Ausgabe 
20.8.1899 Drittes Blatt
 
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Prozent aller Preise, obenan; nächstdem kommt Bayern mit 29 Preisen, das sind 16,1 Prozent, Hessen mit 25 Preisen, das sind 13,9 Prozent." Das ist richtig. Es fehlt zum Verständnis dieser Zahlen aber die Angabe, auf welche Zahl eingesandter Proben die schleswig-holsteinischen 62 Preise gestiftet sind. Da stellt sich dann heraus, daß die 62 Preise auf 113 eingesandte Proben kommen, von 100 schleswig- holsteinischen Butterproben also 54,8 prämiiert worden sind, während auf die 36 hessischen eingesandten Butterproben 25 Preise gefallen, also von 100 hessischen Butterproben 69,4 Proben prämiiert worden sind. Nimmt man vollends die für Frankfurt und Süddeutschland besonders in Betracht kommende dritte Klasse der ungesalzenen Butter für sich, in der Schleswig-Holstein mit 27 Proben 16 Preise, Hessen aber mit 19 Proben ebenfalls 16 Preise erhielt, also Schleswig-Holstein 59,2, Hessen aber 84 Preise auf 100 Proben erhielt, so darf sich Hessen mit Recht darüber freuen, daß es glänzend oben geblieben ist, zumal Schleswig-Hol­stein, wie aus seiner auffallend großen Beschickung hervor­geht, starke Absichten auf den hiesigen Absatz gehabt zu haben scheint.

Vermischtes.

Hildesheim, 16. August. Hier in Hildesheim, wie auch sonst in Deutschland haben Lepraheime schon im Mittelalter, als der Aussatz durch die Kreuzzüge vom Morgenlande nach dem Abendlande verschleppt wurde, be­standen. Nach alten Chroniken waren hier und in der Um­gegend acht derartiger Anstalten vorhanden, die teils von den Behörden, teils von privaten Stiftern ins Leben gerufen wurden. Zur Heilung wurden namentlich sogen.Seelen­bäder" (lavacra animarum) verwandt; da man die Seuche als eine Strafe des Himmels betrachtete, wurden diese Bäder von den Neichen zu gunsten ihres eigenen Seelenheils für die vom Aussatz befallenen Armen eingerichtet. Derartige Seelenbäder waren in Hildesheim nachweislich zwei vor­

handen. Als im 15. Jahrhundert die Lepra nachließ, ver­fielen diese Anstalten oder wurden in den nachfolgenden Kriegsjahren zerstört. Einige sind allerdings bis auf den heutigen Tag noch als Armen- und Siechenhäuser im Gebrauch. K. Z.

* Bad Brückenau, 17. August. Eine Vorfeier von Goethes 150. Geburtstag fand hier, wo im Jahre 1827 Goethe selbst mit König Ludwig I. und Herzog Karl August zusammen schöne Tage verlebte, am 14. August im festlich dekorierten, einzig schönen Kursaale statt. Die Anregung zu der Feier ist aus der Mitte der Kurgäste ge­kommen und das Programm in der Weise geordnet, daß Goethe und Beethoven, die größten künstlerischen Genies unseres Volkes, gleichermaßen zu Worte kommen. Die Kur­kapelle leitete den Abend mit derEgmont-Ouverture" ein und schloß ihn mit der 2. Symphonie. Die Festrede hielt der Litterarhistoriker Herr Dr. Robert Petsch aus Würzburg, der auch Partien aus dem von Erich Schmidt entdecktenUrfaust" vortrug. Der Prolog, der den rhetorischen Theil der Feier einleitete, wurde von einer hier zur Kur anwesenden Dame gesprochen. Die erhebende Feier fand bei den noch zahlreich hier anwesenden Kur­gästen sympathische Aufnahme, und auch die gebildete Be­völkerung von Stadt Brückenau und Umgebung nahm regen Anteil.

* Teure Hunde. Aus Rüsselsheim, 15. August, wird derKl.Pr." geschrieben:Ein amerikanischer Millionär kaufte dieser Tage von Herrn Tierarzt Di ff in 6, der als Hundezüchter einen Weltruf genießt, sechs deutsche Doggen. Die Tiere, die auf den Hundeausstellungen mit ersten Preisen prämiiert wurden, sind heute mit weiteren sechs deutschen Doggen, die in München und Stuttgart angekauft wurden, in schönen Käfigen von hier nach Antwerpen gesandt worden. Der Kaufpreis für die 12 Prachttiere beträgt 17 000 Mk."

* Leichenverbreunnng durch flüssige Luft. Vor kurzem hat sich in New-Aork, wie von dort berichtet wird, eine

Gesellschaft gebildet, um ein Krematorium einzurichten, in dem flüssige Luft bei der Leichenverbrennung zur Anwendung kommen soll. Die flüssige Luft führt einem elektrischen Ofen Sauerstoff zu, wodurch die Verbrennung fast augenblicklich erfolgen soll. Eine große künstlerisch ausgestattete Halle für die Leichenfeierlichkeilen und die Aufbewahrung von Urnen wird gebaut. Einer der Direktoren Der neuen Ge­sellschaft ist der Meinung, daß der Prozeß mit flüssiger Lust das Begräbnisproblem vollständig gelöst hat; er hinterläßt keinen unangenehmen Eindruck und selbst Angehörige des Toten können der Verbrennung beiwohnen, ohne in ihren Gefühlen verletzt zu werden.

