aus die Frage betrachten und in der morgigen Abstimmung ihre bisherige schroffe Ablehnung modifizieren wird. Die von den gegnerischen Parteien angeführten Gründe und Bedenken gegen das große nationale Unternehmen sind im Laufe der Beratungen von allen Gesichtspunkten aus so vollständig widerlegt worden, daß denselben eine Aenderung in ihrer Haltung um so leichter werden muß.
Berlin, 18. August. Nach Informationen, welche die „Nat. Ztg." für autoritativ hält, wird die etwaige Bestätigung der gestrigen Beschlüsse zweiter Lesung über die Kanalvorlage durch die dritte Lesung eine entscheidende Wendung sowohl in der inneren Politik, als in den Verhältnissen der Krone zu den Konservativen, wie es in vielen Beziehungen in Preußen seit Jahrzehnten traditionell war, herbeiführen. Die Nationalliberalen werden für die dritte Lesung die Regierungsvorlage mit dem, die Kompensationen für Schlesien enthaltenden Antrag Strachwitz als ihren Antrag von neuem einbringen. Man nimmt an, daß für den Dortmund-Rhein-Kanal sich eine Majorität zusammenfinden würde. Aber vorläufig besteht sowohl unter den hannoverschen Nationalliberalen als unter den Freisinnigen die Neigung, auch die Teilstrecke Dortmund-Rhein zu verwerfen, sofern nicht der Mittellandkanal ebenfalls angenommen wird. DtL nationalliberale Fraktion wird heute abend über diese Frage beraten.
Berlin, 18. August. Nachdem der Ausbruch der Pest in Oporto bekannt geworden war, sind, wie die „Nordd. Allg. Ztg." vernimmt, die Regierungen der Bundesseestaaten sofort ersucht worden, die gesundheitspolizeiliche Ueberwachung der Schiffe, welche aus Oporto und den von der Pest unmittelbar bedrohten übrigen Häfen der pyrenäischen Halbinsel ein* treffen, herbeizuführen. Der Erlaß eines Einfuhrverbots ist in die Wege geleitet. Bis es erlassen werden kann, sollen Waren, durch welche eine Einschleppung des Krankheitsstoffes zu befürchten ist, nur nach vorheriger wirksamer Desinfektion zur Einfuhr zugelassen werden. Im übrigen wird der Verlauf der Epidemie in Oporto seitens der Behörden mit Aufmerksamkeit verfolgt, und es ist anzunehmen, daß erforderlichen Falls noch weitere Sicherheitsmaßregeln ergriffen werden.
Berlin, 18. August. Nach dem Verlauf der gestern abend stattgehabten Sitzung der Kommission des Abgeordnetenhauses für die Gemeinde-Wahlreform ist diese Vorlage als gescheitert zu betrachten.
— Afrika-Dampferlinie. Die für die nächste Reichstags-Session in Aussicht genommene Vermehrung der deutschen Afrika-Dampferlinien mit Subventionsschiffen und namentlich die beabsichtigte direkte Verbindung mit Kapstadt ist sehr zu begrüßen. Schon seit Jahren sind von den beteiligten Deutschen Klagen darüber erhoben worden, daß die südafrikanische Post erst sehr spät in Deutschland eintrifft. Es sind Fälle vorgekommen, daß die Post erst fünf Tage nach ihrem Eintreffen in London in die Hände der deutschen Interessenten gelangt ist.
