Ausgabe 
19.7.1899 Erstes Blatt
 
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Nr. 167 Erstes Blatt.

tyttttwoch den 19. Juli

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Amts- und Anzeiseblatt für den Areis Gietzen

Amtlicher Teil

Bekanntmachung

zur

Redaktion, Expedition und Druckerei:

S^nkstraßc Ar. 7.

Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt Mittler für hessische UalKsbunde.

Samstag, dem 5. August 1899, Vorw. 9-/2 Uhr, im Schulsaale zu Daubringen stattfindenden Versammlung ein.

Diese Versammlung hat:

1. darüber zu beschließen, ob die im Grund-(Flur-) Buch enthaltenen Größenangaben, oder ob die durch eine Vermessung zu ermittelnden Flächengehalte der Bereinigung zu Grunde zu legen find;

2. zu bestimmen, wie die Bereinigungskosten aufgebracht werden sollen, ob durch Ausschlag auf den Flächen­gehalt, oder den Abschätzungswert der Grundstücke, oder durch Bildung und Verkauf von Massen­grundstücken, sowie ferner, ob die Beiträge nach Bedürfnis erhoben, oder ob die Kosten durch Kapital­aufnahme aufgebracht werden sollen;

3. die zur Dollzugskommission zu berufenden Sach­verständigen und deren Stellvertreter, sowie ein Mitglied des Schiedsgerichts und dessen Stell­vertreter zu wählen.

Außerdem können Wünsche und Anträge seitens der Beteiligten vorgebracht und beraten werden.

In dieser Versammlung hat ein jeder anwesende be­teiligte Grundeigentümer eine Stimme; die Beschlüsse erfordern zu ihrer Giltigkeit eine Mehrheit von Zweidrittteilen der Anwesenden und sind unter dieser Voraussetzung auch für die nichterfchienenen Beteiligten verbindlich. Kommen gütige Beschlüsse nicht zu stände, so hat

zu 1.: durch Vermessung der Grundstücke tue Er­mittelung des Flächengehaltes derselben zu erfolgen, zu 2. : die Vollzugskommission die erforderlichen Be­schlüsse zu fassen,

zu 3. : die Großh. Obere landwirtschaftliche Behörde die Sachverständigen und Schiedsrichter zu ernennen.

Friedberg, den 15. Juli 1899.

Der Großh. Bereinigungskommissär: Süffert, Kreisamtmann.

Gießen, den 17. Juli 1899.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gn auth.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Htehe«.

Fernsprecher Nr. 51.

AezugspreiL vierteljährlich

2 Mark 20 Pf«, monatlich 75 Psß. mit Bringerlohn.

Bei Postbezug 2 Mark 50 Psg. vierteljährlich.

Im Nachstehenden bringen wir die von Großh. Mini­sterium des Innern unterm 10. d. Mts. genehmigten neuen Satzungen, betr. die Dienstverhältnisse der Gemeindebeamten, öffentlichen Kenntnis.

Erscheint täglich mir Ausnahme des

MontagS.

Die Gießener A.mitienStitter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt.

Bekanntmachung,

betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Daubringen.

Nachdem sich mehr wie ein Fünfteil der beteiligten Grundeigentümer, welche mehr als die Hälfte der beteiligten Fläche besitzen, bei der am 15. Mai d. I. stattgehabten Abstimmung für die Feldbereinigung der Gemarkung Daubringen erklärt haben, und nachdem keine Einwendung qeaen die Zulässigkeit bezw. Rechtshändigkeit des Ab­stimmungsergebnisses erhoben worden ist, hat die Großh. Obere landwirtschaftliche Behörde den Beginn der Feld­bereinigungsarbeiten angeordnet und den Unterzeichneten zum Bereinigungskommissär ernannt.

Indern ich dies zur öffentlichen Kenntnis bringe, lade ich in Gemäßheit des Art. 16 des Gesetzes vom 28. Sep­tember 1887 die sämtlichen beteiligten Grundbesitzer zu

Satzungen

betr. die

Dienstverhältnisse

der

chemeindeöeamten der Stadt Gießen.

Mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern vom 10. Juli 1899 zu Nr. M. 1.19209 werden auf Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung von 20. April 18Jy die Dienstverhältnisse der Gemeindebeamten der Stadt Gießen wie folgt neu geregelt:

§ 1-

Gemcindebeamte der Stadt Gießen im Sinne dieser Satzungen sind diejenigen Personen, welche nut der Absicht dauernder und ausschließlicher Verwendung zu Dienstleistungen im Interesse der Stadt angestellt sind und aus städtischen Mitteln, gleichgültig ob mittelbar oder unmittelbar, emen sesten Gehalt beziehen, fofcTiie deren Dienststellen in § 5 dieser Satzungen verzeichnet oder nach Maßgabe des letzten Absatzes des § 5 nach­träglich in die Uebersicht der Dienststellen ausgenommen find.

