Ausgabe 
20.12.1899 Erstes Blatt
 
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t) Einwilligungs-Attest deS Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über dessen Bereitwilligkeit den Freiwilligen während einer einjährigen aktiven Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu über­nehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen und muß die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein.

c) ein Nnbescholtenheitszeuguis, welches von der Poli­zei-Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde auszustellen ist;

d) ein selbstgeschriebener Lebenslauf.

5. In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (von Französisch, Englisch, La­teinisch und Griechisch) der sich Meldende geprüft sein will.

6. Ist bereits früher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Uubescholtenheitszeugnis beizulegen.

Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, giebt die Prüfungs-Ordnung (Anl. 2 zur Wehr-Ordnung vom 22. November 1888 Reg.-Blatt Nr. 27 von 1894) Ausschluß.

Bezüglich des Prüfungstermins sowie des Lokals, in welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt eventuell weitere Bekanntmachung; auf spezielle Ladung kann nicht gerechnet werden.

Darmstadt, den 6. Dezember 1899.

GroßherzoglichePrüfungs-Kommission für einjährigFreiwillige.

Der Vorsitzende:

Wick.

* Die Aussichten der Flottenvorlage.

Gießen, 18. Dezember 1899.

Mit einer mehr als siebenstündigen Sitzung hat der große Etatskampf im Reichstag seinen Abschluß gefunden. Er ist reich gewesen an interessanten Momenten, reicher, als jemals ein Etatskampf war, und schon die einfache Thatsache, daß von den Zahlen des Reichshaushaltes kaum die Rede war, und daß Herr von Thielmann, der Vertreter der Reichsfinanzen, kaum genötigt war, zur Abwehr auf dem Plane zu erscheinen, kann als Beweis dafür dienen, daß die Schlacht in der Hauptsache ein rein politisches Ge­präge besaß. Man hat nicht auf Hasen und Enten gepürscht, sondern auf Edelwild.

Schon die eigentümliche und nicht übermäßig geschickte Einleitung des Gefechtes durch die sechsgliederige Perlen­schnur von Ministerreden, die mit der Verlesung des be­kannten Kanzlerzettelchens begannen und mit der Versiche­rung des Herrn v. Thielmann schlossen, daß unsere Finanzen uns recht wohl den geplanten Flottenbau gestatten, verrückte den natürlichen Boden der Diskussion. Man sprach nicht von dem, was schwarz auf weiß vorlag, nicht von den Ziffern des Etats, nicht von vergangenen Tagen und dem, was sie brachten, sondern von künftigen Möglichkeiten, von Plänen, die noch embryonenhaft im Zeitenschoße ruhen, von Hoffnungen und Entwürfen. Und während auf der einen Seite des Schlachtfeldes das Duell zwischen Lieber und Miquel ausgefochten wurde, das mit einer so eklatanten Abfuhr des Seniors des KorpsClericalia" endete, hat man auf der anderen Seite mit Für und Wider um die deutsche Flotte gestritten, und was auch sonst an Einzel­heiten vorgetragen wurde, das verschwand hinter diesen beiden alles beherrschenden Themen.

Und man ist in der That zu einer Klärung gelangt, hier wie dort. Schon heute kann es kaum noch einem Zweifel unterliegen, daß Herr von Miquel auf seinem Posten ausharren wird, daß der Reichskanzler, so bitter die Frucht auch schmeckt, doch auch fernerhin Arm in Arm mit dem klugen Finanzminister Preußens sein Jahrhundert in die Schranken fordern wird. Denn ach, Herr Lieber, auf den so viele Augen hoffend sich gerichtet hatten, hat gänzlich versagt, und was befreundete Blätter von seinem Siege er­zählen, das gleicht nur jener Weise der White, Methuen und Gatacre, die ja auch sich langsam zu Tode siegen. Du hast's nicht erreicht, Octavio!"