— Freiwillige Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz. Einige Tage lang wimmelten in München die Straßen von Leuten, die das Abzeichen des Roten Kreuzes trugen. Die Führer und Aerzte der freiwilligen Sanitäts- Kolonnen vom Roten Kreuz, die voriges Jahr in Berlin tagten, haben zu ihrer diesmaligen vierten Jahresversammlung die Hauptstadt Bayerns gewählt. Bekanntlich bezweckt diese Seite der freiwilligen Krankenpflege schon im Frieden eine Organisation zu schaffen, die int Kriege den Heim- transport der Kranken und Verwundeten besorgen und insofern die betreffenden militärischen Einrichtungen entlasten, die aber auch schon im Frieden Gutes stiften soll, indem sie ihre Dienste der Allgemeinheit widmet. Entsprechend
die in der Regel die Kaisermanöver währen, wird eben in erster Linie nur gekämpft. Da hat man denn wenig oder gar nicht Zeit gefunden, dem Kolonnenwesen die gebührende Aufmerksamkeit zuzuwenden, erst neuerdings zeigte die recht scharfe oben erwähnte Verordnung, daß man nicht ganz das Wort des Grasen Moltke vergessen hat, der sich einmal dahin äußerte, die Armee werde den kommenden Krieg gewinnen, welche über die besten Trains verfügt. Graf Moltke scheint dabei in erster Linie an einen Krieg mitRußland gedacht zu haben. Ob er in seinem großen Geist vorausgesehen, wie die Dinge in Frankreich sich entwickeln würden, wie das republikanische Heer degenerieren würde? Wie müßte seine kühle Mathematiker-Natur aus den Verhandlungen in Rennes nicht moralische und juristische, sondern praktische militärische Schlüsse ziehen. In der That, Rennes bedeutet für das französische Heer ein zweites Sedan!
Doch zurück zu unserem Ritt. Der Marsch der 13. Husaren auf Straßburg ist eins jener Symptome, die darauf hindeuten, daß fernerab den Marsch Übung en ein größeres Gewicht beigelegt werden dürfte, denn der Entschluß, das Regiment zu den Manövern in Schwaben heranzuziehen, datiert nahezu aus derselben Zeit, wie der kaiserliche Erlaß, das Manöverfuhrwesen betreffend.
In zweiter Linie dürfte aber gerade auf das 13. Ulcmen- Regiment die Wahl des Kaisers gefallen sein, weil ganz unverkennbar eben in jüngster Zeit dem hannoverschen Korps im allgemeinen und den 13. Ulanen ganz im besonderen die Huld der Kaiserlichen Gnadcnsonne geschienen hat. Am Ausgangspunkt des Rittes, in Hanau, Mainz, Frankfurt garnisonieren verschiedene Kavallerie-Regimenter, deren Beauftragung mit der gleichen Aufgabe einen nicht unbeträchtlichen Bahntransport erübrigt hätte. Jedenfalls aber werden die Königs-Ulanen, deren Uniform der Kaiser voraussichtlich auf der großen Parade in Straßburg tragen dürfte, den Erwartungen, die man ihren Leistungen entgegenbringt, völlig entsprechen, ist doch die Haltung des Regiments nach der anstrengenden Fahrt und dem zweitägigen Ritt eine geradezu mustergiltige.
dieser Aufgabe stehen die deutschen Sanitäts-Kolonnen in enger Verbindung mit dem Deutschen Kriegerbund, ohne daß aber ein etwaiger Versuch, ihnen ihre bisherige verhältnismäßige Selbständigkeit zu nehmen, auf allseitigen Beifall rechnen dürfte. Den Höhepunkt ihrer Ausbildung und Ausbreitung haben die verhältnismäßig jungen freiwilligen Sanitäts-Kolonnen noch keineswegs erreicht. Aber daß die der Sache zu Grunde liegende Idee weitere Propaganda macht, ergibt sich allein schon daraus, daß bei der diesmaligen vierten Jahresversammlung nicht weniger als 180 Sanitäts-Kolonnen aus allen Teilen Deutschlands vertreten und gegen 1500 Gäste in die Listen eingetragen sind. Die Uebung auf dem Exerzierplatz Oberwiesenfeld am Sonntag, der die Prinzen Ludwig und Ruprecht beiwohnten, war die größte ihrer Art, die jemals auf deutschem Boden stattgefunden hat. Die Idee der Uebung war, daß 100 von einem größeren Gefecht herrührende Verwundete aufgelesen, verbunden und wegtransportiert werden sollten, wobei Mannschaften des militärischen Sanitätswesens die Verwundeten darzustellen hatten. Der Hauptversammlung am Dienstag, Lei der ebenfalls wieder Prinz Ludwig als Protektor anwesend war, präsidierte der Vorsitzende der freiwilligen Münchener Rettungsgesellschaft, Hauptmann Halder. Die zahlreichen, bei diesem Anlaß gehaltenen Vorträge beschäftigten sich, wie der „Köln. Ztg." geschrieben wird, vorwiegend mit der Organisation der Sanitäts-Kolonnen, teilweise aber auch mit anderen Dingen wie z. B. der Geschoßwirkung des heutigen Jnfanteriegewehrs. Für die nächstjährige Versammlung fiel die Wahl auf Mainz, obwohl Bromberg sich zunächst darum beworben hatte.
