Ausgabe 
19.12.1899 Zweites Blatt
 
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Schaufenster l?gen, er kann in der Auswahl und Gruppierungs-

ÄIat>ie$fiUl)L Das Schenken, welches an Weihnachten so sehr üblich, ist auch eine Kunst, wenn man den Zweck erreichen will, nachhaltig zu erfreuen. Man muß sich auf dem Gebiet des zu schenken­den Gegenstandes orientieren, sonst kann man etwas unpraktisches, alt­modisches, überlebtes kaufen, das dem Geschenkgeber und Geschenknehmer nachträglich mehr Verdruß und Aerger als Freude macht. So ist's schon manchem bei Kauf eines Klavierstuhls gegangen, wenn er einen solchen mit einfacher Schraube genommen hat, der sich leicht drehte und nach kurzer Zeit wackelte. Auf diesem Gebiet ist nämlich ein bedeutender Fortschritt durch die Erfindung des Hauptlehrers Dietz gemacht worden. Die von ihm konstruierte mit Zähnen versehene Schraube hält sich fest (vreht sich nicht mehr), sobald der Sitz beschwert wird. Die dadurch entstandenen Vorteile sind groß, der Mehrpreis kaum beachtenswert. Man erhält diese Stühle in schöner und solider Ausführung bei Wilh. Rudolph, Pianofortelager, hier.

auch das kauflustige PubliL'uw beileibe nicht von selbst in beu Laden des Kaufmannes kommt, sondern man könnte sagen, um eine Parallele ad absurdum zu ziehen, muß 'förmlich an den.Haaren zum Einkauf herbeigezogen werden, Mrtürlich wird o.s wohl niemand geben, der diesesan den Hacnov Heribeiziahen" wörtlü h auffassen könnte, ansonsten lÄrste wohl manch'e Perrücke daran glauben muffen, dieses Herbeiziehen" bes orgt bei ein em Kaufmanne, der seine Zeit und seine Kunden nehmen 'versteht, einzig und allein die Reklame. Wer hier nicht mitthun will, wird gut, ober vielmehr besser thu n, diesen 3 lrtike! nicht weiter zu lesen oder aus eine günstige Bilanz zur Jahresinventur dankend zu verzichten. Aber soweit in Europas übertünchter Höf

gastfrei, während er jetzt sehr vorsichtig und mißtrauisch ist. Er sorgt für die Armen, und giebt es nicht zu, daß Stammes­brüder bei anderen Buren Knechtstelle verrichten. Er kennt absolut keine Standesunterschiede, es kommt sehr oft vor, daß der ärmste Bure mit sehr reichen Farmerstöchtern die Ehe eingeht. Sehr gewissenhaft, ist er streng im Kriege, um nach Besiegung des Feindes diesem human und fried­fertig gegenüberzutreten. Politisch ist er in hohem Grade interessiert. Bis zum Knaben herunter liest jeder seine Zeitung, deren es in der Burensprache 28 giebt. Neben den Buren verdienten die Deutsch en als besonders kultur­tragend benannt zu werden, wenn hier nicht ein Mißton bestände. Die Deutschen, die dort wohnen, als Knechte, Grundbesitzer, Handwerker und Gelehrten, haben nur wenige Beziehungen zu einander und zu den Buren. Sie sind in politischer Beziehung sehr schmiegsam, sie werden gern ge» sehen, sowohl von den Engländern als wie von den Suren, aber sie sind politisch minderwertig. Das ist das für unfl Deutsche schwer zu ertragende. Diese Minderwertigkeit hangt damit zusammen, daß englische Sprache und englisches Kapital überwiegt. Nach dem Kriege wird in Transvaal, ein großer Kampf um Einführung der holländischen oder: englischen Sprache entbrennen. I

A Mainflingen, 17. Dezember. Be i der gestern in unserer Gemarkung abgehaltenen Treibjagd wurden von 11 Schützen 115 Hasen zur Strecke gebt acht. Das Wild überschreitet den zugefrorenen Main und zie ht sich allmählich in die Waldungen zurück. Die Treibjagd zu Klein- Kros zenburg ergab gegen 450 Hasen und mehrere Fasanen.

