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Zöglinge non Tante Rothe im Lokale derselben statt, wie Spiele u. s. w, auss er umsichtigen Leitung von :ben, was die anwesenden zu erkennen gaben. Am .. öeihvachtSseier wurden btu MN im Sindergarten gereicht. Der Kindergarten geschlosien und beginnt am I. wieder.
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Frankreich, die Samoafrage, unsere wirtschaftliche und industrielle Entwickelung, das ungeheuere Anwachsen unseres Welthandels und unsere Handelsflotte — alle diese Ereigniffe und Thatsachen müßten m jedem patriotisch gesinnten Deutschen den Wunsch laut werden lassen nach einer kriegsstarken, unseren Macht und Derkehrsverhältnissen entsprechenden Flotte. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgten die Zuhörer diesen Ausführungen und ein wahrer Beifallssturm brach los, als der Redner geendigt hatte. Herr KreiSrat Dr. Wallau dankte demselben aufs wärmste für den Vortrag, gedachte des Allerhöchsten Schirmherrn unserer Flotte, Seiner Majestät des Kaisers, und des Protektors des Hessischen Landesvereins, Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs; begeistert stimmte die Versammlung in das ausgebrachte Hoch ein. Nachdem alsdann noch der Sekretär des Provinzial-Ausschusses des Flottenvereins für die Provinz Oberhessen, Herr Eisenbahn- sekretär Blum aus Gießen, die Organisation des Vereins dargelegt hatte, meldeten sich 35—40 Herren als Mitglieder an und wurde ein engerer Ausschuß aus folgenden 10 Herren gebildet: KreiSrat Dr. Wallau, Dr. Sartorius, Pfarrer Licht (Angersbach), Distriktseinnehmer Frieß, Lehramtsassessor Förmes, Fabrikant David Weiß II. (Frischborn), Kaufmann Eugen Weber, Kaufmann Karl Finger II., Fabrikant W. Wenzel, Kreiskulturtechniker Kunz. Dem Protektor des hessischen Landesvereins, Seiner Kgl. Hoheit dem Großherzog, wurde die Bildung der hiesigen Ortsgruppe durch ein Telegramm ehrerbietigst angezeigt. Mit einem Hoch auf unsere Flotte schloß Herr Kreisrat Dr. Wallau die Versammlung, nachdem noch Herr Lehramtsassessor Förmes den Veranstaltern derselben gedankt und Herr Sekretär Blum einige heitere und ernste Episoden aus dem Leben und Treiben unserer „Blaujacken" auf hoher See und in fernen Erdteilen mitgeteilt hatte.
Gerichtssaal.
Frankenthal, 15. Dezember. Die Strafkammer verhandelte heute gegen den 38jährigen Landwirt und Weinwirt „Zum Schwanen" Fritz Müller in Heuchelheim wegen fahrlässiger Tötung. Nach einer Treibjagd der Lambsheimer Jagdgesellschaft hatte der Angeklagte mit 2 Jagdteilnehmern in verschiedenen Wirtschaften stark getrunken und schließlich den Abendzug zur Heimfahrt von Frankenthal nach Heuchelheim verpaßt. Man besorgte sich deshalb einen zweispännigen Landauer. Ruf der Rückfahrt gab Müller bei dem Heßheimer Uebergang einen Schuß aus seinem Gewehr ab, um zu sehen, „ob die Pferde erschrecken würden." Als es dem Kutscher eben gelungen war, die Pferde wieder zu beruhigen, feuerte Müller noch einmal und nun stürmten die Pferde davon. Der Kutscher war vom Bock verschwunden. Nachdem es gelungen war, die Pferde zum Stehen zu bringen, begab Müller sich auf die Suche nach dein Kutscher und kam mit der Bemerkung zurück, es sei nichts passiert. Thatsächlich war aber der Kutscher Karl Hohmann auS Eichriedt, ein braver Arbeiter, durch den zweiten Schuß getroffen worden und wurde mit zertrümmertem Schädel von den auf die Schüffe herbeigeeilten Personen tot aufgefunden. Müller, ein allgemein geachteter Mann, erhielt für diese im angetrunkenen Zustand begangene fahrlässige Tötung 5 Monate Gefängnis.
