Ausgabe 
19.8.1899 Zweites Blatt
 
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eS- unb Gesch'chr- löiburg, entnehmen >e Turn-Zeitung", diesem 1875 seinem ach als Eigentum rzigen Entschlusses ) bedingungslos in lft übergeben. ES er, der sein Blatt erschüft gestellt hat, das seit 43 Jahren urnsache im allge- m besonderen ver« ir amtlidjtf Blatt, as sie in Zukunft >rr Lamps M die vor vier Jahren ein Ende. Ob die ligenen Verwaltung unst zeigen. Grund- ttes muß jedenfalls irtliche Leitung des- Form und Inhalt launen darf unser aller einschlagenden sein. Das äußere ein fortschreitendes n 304 Vereine und hlte am 1. Januar tgliedern. In den ahl der zu uns ge> italiedn um 9bö»< ^Verhältnisse noch : Vereine, in denen en mangelhaft ftnd,

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Müller, Obstversandtgeschäft in Heidelberg, kauft alle Sorten Obst. P. Mertesdorf, Ruwer bei Trier, kaust 15 Waggon Mostäpfel. Marx u. Reicher, Frankfurt a. M., Kaiser­straße 13, kaufen Mirabellen, Reineklauden, Pfirsiche und kleine Gurken, ferner Zwetschen zum Einmachen. Obst­durchschnitts preise den 14. August 1899. (Die Preise verstehen sich bei sofortiger Lieferung). Heidelbeeren der Gentner Mk. 9, Himbeeren 23, Johannisbeeren 16, Stachel­beeren 12, Aprikosen 60, Pfirsiche 50,50, Reineklauden 27, Frühbirnen 18, Frühäpfel 16, Frühzwetschen 28.

folge dessen das große Nachtfest, das am 15. d. MtS. auf der Maas stattfinden sollte, auf den 27. August verlegt in der Hoffnung, daß die lästigen Tiere bis dahin verschwunden sein werden. Im vorigen Jahre tauchten plötzlich gerade während des Nachtfestes Scharen dieser Insekten auf und vereitelten das Fest.

* Preisausschreiben. Für die beste volkstümliche Arbeit über die Schwindsucht als Volkskrankheit und deren Bekämpfung waren dem internationalen Tuberkulose­kongreß von wohlwollenden Gönnern einige Preise zur Ver­fügung gestellt. Für die Preisbewerbung galten folgende Bestimmungen: Die beste volkstümliche Schrift im Umfang von 35 Druckbogen erhält den Kongreßpreis von 4000 Mk. Entscheiden die Preisrichter, daß zwei Arbeiten den Preis erhalten sollen, dann darf er zwischen diesen so geteilt werden, daß die beste Arbeit 3000, die zweitbeste 1000 Mk., oder wenn zwei gleichwertige Arbeiten zu krönen sind, jede 2000 Mk. erhalten soll. Die Arbeiten müssen bis zum 1. Dezember cr. an Geh. Medizinalrat B. Fränkel, Berlin, Bellevuestraße 4, unter Kennwort eingesandt werden. Die mit dem Preis ge­krönte bezw. die beiden gekrönten Arbeiten gehen in den Besitz des deutschen Zentralkomitees zur Errichtung von Heilstätten für Lungenkranke über, welches für deren Druck und billigste Verbreitung sorgen wird.

* Ein toter Walfisch ist bei Berg-Dievenow ans Land geschwemmt, jedenfalls derselbe, der die Badegäste Rügens schon seit Wochen in Bewegung setzte und auf den schon an verschiedenen Stellen eifrig Jagd gemacht worden ist. Er ist ungefähr 2 Jahre alt, genau 13 Mtr. lang, von weißgrauer Färbung. Sein Rücken weist zwei klaffende Wunden auf, die von einem Dampfer herrühren sollen, während der übrige Körper von zahlreichen Geschossen durch­löchert ist. Er ist noch fast frisch, zieht aber dennoch Fliegen in Unmenge in seine nicht gerade anmutig duftende Atmo­sphäre. Natürlich machen sich auch zahlreiche Liebhaber- Photographen das immerhin seltene Objekt zu Nutzen. Auch den Schiffern erwächst noch ein Extraverdienst zu der infolge schönsten Wetters sehr guten Saison.