D Mainz, 17. Dezember. Die Mainzer Bischofs- wahl wird laut einem von dem Dornkcipitsl gestern ge­faßter l Beschlüße kommenden Donnerstag d en 21. d. Mts., vormi ttags, stattfinden. Der Wahl gehtt ein feierlicher Gotte; ^dienst im Dom voraus. Nach demM 'ainzer Journal" stehen aus der Bischossliste noch Domkapit ular Dr. Brück,

Probst Fehr von Worms und Dekan Dr. Engelhardt in Heppenheim. Als minder genehm wurden von der Regier­ung gestrichen die Namen Prinz Max, Weihbischof Dr. Fischer Köln und Pfarrer Forschner-Mainz. Unter dem Vorsitz des Geh. Kommerzienrats Wegeler-Koblenz fand am verflossenen Freitag hier wiederum eine Vorstandssitzung des deutschen Weinbauvereins statt, in welcher man sich zum zweitenmal mit dem neuen Weingesctzentwurf und insbesondere mit den in dem Entwürfe vorgesehenen Kon­trollmaßregeln befaßte. Nach sehr langen Debatten einigte man sich dahin, bei der Reichsregierung vorstellig zu werden, daß die polizeiliche Kontrolle in dem Gesetzentwürfe fallen gelassen werde und an deren Stelle eine sachverständige Kommission trete, welche in jedem weinbautreibenden Orte zu errichten sei. Wegen der rn dem Entwürfe vorgesehenen Verzuckerung der Weine entschied man sich dahin, daß eine Zuckerlösung bis zu einem Drittel gestattet werde, dagegen die Trester nur zur Herstellung von Branntwein und nach­weisbarem HauStrunk Verwendung sinden sollen. Mit der von der Mainzer Handelskammer vertretenen Ansicht, die Ablehnung jeder Kontrollvorschrift, konnte sich die Ver­sammlung nicht befreunden.

Mainz, 17. Dezember. Die Kammer für Han­delssachen des hiesigen Landgerichtes verurteilte in ihrer letzten Sitzung den hiesigen Manufakturisten Max Levi wegen unlauteren Wettbewerb zu einer Geldstrafe von Mk. 5(XL Der Verurteilte hatte in seinem Schaufenster Plakate an­bringen lassen, worauf er seine Waren als von einem Konkurse herrührend zu billigen Preisen anpries. Die Entfernung der Plakate wurde durch das richterliche Urteil auch verfügt. Neben dem allgemeinen städtischen Wasser­werk wird jetzt hier von der Stadt noch ein zweites Wasserwerk gebaut, das ausschließlich dazu bestimmt ift* den neuen städtischen Schlacht- und Viehhof mit Wasser zu versorgen. Da in unmittelbarer Nähe des Viehhofes reiche Quellen sind, läßt sich das Wafferwerk für den verhältnis­mäßig geringen Betrag von 40 000 Mk. Herstellen.

damit auch dem verwöhntestem Geschmack des vor den Aus­lagen flanierenden Publikums voll und ganz Rechnung ge­tragen wird. Dennverwöhnt" wird das kauflustige Publikum gerade um die Weihnachtszeit in ganz enormer Werse, dafür sorgd schon die liebe Konkurrenz, welche cs sich wacker angelegen sein läßt, gerade diejenigen Artikel in besserer und quantitativerer Auswahl Zur Ausstellung zu bringen, bei denen sie beim Nachbargesch^ift das Vorhanden­sein einer Achillesferse vermutet.

Lokales and ProonyieUes.

Gießen, 18. Dezember 1899.

* Geschichtskalender. (Nachdruck verboten.) Vor 157 Jahren, am 19. Dezember 1742, wurde zu Stralsund der namhafte Chemiker Karl Friedrich Wilhelm Scheele geboren, der Sauerstoff und Chlor entdeckte. Bekannt ist auch das Schede'fche Grün (arsentk saures Kupferoxyd) mit schöner, aber giftiger Farbe. Scheele starb als Apotheker in Köptng.

