gearbeiteten Voranschläge erörterte er das, was er bereits gethan habe und noch thun wolle für die Sicherung der nationalen Verteidigung unter Berücksichtigung der Finanz­lage. Mit einer gewissen Selbstbescheidung sagte Lockroy, Frankreich könne nicht eine ebenso bedeutende Flotte wie England, und eine ebenso zahlreiche Landarmee wie Deutsch­land haben, aber, so fügte er hinzu, wenn es einen Krieg vermeiden wolle, so müsse es stark sein. (Beifall.) Und dabei sei die Verteidigung der Küsten von nicht geringerer Bedeutung, als die Verteidigung der Ostgrenzen ; man wüste für den Fall eines Krieges sich auch die Freiheit der Meere sichern. Außerdem aber erfordere die Ausdehnung des Kolonialbesitzes eine starke Marine. Mit Genugthuung er­klärte Lockroy weiter, die unterseeische Schifffahrt habe « Frankreich soeben einen entscheidenden Schritt vorwärts gethan. Man sei nämlich jetzt im Besitze eines Unterfahr- z-ug-s. welches thaisächliche Dienste -u leisten fähig ftn

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Bekanntmachung,

betreffend Jnvaliditäts- und Altersversicherung.

Unter Hinweis auf §§ 22, Abs. 2, Ziffer 1 des Jnv.- nnb Alters-Versicherungs-Gesetzes vom 22. Juni 1889 und unter Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 8. März 1899 (Kreisbl. Nr. 60) bringen wir hiermit zur öffentlichen Smntnis, daß für die in der Land- und Forstwirtschaft be- IdfaHigten Personen vom 2. April 1899 an, Beitragsmarken ber Jnvaliditäts- und Altersversicherung zu verwenden sind: 1 im den Gemeinden Gießen und Großen-Linden:

a) für männliche Personen: der 3.Klaffe zu 24 Pfg. b) für weibliche Personen: der 2. Klaffe zu 20 Pfg.

2. in allen übrigen Gemeinden des Kreises:

a) für männliche Personen: der 2. Klaffe zu 20 Pfg. b) für weibliche Personen: der 1. Klaffe zu 14 Pfg. Bezüglich der Beiträge der sonstigen Arbeiter und Arbeiterinnen hat es bei den seitherigen Bestimmungen sein Bewenden, (s. §22, Abs., 2, Ziffer 3 bis 5 des Jnv.- inb Alters-Versicherungs-Gesetzes vom 22. Ium 1889).

Gießen, ben 17. März 1899.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Bechtolb.

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keine Rebe.

Berlin, 19. März. DemKlemen Journal" wird aus Paris gemeldet: In Kassationshofskreisen verlautet, daß das Urteil in der Dreyfus-Revision zugunsten Dreyfus laute. Der Prozeß drehe sich nur noch um die Frage, ob sofort Freisprechung oder die Verweisung vor em neues Kriegsgericht erfolgen solle.

Berlin, 19. März. Wie derVorwärts" meldet, wurde die in Adlershof aus Anlaß der Märzfeier für gestern ein­berufene Versammlung wegen Eintritts der Polizeistunde aufgelöst. Unter Widerspruch des Vorsitzenden und unter aroßer Unruhe verließen die zahlreich Anwesenden den Saal.

Altona, 19. März. In dem Prozeß Wilcke- P riest er wurde gestern der Photograph Wilcke zu sechs und Priester zu drei Monaten Gefängnis wegen gemein­schaftlichen Hausfriedensbruch, der Förster Spörke wegen Beihilfe zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Gleich­zeitig wurden ihnen die Kosten des Verfahrens auferlegt. Der Antrag des Staatsanwalts lautete gegen die beiden Photographen auf die höchste Strafe von je einem Jahr, aegen Spörke auf 10 Monate Gefängnis.

