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20.1.1899 Erstes Blatt
 
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Kapitalismus verurteilt, nur von der Ausfuhr zu leben, betrachten jede Ausdehnung anderer Völker als einen Ein­griff. Eure Staatsmänner haben in tückischer Weise un­redliche Unternehmungen, wie diejenige Jamesons gebilligt, und ihr herausfordernder Imperialismus ist eine beständige Drohung für den Frieden der Welt. Der kleinlich-eifer­süchtige französische Kapitalismus und der gierige, freche und gewissenlose Kapitalismus in England vermehren die Streitanlässe bei beiden Völkern, und jetzt versucht man auch einen Teil der Arbeiter hineinzuzieheu, indem man sagt, die Arbeiter seien bei den Kolonialbestrebungen in­teressiert. Das Heil liegt aber nur im korporativen Kom­munismus und zu seiner Einführung brauchen wir den Frieden u. s. w." Der sozialistische Abg. Jaurös wurde beauftragt, auf der internationalen Versammlung, die am 8. März in London stattfindet, die französische Sozialdemokratie zu vertreten.

Paris, 18. Januar. Oberst Cordier erklärte in einem Interview, er habe vom Befehlshaber der Stadt Paris bis jetzt noch keine Antwort auf sein Gesuch er­halten, das BlattLibre Parole" wegen Verleumdung zu verfolgen. Der Oberst erklärte, er verstehe recht wohl, daß gewisie Blätter ihn zu verleumden versuchten, denn die Aus­sagen, die er vor dem Kassationshofe gemacht, gäben den Revisionsfeinden Anlaß, mißmutig zu fein.

London, 18. Januar. Baron Leopold von Roth­schild blieb gestern gelegentlich einer Fuchsjagd in der Nähe von Buckingham an einem Baumaste hängen, wurde vom Pferde geriffen und brach das Nasenbein. Die Ver­letzung ist nicht gefährlich.

London, 18. Januar. Die Blätter erklären die Nach­richt von der bevorstehenden Verlobung der Prinzessin vonWales mit dem Prinzen Georg von Griechen­land als unbegründet.

Amerika. Hinter der Philippinenfrage war die An­gelegenheit des Nikaragua-Kanals etwas in den Hinter­grund getreten. Jetzt verlautet aus Washington, die Aus­sichten für die Annahme der Vorlage im Senate seien gestiegen. Der Staatssekretär bringe darauf, daß die Bill in der Weise abgeändert werde, daß der Regierung der Bau des Kanals und der Besitz desselben gesichert werde, und sei davon überzeugt, daß Großbritannien bereitwillig auf den Clayton-Bulwer-Vertrag verzichten werde, wenn ihm Sicherheit gegeben werde, daß der Kanal ebenso wie für die Schiffe der Bereinigten Staaten auch für die britischen Schiffe offen sein solle. Er empfehle einen Zusatzantrag, welcher die Einholung der Zustimmung Großbritanniens vorsieht.

Auf dem Gebiete der Sozialpolitik in den Ver­einigten Staaten macht dort ein Vorgang von sich reden. Zum ersten Male in der Geschichte des Landes sind kürzlich zwei eingestandene Sozialisten in eine Staats- legislatur gewählt worden, und die betreffende Staats­legislatur ist keine andere, als die von Massachusetts. Einem dritten Sozialisten fehlte wenig, daß er auch erwählt wurde. Die zwei erwähnten sozialistischen Abgeordneten sind nicht Mitglieder dervagen Arbeiter"-Partei, sondern Sozialisten im europäischen Sinne des Wortes. Beide sind geborene Amerikaner. Die Stadt Haverhill, der Sitz einer blühenden Schuhindustrie, hat diese beiden erwählt. Auch bei der Gouverneurswahl in Massachusetts sind bedeutend mehr sozialistische Stimmen abgegeben worden, als früher.

Kukates und Provinzielles.

Gießen, den 19. Januar 1899.

