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19.11.1899 Viertes Blatt
 
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Fleisch-Extract

übertrifft trotz billigeren Preises an Nährkraft und Wohlgeschmack die Liebigschen Extracte

Schiffsnachrichten.

Norddcutschn Lloyd, in Gießen vertreten durch dts Ag«tm La l Loos und I. M. Schulhof.

Bremen, 17.Novbr. Wer transatlantischenTelegraph.i Der Schnellpostdampfer Saale, Kapitän I. Mirow, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 1 Uhr morgens wohlbehalten in ^^ York angekommen. ..

Graff s heil agen: Gießener Fsmüimblätter, Her hessische Landwirt, HIStter für hessische Volkskunde.___________________

Kunst-Ausstellung. ausstellung jm Turmhaus am Brand ist täglich von 11 bis* 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. Eintritt für Niohtmitglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonn- nnd Feiertagen 20 Pfg.

Stimmungsbild aus dem Hteichstage.

(Nachdruck verboten.)

nh. Berlin, 17. November 1899.

Lange und heftig ist heute noch um den Rest der Post­novelle gestritten worden. Allerdings war dieser Rest noch bedeutungsvoll genug, und namentlich war er geeignet, prinzipielle Erörterungen hervorzurufen, was er denn auch in reichem Maße that. Es handelte sich nämlich um die Frage der Entschädiguug der Privatposten, die infolge des neuen Gesetzes am 1. April 1900 ihren Betrieb einstellen müssen. Diese Entschädigungsfrage zerfällt in zwei Teile, die ganz verschieden behandelt werden müssen, nämlich in die.Entschädigung der Unternehmer und die der Angestellten. Hebet die letztere waren sich die Parteien in der Kommission ziemlich einig geworden, und an den Abmachungen wurde auch heute nichts geändert. Die Angestellten der Privat­posten sollen unter Anrechnung ihres bei diesen erlangten Dienstalters möglichst in den NeichSpostdieust übernommen werden; und wo dies nicht angeht, ist eine Entschädigung ausgeworfen, die, je nach dem Dienstalter bemessen, bei einer Beschäftigungszcit von über drei Monaten ein Monats­gehalt, bei einer Beschäftigungszeit von über einem Jahre ein Vierteljahrsgehalt und für jedes weitere Dienstjahr em weiteres Vierteljahrsgehalt beträgt, wobei jedoch Gehälter über 5000 Mk. nur mit diesem Betrag in Ansatz gebracht werden dürfen. Die Regierungsvorlage war nicht so weit gegangen; als Höchstentschädigung hatte sie ein Jahres­gehalt normiert. Der Staatssekretär hatte sich aber mit den Kommissionsvorschlägen abgefunden und erklärte seine Zustimmung zu denselben. Selbst Herr Singer (Sozial­demokrat) erklärte sich mit ihnen einverstanden, wenn er auch die Bemerkung nicht unterdrücken konnte, daß seine Freunde die Sätze eigentlich etwas höher gewünscht hätten.

Auch nach einer anderen Richtung hin glaubte Herr Singer noch eine Abschwächung seiner Zustimmung vor­nehmen zu müssen; er erklärte es für nicht ohne Bedenken, neue Scharen von Unterbeamten unter das Szepter des Herrn von PodbielSki zu stellen, der ihre Gewissensfreiheit gefährden würde, und knüpfte daran die Aufforderung an den Staatssekretär, seinen Untergebenen in der Bethätigung ihrer staatsbürgerlichen Rechte keine Schwierigkeiten m den Weg zu legen.

Biel größere Schwierigkeiten für die parlamentarische Behandlung bot die Entschädigung der Unternehmer. Hier war man wohl allseitig darüber einig, daß der nachweis­bare Schaden ersetzt werden müsse. Heiß umstritten wurde aber die Frage, ob auch der entgangene Gewinn entschädigt werden solle. Die Regierung hatte sich nach einigem Sträuben für eine mäßige Entschädigung entschieden, und

Die Handhabung ist außerordentlich einfach, ein gewöhnlicher Koch­prozeh, ohne eine andere Zuteilung, als die erforderliche Farbe. Der Stoff, fei es Seide, Wolle, Baumwolle oder Halbwolle, leidet m keiner Weise durch den Prozeß und erhält auidrucksvolle, schöne Farben. Dieselben sind absolut giftfrei und waschecht. Die ge­brauchten Geschirre werden in keiner Weise angerissen and können für jeden wetteren Zweck unbesorgt benutzt werde«. Es stnd alle möglichen helle und dunkle Farben zu haben, und ist der an- gesctzte Preis per Glas 30 Pfg. - sehr niedrig. Die epoche­machende Neuheit ist in Drogengeschästen käuflich und wird dgbei auch Anleitung zum Gebrauch gegeben.