Aber auch das Schicksal der Flottenvorlage, der noch im Zeitenschoße schlummernden, dürfte entschieden sein. Herr Lieber hat doch zweifellos für seine Partei, mindestens «ber für die große Mehrheit seiner Partei gesprochen. Er gehört ja nicht zu den Leuten, die aus idealem Schwünge heraus und begeistert für einen Gedanken ihre Entschlüsse fassen, er ist auch kein schöpferischer, sondern höchstens ein kalkulierender Geist, aber er berechnet die Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten sehr genau. Daß er der Regierung seine Zustimmung zu einem noch nicht einmal nieder­geschriebenen Gesetz nicht auf dem Präsentierbrett entgegen­trug, war ja auch ganz natürlich. Aber er hat Lust, das Geschäft zu machen, das sieht man aus allem. Ein moderner Thoas würde von ihm, anders als der Taurer- lönig Goethes, sagen:Du sprichst vergebens viel, um zu versagen; der Andere hört von Allem nur das Ja". Wenn er davon spricht, daß die Regierung, was die Ver­doppelung der Flotte in der in Aussicht genommenen Zeit anlangt,noch mit sich reden lassen dürfte", wenn er be­reits den Modus ins Auge faßt, nach dem die Beschaffung der Mittel geregelt werden soll, und wenn er in diesem Zusammenhang versichert, in seiner Partei bestehe noch keine Geneigtheit, diese Kosten auf dem Wege der Anleihe aufzubringen, wenn er endlich hinzufügt, man werdebei einer gesunden Finanzwirtschaft auch noch über andere Berge hinwexkommen", so wird selbst der kühnste Interpret aus diesen Ausführungen nicht herauslesen, daß Herr Lieber und die Seinen prinzipielle Gegner der Flotten­vermehrung seien.

Die Freunde der Flottenvermehrung müssen sich

I schließlich, wohl oder übel, mit diesen Thatsachen abfinden. I Es kommt ja auch weniger auf die inneren Motive an, die I eine Mehrheit zur Zustimmung führen, als auf die That- I fache, daß eine solche Mehrheit sich zusammenfindet. Herr Lieber hat aus ästhetischen Gründen es vermieden, das WortKuhhandel" zu gebrauchen, er hat darauf hingewiesen, daß seine Partei eine ganze Reihe von Regierungsvorlagen bewilligt habe, ohne auf Zugeständnissen zu bestehen, und er hat hieraus die Lehre gezogen, daß das Centrum lediglich aus Patriotismus und aus Reichsfreude handle. Aber er hat au diese Ausführungen den Wunsch nach der Rückkehr der Jesuiten unmittelbar angeknüpft und trauernd von dem Druck gesprochen, der auf den deutschen Katholiken ruhe.

' Wird er nicht doch vielleicht den schüchternen Versuch, einen kleinen Kuhhandel zu entrieren, bei der Beratung der Flotten­vorlage erneuern? Er hat ja von dem heißen Bemühen, den Mittellandkanal gegen die Kommunalwahlreform ein­zutauschen, bedächtig geschwiegen. War hier kein Kuhhandel geplant? Und liegt nicht das einzige, deutlich erkennbare Motiv für seinen Groll gegen Herrn von Miquel gerade in dem Groll darüber, daß vermutlich dieser, immer noch früher als Lieber aufstehende Minister es war, der das Manöver durchkreuzt hat?

Aber es ist doch eine recht merkwürdige Erscheinung übrig geblieben aus dem letzten, langen Reichstagskampfe. Groß und breit wird die Flottenvorlage als das A und O der deutschen Politik, als der Kern aller künftigen Unter­nehmungen hingestellt. Und in demselben Atemzuge, in dem man dies am Regierungstische ausspricht, schleudert man die schärfsten Redepfeile gegen die Parteien und Gruppen, die in diesem Kampfe den Kern der Hilfstruppen bilden muffen.

