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1899
Freitag den 20 October
Heneral-Anzeiger
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kam, habe man in Deutschland seinen Fehler eingesehen und angefangen, „sich bei dem Sieger einzuschmeicheln".
Heute konstatiert die „Times", daß ihrem Berliner Korrespondenten von unantastbarer Autorität die Mitteilung gemacht ist, daß die deutsche Regierung keinerlei Sympathien mit den gegenwärtigen antienglischen Wühlereien Berliner und anderer deutscher Zeitungen habe. Die „Times" geberdet sich höchst erstaunt über diese Entdeckung und hält es für angebracht, mehrmals ausdrücklich darauf hinzuweisen, daß die Stelle, von der ihr diese Informationen kamen, so hoch und so maßgebend sei, daß an der Wahrheit der Erklärung nicht zu zweifeln fei. „Die deutsche Preffe", heißt es in dem Berichte, „ist heute, trotz der Anstrengung des Dr. Leyds und anderer Emisiäre der Buren, die sie gerne zu einem Organ der Burenregierung machen wollten, etwas ruhiger. Nur die „Post" findet nicht den Beifall des „Times"-Korrespondenten, der die Behauptung, daß m den englischen Kolonien Unabhängigkeitsbestrebungen vorhanden feien, als „außerordentlich verlogen" bezeichnet. Er spricht dann die Hoffnung aus, daß „der Entschluß Englands, die Freiheit und Gleichheit der weißen Rassen tn Südafrika unter der kaiserlichen Oberhoheit der Königin von England wieder herzustellen, zweifellos ein anderes Resultat haben werde, als das von der „Post" und ihren Verbündeten m Transvaal erhoffte." — ,r ....
Näher auf diese teils gänzlich falschen, teils schiefen Anschauungen — es sei nur auf den Unsinn hingewiesen, das staatsrechtliche Verhältnis Transvaals zu England mit Elsaß-Lothringen in einem Atem zu nennen — einzugehen, erscheint uns überflüssig. .
Loudon in dulci jubilo.
Ein Bild von der übermütigen Stimmung, wie sie in London herrscht, bringen wir in nachfolgender, der „Münchener Allgemeinen Zeitung" entnommenen Skizze. Es heißt dort: m ,
Wie vor drei Jahren nach der bekannten Kaiser-Depesche, so ist auch jetzt wieder der großsprecherische Jingo-Kriegsgeist in Theater und Musikhallen eingezogen. Eine außerordentliche Kundgebung fand gestern nachmittag im Royal Drury Lane Theater während der Aufführung des Schauspiels „Hearts are Trumps“ statt. Kurz nach 3 Uhr, d. h. zu der Zeit, die das Ultimatum der Südafrikanischen Republik eventuell für den Beginn der Feindseligkeiten festgesetzt hatte, intonierte die Theaterkapelle das Nationallied „Rule Bn- tannia“. Die Klänge wirkten wie ein zündender Blitz. Alles sprang sofort auf die Füße, sang, gestikulierte und heulte und lärmte in so wahnsinniger Weise, daß das große Nationaltheater in seinen Grundfugen zu erbeben schien. Dasselbe Schauspiel soll sich auch bei der Abendvorstellung wiederholt haben, nur daß bei dieser Gelegenheit die Versammlung in die Nationalhymne „God save the Queen ausbrach. Im Gaiety-Theater und tn der Musikhalle The Palace Theatre geht es allabendlich ähnlich her. Auch bet den Konzerten in der Queens-Halle ist die Kapelle wieder-
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noch am Bahnhofe Lebewohl zu sagen. Ihre Mutter, die Königin Henriette, begleitete sie, und am Bahnhofe angelangt, sahen die beiden Damen mit tiefem Schmerz bei Kronprinzen im heiteren Gespräche mit der schönen Fra« F . . . ., die bei ihm sich im Hof-Salonwagen befand. Es bedurfte langer Unterhandlungen, ehe trotz dieses Zwischenfalles die Heirat dennoch zu stände kam.
