Ausgabe 
19.11.1899 Erstes Blatt
 
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bet Gesellschaft ab^cbalten. AuS der von d m Vorstände über das abaelaasene Geschäftssahr vom 1. Oktober 1898 bis 1. Oktober 1899

gelegten Bilanz ist folgendes zu entnehmen: Die Gesamietnnabme beziffert sich auf 535164 Mk 30 Pfg, gegen 379530 Mk. 27 Pfg. hn Vorjahre, mithin eine Mehreinnaome von 155614 Mk. 3 Pfg. Nach Abzug der Auslagen und Unkosten verbleibt ein Bttriebtzüber- schuß von 215000 Mk. und beschließt der Ausfichtsrat, drr für den Monat Dezember einzuberusenden Generalversammlung die Ver­teilung einer Dividende von 3V< P'»z. auf das Aktienkapital von 5 Millionen Maik vorzuschlagen. De Beförderung von Fahrgästen bat gegen früher in dem am 30. S ptember beendigten GdcbSfttzj hr ganz bedeutend zugevommeo; es wurden nLmitch 4412150 Personen befö'dert gegen 2542089. Dabet ist aber zu berückstchtigen, daß der el ktrtfche Fährbetrieb auf der zuerst eröffneten Linie Ktrchweg Todten- hos erst am 14. Dezember begann und auf allen Fahrstrecken der elektrische Betrieb erst seit dem 10. Mai 1899 besteht

Rom, 18. November. Wie verlautet, wird das Kon­sistorium bis Mitte Dezember verschoben. Der Papst wird nur zwei Kardinäle, und zwar den Nuntius von Ma­drid und den Erzbischof von Görz ernennen.

Paris, 18. November. Die Familie Dreyfus de­mentiert die Nachricht von der Ankunft Alfred DreyfuS in Genf. Derselbe befindet sich noch immer in CarpentraS.

Paris, 18. November. Präsident Loubet veran­staltet zu Ehren der hier weilenden russischen Fürst­lichkeiten eine große Jagd in Rambouillet.

Paris, 18. November. Ein oppositioneller Abgeordneter teilte in den Wandelgängen der Kammer einigen Kollegen mit, er beabsichtige die Regierung über ihre aus­wärtige Politik zu interpellieren. Dem Vernehmen nach wird die Regierung, sobald es die Sicherheit deS Staates gestattet, die Interpellation beantworten.

Darmstadt, 18. November. Bei der soeben stattgehabten Landtagswahl für den Kreis Darmstadt-Land wurde Regierungsrat Noack mit 43 von 46 abgegebenen Stimmen zum Landtagsabgeordneten gewählt. Zwei Stimmen fielen auf den sozialdemokratischen Kandidaten Friedrich, eine Stimme wurde weiß abgegeben.

Mainz, 18. November. Bei der heutigen Landtags­wahl für den Landkreis Mainz wurde der Centrums­kandidat Dr. Schmitt wiedergewählt.

Neueste Meldungen.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 18. November. DasBerliner Tageblatt" meldet aus Rom: Die Kaiserin Friedrich kaufte die Villa San Vigilio am Garda-See an.

Kiel, 18. Nov. Nach der gestrigen Vereidigung der Rekruten begab sich der Kaiser in das Marine Offizier- Kasino, wo er bis 5 Uhr blieb und stattete darauf der Prinzessin Heinrich einen Besuch ab. Um Uhr begab sich der Kaiser unter dem Salut der gesamten Kriegsflotte auf dieHohenzollern". Die Kaiserin mit den Prinzen

August Wilhelm und Oskar hatte sich bereits um 3 Uhr an Bord derHohenzollern" begeben.

Kuxhafen, 18. November. Der Schnelldampfer Kaiser Friedrich" traf mit den Passagieren der Patria" genau um Mitternacht hier ein und ankerteaufderRhede.

Wien, 18. November. Die gestern neuerdings von tschechischer Seite verbreiteten Gerüchte, Graf Clary habe in der Audienz beim Kaiser die Demission des gesamten Kabinetts überreicht und der jetzige Munster des Innern Dr. Körber habe die Neubildung des Kabinetts übernommen, ist unrichtig. Der Kaiser ist heute früh von Budapest hier wieder eingetroffen.