* Kleine Ursachen, große Wirkungen, so könnte der Titel eines uns vom Internationalen Patentbureau Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6 übersandten Artikels lauten, der auch in Deutschland Interesse zu erregen geeignet ist. Professor L. Trouvelot, ein bekannter Naturforscher und Dozent an der Havard Universität in Massachusets, brachte im Jahre 1869 von einer Reise nach Europa ein weib- I liches Exemplar des in Amerika nicht existierenden Nonnen- I schmetterlings mit nach Hause. Er beabsichtigte, Versuche I einer Kreuzung der Raupe desselben mit Seidenraupen an- I zustellen, um, wenn möglich, eine das rauhe Klima der I Nordamerikastaaten ertragende Seidenraupenspezies zu er- I zielen. Seine Versuche nahmen ein vorzeitiges Ende. Eines I schönen Frühlingsmorgens flog der Nonnenschmetterling aus I dem offenen Fenster des Studierzimmers und ward nicht I mehr gesehen. Als der Gelehrte seinen Verlust bemerkte, I war seine Erregung nicht gering; es war ihm nicht um I das Studienobjekt zu thun, aber er kannte nur zu gut die I traurige Geschichte der Verheerungen, die Scharen dieses I Insekts feit Hunderten von Jahren in Europa angerichtet I hatten. Die Nachbarschaft wurde verständigt, natürlich ohne I Erfolg, und 20 Jahre lang sah und hörte man nichts von I der Nonnenraupe. Im Jahre 1889 fielen unendliche I Schwärme dieses gefräßigen Wurms über die Gärten und I Obstpflanzungen der Städte Medford und Malden her und hatten sich bald über ganz Massachusets verbreitet. Bis I heute bezifferte sich der Schaden, den das Auftreten des I Insekts dort verursacht hat, auf etwa 20,000,000 Mark; I mehrere Millionen Dollar sind vom Staat und von Privat- I leuten zum Schutz der Pflanzungen aufgewendet worden, I aber bisher war alles vergeblich.

* Durch das scharfe Auge des Kaisers ist dem Polizei- I Präsidenten von Kassel, Grafen von Königsdorff, eine kleine Ueberraschung beschert worden. Während des Ab­rittes von der Fahnenweihe rief der Monarch plötzlich den I Grafen zu sich heran und deutete stumm auf ein Hausdach I hin. Was dem Kaiser mit seinem scharfen Blick sofort aus­gefallen war, bemerkte nun auch der Polizei-Präsident, daß I nämlich die auf dem Dache befindliche Fahne in der Eile I verkehrt aufgezogen war, somit den Reichsadler verkehrt I zeigte. Ein kleines Scherzwort des Kaisers bildete den Abschluß dieses amüsanten Intermezzos.

* Die Pest in Oporto. Trotz aller Vorsichtsmaßregeln I und gesundheitlichen Überwachung der Schiffe in Aegypten, I hat die Pest nun doch den Weg wieder nach Europa I gefunden. Nach der amtlichen Liste sollen in den letzten I 9 Wochen 29 Erkrankungsfälle und 10 Todesfälle vor- I gekommen sein. Dienstag haben die Aerzte 2 neue Er- I krankungen festgestellt. Zweifellos ist die Krankheit zu Schiffe dorthin eingeschleppt worden. Nach der Zahl der Pestfälle, die jetzt erst bekannt werden, muß die Seuche schon feit einiger Zeit dort bestehen; man hat sie also so lange zu verheimlichen gesucht, bis ihre seuchenhafte Ausbreitung kein weiteres Vertuschen mehr zuließ. Oporto hat einen sehr regen Schiffsverkehr, auch nach Deutschland und England. Die Befürchtung liegt nahe, daß auf dem Schiffsweg auch Pestfälle nach Hamburg und Bremerhaven eingeschleppt werden. Es wäre daher erwünscht und würde zur all­gemeinen Beruhigung dienen, wenn unsere Gesundheits­behörden bekannt geben würden, welche Maßnahmen sie zu treffen gedenken ober schon getroffen haben, um einer Ein­schleppung der Pest in deutsches Gebiet vorzubeugen. In I Norddeutschland bieten die gesundheitlichen Einrichtungen wohl eine gewisse Gewähr gegen ein Umsichgreifen der Pest; I aber wir möchten den Besuch dieses Gastes überhaupt nicht erhalten. Spanien hat schon gesundheitliche Vorkehrungen getroffen und eine 40tägige Quarantäne über Zugänge aus Portugal angeordnet. Bis dahin soll jeder Verkehr zwischen Spanien und Portugal eingestellt werden.

* Argentinische Justiz. Vor dem Richter Dr. Busta-

Vermischtes.

