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Zweites Blatt
Mittwoch den 20. December
189^
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
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Berichten vom südafrikanischen Kriegsschauplätze findet, ist, wie ein englisches Blatt erklärt, ein sehr dehnbares Wort. Es kann bedeuten, daß Leute getötet wurden, ohne daß man ihre Leichen finden konnte; es kann bedeuten, daß sie ge- angen genommen wurden oder daß sie — desertierten; es ann endlich auch bedeuten, daß sie von der Hauptlinie ab gekommen sind und sich nur durch irgend einen Zufall verirrten. Derartige Fälle kamen im englischen Heere unter Wellington häufig vor. So schreibt er nach der Schlacht von Viktoria: „Ich weiß nicht, was ich mit unseren von >cr Marschlinie abgekommenen Soldaten thun soll. Gestern satten wir 12000 Mann weniger unter den Waffen, als vor der Schlacht bei Viktoria. Sie sind nicht im Spital, sind nicht getötet worden und auch nicht in die Hände der Feinde gefallen. Ich glaube, sie halten sich in den Gebirgsdörfern verborgen". Dieses „Verborgensein" ist jedenfalls nur eine optimistische Umschreibung für Desertieren. Es scheint demnach, daß man das Wort „vermißt" der offiziellen Kriegsberichte inoffiziell öfter — abgesehen natürlich von den Offizieren — durch das Wort „desertiert" ersetzen muß.
Das Gelände, auf dem die Schlacht sich abspielte, ist folgendermaßen gestaltet: Der Tugelafluß strömt in diesem Teile Natals im allgemeinen in der Richtung von Westen nach Osten, er muß sich indessen in zahlreichen Windungen durch das Gebirge seinen Weg bahnen. In einem solchen Knie, in dem der Fluß nach Norden ausbiegt, um sich dann westlich und weiterhin aufs Neue nach Norden zu wenden, liegt auf der Südseite des Flusses, der ein paar Kilometer östlich in zwei Wasserfällen abstürzt, der kleine Ort Co len so mit der Eisenbahnstation. Die Bahnlinie überschreitet in nördlicher Richtung auf der Bulverbrücke den Fluß, während etwa 1 Kilom. oberhalb die Straße nach Harrysmith in einer zweiten Brücke über den Tugela führt. Beide Brücken hatten die Buren zerstört. Das Gelände ist stark durchschnitten und besonders im Osten der Bahnlinie bewaldet. Em Reisender schildert die Gegend folgendermaßen: „Der Fluß, hier noch schmal und flach, schlängelt sich zwischen hohen Bergen hin, auf deren steilen, steinigen Abhängen verkrüppelte, mit fingerlangen Dornen gewappnete Akazien stehen. Das Flußbett ist von großen, blankgewaschenen Steinen durchsetzt. Ein hübscher, breiter, wenn auch nicht hoher Wasserfall ist von der Bahn aus leicht zu erreichen." Colenso ist 278 Kilom. von Durban entfernt, auf der anderen Seite des Flusses, etwa 20 Kilom. nördlich, liegt Ladysmith.