* Weihnachts Reklame. Wohl wenige unter den Kom­merziellen der gesamten Welt werden sich den Umstand ver­hehlen, daß die Adventzeit für das Fortgedeihen eines jeden Geschäftes von eminent wichtiger, ja zuweilen ausschlag­gebender Bedeutung werden kann. Sie ist sozusagen der Kulminationspunkt, um welchen sich alles in wilder, ruhe­loser Hast dreht und windet, sie zaubert jedem Chef die lockendste, farbensprühendste Fata morgana vor Augen, sie ist im stände, das Unterste zu oben und das Oberste nach unten zu kehren. Wenn alle anderen außerhalb seiner öffentlichen geschäftlichen Thätigkeit stehenden Sterblichen sich in Ruhe und Behaglichkeit auf die genußfrohen Tage *des kommenden Weihnachtsfestes vorbereiten, und im un­getrübten Seelenfrieden und philosophischer Nonchalance die Dinge, wie sie einmal sind, auf sich zukommen lassen, er- giebt sich bei dem Kaufmanne gerade das Gegenteil von all diesem. Man kann beinahe sagen, er ist der Sklave des kommenden ChristuSfestes, sofern er nicht sein eigener Sklave ist. Aber dieses moderne Sklaventum läßt er sich noch immer herzlich gerne gefallen, und wünscht gegebenen Falles noch immer mehr der klirrenden Ketten herbei, wenn letztere anstatt des Eisens gleißendes Gold aufweisen. Das biblische Wort vom Leben, das da schön ist, wenn es voller Mühe

lichkeit und Kultur, wird ja doch fein Kommerzieller unserer fin de oiöole-Zeit mehr fein, im Gegenteil, überall macht sich eher ein augenverwirrendes Uebermaß breit, als ein Zuwenig Auch mit der Weihnachtsreklame ist es eine eigene Sache, oder gerade mit dieser. Wie mancher hat da schon herbe Enttäuschungen erlebt und wird sie wiederum erleben! Die meisten lassen wohl einen Umstand außer Acht, der sich in den weitesten Schichten der Detaillisten fest eingebürgert hat, und welcher in vielen Fällen bedeutend unterschätzt wird. Das ist die Vorsicht und Gabe, eine Diagnose zu fällen, ehe die ersten Anzeichen des UebelS sich bemerkbar machen, mit anderen Worten, sie verpassen in der Regel den richtigen Zeitpunkt, wann sie mit der Reklame zum heiligen Weihnachtsfeste beginnen sollen. Hier lautet die Parole: je früher, je besser. Je eher man damit beginnt, in für die Branche geeigneten Blättern auf vor­teilhafte und zeitgemäße Einkäufe hinzuweisen, den Leserkreis ante festum förmlich mit den zu kaufenden Gaben und Geschenken zu füttern, und ihm möglichst auf originelle, auffallende Art und Weise zu Gemüt zu führen, daß es für ihn und seine zu beschenkenden An­gehörigen gar nichts besseres und vorteilhafteres gäbe, als gerade die Waren, welche man durch Inserate und sonstige öffentliche Mittel einem weiten Publikum vor Augen führt, wenn dieses alles und noch so manches andere individuell d. h. je nach dem Spezialfalle des inserierenden Geschäfts und energisch in Scene gesetzt wird, so ist eins gegen zehn zu wetten, daß der Kaufmann schöne Erfolge erzielen und fein Laden von Kunden nicht leer bleiben wird, wenn eine geschickte und wirksame Schaufenster Reklame noch ein übriges thut. Ja wenn . . . ! Aber meistenteils thut sie es keines­wegs. Ja, manche Firmen halten es nicht einmal der Mühe für wert, während der Weihnachtszeit in ihren Schau­fenstern irgend welche Veränderungen vornehmen zu lassen, sie meinen, das Geschäft wird sich ja auch schon so machen, da das Publikum doch nun einmal in Hellen Scharen auf den Straßen herumläuft und so vollauf Gelegenheit hat, auch in den wenig dekorierten Laden von X. hineinzugehen, ohne an den ungeschmückten, im Alltagsgewande dürftig genug ausschauenden Schaufenstern irgend welchen Anstoß zu nehmen. Weit gefehlt, solche Art denkender Kaufleute würden bald zu ihrem eigenen Schaden die betrübende Er­fahrung machen, daß sie sich durch Zurschautragen gleich- giltiger Indolenz nur ins eigene Fleisch geschnitten haben. Vielleicht mehr wie andere leichtlebigere Volker wohnt den Germanen die Eigentümlichkeit inne, ein für äußere Ein­drücke äußerst empfängliches Gemüt zu besitzen, welches sie gegebenenfalls sogar bestimmen könnte, wie man zu sagen pflegt: das Herz mit dem Verstand durchgehen zu lassen. Ist dieses schon im gewöhnlichen Leben der Fall, um wieviel mehr um das heilige Weihnachtsfest, dessen verklärender Schimmer bekanntlich die Herzen höher schlagen macht und die Taschen minder zugeknöpft erscheinen läßt, tote in der nüchternen Prosa des Alltagslebens. Und barum: kann der Kaufmann gamicht genug Wert auf eine in dekorativer wie gehalt­voller Hinsicht gleichbedeutend inszenierte Ausstattung seiner