Die Reden der Herren Bebel und Richter haben kaum eine Erwiderung gefunden; sprach aber ein Redner der Rechten, so erhoben sich alsbald die Männer um Hohenlohe, um in direkt feindseliger Weise mit ihnen zu polemisieren. Das zeigte sich noch zuletzt, als der Vertreter der Agrarier, Herr Roesicke, das Wort ergriff, wie es sich vorher nach den Reden der Herren v. Limburg-Stirum und Kardorff gezeigt hatte. Dieses Vorgehen war nicht immer geschickt, es war niemals übermäßig klug, und es war zuweilen auch nicht ganz ehrlich. Wenn Herr Roesicke darauf hinwies, daß in dem Drama von Transvaal die Bauern kraft der Burghers den Sieg davontrage über eine Armee, die verweichlicht sei durch die merkantilische Hochkultur, und wenn er hieran die Mahnung knüpfte, auch in Deutschland die Bauernkraft zu schonen und zu pflegen, Deutschland seinen paritätischen Charakter als Agrarstaat und Industrie­staat zu wahren, so ist diese Betrachtung wie die daran­geknüpfte Folgerung innerlich völlig wahr und durchaus begründet. Graf Posadowsky halte keine glückliche Stunde, als er mit Emphase versicherte, es sei ihm unverständlich, wie die Buren als ein Vorbild für unsere Reichspolitik aufgestellt werden könnten, der Vergleich zwischen Deutsch, land und dem tapferen Volk der Buren sei etwas kühn. Es wird die Zeit kommen, wo auch Graf Posadowsky und mit ihm noch mancher andere erkennen wird, daß der Krieg dort unten im Transvaal eine Reihe von gewaltig wirken­den Lehren aufstellt, die heute noch nicht in eine bestimmte Form geprägt werden mögen, die aber fortleuchten werden durch das kommende Jahrhundert.

Lokales und Provinzielles.

Gießen, 19. Dezember 1899.

* * Gefchichtskalerrder. (Nachdruck verboten.) Vor 104 Jahren, «m 20. Dezember 1795. wurde zu Wiehe a. d. Unstrut der Ge­schichtsschreiber Leopold v. Ranke geboren. Seine Fruchtbarkeit war ohne Gleichen; er ist wie ein Baumeister, der mächtige Quader­steine historischer Wahrheit austüimt für die Ewigkeit, und dabet so objektiv wie nur irgend möglich. Noch als Greis machte er sich an daS Riesenwerk einer Wrltgeschichte.

* Silberner Sonntag. Der verflossene Sonntag, in der Geschäftswelt der silberne genannt, hatte in den Haupt­geschäftsstraßen der Stadt einen Verkehr zu verzeichnen, wie man denselben lange nicht beobachtet hatte. Begünstigt durch das zum Ausgehen besonders geartete trockene, milde Wetter wogte schon von der Mittagsstunde an eine förm­liche Menschenmenge auf und ab, die gegen Abend an Stärke immer mehr zunahm. Die Geschäftsleute aller Branchen sind mit den gemachten Umsätzen überaus zufrieden, und wünschen nur, daß das kalte Wetter über Weihnachten an­hält, und dadurch das Geschästsleben für den kommenden Sonntag weiter so günstig beeinflußt wird. Trotzdem in vielen Läden um 7 Uhr noch die Kundschaft mit dem Aus­suchen und Feilschen nicht fertig war, wurden doch die Läden überall pünktlich geschlossen, und unsere vorher so belebten Straßen zeigten V» nach 7 Uhr wieder das ge­wöhnliche Sonnlagsgesicht. Die Menschenmenge hatte sich nämlich überaus schnell verlaufen, nachdem die Schaufenster geschlossen und damit die Schaulust keine Befriedigung mehr fand.

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* Vom Gießener Braunsteinbergwerk. Binnen kurzem wird in dem Betriebe des Braunsteinbergwerks wieder eine Neuerung eingeführt. Eine Gesellschaft von Unter­nehmern läßt nämlich einen Trockenbagger aufstellen, um damit für Rechnung des Braunsteinbergwerks maschinell die Erzlager aufzudecken. Die Lokomotiven und Maschinen zu dieser Einrichtung sind bereits im Bergwerk eingetroffen, und hofft man gegen Ende Januar den Baggerbetrieb in Thätigkeit zu setzen.