— Ein s oziald emokratischer Verb and h äus- licher Arbeiter, der sich über das ganze Reich erstrecken soll, ist in Bildung begriffen. Die Sozialdemokratie soll fest entschlossen fein, sich für die Dienstbotenbewegung mit voller Kraft ins Zeug zu legen; zu diesem Zwecke werden bereits Schritte gethan, um eine „klassenbewußte" Organisation männlicher und weiblicher Dienstboten anzubahnen. Die sozialdemokratische Frauenzeitung „DieGleichheit" hat die Führung dazu übernommen. Erstrebt wird: Die Aufhebung der Gesinde-Ordnungen, die Zuerkennung der vollen Koalitionsfreiheit, die Gleichstellung mit den gewerblichen Arbeitern und die sinngemäße Anwendung der gesetzlichen Schutzbeftimmungen auf die häuslichen Arbeiter.
Berlin, 17. August. Einen Mangel an Unteroffizieren wird es zum Herbst dieses Jahres geben. Dieser Tage sind nämlich die Kapitulationen mit den Chargierten erneuert worden, wobei sich gezeigt hat» daß ein großer Teil der Unteroffiziere nicht weiter kapitmierte und zum Herbst aus der Truppe ausscheidet. Vornehmlich sind dies Unteroffiziere von fünf- bis achtjähriger Dienstzeit, denen die Anwartschaft auf eine Zivilstellung nach Erlangung des Zivilversorgungsscheines doch zu unsicher erscheint, denn bei der jetzigen Ueberfüllung fast aller Behörden hält es sehr schwer, zur Probedienstleistung einberufen zu werden. Aber auch viele Zweijährige-Kapitulanten geben am 1. Oktober nach vierjähriger Dienstzeit das Soldatsein auf und suchen im Privatleben Anstellung zu erhalten. Das auf die Sparkasse gebrachte Kapitulantenhandgeld von 1000 Mark kann jetzt seine gute Verwendung finden.
— An den diesjährigen Kaisermanövern, die bekanntlich in Süddeutschland abgehalten werden, nehmen Teil 911/2 Bataillone Infanterie und Jäger, 92 Schwadronen Kavallerie — darunter 2 Detachements Jäger zu Pferde —, 70 Batterien Artillerie — darunter 8 reitende — und vier Pionierbataillone. Davon gehören 30 Schwadronen und 2 reitende Batterien nicht den drei für die Kaisermanöver bestimmten Armeekorps, dem 13., 14. und 15., an, sondern sind aus dem 8., 10. und 16. übernommen. Gegenüber den vorjährigen Kaisermanövern nehmen diesmal 2 Bataillone , 32 Schwadronen und 1 Batterie mehr Teil. Außerdem ist aber noch zu berücksichtigen, daß sich vom 14. und 15. Armeekorps 40 Bataillone auf Kriegsstärke befinden, sowie, daß sämtliche Batterien dieser beiden und zwei Drittel der des 13. Korps mittleren und hohen Etat haben. — An den diesjährigen großen Flottenmanövern werden sechs Admirale teilnehmen: der Flottenchef Admiral Köster (Flaggschiff „Blücher"), die Chefs des ersten und zweiten Geschwaders, Vizeadmiral Thomsen (Flaggschiff „Kurfürst Friedrich Wilhelm"), und Kontre- admiral Hoffmann (Flaggschiff „Hildebrand"), sowie die Chefs der 2. und 4. Division, Kontreadmiral v. Wietersheim (Flaggschiff „Baden") und Kontreadmiral Frhr. v. Bodenhausen (Flaggschiff „Aegir"), ferner als Unparteiischer Kontreadmiral Hugo von Schuckmann. „T. R."