Schauspielhaus,

Dienstag, 19. Dezember. Uhr.Torquato Tasso". Im Ab. Gew. Pr. Mittwoch, 20. Dezember. 7 Uhr.Nora". Im Ab. Gew. Pr. Donnerstag, 21. Dezember./s7 Uhr. Wiederholung der Festvorstellung zum 10U. Geburtstage Heinrich Heine'ö. 1. Abt.Auf Montmartre". Einleitendes Gedicht von Emil Clar, gesprochen von Fräulein Charlotte Boch, hierauf: neu einstudiert: Ratcliff", Tragödie von Hch. Heine (Bühnenetnrichtung in 2 Akten). 2. Abt. Rezitationen und Konzert. Außer Ab. Große Pr. Freitag, 22. Dezember. 7 Uhr.Maria Magdalena". Im Ab. Gew. Pr. Samstag, 23. Dezember. 7 Uhr Zum ersten Male:Der Herr im Hause". Lustspiel in 4 Akten von Paul Lindau. Im Ab. Gew. Pr. Sonntag, 24. Dezember. Geschlossen Montag, 25. Dezember. Zi/r Uhr. Vorstellung bei kleinen Preisen.Heimat". Außer Ab. 7 Uhr.Der Probekandidat". Im Ab. Gew. Pr. Dienstag, 26. Dezember. 31/3 Uhr Vorstellung bei kleinen Preisen.Im weißen Rößl". Außer Ab. 7 Uhr. Zum ersten Male wieder­holt:Der Herr im Hause". Im Ab. Gew. Pr.

(= Seit dem Jahre 1886 waren übrigen: 6 durch die Ent- deckunj; der Goldfelder in Johannesburg im Transvaal andere Verhältnisse mit einem Schlage g eschaffen worden. Die Stadt wuchs an Größe und Einwohnerzahl, über 100 Goldminen-Gesellschasten mürben gegründet, von Ebenen übrigens ein großer Teil 18 95 durch einen infolge falscher Bearbeitung der Mink n eingetretenen Krach verschwunden ist. Die Finanzen Transvaals wäre n mit einemmale Igeorbnet, die 20 Millionen Staatsschulden wurden getilgt, ja seit dem Jahre 1895 ist sog-ar alljährlich ein Staatsüberschuß zu verzeichnen. Auch die Monopole, die der Bure liebt, brachten Geld ein. Daß de r Zuzug von Fremden ein enormer n>ar, wird niemand Mündern. Die Ausländer verlangten schließlich das Stirnm- 'recht, was Transvaal und mit Recht nur denjenigen Fremden geben will, die völlig Staatsangehörige werden ' und zur Fahne schwören. Durch die Weigerung derselben bildete sich die bekannte Uitlänberfrage heraus.

Eine Charakteristik der verschiedenen Bevölkerungsklassen wird so fuhr Redner fort «gewiß von Interesse sein: der Bure ist von großem, stattli'chem Wuchs, ausnahmslos blond. In jeder Hinsicht ist er; konservativ, als Mensch anspruchslos, Dabei zähe, langsam denkend, freiheitsliebend und leider geizig. Er besitzt.i enorm stark ausgebildetes

Rafsegcsühl, ist fromm und nidjt grabe arbeitsam. Schwer- ! fällig in feinen ggn^n. Uaierne tjmungen war er früher sehr

Spidplan btr winiptra frmräfnrftr StMhertrr.

Opernhaus.

Dienstag, 19. Dezember. 7 Uhr.Martha", LyoNel: Herr Heusel vom Stadttheater in Freiburg als Gast. Im Ab. Mittwoch, 20. Dezember. i/,.8 Uhr. Zu Beethoven's Geburtstag: Vorstellung bei"ermäßigten PreisenFidelio". Außer Ab. Donnerstag, 21. De­zember. 1/e1 Uhr.Das goldene Kreuzt, hieraufFortunio's Lied". Im Ab. Freitag, 22. Dezember. 7 Uhr. Vorstellung bei er­mäßigten Preisen. Neu einstudiert:Prinzessin Goldhaar". Außer Ab. Samstag, 23. Dezember. 7 Uhr.Iris". Im Ab. Sonntag, 24. Dezember. Geschlossen. Montag, 25. Dezember. 33/2 Uhr. Vorstellung bei ermäßigten Preisen.Prinzessin Goldhaar". Außer Ab. 7 Uhr.Mignon". Große Preise. Dienstag, 26. De­zember. 31/2 Uhr. Vorstellung bei ernräßigten Preisen.Prin» zessin Gvldhaar". Außer Ab. 7 Uhr.Tannhäuser". Im Ab. Große Preise.