__ Die Stephensonftraße, welche vom Nyaffa nach dem Tanganyika führt, ist schon oft von deutschen Expeditionen benutzt worden, so von der Wißmann'schen 1893 und in den letzten Monaten von der Schloifer'schen Dampfer-Expedition nach dem Tanganyika. Voraussichtlich werden noch oft deutsche Karawanen sich auf ihr bewegen. Von der Straße und ihren Verhältnisten wußte man aber bisher noch wenig; nun hat sie ein Belgier, der mit einer Ervedition nach dem Tanganyika und dann zum Moöro- i zeuges, rvcm^9 lyuquu^ 0--. ,

S-- zog eingehend geschildert Der Seutnant Mass--. der Die in Toulon mit dem"'S.

weqen Dysenterie nach Hause zurückkehren mußte, schildert ang-st-llt-n Versuche hatten ein bündiges Ergebms g-tt-,

si-^olg-ndermaß-n: Sie Straße ist zwsichen 900 und Frü er ha - der Zod> -tn-r1 g oßen F-Hl» g°ha«'

1000 Kilometer lang, sie ist bequem, mit Wagen fahrbar l nämlich «blind gewesen. -L I

Hessert^^,- Mir* «ilW Ä

Inna km t een Anzrigen zu ber nachmittag- für ben fiigrnben Taz erscheinenbm Nummer bt- vorm. 10 Uhr.

kleinen Orte berücksichtigen zu wollen. Gerade in Ost- ! und gut erhalten, über ^e kleinen Wasserläufe, die Preußen seien übrigens in den letzten Jahren viele kleine den ^W°^,/«uzen.^^ Brucken gebaut^ vor^^em Weiter werdenmeist'debattelos genehmigt di- di- in den benachbarten Gebieten wohnen, reiten darüber.

.., . "uset,f weroen mei|l oe 9 > ^rembe, die von einem See nach dem anderen ziehen, lasten

^Beim Ewt Bankwesen plädiert Abg. Rickert (srs. sich in der Hängematte tragen Bon der Afrikanischen

Bg^s sur endliche Aushebn'ng des Kautionswesens bei den Se-n-G-sillschast ^ist -m,°usg°z°.ch^°t- Trager^e^ werden die Matrikularbeiträg. geneh- «nzahl^on Häusern «mg-Derselben ^"^unb-wohn^ fers» ess

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fitem tift di- -weit- L-suna des Etats und der dazu straße von Windhoek, di- bish-r allgemein mit dem aller- a-boria-n G° -b- -rl-diöt dings nicht schonen NamenStor-straße" benannt wurde.

Es solgt der Bericht der G e i chästsordnungs- hat jetzt -in- offiziell-^Bezeichnung

Komrni iion über den Antrag Aoster, betr. Einstellung straße. An bctden Enden der Straße sind Schilder nnt ®nes gegen Stadthagen schwebenden Strasversahrens. dieser Inschrift angebracht. Von unseren neuen Mit.

Gemäß dem Vorschlag- d-r Kommission -rklärt das bürg°rinnen. di- am 10 Januar hier -mtras-n hab-n sich

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Scklusi 3-/ Uhr Pil-t in Frau-nst-in bei Wiudho-k mit Elisabeth Doernsk,.

I «--ytutz o /, uyr. ----I wohnhaft in Klein-Windh°-k. geboren in Berlin, zu ver-

heiraten beabsichtigte.

betr.: Wie oben.

Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Grofih. Bürgermeistereien und die örtlichen Jnvaliditäts- und Alters-Bersichernugsstellen des KreiseS.

Auf die vorstehende Bekanntmachung weisen wir Sie hiermit ausdrücklich zur Nachachtung hin. Zugleich beauf­lagen wir die Großh. Bürgermeistereien, diese Bekannt­machung in ihren Gemeinden wiederholt öffentlich ver- liinden zu lassen, und die Rechner der Gemeinde- und Ge- miildekranken-Kasten besonders darauf zu verweisen.

v. Bechtold.

In Friedberg ist die Maul- und Klauenseuche aus» Krochen und sind die nötigen Sperrmaßregeln angeordnet fcorben.

Gießen, den 15. März 1899.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. 23.: Dr. Wagner.