** Freund Leuchs. Das Verkehrswesen hat sich in der zweiten Hälfte des scheidenden Jahrhunderts in so außerordentlichem Maße entwickelt, daß man füglich sagen kann, die Erde ist kleiner geworden, denn die Bewohner derselben können heute große Distanzen in viel kürzerer Frist zurücklegen, als früher kleine Reisen. Die Zukunft

I wird ohne jeden Zweifel auf diesem Gebiete noch viele Er- I Weiterungen, Neuerungen und Verbefferungen bringen und I demgemäß den Kontakt zwischen den verschiedenen Völkern I auf dem ganzen Erdball noch leichter gestalten. Diese Ent- I fattung des Verkehrswesens steht im innigen Zusammenhang | mit der Fortentwicklung des Handelslebens, denn Hande! I und Verkehr bedingen und fördern sich gegenseitig. Daß nun beides sich so sehr gehoben und entwickelt hat, bringt neben ungeheuren Vorteilen auch den Nachteil mit sich, I daß es dem Großkaufmann heutzutage ungleich schwerer I fällt als ehedem, sich über viele wichtige Dinge zu orien- I tieren; früher war sein Thätigkeitsrayon kleiner, er konnte I ihn daher leichter im Auge behalten, jetzt aber muß er für seine Waren Absatz in der ganzen Welt suchen. Und da handelt es sich um die Beantwortung einer großen Zahl von wichtigen Fragen, z. B.: In welchem Lande, und in welcher Stadt interessiert man sich am meisten für meinen Artikel? Welche Orte soll ich bereisen lassen, und welche Agenten sind hier oder dort etabliert? Diese und tausend andere sehr wichtige Fragen beantwortet in verläßlicher Weise Freund Leuchs. Er weiß Bescheid in allen Dingen, er ist ein nützlicher Ratgeber für den Kaufmann, den Fabrikanten, den Gewerbetreibenden, den Exporteur, den Importeur u. s. w., weil er auf vernünftige Fragen eine

I Antwort zu geben in der Lage ist. Leuchs ist nämlich, wie vielen bekannt sein dürfte, ein Werk, das den Titel führt: Leuchs Adreßbücher der Kaufleute, Fabrikanten rc. aller Länder der Erde". Herausgeber des Werkes ist die bekannte alte Firma C. Leuchs & Co. in Nürnberg. Diese Adreßbücher behandeln mit großer Ausführlichkeit das besondere Deutschland in 23 und Oesterreich Ungarn in 8 meistens über 1000 groß Oktavseiten starken Bänden, während das ganze Werk für alle Länder 43 Bände um­faßt, von dem jeder Band ein für sich abgeschlossenes Ganze bildet. An dem ganzen Leuchs hat man also einen nützlichen Freund; denn er giebt Nachweis der Absatz­gebiete und Absatzstellen aller handeltreibenden Länder für alle Artikel, nennt Bezugsquellen aller Spezialartikel, ent­hält ein besonderes Waren- und Fabrikaten Register, stellt neue Reisetouren zusammen und ergänzt alte, beschreibt jeden Platz nach Lage, Industrie, Einwohnerzahl u. s. w., er ist auch ein Ortsregister, indem er sagt, ob ein be­stimmter Platz Eisenbahn-, Post, Telegraphenstation ist, er bezeichnet den Amts- und Landgerichtsbezirk, zu welchem ein Ort gehört, und führt Adressen von Rechtsanwälten, Notaren, Firmen, Bankhäusern u. s. w. an. Man ersieht, schon aus diesen flüchtigen Hinweisen, welch großen, prak­tischen Wert das Leuchs'sche Werk besitzt, dabei stellt sich der Kaufpreis für die LeuchS'schen Adreßbücher äußerst billig. Wir können demnach den wahren Hausschatz einer jeden Geschäftes aufs allerwärmste empfehlen, und bitten, dieses Werk nicht zu verwechseln mit sogenannten handlichen Adreßbüchern, die angeblich das wichtige Adressenmaterial des ganzen Deutschen Reiches vollständig bringen, that- sächlich aber nur annähernd die Hälfte der in dem Werke von C. Leuchs u. Co. behandelten Orte enthalten, und ein bedeutend geringeres Adressenmaterial. Prospekte über die gesamten Bände und Bezugs-Bedingungen können von C. Leuchs u. Co. in Nürnberg bezogen werden.