Aus dem Gerichtsdienst. Durch Entschließung Groß­herzoglichen Ministeriums des Innern wurden die Gerichts- aceeffiften 1) Heinrich Herberg aus Alzey, 2) Karl Löslein aus Heppenheim, 3) Dr. Otto Philipp Michel aus Neu-Bamberg, 4) Otto Schnittspahn aus Salz­hausen, 5) Wilhelm Schön aus Lich, 6) Ernst Werner aus Darmstadt zu Regierungsassefforen, die Gerichts- aceessisten-. 1) Philipp Bechtold aus Alzey, 2) Gustav Ellenberger aus Ortenberg, 3) Ernst Fricker aus Darmstadt, 4) Franz Gros aus Gießen, 5) Moritz Hansult aus Lehrbach, 6) Emil Hof aus Babenhausen, 7) Fritz Hoos aus Lauterbach, 8) Theodor Jost aus Schotten, 9) Dr. Gustav Mvurer aus Darmstadt, 10) Hermann Müller aus Darmstadt, 11) Alexander Paul aus Darmstadt, 12) Ludwig Raab aus Laubach, 13) Johannes Schäfer aus Monsheim, 14) Georg Sohl aus Darmstadt zu Gerichtsassessoren ernannt.

Kreisausschuß-Sitzung. Samstag den 21. Januar 1899, vormittags 9 Uhr, findet in dem Regierungs­gebäude dahier eine öffentliche Sitzung des Kreisausschusses des Kreises Gießen mit folgender Tagesordnung statt: Einwendungen gegen die Ergänzungswahl der Mitglieder der Stadtverordneten-Versammlung zu Gießen, und Gesuch des Agenten Hermann Christian Werner zn Gießen um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb.

Wechselstempelsteuer. Im Dezember 1898 ertrug bie Wechselstempelsteuer im Oberpostdirektionsbezirk Darm- jtabt 15,210 Mk. 90 Pfg. Der Gesamteingang in dem laufenden Etatsjahre 1898/99 (ab 1. April 1898) war 136 291 Mk. 50 Pfg. (8171 Mk. 90 Pfg. mehr als im vorhergegangenen Etatsjahre).

Kaiser-Panorama. Die neue Serie im Kaiser-Pano- rama (Neuen Bäue 1), Palästina, ist von überraschender Plastik und Farbengebung, sieht man doch alle die Stätten, die von unserem Kaiser und Kaiserin besucht wurden; ^amentlich das Innere der Grabeskirche und die historischen Grabstätten, sowie alles dasjenige, wo Christus gelebt und

Evangelium verkündet hat, fesselt unser Auge, so daß >"an sich schwer davon trennen kann.

Wetterbericht. Die Herrschaft des hohen Druckes Dauert an. Das Depressions-Centrum liegt heute über dem -vteerbufen von Riga. Gleichzeitig rückt aber vom Ozean

her wieder ein neues Minimum an. Infolgedessen ist das Barometer übet den britischen Inseln wieder ziemlich er­heblich gesunken. Hoher Druck bedeckt den Südwesten Europas, und erstreckt sich ein schmaler Rücken desselben ostwärts bis über das ganze Alpengebiet. Das Wetter ist vielerorten trüb, und fallen allenthalben Niederschläge, zum Teil als Schnee. Voraussichtliche Witterung: Trübes Wetter mit stellenweisen Niederschlägen.

Nidda, 17. Januar. Infolge der nach den orkan­artigen Stürmen der letzten Tage niedergegangenen Regen­massen ist heute nacht die Nidda über ihre Ufer ge­treten, und die niederen Stadtteile sowie die Thalgründe oberhalb und unterhalb der Stadt sind überschwemmt. Die Ueberschwemmung unterhalb Niddas ist so groß, daß beispielsweise die Passage zwischen dem Oberdauernheimer Hof und der Bahnstation Ranstadt ganz unterbrochen ist.