Wieder naht das herrliche Fest der Ehrtstenheit, Kinder und E tern freuen sich darauf und namentlich schlagen die Herzen der Kinder vor Freude schneller, das Auoe blitzt, wenn Mütterchen und Großmütierchen vom kommenden Christkind erzählen. Vor dem geistigen Auge blinkt uns glitzernd der im herrlichen Lichterglanz erstrahlende geschmückte Tannenbaum entgegen und schon wird ge­heimnisvoll b.raten, was die Lieben einander bescheren wollen. ö, du fröhliche, o, du seelige gnadenbringende Weihnachtszeit! Und nicht nur die Gaben, welche unter dem strahlenden Baume bereit liegen, stnd es, welche die Kinde,Herzen fröhlich jubeln lasten, nein, auch der Schmuck des TannenbaumeS, der mit gutem, schmackhaften, bekömmlichen Konfekt dicht behängt ist. Wer liefert nun dieses Konfekt, welches bet feiner vormglichen Qualität doch einen w billigen Preis hat, daß selbst jeder einfache Mann in der Lage ist, seinen Kindern diese Freude bereiten zu können? Das Konfekt- Versand t-Haus Dresden, Holbeinstr., Emil Wiese ist e-, das sich zur Aufgabe gestellt hat, Kistchen mit ca. 440 Stücken reizender Gegenstände für den außerordentlich billigen Preis von 3 Mark zum Versandt zu bringen. Auch wird namentlich W'eder- Dertäufern diese günstige Offerte zu recht reger Benützung empfohlen.

die Kommission hatte sie weiter ausgedehnt, zugleich aber eine Maximalgrenze in dem Achtfachen des durchschnittlichen Jahresreingewinnes festgesetzt, bei dessen Berechnung aller- nngs das letzte Jahr außer Betracht bleiben sollte, weil in diesem die Ausgaben mit Rücksicht auf die bevorstehende Betriebseinstellung möglichst eingeschränkt worden seien. Aus der Mitte des Hauses wurde von mehreren Seiten der Versuch gemacht, die Entschädigung für den entgangenen Gewinn noch weiter zu erhöhen.

Namentlich waren es Mitglieder des Zentrums und )er drei freisinnigen Gruppen, die darauf hinstrebten, und ihnen schloß sich auch ein Teil der Konservativen unter Führung des Dr. Oertel an. Erbitterten Widerstand leisteten hiergegen die Sozialdemokraten, die eine Ent- schädigungsverpflrchtuug des Staates überhaupt nicht aner­kennen, aus Billigkeüsrücksichten aber allenfalls bis zu den Kommissionsvorschlägen gehen wollten. Abg Stadthagen hielt eine nicht uninteressante Rede über das Verhältnis des Staates zu den sog. wohlerworbenen Rechten und gab eine Menge von Beispielen über Expropriationen von Rechten ohne Entschädigung, von denen besonders das des Pastors von Helgoland große Heiterkeit entfesselte. Den extremsten Standpunkt auf der anderen Seite nahmen die freisinnigen Gruppen ein, die ja auch prinzipiell gegen die Beseitigung der Privatposten waren. Hier war es namentlich Abg. Haußmann, der vollste Entschädigung verlangte und die Festsetzung einer Maximalgrenze direkt als einen Rechtsbruch bezeichnete, als eineHusarenjustiz", auf die sich die Sozial­demokraten später berufen würden, wenn sie solche Expro­priationen ä la Podbielski im Großen ins Werk setzen würden. Schließlich gelang es den Entschädigungsfreunden wenigstens, entsprechend einem Anträge Dr. Marcour (Z.), die Maximalgrenze auf das Zehnfache des Jahresertrags zu erhöhen. Statt des vorgesehenen Schiedsgerichtsverfahrens wurde auf Antrag Rickert (fr. Vgg.) der ordentliche Rechts­weg gesetzt. Damit war die zweite Lesung der Postnovelle endlich erledigt. ___________________________________

Jagd und Sport.

Osthofen, 15. November Auf der vorgestern und gestern statt­gefundenen großen Treibjagd des Freiherrn von Heyl zu Herrns­heim worden insgesamt 3184 Hasen zur Strecke gebracht. Das ganze Ergebnis ging in den Besitz der Wilpret-Großhandlung W. Mackeldey in Mainz über.___

Aus dem GesäMslebeu.

Färberei im Hause. <ier neüerdings von den Drogrn- geschäften ang-botene ArtikelJtsem" lrfreut sich schon letzt allge­meiner Beachtung, denn -8 werden damit den Haushaltungen Farv- stoffe geboten, welche die Ku stfärbereien Überflüfstg erscheinen lassen.

Feuilleton.

Die Belohnung.

Von I. Burg.

Die Quadrille ist soeben beendet.

Gedämpft klingt das Durcheinander der verschied^ien Stimmen aus dem Ballsaal in eines der Nebengemacher, wohin Fräulein Edith, die ebenso schöne wie capriciose Tochter des Kommerzienrats K., sich geflüchtet hat, um em Weilchen Ruhe zu sinden. . <

Aber ihre drei eifrigsten Courmacher sind ihr dennoch hierher gefolgt. Keiner gönnt es dem anderen, Eindruck auf das Herz des jungen Mädchen zu machen; darum kämpft jeder in seiner Art um den Siegespreis.