Das britische Hauptquartier war in den letzten Tagen von Frere bis Chieveley, ungefähr 16 Km. südlich von Colenso, vorgeschoben worden, die Brigade Barton, die aus vier Füsilierbataillonen zusammengestellt war, stand mit den Natal - Freiwilligen (50 Mann) der 14. und 16. Feldaatterie und einer Anzahl Schiffsgeschütze unmittelbar südlich von Colenso auf Vorposten. General Buller verfügte insgesamt über 18 Bataillone Infanterie, an Kavallerie über die 1. Royal Dragoons, 2 Eskadrons der 13. Husaren, 2 Eskadrons der Jnniskilling Dragoons nebst den South African Horse und den Imperial Light Horse, die zu einer Brigade unter Lord Dundonald zusammengestellt waren, an Artillerie über 5 Feldbatterien (7., 14., 64., 66., 73. und einen Teil der 65.), 3 Haubchcnbatterien, die 4. Gebirgsbatterie und eine Anzahl Marinegeschütze von der Terrible; insgesamt etwa 25,000 Mann. Davon gehen jedoch die Truppen ab, die zur Sicherung der Eisenbahn« linie im Rücken nötig erachtet wurden, vermutlich mindestens eine Brigade Infanterie nebst Kavallerie und Artillerie. Da Buller ferner von seinen fünf Brigaden nur drei im Gefecht einsetzte, so hielt er außerdem wahrscheinlich die vierte bei Chieveley in Reserve. Die Stellung der Buren war unmittelbar nördlich des Tugela, das Zentrum mit den Scharfschützen in dem von den Engländern zur Verteidigung Colensos angelegten Fort Wylie, unmittelbar am Flusse, dahinter 3y2 Km. nördlich stand auf dem Groblers Nek die Artillerie, darunter mehrere Positionsgeschütze mit dem Gros; starke Flankendeckungen waren nach Osten und Westen am Tugela vorgeschoben, lieber ihre Stärke fehlt so ziemlich jeder Anhalt, man wird jedoch nicht zu weit fehl gehen, weun man sie entgegen den geringen Schätzungen der Engländer auf 30,000 bis 35,000 Mann anschlägt, wovon jedoch mindestens zehntausend Mann zur Beobachtung Whites vor Ladysmith in Abzug zu bringen sind.
Sir Redvers Buller.
Die Generale Lord Methuen und Gatacre haben Niederlagen erlitten, der Mißerfolg, den sich General Buller am Tugelafluß geholt hat, ist eine Katastrophe, ja in
* Die Kanal-Borlage.
Gießen, 19. Dezember 1899.
Es war vorauszusehen, daß in dieser Legislaturperiode ÄeS Reichstags sowohl wie auch des preußischen Abgeordnetenhauses die wirtschaftlichen Interessen eine große Rolle spielen würden. Im Reichstage wird dies erst in den letzten Tagungsperioden der Fall sein, wenn die Vorbereitung der Handelsverträge größere Fortschritte gemacht und über den Inhalt derselben mehr in die Oeffentlichkeit gedrungen sein wird. Im preußischen Abgeordnetenhause dagegen hat bereits in der letzten Tagung mit der Beratung der großen Kanalvorlage ein Stück Wirtschaftspolitik sich abgespielt und zu erheblicher Erregung Anlaß gegeben, die auch in die neue, am 9. Januar 1900 beginnende Session hinüber- greifen wird.
Der preußischen Regierung ist aus verschiedenen Gründen, insbesondere auch aus solchen politischer Natur, in hohem Grade daran gelegen, daß die Kanalvorlage zu einem guten Ende geführt werde. Es waren bekanntlich die als Regierungsparteien geltenden Fraktionen, welche den Gesetzentwurf zu Fall brachten und dadurch der Regierung große Verlegenheiten bereiteten. Aber unter denjenigen, welche gegen den Mittellandkanal stimmten, befanden sich eine Reihe von Abgeordneten, welche unter gewissen Bedingungen den Kanal genehmigen würden, und diesen Wünschen Rechnung zu tragen, hat sich die Regierung beeilt und den alten Entwurf entsprechend umgearbeitet. Einer offiziösen Verlautbarung zufolge sind die Vorarbeiten zwar noch nicht beendet, aber der Hauptinhalt des neuen Gesetzes läßt sich doch schon jetzt erkennen.
Bekanntlich wurden in der letzten Tagung bei Beratung der Kanalvorlage eine so große Anzahl von Wünschen, Kompensationsforderungen laut, daß die Regierung kategorisch erklären mußte, über ein bestimmtes in bescheidenen Grenzen gehaltenes Ziel könne sie nicht hinausgehen. Den dringendsten Wünschen kommt die neue Vorlage nun entgegen, und es ist insbesondere die Erweiterung des östlichen Wasserstraßennetzes, sowie die Erfüllung der in der Provinz Schlesien geltend gemachten Wünsche in Aussicht genommen.