* Ems, 15. August. In Anwesenheit der Spitzen der I geistlichen und weltlichen Behörden sowie zahlreicher Kur­gäste und Gemeindemitglieder fand heute vormittag 10 Uhr die feierliche Einweihung der Kaiser Wilhelms-Kirche I statt. Als Vertreter des Kaisers war Prinz Friedrich Heinrich von Preußen erschienen.

* Vom Harze, 15. August. Der stärkste deutsche Touristenklub ist der seit 13 Jahren bestehende Harzklub" mit 111 Zweigvereinen und 14764 Mit- I gliedern. Der Gesamtbetrag, den diese Zweigvereine seit I 13 Jahren aufgebracht haben, beläuft sich auf rund I 170000 Mark. Davon ist die eine Hälfte an die Central- | kaffe abgeführt worden, während die andere Hälfte von den I Vereinen selbst verwendet wird und zwar zum Teil für ihre I eigenen Bezirke, zum Teil zur Unterstützung minderbemittelter I anderer Zweigvereine. Die meisten Mitglieder zählen die I Zweigvereine Magdeburg (1358), Nordhausen (661) und I Halle a. S. (650).

Dortmund, 15. August. Ein Diebstahl ist hier gelegentlich der Anwesenheit des Kaisers vorgekommen. In I einem besonderen Raume waren die wertvollsten Urkunden der Stadt zur Ansicht für den Kaiser ausgestellt und nur für wenige Personen zugänglich gemacht. Als man sie wieder einschließen wollte, ergab es sich, daß eine Urkunde aus dem Jahre 1332 von Ludwig IV. fehlte. Anscheinend ist diese von einem Hochstapler, der sich eingeschlichen und den Wert derartiger Urkunden kannte, entwendet worden. In Deutsch­land findet er wohl nicht so leicht einen Käufer, eher im Auslande, die Stadt hat deshalb die Hilfe des Auswärtigen Amtes zur Wiedererlangung der Urkunde in Anspruch ge­nommen. Uebrigens erleidet die Wissenschaft keinen Nachteil ! aus dem Diebstahle, da die Urkunde in mehreren Werken abgedruckt ist, auch eine Kopie und eine Photographie von ihr vorhanden ist. Frkf. Ztg.

Vom 24. bis zum 26. August d. I. wird in Berlin der 1. Kongreß der Krankenpfleger, Mafföre und Heilgehilfen Deutschlands stattfinden, und zwar werden die Sitzungen int großen Saale des Restaurants Hähnel, NW., Luisenstr. 36, abgehalten werden. Der Kongreß wird sich mit der Be­ratung wichtiger Berufs- und Standesangelegenheiten der selbständigen Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen im weiteren Sinne des Wortes, als sowohl derjenigen Personen, welche nur ein bestimmtes Spezialgebiet der Hilfs- und Pflegethätigkeit (Massage, Badepflege, Wochenpflege, chirur­gische Hilfeleistungen rc.) betreiben, beschäftigen. Er wird insbesondere diejenigen Berufsfragen und Angelegenheiten erörtern, welche den Krankenpflegestand als solchen betreffen und über das spezielle Interesse einzelner kleinerer Fach­vereine, wie solche bereits in einer Anzahl deutscher Städte bestehen, hinausgehen. Eine fernere Aufgabe des Kongresses wird darin bestehen, dem vor kurzem begründetenBunde der Standesvereine der deutschen Krankenpfleger, Mafföre unb Heilgehilfen" eine feste und enbgiltige Grundlage zu geben unb die Satzungen für diese umfassende Staudes- Organisation, welche sich nach und nach über ganz Deutsch­land erstrecken soll, eingehend durchzuberaten.

Die Sodorsabrik Zürich, resp. deren Generalvertretung in München erhielt auf der allgemeinen deutschen Sport­ausstellung München 1899 für neuartige Apparate zur bequemen Bereitung von kohlensauren Getränken vermittelst -flüssiger Kohlensäure die goldene Medaille.

w Sedausfest-Postkarten. Zn der diesjährigen Sedans­feier erscheinen zwei in fünf bezw. zwei Farben künstlerisch ausgeführte Postkarten. Die Sedansfest Ausschüsse bezw. Wiederverkäufer wollen sich schleunigst an den Verlag Odin" zu München 19 wenden, da die Nachfrage bereits eine überaus große ist. Einen Teil des Reingewinns aus dem Postkarten-Verkauf verwendet der Verlag für die deutschnationale Bewegung in Oesterreich.