— Ki aut schon. Nachdem wiederholt Anfragen an das Reichs-Marineamt gerichtet sind, ob sich das Kiautschou- Gebiet zu einer landwirtschaftlichen Besiedlung (Ackerbau, Viehzucht) eignet, und ob Landwirte bei einigem Kapital Aussicht auf ein gutes Fortkommen dort haben, ist der Gouverneur des Gebietes zu einer besonderen Aeußerung hierüber veranlaßt und hat sich folgendermaßen ausgesprochen: Abgesehen davon, daß das Gebiet zu klein ist, um auf die Dauer der Landwirtschaft Raum zu gewähren, darf auch mit Recht die Möglichkeit einer Konkurrenz mit dem genügsamen, fleißigen, an das Klima gewöhnten und in den Bodenverhältnissen erfahrenen Chinesen schon aus dem Grunde bezweifelt werden, weil der Preis, zu dem Regierungsland abgegeben werden muß, ein verhältnismäßig zu hoher fein würde. Für die Viehzucht insbesondere bietet sich durch den Mangel an Graswuchs nur geringste Aussicht. Wiesen sind nicht vorhanden; sie fehlen in Schantung überhaupt, wie überall dort, wo eine trockene mit einer nassen Jahreszeit abwechselt. Im Wege der Berieselung wäre allerdings die Möglichkeit von Wiesenbildung gegeben. Demgegenüber liegt jedoch die Thatsache vor, daß überall in Schantung dort, wo Wasser vollständig vorhanden ist, gewinnbringendere Früchte gezogen werden.
Ausland.
Paris, 18. August. Der „Figaro" teilt mit, daß seit einigen Tagen der frühere Ministerpräsident Brisson ber Nachbar Guörins geworden sei. Er bewohnt nämlich in derselben Straße das Haus Nr. 45.
Paris, 18. August. »Waldeck-Rousseau hat von Republikanern der Bretagne, den sogenannten Blauen, ein Telegramm erhalten, in welchem sie erklären, daß sie sich glücklich fühlen, endlich einen Mann am Ruder zu sehen, welcher entschieden die Republik verteidigt. Das Telegramm ist unterzeichnet von dem Admiral Reveille.
Rennes, 18. August. Den Aussagen des verhafteten Individuums, welches sich für den Attentäter Laboris aus- gab, wird wenig Glauben beigemessen — Die Besserung im Befinden Laboris schreitet fort. — Der hier eingetroffene Advokat Morn ad wohnte der heutigen Sitzung des Kriegsgerichtes bei. Die Genehmigung zur Vertretung Laboris soll ihm bisher nicht erteilt fein.
Frankreich. Die Dreyfus-Sache. Der Schuß auf Labori hat die Verteidigung ins Herz getroffen, klagt ein dreysusfreundliches Blatt und die Thatfachen geben ihm Recht. Der behäbige Maitre Demange soll nach unparteiischen Berichten alles fein, nur kein Kämpfer. Staunen erregt nach denselben Berichten sein gesegneter Appetit an der Table d'höte — man sieht, die wunderlichsten Betrachtungen werden in Rennes angestellt. Außerhalb des bretonischen Nestes muß der unbefangene Beobachter inzwischen sich mit den Gerichten begnügen, die ihm die Augenzeuge» der Prozeßverhandlungen vorsetzen. Und hierbei ist denn das keineswegs erbauliche Faktum zu konstatieren, daß sowohl die Berichte der französischen wie der Auslandspresse mehr oder minder vom Parteifieber eines der beiden Saget angekränkelt sind. Auch da, wo sich die Berichterstattung möglichster Objektivität befleißigt, hält es schwer, sich aus dem bargebotenen ein rechtes Bild zu machen. Im Quadrat der Entfernung gemessen, erscheinen die einzelnen dramatischen Bilder des Prozesses ganz anders wie im Saale des Kriegsgerichtes, und es wäre daher verfehlt, aus ihnen schon jetzt Schlüsse auf das Resultat zu ziehen. Nach der Niederlage Merciers glaubte man bereits Dreyfus an der Schwelle der Freiheit; nach den gravierenden ersten Aussagen Nagels schlug die Sache total um. Zwischen beiden Momenten liegt das Attentat auf Labori mit seinen eingangs angedeuteten Folgen. Wie irn Vorabendblatt mitgeteilt, hat bereits im Auditorium zu Rennes der Andrang nachgelassen. Vielleicht erweist die deutsche Presse sowohl dem Vaterland wie dem Herrn Alfred Dreyfus den Gefallen, daß sie in der weisen Zurückhaltung des unparteiischen Zuschauers weiter verharrt und der unseligen Affaire in Rennes ihren Lauf läßt. Wird diese für den Angeklagten günstig erledigt, so ist es gut für ihn und nützlich für Frankreich; endet sie mit einem abermaligen Schuldig, bann wird es in bem Hexenkessel lustig weiter brobdn, unb auch in biefem Fall bietet sich bem Auslanb bas keineswegs beängftigenbe Schauspiel, baß bie französische Nation ihre besten Kräfte an einem unblutigen Bürgerkrieg aufzehrt, ber eines besser» wert wäre als eines moralischen Seban, worauf er hinausläuft. „M. N. N."