Universität und Hochschule.
— Ernannt: Der bisherige Privatdozent in der philosophischen Fakultät der Universität Leipzig Herr Dr. phil. Hans Stobbe, Assistent am ersten chemischen Laboratorium, zum a.-o. Professor.
— Berlin, 16. Dezember. Zur Frage der ärztlichen Approbation einer Dame, die als Untersuchungsärztin bei der Berliner Sittenpolizei
angefiellt werden sollte, erfährt die „Deutsche Medizinische Wochenschrift", daß allerdings Versuche gemacht worden seien, für die betreffende Dame die Approbation zu erlangen, daß diese Versuche beim Kultusministerium aber ergebnislos verlaufen sind.
— Straßburg, 16. D-zember. Hier ist ein Komitee in der Bildung begriffen, das eine Gedenktafel für Pasteur an dem Hause sKalbsgasse Nr. 3 anbringen will, in dem der genannte Gelehrte während seines hiesigen Aufenthaltes, 1849 bis 1854, gewohnt hat. Für diese Ehrung ist das von A. Patay ausgeführte Porttaitmedaillon in Aussicht genommen.
— Verschiedenes: Aus München berichtet die „Allg. Ztg.": Oberst a. D. Rttler v. Renauld, der im letzten Sommer für Lösung einer Preisaufgabe von der staatswirtschaftlichen Fakultät der hiesigen Universität mit dem vollen Preis gekrönt wurde, hat am 9. d. M. mit der Note I „summa cum laude“ die Doktorwürde erworben.
Vermischter.
* Wien, 16. Dezember. Infolge des großen Schneefalles treffen aus allen Landesteilen Nachrichten über Verkehrsstockungen ein.
• Wien, 16. Dezember. Der Kapellmeister am Hofburgtheater, Kossel erhängte sich aus unbekannter Ursache.
* Graz, 17. Dezember. Die Kärntner Linie der Südbahn mußte wegen Schneeverwehungen fast vollständig den Verkehr einstellen.
Handel und Uerkehr. Volkswirtschaft.
Gründers, 9. Dezember. Fruchtmarkt. Weizen 14,50—15,20 Mark, Korn 14,70 Mk. Gerste, 15 Mk., Hafer 13,18—15 Mk., Erbsen 00—00 Mk., Linsen 26 Mk.
Frankfurter Börse vom 16. Dezember.
"Wechsel auf New-York zu 4.20%-2t%.
Prämien auf Kredit per ult. Dezember 1.20%, do. per ult. Januar 8.10%, Diskonto Kommandit per ult. Dez. 0.85%, do. per. ult. Jan. 2.60, Lombarden per ult. Dez. 0.55 /», do. per ult. Jan. 0.95%, Staatsbahn per ult. Jan 0.00%, do. per ult. Februar 0.00%, Berliner Handelsg. per ult. Jan. 2.70%.
Notierungen: 'Kreditaktien 232.70-233.20, Diskonto-Kommandit 191.50-192-191.70-80, Staatsbahn 186.50-80, Gotthard 142, Lombarden 31, Ungar. Goldrente 97.30, Italiener 93 20, Bproz. Mexikaner 25.—, Oesterr. Coupons 84%, JAmerik. Coupons 4.18% Privat-Diskont 5%% G.
1% bis 2% Uhr: Kredit 283, Diskonto Kommandit 191-80, Staatsbahn 137 20-60, Lombarden 31.
Neueste Meldungen.
Depesckm deS Bureau „Herold".
Berlin, 18. Dezember. Wie die Montags-Zeitung aus Paris meldet, findet zwischen Paris, Wien und Berlin ein Gedanken-AuStausch bezüglich der Regelung wichtiger nationaler Fragen zur Beendigung deS Transvaalkrieges statt. Die Franzosen möchten bei dieser Gelegenheit auch die egyptische Frage aufrollen, stoßen aber dabei auf den hartnäckigsten Widerstand der russischen und deutschen Diplomatie.