* Ein nordisches Monte Carlo ist in Sicht. Wie aus Kopenhagen gemeldet wird, weilte dort dieser Tage ein Konsortium deutscher Geschäftsleute, um über ein Projekt zu verhandeln, das darauf ausgeht, die Insel Hveen, wo der Astronom Tycho Brahe 20 Jahre (1576 bis 1596) verbrachte unb sein berühmtes SchloßUranien« borg" hat aufführen lassen, dem schwedischen Staate abzu­kaufen und dort ein nordisches Monte Carlo einzurichten. Eine solche Spielbank würde, meint man, den großen internationalen Touristenstrom, der sich im Winter nach der Riviera begibt, im Sommer nach dem Norden ziehen können. Das Konsortium beabsichtigte ursprünglich, die Spielbank in der Umgegend von Kopenhagen, im Badeorte Skodsborg, anzulegen, konnte jedoch die Erlaubnis der Behörden dazu nicht erhalten. Das Aktienkapital, das bereits gezeichnet fein soll, beträgt 20 Millionen Kronen. Ob Schweden den Plan billigen und die Insel verkaufen wird, bleibt abzu­warten.

Von einer besonderen Plage ist die belgische Stadt Namur gegenwärtig heimgesucht. Unzählige Scharen von Eintagsfliegen tauchen abends auf, umhüllen die Straßenlaternen, bringen, wofern man nicht die Fenster geschlossen hält, in die Zimmer und umgeben die Lampen. Die ganze Stadt bietet den Anblick eines Winterabends bei einem Schneefalle dar, und die Straßen sind mit zehn- taufenben dieser Jnsetten bedeckt. Der Magistrat hat in-

mantc erschien so schreibt derBerl. Lok.-Anz." eine junge, blonde und hübsche Sennorita, die unter Thränen aussagte, sie sei die ledige Tochter eines gewiffen Sennor S., der in Villa Catalinas sehr bekannt war und dort vor kurzer Zeit das Zeitliche segnete. Ein Nachbar habe sich in sie verliebt, sei aber, da sie ihn als einen rohen Burschen kannte, von ihr nicht beachtet worden. Nach Art solcher zynischen Naturen ließ er sich aber dadurch nicht davon abhalten, sie mit seinen Anträgen zu belästigen, sie zu ver- olgen und seiner Liebe zu versichern. Als ihr endlich die Geduld riß und sie den unwillkommenen Bewerber energisch zurückwies, schwor er ihr Rache. Einige Tage nachher weilte sie im Hause einer ihrer Freundinnen zum Besuch, >a sei der Mensch plötzlich dort erschienen und mit einem Messer über sie hergefallen. Bei dem entstandenen Kampfe habe er ihr bann ihr langes Haar, das sich gelöst hätte, total abgeschnitten, und zwar so nahe an der Kopfhaut, daß diese noch Spuren der Verletzung trage. Erst nachdem Hilfe herbeigeeilt war, habe der Attentäter die Flucht er­griffen. Dem schutzlosen Mädchen wurde nun von dem gelehrten Richter der kurze Bescheid zu teil, daß dieser Fall nicht vor den Kriminal-, sondern den Korrektionalrichter ge­höre. Das Strafgesetzbuch habe derartige Fälle nicht vor­gesehen, und sie könne nur auf Schadenersatz für das ver­lorene Haar klagen.

* Große Freude ist einer in Templin wohnhaften, in bescheidenen Verhältnissen lebenden Frau widerfahren. Von der Millionenhinterlassenschaft einer Dame, die kürzlich die Stadt Swinemünde reich bedachte, ist ihr ein Vermächtnis von über 100 000 Wit. zugefallen. Die Glückliche war eine entfernte Verwandte der reichen Dame.

* Die Stenographie in Rennes. Wörtliche Berichte sind in französischen Zeitungen selten, unb der Stenograph spielt im Pariser Journalismus eine sehr unbedeutende Rolle. Es ist deshalb von besonderem Interesse, zu erfahren, daß derFigaro" für den Prozeß zu Rennes elf Stenographen angestellt hat. Ihnen stehen zehn Maschinenschreiber und für die stilistische Überprüfung der übertragenen Steno­gramme noch 4 Mitarbeiter desFigaro" zur Seite.