Darmstadt, 18. Januar. Die an und für sich nicht besonders umfangreiche Aula der Technischen Hochschule war zur heutigen Gedächtnisfeier an Fürst Bismarck von Eingeladenen (darunter Staatsminister Rothe und der ehemalige Minister Finger), Professoren und Studentenschaft, dicht gefüllt; aus einem Lorbeer- und sonstigem Pflanzen- arranZLw.ent saff^die Bismarck-Büste heraus. Der neue -Akademische Chor" unter Privatdoeent Dr. Nagels Leitung trat mit passend-ernsten Gesängen vor und nach der Ge­denkrede zum erstenmale in die Öeffentlichkeit. Letztere hielt Herr Geh. Hofrat Prof. Dr. Lepsins. Der sehr beredte Gelehrte (ein Sohn des ehemaligen Aegyptologen und Schwiegersohn von Ernst Curtius) zeichnete in der Spanne von Fünfviertelstunden eine hochinteressante Skizze des ge­waltigen Lebenswerkes Bismarcks, des Schöpfers unseres einigen deutschen Reichs, in wiederholter Anlehnung und im Hinweis auf die Hinterlassenschaft seines gedankenschweren WerkesGedanken und Erinnerungen". Bismarcks Haupt­domäne war die auswärtige Politik; in seiner Behandlung des Kulturkampfes und der sozialen Frage, die er als poli­tische auffaßte, zeigten sich die Grenzen seiner Begabung. Leider war es auch einem Bismarck nicht vergönnt, der Hydra der unheilvollen Parteizersplitterung in Deutschland den Kopf abzuschlagen. Bismarck ist uns allen ein hohes Vorbild; ihm nachzufolgen in echt deutscher Gesinnung, in Treue zu Kaiser und Reich unsere Aufgabe. Mit kräftigem Appell hierzu an die Studentenschaft schloß die glänzende Rede.

X. Darmstadt, 18. Januar. Diesen Winter hat die Bauthätigkeit in unserer Stadt, von wenigen Tagen starken Regens abgesehen, noch nicht geruht. Ob die Ver­mehrung der Zahl der Mietsluftigen mit der Erhöhung der Zahl der neuen Wohnungen demnächst Schritt halten wird, ist zweifelhaft. Die Putz- oder mit Cement-Dekorations- gliebern versehenen Bauten sind leider in der Mehrzahl; schöne Villen sind am Karlshof, nächst der Rosenhöhe usw. entstanden. Vom neuen Museumsbau steht jetzt der Hintere Trakt (nach dem Herrengarten zu) bis aufs Dach fertig.

Bensheim, 17. Januar. Die Weinproduzenten der hessi­schen Bergstraße hielten am Sonntag hier eine Versamm­lung ab, in der sie nachstehende Entschließung annahmen: 1. Als Naturwein darf nur dasjenige Getränk angeboten werden, welches aus Gährung des Traubensaftes ohne irgend einen Zusatz entstanden ist; 2. die maßlosen Vermischungen des Naturweines mit Wasser und Zucker werden gesetzlich wirksamer eingeschränkt als bisher, jedoch erscheint eine zeit­liche Beschränkung der Zusätze von Wasser und Zucker nicht zweckmäßig; 3. die Herstellung und der Vertrieb des Kunst- weines ist zu verbieten und von der Einführung einer Reichs­steuer auf Kunstwein abzusehen; 4. nach Ablauf der gegen­wärtig zu Recht bestehenden Handelsverträge soll der Ver­schnitt von Weißwein mit Rotwein und der Vertrieb des so «hergestellten Weines verboten werden; 5. unter allen Um­ständen sollen die vom Bundesrat bestimmten Grenzteile für den Extrakt und Aschengehalt des Weines aufgehoben werden.

A Mainz, 19. Januar. (Privattelegramm.) Der Rhein ist hier aus seinen Ufern getreten; das Wasser steigt langsam.__________________________________________________

Aus der Zeit für die Zeit.