Prag, 18. November. Die tschechische Universität war gestern abermals der Schauplatz wüster Szenen. Etwa tausend Studenten warteten auf den Professor Masaryk und inscenierten dabei einen Riesen-Skandal. Professor Masaryk erschien aber nicht, wohl aber kam es zu einem wilden Handgemenge zwischen Freunden und Gegnern des Professors. Professor Masaryk ist von dem Minister des Innern auf eine Woche beurlaubt worden.

Budapest, 18. November. Die Verhandlungen der ungarischen uud der österreichischen Quoten- Deputation dauerten bis in den späten Abend fort. Sie endeten ergebnislos, da man sich über eine Differenz von einem Drittel Prozent'j bei der Verteilung der Quoten nicht einigen konnte.

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Gießen, den 17. November 1899.

Großherzogltche Bürgermeisterei Gießen.

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Die Vereinigung der Mädchen findet statt an jedem Sonntag zwischen 2 und 7 Uhr nachmittags im Saal der Kleiukivderschnle. Die Mädchen können zu jeder Zeit kommen und gehen. Um 4 Uhr findet gemeinsame Unterhaltung statt mit Gesang, Ansprache, Erzählung. Gute, unterhaltende Bücher und Spiele sind in großer Zahl vorhanden.

Wir laden zur Teilnahme freundlichst ein.

Der Vorstand des Sonntagsvereins:

BekannlMachung.

Unter Hinweis auf, das Ausschreiben Großh. Kreisamtes Gießen in Nr. 270 des Gießener Anzeiger fordern wir hierdurch die Bäumet) fitzer der hiesigen Gemarkung ytr Vertilgung des Aroftnachtspauvers durch Anlegung von Klebring-m unter dem Ansügen auf, daß der Stadt­gärtner und die Feldschützen zur Erteilung von Auskunft und die Geschäfts­stelle des Oberheff. Obstbauvereins in Friedberg zur Vermittelung des Bezugs der erforderlichen Materialien bereit sind.

In der Strafsache

gegen

den Friedrich Schupp von Lollar wegen Beleidigung

hat das Großherzogliche Schöffen­gericht zu Gießen am 31. Oktober 1899 für Recht erkannt:

Der Angeklagte ist der öffentlichen Beleidigung des Feldschützen Seibert von Wieseck schuldig und wird dieser- halb in eine Geldstrafe von Vierzig Maik, welche im Uneinbringlichkeits- falle mit acht Tagen Gefängnis zu verbüßen ist, sowie in die Kosten des Verfahrens verurteilt.

Gleichzeitig wird dem Beleidigten die Befugnis zugesprochen, diese Verurteilung einmal auf Kosten des Angeklagten innerhalb 8 Tagen, nach Zustellung einer Urteilsausfertig­ung, imGießener Anzeiger" öffent­lich bekannt zu machen.

Die Richtigkeit der Abschrift der Urteilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urteils bescheinigt.

Gießen, den 9. November 1899.

Neidhart, Gerichtsschreiber des Großherzogl.

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Montag abend 8 Uhr: Gasthof zum Löwen. Ausgabe der Karten für das am 2. Dezember stattfindende Stiftungsfest.

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Frieda Helm. Reinhard Helm. Carl Walter. Wilh. Wilhelmi.

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Die wilde Katze.

Große Operettenpoffe in 4 Akten von Mannstaedt u. Weller. Musik v. Steffens.

Personen:

A. Papke, Kommerzienrat Carl Walter.

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Giessener Stadttheater.

Tonntag den 19. November 1899: Nachmittags 4 Uhr:

2. Kindervorstellung. Königin Tausendschörr u. Prinzessin Käßkich. Kinderkomödie in 5 Bildern von C. A. Görner.

Pers onen:

Cäsar Papke, Volksanwalt Alfred Helm.

{Lucie Kugler. Rose Knöfel. Else Duve.

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des Grossh. Musikdirektors Herrn C. Krausse.

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Anfang 5 Uhr. Entrde 40 Pfg.

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