Auch die Beseitigung von Hochwasserschäden wird in höherem Maße ins Auge gefaßt und nach einem bestimmten Plan durchgeführt werden, und zwar schneller, als es in der bisherigen Absicht der Regierung lag. Hiermit glaubt man höheren Orts alles gethan zu haben, um die Opposition gegen den Mittellandkanal zu brechen und den letzteren von der Parlamentsmehrheit genehmigt zu sehen. Die Regierung rechnet wohl kaum auf eine neuerliche Ablehnung, nachdem sie den Forderungen der bisherigen Opposition ein so großes Entgegenkommen gezeigt hat. Zwar gibt es eine größere Zahl von Abgeordneten, welche sich als Kanalgegner unter allen Umständen bekennen; aber diese werden in der Minderheit bleiben, wenn die Abstimmung stattfindet, und so kann man sich mit gutem Recht der Erwartung hingeben, daß das große Projekt, welches hoffentlich für weite Strecken des deutschen Vaterlandes ein Segen sein wird, in kurzer Zeit in Angriff genommen werden kann.
Viel Staub hat die Kanalfrage schon bisher aufgewirbelt. Auch bei den kommenden Verhandlungen werden die wirtschaftlichen Interessen sich nicht unter einen Hut bringen lassen; aber die Erkenntnis, daß die Regierung au der Durchführung des Kanals beharrt, und daß die Vorteile, welche der letztere bringt, weit die vermeintlichen Nachteile überragen, greift immer mehr um sich, so daß man, wie wir schon vorhin betont haben, dem Ausgang der Kanalfrage mit Zuversicht entgegenblicken kann.
* Vom Kriegsschauplatz.
Nach den Berichten des Kriegsamts in London sind die Verluste Bullers in der Schlacht am Tugela außerordentlich bedeutende. Buller giebt sie an Toten, Verwundeten, Gefangenen und Vermißten auf 1097 Mann, einschließlich 66 Offizieren, an. In der Brüffeler Transvaal-Gesandtschaft dagegen schätzt man die Verluste der Engländer auf 1500 Manu. Das dürfte auch das richtigere fein, da die offiziellen englischen Berichte, wie sich jedesmal später herausgestellt hat, regelmäßig ad usum populi zurecht- gemacht sind. Wie bei den früheren Kämpfen ist auch am Tugela das Offizierkorps wieder stark gelichtet worden. Von ihm sind, wie gemeldet, 6 tot, 42 verwundet, 15 gefangen, 3 vermißt. Die Gesamtzahl der Vermißten beträgt 348. , .
Das Wort „vermißt", das man so oft in den offiziellen
moralischer Beziehung ein Nationalunglück, »essen niederdrückende Last in England tief empfunden wird. Buller galt als ein moderner General und als einer der tüchtigsten Heerführer der englischen Armee, auf dem alle Hoffnungen der britischen Nation ruhten. Daß just Buller es war, der die schwerste Niederlage erlitt, muß sehr deprimierend wirken, da man gerade von seiner Einsicht erwarten konnte, daß er nicht früher angreifen würde, als bis er genügende Streitkräfte zur Ber- fügung hätte und mit ziemlicher Sicherheit auf einen Erfolg rechnen könnte. General Buller dürfte sich wohl auch keiner Täuschung darüber hingegeben haben, daß es ihm kaum gelingen werde, seinen Gegner zu schlagen. Wenn er trotzdem sich zum Angriff entschloß, so sind hierfür vielleicht politische Erwägungen maßgebend gewesen, und zwar einerseits die Rücksicht auf die unter den Kap-Afrikandern herrschende Erregung und andererseits die Rücksicht auf die öffentliche Meinung in England und vielleicht auch auf die Stellung des Ministeriums Chamberlain- Salisbury. Haben aber nur militärische Beweggründe Buller zum Schlagen veranlaßt, so könnte man dieselben blos in der Situation vor Ladysmith suchen. Wenn sich diese Annahme bestätigen sollte, dann müßte man sich auf eine baldige Kapitulation des Generals White gefaßt machen.