Vor 86 Jahren, am 20. Januar 1813, starb in Weimar der Dichter Christoph Martin Wieland, der heitere Lebensphilosoph, welcher in seinen Romanen der Gesinnung und Denkweise der höheren, französisch gebildeten Stände das Wort redete und in leichter, lüsterner Sprache reichen Genuß des Lebens predigte. Zugleich erneuerte er in seinem Epos Oberon" die romantische Heldendichtung des Mittelalters. Wieland wurde am 5. September 1733 in Oberholzheim bei Biberach al« Sohn eines schwäbischen Geistlichen geboren.

Vermischtes.

Frankfurt a. M., 17. Januar. Die Stadtverordneten genehmigten die Anstellung von elf Schulärzten mit je 1000 Mk. Jahresgehalt.

* Berlin, 17. Januar. Der starke Sturm der letzten Tage nahm in der vergangenen Nacht einen orkanartigen Charakter an. Er verursachte ganz besonders durch sein stoßartiges Auftreten bedeutenden Schaden. In den Wald­ungen der Umgegend von Berlin hat der Sturm bedeuten­den Windbruch angerichtet. Auch in Berlin hat der Sturm viel Schaden angerichtet.

* Köln, 17. Januar. Als heute Abend der Dampfer Mannheim" von der Köln - Düffeldorfer Dampfschiffahrt. gesellschast seine oberrheinische Fahrt angetreten hatte, erfolgte auf der Mitte de« Stromes ein Achsenbruch. Die Passagiere wurden mittelst Booten an» Land gesetzt.

* Elberfeld, 17. Januar. Die Wupper ist an einigen Stellen über die Ufer getreten. Hier mürben in der ver­gangenen Nacht verschiedene Fabrik-Etablissements unter Wasser gesetzt. Die von dem rapiden Steigen de» Wasser» benach.

richtigten Vefltzer konnten noch alle» rechtzeitig in Sicherheit bringen. Seit der Ueberschwemmung im November 1890, bei der ungeheurer Materialschaden entstand und vier Personen chc Leben verloren, hat die Wupper eine solche Höhe wie jetzt, nicht wieder erreicht. Heute früh entlud sich über dem Wupperthal ein kurze» Gewitter.

* Helgoland, 17. Januar. Außer dem englischen Voll- fchissFours Wind»" ist noch ein englischerViermaster gestrandet und gesunken. Ein Boot mit 26 Mann Be- satzung des gesunkenen Schiffes wurde durch einen Schnell- dampfer gerettet.

Palermo, 17. Januar. Die hiesige Universität wurde zeitweilig geschlossen, weil die Studenten, die die Anberaumung eines außerordentlichen Termins zur Abhaltung der Prüfungen forderten, Ruhestörungen veranlaßten.

* Cadix, 17. Januar. Der ©arg Christoph Co­lumbus ist geöffnet worden. In demselben befanden sich nur Asche und einige Knochenreste. Der Sarg wurde darauf wieder geschloffen. Der AvisoGiralda" bringt den Sarg morgen nach Sevilla, wo derselbe feierlich empfangen und in die Kathedrale übergesührt wird.

Kopenhagen, 17. Januar. Brauereibefitzer Karl Jacobsen teilte dem Magistrat von Kopenhagen mit, daß er alle feine Kunstsammlungen der Stadt Kopenhagen zu schenken beabfichtige unter der Bedingung, daß für die Kunstschätze ein zweckmäßiges Gebäude geschaffen werde. Der Wert der Sammlungen ist auf 5 Millionen Kronen veranschlagt.

Eingesandt.

Gießen, 19. Januar 1899.

Würde bie verehrliche Theaterdirektion vielfachen Wünschen enigegenkommen und nochmals, vielleicht als VolkSoorstellung, »Die Brille* zur Aufführung gelangen lassen?

Mehrere Theaterfreunde.

Hottrsdirnst iu der Synagoge.

Samstag den 21. Januar 1899.

Vorabend 5 Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 3 Uhr Schrifterklärrrng, Sabbathausgang 56) Uhr.