Kiel, 18. Dezember. Der königliche Polizeikommissar Amelung wurde wegen des Verdachts des Meineides verhaftet, welchen er in dem Preß-Prozeß gegen den Redakteur der dortigen „Volkszeitung", Lütjens, geschworen haben soll.
Wien, 18. Dezember. Der Ministerwechsel ist stündlich zu erwarten. Die Jungtschechen sollen be
reits als Nachfolger deS Grafen Clary den Grasen Bylandt Rheidt zum Ministerpiäsidenten ausersehcn haben.
Paris, 18. Dezember. Die Abberufung des deutschen Militär-Attachees wird als Beweis der versöhnlichen Gesinnung des deutschen Kaisers dem französischen Volke gegenüber bezeichnet.
Moskau, 18. Dezember. In dem Prozesse gegen den Millionär Mamontow hat der Staat die strengste Untersuchung angeordnet. Dieselbe wird sich sehr lange hinausziehen. Die Prüfung der Geschäftsbücher und Dokumente wird, wie die Blätter melden, mehrere Jahre dauern. Der Gesundheitszustand MamentowS hat sich bedeutend gebessert.
Ein willkommenes Wrihnachts« lür das jedermann Verwendung hat und das stets Freude bereitet, ist die in fast jeder Familie so hoch- geschätzte Pat. Myrrholin-Selfe. An Feinheit und vorzüglichen Eigenschaften zu rationeller Hautpflege ist sie einzig in ihrer Art und deshalb auch der bevorzugte Liebling der Damen. Die Pat. Myrrholin-Seise ist überall, auch in den Apotheken, in Kartons ä 3 Stück (Mk. 1.50) erhältlich. Nach Orten ohne Niederlage versendet die Myrrholin-Gesellschaft m. b. H. Frankfurt a. M. 2 Kartons franko gegen Nachnahme von Mk. 3.
— Gegenüber den Reklamen der Singer Komp, möge daraus aufmerksam gemacht werden, daß die deutsche Nähmaschiueuiudustrie schon seit Jahren einen ganz bedeuienden Aufschwung genommen Hal und daß die deutsche Nähmaschine hinter keinem m anderen Länden hergestelllen Fabrikat, am allerwenigsten hinter dem der Singer Komp, zurücksteht. Eine große Anzahl von Vervoll- nommnunaen, die erst die Nähmaschine wirklich leistungsfähig gemacht haben, sind von Deutschen erfunden und zuerst an deutschen Nähmaschinen angebracht worden. Die deutsche Nähmaschine geht in alle Weltteile, ihre vorzügliche, mechanische Ausführung, ihre außerordentliche Leistungsfähigkeit und Dauer, ihre feine äußere Ausstattung haben ihr eine immer größer werdende Verbreitung verschafft. Nur nach den Ber. Staaten von vtordarmert"a geht sie nicht, weil di fes Land, welches unserer Industrie und Landwirtschaft in rücksichtslosester und oft sehr unbilliger Weise Schwierigkeiten bereitet, wo es nur angeht, sich durch einen sehr hohen Zoll gegen die deutsche Nähmaschine vollständig abgeschlossen hat, während die amerikanische Maschine in Deutschland fast zollfrei eingeht. Der Wrtlkampf der deutschen mit der amerikanischen Nähmaschine ist dadurch zum Nachteil Deutschlands ein ungleicher. Unter gleichen Bedingungen würde sich die deutsche Nähmaschine zweifellos auch den amerikanischen Markt erobern. Nun kommt hinzu, daß die Maschinen der Singer Komp, wesentlich teurer wie gute deutsche Maschinen verkauft werden. Der geschäftliche Apparat der Singer Komp., die hohen Provisionen, die ste ihren Agenten und Detailreisendcn zahlt, lassen billigere Preise nicht zu. Und so werden denn jährlich tausenden deut schenFamilten amertkantscheNähmaschinen zu srhr hohen Preisen durch die Detailreisenden der Singer Komp, verkauft, während deutsche Maschinen von mindestens gleicher Güte wesentlich billiger erhältlich sind. Unter den geschilderten Verhältnissen sollte jeder gerecht und patriotisch denkende Deutsche in seinem eigenen Interesse und in dem der deutschen Industrie es vermeiden, amerikanische Maschinen zu kaufen, sondern seinen Bedarf bei deutschen Firmen decken.