* Eine kühne Operation am Herzen vollführte ein Elber­felder Arzt, Sanitätsrat Dr. Pagen siecher, an einem tätlich verwundeten 17jährigen Lehrling; er teilt interessante Einzelheiten über die Krankengeschichte in der letzten Nummer derDeutschen Medizin. Wochenschr." mit. Der junge Mann war von einem Kameraden mit einem spitzen, dolch­ähnlichen Messer, dessen Klinge sechs Zentimeter lang war, in die linke Brustseite gestochen worden. Nach einigen Schritten stürzte der Verwundete bewußtlos hin, um erst in zwei Stunden später im Krankenhause wieder zu sich zu kommen. Aus der kleinen Stichwunde sickerte ein Strom dunklen Blutes. Der Zustand des Verletzten verschlimmerte sich zusehends. Man schritt deshalb in der Betäubung zu einer Operation, indem man ein Stück Rippe entfernte unb das Herz freilegte. Dieses war durch den Stich verletzt worden. Kurz entschlossen erweiterte Dr. Pagenstecher das Operationsfeld und nähte die Wunde am Herzmuskel durch vier Fäden zu. Das schwierige Werk gelang, die Blutung kam zum Stillstand, unb der Patient, welcher bereits einem sicheren Tobe verfallen schien, blieb am Leben. Die Wunde heilte glatt unb ohne Fieber zu, bie Herzthätigkeit ging ungestört von statten unb bereits nach neun Wochen konnte der Kranke geheilt entlassen werden.

* Ein deutsches Bundes-Kriegerfest, das 2000 frühere deutsche Krieger in Parade vereinigte, fand dieser Tage in Chicago statt. Nahezu 100000 Deutsche nahmen andern Fest teil. Der Gesandte Mumm v. Schwarzenstein teilte telegraphisch mit, der deutsche Kaiser habe dem Bunde eine Fahne verliehen, welche alljährlich der Reihe nach jedem Bundesvereine übergeben werden solle.

* Die grüne Bluse. Als Warnung mag der Tod der 20jährigen Mizzi Schwarz in Wien gelten, welche eine grüne Seidenbluse bei großer Hitze trug. Der Schweiß löste die Farbe, die in ein kleines Geschwür unter dem Arm ins Blut trat und nach entsetzlichen Schmerzen in zwei Tagen den Tod herbeiführte._______________________

Meratur, Wissenschaft und Kunst.

Den größten Erfolg auf dem Büchermarkt ha: entschieden die Verlagkhandlung Rich. Eckstein Nachf. <H. Krüger) in Berlin W. 57, Kirchdachstraße 3, mit dem Roman »DaS -ritte Geschlecht* von Ernst von Wolzogen zu verzeichnen. Vor ca. 6 Wochen erschien dies mit reizendem Buchschmuck von Walter Caspari versehene Buch in 20,000 Auflage, und heute ,st diese Anzahl von 20,000 Exem­plaren nahezu ausoerkaust, sodaß bie VerlagShandlung schon Vor- dereilungen zu einer Neuauflage treffen mußte. Der vorzügliche Inhalt aus der Feder detz beliebten Autors, die reizende Ausstattung und der wirklich niedrige Preis (1 Mk., eleg. geb. 1,50 Mk.) haben auf den großen Absatz bingewirkt. Dieses Beispiel zeigt sehr klar, daß auch das deutsche Publikum Bücher kaust, wenn der PreiS nur nicht zu hoch ist. Wir seben mit Spannung dem Erscheinen dr» nächsten RomanrS bei der Firma Eckstein Nachf. entgegen.

Ein Roman im Umfang von ca. 23,000 Zeilen, mit reizen« den Illustrationen, in vorzüglicher Ausstattung für nur 2 Mk., da« ist die neueste Leistung der Firma Rich. Eckstein Nachf. (H. Krüger) in Berlin W. 57, Ktrchbachstraße 3. ,Ada" heißt dieser vorzügliche Roman; die Illustrationen hat der bekannte Berliner Maler Max Schltchting ausgeführt. Im gewöhnlichen deutschen Romanformar würde dieser Roman ca. 1000 Seiten süllen unb schon ohne Illu­strationen 12 Mk. kosten.

Schisssnachrichten.

- Der PostdampferNoordland" der »Red Star Linie* in Antwerpen ist laut Telegramm am 15. August wohlbehalten in Newyork angekommen.

Verkehr, Km-- im- DsiksMirtschast.

Limbura, 16. August. Frachtmarkt- Roter Weizen Mk. 13 26, weißer We'zm Mk. 00,00, Korn Mk. 00,00, Gerste, neue, Mk. 9,00, Haser Mk. 7.45.