London, 18. August. Ein Mitarbeiter bes „Matin" hat gestern Esterhazy wegen ber Zeugen-Aussage des Generals Roget interpelliert. Esterhazy sagte, es seien ihm bereits Vorschläge gemacht worben, bie Unschnlb Henrys zn erklären, welche er aber absolut verweigert.
Lokales und Provinzielles.
Gießen, ben 19. August 1899.
** Omnibus-Verkehr nach Wieseck. Wie in früheren Jahren läßt bie Omnibus-Gesellschaft auch biesmal gelegentlich ber Kirchweihe ihre Wagen vom Wallthor von 3 Uhr nachmittags an, nach Wieseck verkehren. Fahrpreis wie früher 20 Pfennig. Die Fahrten nach bem Schiffen- bergerwalb werben eingeschränkt bezw. ganz eingestellt.
** Polizeibericht. In ber Nacht vom 17./18. b. Mts- tourbe in einem Geschäft am Seltersweg bahier eingebrochen. Dem Thäter, ber ein Pult erbrach unb es jeben- falls nur auf Gelb abgesehen hatte, fielen habet nur 20 Pfennige in bie Hänbe. — Gestern würbe ein Dachbeckergehilfe von hier, welcher bet hiesigen Geschäftsleuten Ware (Blei unb Zinn) erschwinbelte, bie Ware aber birekt einem hiesigen Hänbler brachte unb bebcutenb unter bem Preise verkaufte, verhaftet, ebenso ber Hänbler, ber unter ben obwaltenben Umstänben annehmen mußte, baß die Ware nicht auf redliche Weise in die Hände des Verkäufers gekommen war. — Gestern abend wurde in der Krosdorfer- straße ein Kind Überfahren und unbedeutend verletzt. Der Fuhrknecht, welcher zu rasch gefahren, wurde angezeigt. — Ein 8jähriger Junge aus Wißmar, der sich schon mehrere Tage in hiesiger Stadt umhertrieb, wurde gestern abend aufgegriffen und im Schwesternhause untergebracht. Der Junge gab an, von feiner Mutter fortgeschickt zu fein, um in Gießen sich was zu erbetteln. — Am 16. ds. Mts., abends gegen 9% Uhr wurden zwei hier wohnhafte Händler, die mit Lumpen und altem Eisen ein Geschäft betreiben, und sich hierzu ein Pferd halten, in der Schützenstraße dahier abgefaßt, als sie mit beladenem Wagen aus dem Neustädterfeld tarnen, wo sie Futter für das Pferd, Klee, Hafer und Dickwurzknollen, auf verschiedenen Grundstücken hiesiger Oekonomen entwendet hatten.
O Weitershain, 17. August. Mit dem nächsten Sonntag hier stattfindenden Kirchweihfest wird die Einweihung unseres neuerrichteten Kriegerdenkmals verbunden werden. DaS Denkmal selbst ist von Herrn Kunstschlosser Sann dahier, dessen kunstvolle Arbeiten durch die beiden letzten Gewerbeausstellungen in weiteren Kreisen bekannt wurden, recht geschmackvoll ausgeführt worden. Trotzdem an genanntem