Vor Weihnachten werden die gesamten Vorräte in Herren-Anzugen, Ucberziehern, Joppen, Hosen, Westen, Kinder-Anzügen, Herren-Wäsche Oberhemden, Vorhemden, Kragen, Manschetten, Unterkleidern, Kravatten, sowie alle Arten Manufakturwaren, Bettwäsche, Kolter, Tischtücher, Servietten, Schürzen, Taschentücher, Damen-Wäsche, Unterröcke mit ganz bedeutender Pretsermätzlgung
verkauft. — Anfertigung von eleganter Herren-Garderobe nach Mab in eigener Werkstätte unter Garantie für tadellosen Sitz.
Bekanntmachung.
Dienstag, den 19. l. Mts., von vormittags 9 Ubr ab, werden im Hofe des Bürgermetstcreigebäudes -er- Gartenstraße 2 — Christbäuurcheu zum Preise von 10, 20, 30, 40 und 50 Pfg. pro Stück, solange der Vorrat reicht, abgegeben. 8761
Gießen, den 18. Dezember 1899.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _______________________Gnauth.______________________
Bekanntmachung.
Der Borauschlag der Gemeinde Saasen für das Jahr 1900/1901 liegt vom 22. Dezember 1899 an acht Tage lang auf Großh. Bürgermeisterei-Bureau zu Jedermanns Einsicht offen.
Saasen, den 18. Dezember 1899.
Großherzogliche Bürgermeisterei Saasen.
Schmitt. 8751
r«r ersten Klaffe der Großh. Hess. Landes-Lotterie '/, Mk. 33.—, V2 Mk. 16.50, ’/s Ml. 6.60, -/,« Mk. 3.30
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lirliiiinitiiiiidjiiiuieii
Konkursverfahren.
Ueber das Vermögen der Kauffrau Henriette Fischer zu Gießen wird heute, am 16. Dezember 1899, nachmittags 5 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet.
Der Kaufmann Emil Fischbach zu Gießen wird zum Konkurs. Verwalter ernannt.
Konkursforderungen sind bis zum 11. Januar 1900 bei dem Gerichte anzumelden.
Es wird zur Beschlußfaffung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Glätt- bigerausschuffes und eintretenden Falls über die in § 120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forde- rungen auf Donnerstag, den 18. Januar 1900, vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt.
Allen Personen, welche eine zur Konkursmaffe gehörige Sache in Be- sitz haben oder zur Konkursmaffe etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen, oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkurs vermalter bis zum 11. Januar 1900 Anzeige zu machen.
Großherzogl. Amtsgericht' Gießen, gez. Wiener.
Bekannt gemacht: 8755
Neid hart, Gerichtsschreiber.
llrrttciscrmiiuii
Zamstag i»rn 23. Nqembcr, nachmittags 2% Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Erben der Balthasar Sack Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien Flur 1 Nr. 44Vio — 56 qm Hofraite in der Mühlgasse,
Flur 1 Nr. 44a7io — 88 qm Hofraite daselbst
freiwillig meistbietend versteigert werden. Gießen, 18. Dezember 1899.
Großh. Ortsgericht Gießen.
I. A.: Vogt. 8756
(i:in|ifchtuuncn
M-
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Arrac-, Rum-, Burgunder- und Portwein - Punscheflenz eigener Bereitung, Bischofeffenz, Maiwein- efsenz, ferner alte, abgelagerte Spirituosen: Arrac, Kognak, Rum, Zwetschengeist, Ktrschengeist, Heidel- beergeist, Wachholdergeist, Enziangeist. Deutschen Bürgerbitter,
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