Später machte Kronprinzessin Stefanie als Frau mehrfach dieselben Erfahrungen, und da waren es Zwischenträger, welche der eifersüchtigen Frau alle verliebten Ausflüge ihres Gatten verrieten. Der Kronprinz benutzte zu solchen Jncognito-Ausflügen immer den Wagen des Fiaker« Bratfisch, und da geschah es oft, daß die Kronprinzessin mit ihrer Hofequipage vor das betreffende Haus fuhr und dort wartete. Das Aufsehen verursachte eine Menschenansammlung, und so fand der Kronprinz sich auf der Straße in Formen begrüßt, die sich mit dem Zwecke der Jukogntto- fahrt nur schlecht vertrugen. Die Verfasserin erzählt dann weiter, wie Marie Vetsera im Hause der Gräfin Larisch den Kronprinzen kennen lernte, wie diese Liebschaft^ der Gegenstand erst des Aergerniffes und dann ernster £>orge am Kaiserhofe wurde. Es geriet seine Leidenschaft so wett, daß Kronprinz Rudolf dahin gebracht wurde, bet seine» Vater zu bitten, er möge seine Scheidung von der Kronprinzessin, seine Thronentsagung und Verehelichung mtt Marie Vetsera, die in intimen Kreisen als natürliche Tochter des Erzherzogs Wilhelm galt, gestatten. Es wäre nur na-
holt gezwungen worden, sich zu kriegerischen Demonstrationen herzugeben, indem sie „Rule Britannia" und anoere Natwnal- ieder drei-, viermal hintereinander spielte, bis der Jingotroß ich heiser geschrieen hatte. Es ist sehr schwächlich von dem Dirigenten, dem wilden Geschrei ohne weiteres nachzugeben. Denn was haben Wagner und Beethoven mit der elenden Transvaalpolitik Chamberlains zu thun? Wenn cd bei ernsten Konzerten so hergeht, so kann es selbstverständlich nicht überraschen, daß alle Theater und Hallen, die der leichteren Unterhaltungsform gewidmet sind, von grotesken krügerischen" Anspielungen und von kriegerischen Rufen und Liedern widerhallen. Im Balham Theater im Strand z. B. gestattet sich der Darsteller des Prinzen John im „Prince of Borneo" die ebenso poetische wie menschenfreundliche Bemerkung, daß „wir die Buren von Grund aus vom Erdboden vertilgen werden", wodurch die Zuhörer natürlich in das wildeste Entzücken versetzt werden. Kurz, man kann sagen, daß das „patriotische" London sich allabendlich drei Stunden lang in seiner Kriegsbegetsterung gegen das kleine Burenvölkchen heiser singt und schreit. Welch widriger Anblick! Ein Volk muß auf einer recht niedrigen sittlichen Stufe stehen, wenn es sich in eine so höllische Freude hineintoben kann, weil seine Soldnerlegionen, die Truppen des riesenhaften britischen Reiches, im Begriff stehen, ein braves, winziges Hirten- und Bauernvölkchen um des Besitzes von Goldminen willen schamlos anzusallen und zu zerreißen.
Ei« Brief des deutsche« FreikorPs-FührerS.
Wir brachten bereits in einem Telegramm einen PassuS aus einem Briefe, den Oberst Schiel, der Kommandeur des deutschen Freikorps im Transvaal, geschrieben. Der Brief ist interessant genug, um ihn im Wortlaut zu Der* öffentlichen. Er lautet:
„Die Deutschen, und ebenso auch die Buren, sind sehr erstaunt über die Haltung Deutschlands in der sogenannten Transvaal-Krisis. Allen bleibt es unvergeßlich, wie der Deutsche Kaiser gelegentlich des abgeschlagenen Jameson Einfalles unserem Präsidenten ein Glückwunsch- Telegramm übermittelte. Wir wissen, daß auch jetzt noch die Sympathie des Kaisers und seines Volkes den stammesverwandten Buren gehört, umsomehr muß es auf. fallen, wie sich die deutsche Regierung zur jetzigen Frage (laut offiziösen Kundgebungen) stellt. Wir verkennen nicht, daß die hohe Politik dem Deutschen Reiche verbietet, Transvaal unter seine Fittiche zu nehmen, sondern strengste Neutralität zu üben hat. Mit dieser strengsten Neutralität sähe es aber übel aus, wenn die deutsche Regierung — wie englischerseits hier verbreitet wird — nur auf Kompensationspolitik zugeschnitten wäre. Wie der sicher kommende Krieg Transvaals mit England auch ausfallen möge, Portugal muß in beiden Fällen die Haupt- ko st en tragen. Gelingt es uns, die Engländer jetzt zurückzuwerfen, so werden diese sich für kommende Fälle tn Mozambique festsetzen, um Transvaals einzige nichtengltsche
* Bom Kriegsschauplatz.
Die „Times" über die Haltung Deutschlands.
Aus London, 14. Oktober, wird geschrieben:
„Die „Times", immer noch das angesehenste und einflußreichste Preßorgan, hat im Verlauf der Transvaal- krisiS fast täglich Gelegenheit genommen, gegen Deutschland zu hetzen. Der hochmütige und drohende Ton, den sie in den letzten Tagen angenommen hat, übertrifft ihre früheren Leistungen dieser Art bei weitem.
Die deutsche Legion in Transvaal, bekanntlich fast alles Leute, die in der Südafrikanischen Republik feit Jahren ansässig und zum Teil auch naturalisiert sind, während eine Anzahl Arbeiter sich der Legion anschloffen, da sie durch die Ereignisse arbeitslos geworden sind, ist der „Times" immer ein besonderer Dorn im Auge gewesen. Nachdem sie ihre Mitteilungen, die Mitglieder dieser Legion würden deutscherseits vor ein Kriegsgericht gezogen werden, selbst dementieren mußte, erklärte sie kürzlich, daß diese deutschen „Franktireurs" im Jntereffe sowohl ihrer eigenen Person, als auch ihres Vaterlandes, gut daran thäten, sich zu erinnern, daß Fürst Bismarck gelegentlich der Gefangen- lahme Garibaldis und 13000 seiner Freischärler tm November 1870 geäußert habe: „Das ist wirklich abschreckend — 13000 Franctireurs, die nicht einmal Franzosen sind, zu Gefangenen zu machen! Weshalb hat man sie nicht erschossen?!"