O Laubach, 19. Dezember. Am letzten Sonntagabend fand wieder, wie in den drei letztverflossenen Wintern, ein evangelischer Gemeindeabend statt. Derselbe war sehr gut besucht und der Saal imSchützenhofe" dicht be­setzt. Begrüßt wurde die Versammlung durch Herrn Pfarrer Volp, der die Bedeutung dieser Abende dahin erläuterte, daß Evangelische aus allen Ständen der Gemeinde zu­sammenkämen, um etwas von dem, was Kirche und Volks­leben bewegt, zu hören. Er gab sodann das Wort Herrn Amtsrichter Zimmermann, der in klarem Vortrag sprach über:Die güterrechtlichen Verhältnisse bestehender Ehen nach dem neuen bürgerlichen Gesetzbuch". Kirchengesang­verein und Männergesangverein erfreuten durch viele Lieder. Sodann erstattete Herr Pfarrer Volp Bericht über die Los von Rom Bewegung und gab besonders Zitate au- katholischen und evangelischen Blättern Oesterreichs. Hoffent­lich bürgert sich dies Unternehmen von Gemeindeabenden immer mehr hier ein.

Laubach, 18. Dezember. Gestern fand das erste Eis fest statt. Die Musikkapelle des hiesigen Musikvereins erfreute durch ihre Weisen.

Wetterbericht. Die Depression über dem Mittelmeere besteht noch fort. Dieselbe hat sich zwar etwas ausgefüllt, gleichzeitig aber ihren Bereich noch weiter ostwärts ausgedehnt. Ein neues, tiefes Minimum ist abermals auf dem Ozean westlich von Irland erschienen und verur­sacht über den britischen Inseln stürmische südliche Winde. Die beiden Depressionen trennt ein Rücken höheren Druckes, der sich vom nordöst­lichen Maximum über Deutschland und Frankreich zur Biskaya-See erstreckt. In Süddeutschland fiel im Laufe des gestrigen Tages Schnee. Sonst herrscht meist nebeliges und trübes Wetter. Voraussicht­liche Witterung: Je nach Oertlichkeit heiteres oder nebeliges Wetter. Unter Tags etwas milder.

Aus dem Oelchüstsleben.

Für unsere Damenwelt ist es sehr unangenehm, wenn sich an den Armen, Nacken oder im Gesicht Haare zeigen, deren Ent­fernung und gründliche Ausrottung oft viel Kopfzerbrechen verursacht. Es werden gerade zur Vertreibung derartiger Uebel oft Mittel ange­wandt, die für die Gesundheit der Betreffenden sehr schädlich und nach­teilig sind. Kommt es doch zu oft vor, daß dadurch die intensivsten Hautausschläge hervorgerufen werden und schwer zu heilen sind. Es hat sich daher auch die Firma Herm. Musche Parfümeriefabrik, Magde­burg sehr angelegen sein lassen, ein Mittel herzustellen, das die Haare schnell und sicher entfernt, ohne irgendwelche schädliche Nachwirkungen zu besitzen. Und dieses Resultat ist ihr auch in der Herstellung ihres Ent­haarungspulvers gelungen. Herm. MuscheS Enthaarungspulver Adonis" besitzt in keiner Weise irgendwelche schädliche Nachwirkungen. Beim Ankauf sehe man genau auf die Firma Herm. Musche Parfümerie- fabrck, Magdeburg und verlange stets ausdrücklich Herm. Müsches patent, gesch. EnthaarungspulverAdonis" das auch hier bei Otto Schaaf, Drogerie Seltersweg 39 zu haben ist.