Gottesdienst der israelitischen Keligionsgrsellschast.

Sabbathfeier am 21. Januar 1899.

Freitag Abend 480 Uhr, Samstaa Vormittag 8«° Uhr, Nach« mittag 3 Uhr, Sabbathausgang 6 Uhr.

Nachmittag 2« Uhr Schrifterklärurrg in der Synagoge.

Wochengottesdienst Morgens 7 Uhr, Abends 4<6 Uhr.

Verkehr, Land- und Volkswirtschaft.

LiMdrrrg, 18. Januar. Frachtmarkt. Roth er Wetz« X 14,11, weißer Weizen X 00.00, Kor« X 11.14, Gerste X 9.43, Hafer X 7.10.

Neueste Meldungen.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 19. Januar. Im Reichstage hat zur zweiten Beratung des Etats Prinz Schönaich-Karolath einen Antrag gestellt, den Reichskanzler zu ersuchen, zur Errichtung eines Goethe-Denkmals in Straßburg den Betrag von 50000 Mark in Form eines Nachtrags-Etats gewähren zu wollen.

Berlin, 19. Januar. DasKleine Journal" meldet aus Paris, die Auslieferung der diplomatischen Geheimakten an den Kassationshof soll erst nach der Versicherung, baß bie beutsche Regierung nichts dagegen einzuwenden habe, erfolgt sein.

Wien, 19. Januar. Die deutschen Oppositions- Parteien, mit Ausnahme der Schönerianer, haben be­schlossen, folgende Hauptbedingungen für das Aufgeben der Obstruktion zu stellen: Aushebung der Sprachen-Verord- nungen, Wechsel der Regierung, nationale Abgrenzung der Bezirke in Böhmen.

Laibach, 19. Januar. Gestern Abend 9»/4 Uhr wurde hier ein schwacher, nur zwei Sekunden dauernder Erdstoß wahrgenommen, welcher keinen Schaden anrichtete.

Paris, 19. Januar, lieber bie bevorstehenben Aus­sagen Esterhazys vor bem Kriegsgericht äußerte General Mercier, Esterhazy beschäftigte sich vielleicht aus Dilettantis­mus mit Gegenspionage. Was aber im Generalstabe vor­ging, konnte er nicht wissen, am wenigsten von bem Bvr- bereau, bas uns burch einen Agenten zuging.

Brussel, 19. Januar.Petit bleu" melbet, Esterhazy sei gestern Abenb um 6 Uhr, von Rotterbam kommenb, nach Paris weiter gereift.

Brüssel, 19. Januar. Das Datum ber Weltaus­stellung für Lüttich ist gestern enbgütig auf bas Jahr 1903 festgesetzt worben.

Paris, 19. Januar. Der Antrag bes Senators B isse n i l, ben Beschluß in ber Dreyfus - Enquete bem Gutachten ber brei vereinigten Zivilkammern bes Kassations- Hoses zu unterstellen, ist von bem Initiativ Ausschuß bes Senats mit 7 gegen 4 Stimmen angenommen worben. Senator Bissenil wirb heute im Senat seinen hierüber verfaßten Bericht Vorträgen unb bie Dringlichkeit für seinen Antrag forbern.

Paris, 19. Januar. 4000 Mitglieber ber Liga ber Menschenrechte zu Marseille unterzeichneten eine Protestnote, welche bem Präfekten bes Departements Bauches bu Rhone von einem Delegierten überreicht werben soll, unb in welcher bie Unterzeichner ihrer Entrüstung barüber Ausbruck geben, baß man beabsichtige, allen Präzebenzsällen entgegen, das Urteil in ber Dreyfus- Affaire vollstänbig ber Kriminalkammer zu entreißen. Sie brückt ihr Vertrauen bem Kassationshofe unb ber Armee gegenüber aus unb forbert bie Regierung auf, gegen bie reaktionären Elemente vorzugehen, bie unter bem Mantel, bes Patriotismus sich verschworen hätten, bie Republick zu vernichten.