Die „Times" führte dann weiter aus, daß diese deutsche Legion als Teilnehmer eines lokalen Aufstandes gegen eine souveräne Macht anzusehen sei und stellt die Frage, was Deutschland wohl thun würde, wenn Engländer in Elsaß- Lothringen oder in Polen Unruhen anstiften würden, und findet es int übrigen sonderbar, daß führende Preßorgane einer Nation, die Schleswig-Holstein, Hannover und Hessen-Cassel annektiert hat", sich um die Frage der Selbstbestimmungsrechte der Südafrikanischen Republik kämmere.
In einem anderen, langen Artikel über die deutsche „Anglophobie", schreibt der Berliner Korrespondent der „Times": „ . . .
„Wo immer englische Interessen tn Gefahr sind, nimmt die deutsche Preffe, darunter in der letzten Zett die Organe der Radikalen, Partei gegen uns, und auf allen Setten würde „Schadenfreude" herrschen, wenn wir Unglück oder Schaden erleiden sollten. „Schadenfreude" ist em deutsches Wort, für das es in keiner anderen Sprache einen sinnverwandten Ausdruck giebt. Er besagt ungefähr: „Sich freuen an den Leiden anderer."
Der „Times"-Korrespondent kommt weiter zu dem Schluß, daß die deutsche Sympathie nicht der Macht gilt, die schwächer ist, sondern der, von der sie hofft, daß sie gewinnen wird. Im spanisch-amerikanischen Kriege habe Deutschland geglaubt, Spanien werde siegen und deshalb sei es antiamerikanisch gewesen, als aber die Sache anders
Feuilleton.
Eine neue Lesart üöer das Drama von Meycrling.
->n eben diesen Tagen, da alle Welt mit kympachischer Teilnahme die Nachricht von der bevorstehenden Wieder- Vermählung der österreichischen Kronprinzessin-Witwe, Erzherzogin Stefanie, vernommen hat, wird in der Revue des Revues ein Artikel veröffentlicht, in dem angeblich der Schleier gelüftet wird, der bisher das düstere Geheimnis von Meyerling vor der Oessentlichkeit verhüllt hat. „Die Wabrbeit über das Leben und den Tod des Prinzen Rudolf von Habsburg", diesen Titel trägt der Artikel, der mit feinen Ausführungen im Lefer f° manchen Widerspruch und Rroeifel anreqt. Die Verfasserin, Julia Pauline Prinzessin Odesealchi, geborene Gräfin Zichy, ist eine Dame von 50 Jahren, einem der angesehensten ungarischen, aber auch m Oesterreich begüterten Adelsgeschlechter entsprossen und seit 1894 von ihrem Manne geschieden. Nach ihrem Stande und Range ist Prinzessin Odescalchi wohl zu jenen Personen zi rechnen, welche in dieser Sache die Wahrheit wissen können. Indes wollen wir an die für uns unkontrollierbare Erzählung alle Vorbehalte knüpfen; wir folgen lediglich der Pflicht, wenn wir unseren Lesern Mitteilen, was zu dieser heute noch jedes menschliche Gefühl ergreifenden Angelegenheit öffentlich vorliegt.
Das Neue und angeblich Wahre über den Tod des Kronprinzen Rudolf ist, daß der unglückliche Prinz einem Verbrechen der Vetsera zum Opfer fiel. Allerdings wurde diese Thatsache in jenen Kreisen Wiens, welche im allgemeinen, wenn auch nicht in die Details, em- qewliht waren, seit 1889 flüsternd besprochen. Man hatte in diesen Kreisen aber bisher angenommen, daß Mana Vetsera in der leidenschaftlichen Wut über ihre Trennung vom Kronprinzen diesen ermordet und sich dann mit Strychnin veraiktet habe. Diese Annahme wird nun in der Enthüllung, wi? sie die Prinzessin Odescalchi jetzt als „Wahrheit" bietet, dementiert und noch viel Gräßlicheres an deren Stelle SC|et3n kurzen Zügen giebt die V-rsasi-rin ein Bild von der vorzüglichen Erziehung des Kronprinzen. Sie erzählt dann von seinen galanten Abenteuern, s-tner Verlobung und Hochzeit, von der oft bi« zum öffentlichen E-la ge- triebenen Eifersucht der Kronprinzessin Stefan, . Wie -- bei den Schwächen der Großen immer Zwischenträger gibt, di- den Konflikt verschärsen, so geschah -« auch hier.Dte Kronvrinzessin hatte schon als Braut in Brüssel Anlaß zu berechtigten Klagen der Eifersucht gehabt. Zu teuer Zeit batte Kronprinz Rudolf intime Beziehungen zu einer Frau F . . . . und'gelegentlich eines Besuches in Brussel hatte er diese Dame in seinem H°s-Sal°nwag,n ai« er abreifte und sich im Palais schon verabschiedet hatte, äußerte Prinzessin Stefanie den Wunsch, ihrem Bräutigam
Nr. 247 Zweites Blatt u»M H
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