Der schneidige Assessor ist unerschöpflich in seinen Komplimenten und würde sich vielleicht nut Aussicht be­mühen, wenn nicht der junge Privatdozent durch sarkastische Bemerkungen die Heiterkeitserfolge für sichm Anspruch nähme. Der Dritte im Bunde spricht nur wenig, laßt dafür um so mehr seine melancholischen Blicke reden. Sie waren ihm seü je Frauen gegenüber die stärkste Waffe. Er ist lyrischer ^^.Aber meine Herren", sagt Fräulein Edith lächelnd, Sie verschwenden mit mir Ihre kostbare Zett und ver­säumen Ihre Zigarre! Solche Aufopferung kann ich nimmer gebührend belohnen!" , , . . mrr ,r

Der Dichter seufzt, der Gelehrte lächelt, und der Assessor kleidet seine Gedanken in die schönen Worte:

Das Glück, in Ihrer Nähe weilen zu dürfen, ist an und für sich schon eine Belohnung!"

Die beiden Anderen schließen sich der Meinung des ge­

ehrten Vorredners vollständig an, der sich dadurch veranlaßt I sieht, einen neuen Trumpf auszuspielen.

Aber ich möchte diese Belohnung dauernd und für | mich allein besitzen", fügte er hinzu.

Ganz unser Fall", bestätigen wieder die Rivalen.

Fräulein Edith belustigt der Wettstreit.

Der Apfel des Paris," sagte sie lächelnd.Aber jener Griechenjüngling hatte eS leichter, als ick. Er sollte Der Schönsten den Preis zuerteilen. Wenn ich doch auch solch eine Richtschnur hätte, Ihren Wert abzuwägen!"

Die Schönheit des Mannes ist der Mut," be­hauptet der Assessor. Er denkt an seine zahlreichen Men­suren. Seine beiden Konkurrenten haben nie einen Pauk­boden besucht.

Der Mut?" sagt Fräulein Edith überlegend.Ja, ja - ich glaube, daß Sie recht haben. Nun wohl, der Mut soll entscheiden! Wer von Ihnen der mutigsten That für mich fähig ist, den will ich der Belohnung als würdig erachten! Ueberlegen Sie sich's gut, meine Herren. Noch heute abend will ich Ihre Antwort hören!"

Die junge Dame eilt in den Ballsaal zurück.

Erst als das Fest seinem Ende sich zuneigt, versammelt sie ihre drei Ritter wieder um sich.

Nun, meine Herren," ruft sie übermütig,jetzt bin ich bereit, Ihre Antworten zu hören."

Einer nach dem andern kündete seinen Entschluß. Zu­erst der Dichter:

Ich hätte den Mut, für Sie zu sterben!

iJch hätte den Mut, - für Sie zu töten," fpricht der Assessor und mißt seinen Vorredner mit einem Blicke, als wollte er ihn sofort auf krumme Säbel fordern.

Der Privat-Docent schweigt noch. Er will durch die Kunstpause seinen Worten mehr Eindruck sichern.

Bekennen Sie sich geschlagen, Herr Professor?" fragt Fräulein Edith. , . , ,

O, im Gegenteil, gnädiges Fräulem! Ich weiß, daß ich siegen werde; denn ich, ich hätte den Mut, für Sie zu leben!!" . .

Der Dichter und der Assessor lachen. Aber das junge Mädchen wird ernst. Sie ist so geistvoll, daß sie sogar Selbsterkenntnis besitzt. .

Für mich zu leben?" wiederholt sie zögernd. Sie denkt an die Vergangenheit, an die Gegenwart und Zukunft. Als Kind der Schrecken ihrer Bonne, ein Eigensinn par ex- cellence, verwöhnt, verzogen, egoistisch! Jetzt eine Salon- Pflanze, blendend, bestechend; aber keinem Witterungswechsel Stand haltend! Und künftig? Uebersättigt und doch un­ersättlich in ihren Ansprüchen, nervös, verstimmt, unbefriedigt, eine aus der Schaar der unverstandenen Frauen, viel­leicht stark genug, sick zu besiegen, vielleicht auch dem Untergang geweiht?!!

Edith errötet bei dem schrecklichen Gedanken. AVer noch ist es ja Zeit, alles anders zu gestalten! Der Professor hat ihr die Augen geöffnet, ehe es zu spät war. Gott sei Dank.

Sie wendet sich zu ihren Kavalieren und sagt in tändelndem Tone: . ... ä

Meine Herren, ich danke Ihnen allen Dreien für Ihre Bemühungen. Ich halte den von Ihnen für den Tapfersten, der den Mut hat, - für mich zu leben! Sic verdienen den Preis, Herr Professor, und Sie sollen ihn erhalten! Die höchste Belohnung, die ich Ihnen gewähren kann, ist das Versprechen, daß ich niemals Ihre Frau werde.

(Münch. Jugend.)