* Ein Kneipp-Denkmal hat nunmehr Wöris Hofen» die langjährige Arbeitsstätte des bekannten Prälaten, er­halten. Das Denkmal besteht aus einer überlebensgroßen Büste in weißem Marmor, die die ausgeprägten Züge Kneipps naturgetreu wiedergibt. Es wurde im Garten des Kneippianums in Gegenwart des Schirmherrn Prinzen Heinrich von Bourbon, Grafen Bardi, durch Sebastian Kneipp feierlich enthüllt. Der aus rotem Marmor gear­beitete Sockel erhebt sich über einer aus Felsgestein hervor­sprudelnden Quelle und trägt als WidmungNostra est aqua, den Wahrspruch Kneipps.

Bei Todesfällen

übernimmt die Buchdruckerei des Giessener Anzeigers, Schulstrasse 7, die schnellste Anfertigung von Trauer- briefen und Danksagungskarten, welche auf Wunsch couvertirt geliefert werden.

Vergebung von Kauarbetten.

Die zur Herstellung des alten Schloßes zu Gießen nötigen Arbeiten nebst Materiallieferungen, nämlich: Maurer., Steinhauer-, Zimmer-, Dachdecker-, Schreiner-, Glaser-, Weißbinder- und Spenglerarbeiten, werden hierdurch unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf dem Sub­missionsweg ausgeschrieben.

Die Ausführungs - Bedingungen, Zeichnungen und Arbeitsbeschreib­ungen liegen in unserem Amtslokal zur Einsicht offen, und können letztere, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebots-Vermerk versehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Empfang genommen werden.

Angebote sind bis zum 24. August 1899, vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an uns abzugeben.

Zuschlagsfrist 5 Wochen.

Gießen, den 21. Juli 1899.

Großherzogliches Hochbauamt.

Neuling. 5623

Ierdmgung.

Die nachstehenden, zum Bau einer Brücke über die Wieseck im Zuge der Goetheftraße noch erforderlichen Arbeiten und Liefer­ungen sollen

Donnerstag, 24. August, vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden.

a) Maurerarbeit:

1. Versetzen von Hausteinen, Bordsteinen, Straßensink­kasten,Verlegen von Röhren.

2. Liefern und Einbringen von Lahnkies (180 cbm).

3- Herstellung von Cement- beton mit Feinschichte (120 qm).

b) Lieferung von Steiuzeug re. c) Lieferung von Basalt-Klein- schlag (125 cbm).

ä) Pslafterarbeit (190 qm).

e) Zimmerarbeit, Uferbefestigung.

f) Kunftschmiedearbeit,Geländer

Pläne, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Nr. 7 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find bis zum genannten Termin einzureichen.

Gießen, 16. August 1899.

Das Stadtbauamt.

Schm andt. 6069

Verdingung.

Die nachstehenden, zum Bau eiaer Brücke über die Wieseck im Zuge der Molikeftrafte noch erforderlichen Arbeiten und Liefer­ungen sollen

Donnerstag, 24. August, vormittags liy2 Uhr, öffentlich verdungen werden.

a) Maurerarbeit:

1. Versetzen von Hausteinen, Bordsteinen, Straßensink­kasten, Verlegen von Röhren,

2. Liefern und Einbringen von Lahnkies (130 cbm).

3. Herstellung von Cement- beton mit Feinschichte (105 qm).

b) Lieferung von Steinzeug re. c) Lieferung von Basalt Kleiu-

schlag (105 cbm).

ck) Pslafterarbeit (182 qm).

e) Zimmerarbeit, Uferbefestigung, i) Schlosserarbeit, Liefern von

Klammern, Dollen re.

Pläne, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns anf Zimmer Nr. 7 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin einzureichen.

Gießen, 16. August 1899.

Das Stadtbauamt.

Schmandt. 6070

Verdingung.

Die zur Ingebrauchnahme fertige Her­stellung des Empfangsgebäudes nebst an­gebautem Güterschuppen auf Bahnhof Homberg der Neubaustrecke Nieder-Ge- mündenNieder-Ofleiden soll vergeben werden.

Die Bedingungen und Zeichnungen, letztere soweit der Vorrat reicht, sind gegen postfreie Einsendung von 1 Mark für erstere, 2 Mark für letztere durch Betriebs­sekretär Baetz zu beziehen, auch liegen dieselben bei der unterzeichneten Bau­abteilung während der Geschäftsstunden zur Einsicht aus.

Angebote sind verschloffen und mit ent­sprechender Aufschrift versehen bis Mitt­woch den 30. August, vormittags 11 Uhr, zu welcher Zeit die Eröffnung erfolgt, an die Unterzeichnete einzureichen.

Zuschlagsfrist 14 Tage. 5990

Grünberg i. H., den 14. August 1899.

Großh. Hess. Eisenbahn-Bauabteilung.

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