Abgesehen von den strategischen Fehlern, die der englische Oberkommandant sich zu Schulden kommen ließ und die den Keim für seine und seiner Unterbefehlshaber Niederlagen in sich trugen, hak aber General Buller in dem Kampfe am Freitag auch gezeigt, daß er ein schlechter Taktiker und Truppen führ er ist. Vor einiger Zeit gab Buller einen Tagesbefehl aus, in welchem er in seiner Eigenschaft als Leiter der diesjährigen englischen Manöver ein sehr hartes Urteil über die englischen Offiziere und Truppen äußerte, indem er ihnen eine genügende Ausbildung für den modernen Krieg absprach. Die Führung des Kampfes bei Colenso hat bewiesen, daß auch die höheren Generäle der englischen Armee und insbesondere Buller selbst nur ungenügende Vorstellungen von der Leitung eines Gefechts haben. Nachdem schon feit Wochen in den Londoner Journalen verkündet worden war, daß die Stellung der Buren bei Colenso uneinnehmbar sei und daß General Buller daher gezwungen sein werde, eine Umgehung zu machen, griff er am Freitag dennoch den Feind in der Front und an dem stärksten Punkt an. Am Mittwoch hatte Buller die Brigade Barton mit mehreren schweren Geschützen in eine Stellung drei engl. Meilen südlich von Colenso disponiert. Man konnte demnach annehmen, daß, wenn Buller den Angriff auf die Tugela-Linie trotz seiner unzulänglichen Streitkräfte unternehmen würde, die Brigade Barton die Bestimmung hätte, vor Colenso zu demonstrieren, und daß mittlerweile General Buller das Gros seiner Truppen über Weenen in die linke Flanke der am Tugelafluß stehenden Buren führen würde.
Die Folgen der Schlacht am Tugela.
Wie die Dinge jetzt liegen, ist es klar, daß von einer Verfolgung des Planes zur Entsetzung von Ladysmith nicht mehr die Rede sein kann. Die nächste Wirkung der Niederlage, die General Buller selbst in seinem Bericht an das Kriegsamt als einen schweren Schicksalsschlag bezeichnet, dürste der Fall von Ladysmith fein. Die Hoffnung auf baldigen Entsatz konnte General White und seinen Truppen zum Ausharren in ihrer Bedrängnis den erforderlichen Mut geben. Bis Buller Verstärkungen und eine neue Artillerie erhält, kann jedoch noch viel Zeit verstreichen, und auf lange können die Vorräte der Belagerten nicht mehr reichen. Aber der Fall von Ladysmith ist nicht das einzige Unglück, das den Engländern nach der Niederlage bei Colenso droht. Sie haben jetzt mehr als bisher mit offener Meuterei der Kap- holländer zu rechnen und müssen sich darauf gefaßt machen, daß die schwere Niederlage Bullers am Tugelafluß überall fortwirkt, wo englische Interessen auf dem Spiele stehen. Wie auch, dieser in verbrecherischer Weise heraufbeschworene Krieg schließlich ende, England hat in der Schlacht bei Colenso fein militürisches Prestige nicht nur in Südafrika, sondern in der ganzen weiten Welt in einer Weise eingebüßt, daß es sich nur schwer wiederherstellen lasten kann. Das mächtige England ist auf allen drei Kriegstheatern von den Buren fo geschlagen worden, daß seine Befehlshaber zu vollkommener Unthätig- keit verdammt sind und sich zum Teil in Stellungen befinden, die ihnen verhängnisvoll werden können.
Buller sowohl wie Gatacre, der südlich von Molteno steht, wohin er sich nach dem Unglückstage von Stormberg