und Arbeit ist, läßt sich mal mit Fug und Recht auf die drei bis vier Wochen anmenben, welche bem großen Feste der Gaben und Geschenke vorausgehen. Eine nervöse, während des ganzen Jahres nie zu beobachtende Unruhe bemächtigt sich des ganzen Personals vom jüngsten Lauf­burschen bis zum ältesten Disponenten quasi Geschäfts führer, alles ist voller rastloser Bewegung und nimmer­müden Arbeitsdranges, um noch einmal zum Schlüsse des Geschäftsjahres die volle Kraft einzufetzen, auf daß die zu ziehende Bilanz ein möglichst günstiges Resultat aufweisen kann. Jetzt gilt es, zu zeigen, was das einzelne Geschäft zu leisten imstande ist, jetzt gilt es, den gewaltigen Ansturm des kaufkräftigen Publikums mit Würde und Kraft aus zuhalten und den Kampf zu einem siegreichen Ende zu führen. Aber nicht nur kaufkräftig ist das Weihnachts- Publikum, sondern auch kauflustig, denn man kann wohl ruhigen Gewissens behaupten, daß zu keiner Zeit im Jahre leichter, müheloser verkauft und skrupelloser, sorgloser ein« gekauft wird, wie gerade in der Adventszeit. Wo ist da der Kunde, der zuerst lange und in nörgelnder Weise jedes zu kaufende Stück zehnmal in den Händen herumbreht, ehe er es käuflich ersteht. Namentlich in ber allerletzten Zeit üor den Festtagen wird sich wohl niemand einfallen lassen, erst lange und sorgfältige Auswahl zu halten, und Gegend stände einer pessimistischen Prüfung zu unterziehen, die dazu v Tr o

bestimmt sind, den lieben Angehörigen Stunden fröhlichen | art der Reklame-Gegenstände garnicht vorsichtig genug sein, Beschenktwerdens zu bereiten. Kommt es boch bei ben meisten zumal nur darauf an, wie die Präsente gegeben werben, und erst in zweiter Lime kommt die Qualität in Betracht, ober btefe pkiilantropisch^ Betrachtung in kerniges Ostpreußisch übersetzt:Dem geschenkten Gaul sieht man nicht ins Mau!!" Weirn auch im allgemeinen bie beim fluktuierenden Einkauf in Befracht kommenden Momente für den Detaillisten gerade um die Weihnachtszeit ungemein günstig liegen, so muß m&m doch in Erwägung ziehen, daß

aber vom Ban von Eisenbahnen und Telegraphen, den der Gouverneur versprochen hatte, .war keine Rebe. Die Selbst­verwaltung hörte auf, die Rechtsprechung würbe anbers, kein Volksrat würbe mehr einberufen. Da regte sich baS Volk gegen bie Annektion, bie staatsrechtlich überhaupt nicht giltig war, da von 8000 stimmberechtigten Bürgern sich nur 2500 burch Unterschrift mit ber Annektion einverstanben erklärt hatten. Da persönliche Vorstellungen Krügers und Jouberts in Lonbon nichts fruchteten, würbe schließlich M einer großen Volksversammlung mit 6500 Stimmen be­schlossen, die sübasrikanische Republik wiederaufzurichten. Mit drei kleinen Kolonnen von je 600 Mann wurden die Truppen ber Englänber aus Transvaal hinausgeworfen unb bann mit Englanb, welches fürchtete, baß die Buren in ber Kapkolonie einen Aufstand interneren würden, Frieden geschlossen, obgleich England in Natal 12 000 Mann Militär stehen hatte. , . ,

Bier Jahre hatte bie Annektion Transvaals gedauert, nun war mit Zustimmung Englands die Unabhängigkeit der Buren wieder erreicht. 1884 kam ein neuer Vertrag zu London zu Stande, dessen Grundgedanke ber war, daß bvt Souveränetät Englands nicht mehr über Transvaal bestäub e. Als daher Chamberlain 1897 von einer Souzeränetät Trans­vaals sprach, protestierte Krüger in energischer Weife, woraus sich bann neben anbereu Gründen, vor allem bezügdch des Stimmrechts der Ausländer, ber Krieg, entwickelte..