§ 2.

Die Besetzung dieser Dienststellen erfolgt tu der Regel nach öffentlicher Ausschreibung, nur ausnahms­weise kann die Stadtverordneten-Versammlung davon Abstand nehmen.

Die Bewerber haben ihren Meldungen Zeugnche über ihre Befähigung, seitherige Beschäftigung, Führung und Gesundheit beizulegcn, auch auf Verlangen sich einer von der Stadtverordneten - Versammlung zu bestimmenden Prüfung zu unterziehen.

§ 3.

Die Anstellung der Gemeindebeamten erfolgt nach Maßgabe der gesetzlichen und statutarischen Bestimmungen auf Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung durch den Bürgermeister mittelst einer dem Beamten unter Hinweis auf diese Satzungen auszufertigenden Aus­stellungsurkunde.

§ 4.

Jeder Gemeindebeamte, dessen Verpflichtung nicht gesetzmäßig durch eine andere Behörde zu geschehen hat, wird vor seinem Dienstantritt durch den Bürgermeister auf gewissenhafte Dienstführung eidlich verpflichtet.

Gießen, den 17. Juli 1899.

Betreffend: Die Ausführung des Gesetzes über die Kranken­versicherung der Arbeiter.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien und Kranken­kassenvorstände des Kreises«! __

Das nachstehend abgedruckte Verzeichnis der in unserem Kreise zugelassenen, den Anforderungen des § 75 des Kranken- Vers.-Gesetz. vom io ®t" -entsprechenden einge- schriebenen Hilfskassen teilen wir Ihnen unter dem Anfügen zur Kenntnis mit, daß die Mitglieder dieser Kaffen von dem Beitritt zur Gemeindekrankenversicherung bezw. zu einer nach Maßgabe des Krankenversicherungs-Gesetzes errichteten Krankenkasse befreit sind.

v. Bechtold.

Verzeichnis

der eingeschriebenen Hilfskaffen im Kreise Gießen.

1. Kranken- und Sterbekasse zu Watzenborn-Steinberg.

2. Kranken- und Sterbekasse zu Garbenteich.

3. Kranken- und Sterbekasse zu Rödgen.

4. Kranken- und Sterbekasse zu Wieseck.

Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den f»lg<s<bta Lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr.

KietzmerAnzeiger

/ y*-** 44* 8 ä/T /l'V' Alle Anzeigen.BermlkttungSstellen der In- und Auslandes L-J frII C I ll L ~ 1L ivlllvL- nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen.

einer am

Feuilleton.

Kine Begegnung.

Novellette von Gerhard Walter.

(Nachdruck verboten.)

Donnerwetter, mein lieber Freund/' sagte der Maler Wendelin und hob sein Glas gegen den Hausherrn,das muß ich gestehen, Dn hast einen Geschmack bewiesen, der Dir Ehre macht. Solch eine Frau wie Dem-, die soll man noch suchen zwischen Rhein und Memel! Erlaube, daß ich diesen Römer mit ausgezeichnetem Rheinwein auf ihr Wohl trinke! Aber nun gestatte auch, daß ich Dich bitte, mir zu erzählen, wie Du sie gefunden hast. Wir waren ja alle über die Maßen erstaunt, als Deine Verlobungs- anzeige kam und auf ihr ein gänzlich unbekannter Name stand, nachdem jahrelang so manch ein anderer mit dem deinigen in Verbindung gebracht war. Es wurde erzählt, Du habest Deine Braut unter ganz abenteuerlichen Um­ständen gefunden."

Die Gläser der Freunde klangen zusammen. Es war eine stille, laue Sommernacht. Hin und wieder flog ein Johanniskäfer wie ein leuchtender Edelstein durch das Dunkel draußen vor der Laube, in der das Windlicht mit sanftem Scheine brannte. . , , ,

" sagte der Hausherr mit behaglichem Lachen, weißt Du, das Leben ist in seiner Wirklichkeit viel roman­hafter, als sich die kühnste Dichterphantasie ausdenken mag. Und wenn ich nicht wüßte, daß die Geschichte buchstäbliche Wahrheit ist, dann möchte ich sie selbst anzweiseln auf ihre Möglichkeit. Reich' mir Dein Glas und laß es wieder füllen, und bann laß Dir erzählen. Nimm Dir noch eine Zigarre habe sie noch selbst mitgebracht aus der 1

Havanna und dann höre zu, und zweifle nicht, wenn ich Dir sage, daß mein Lebensschicksal buchstäblich an einer einzigen Minute gehangen hat. Prost, Wendelin!"

Mit leisem Läuten neigten sich die Kelche gegen­einander. , , f

Also die Sache war die, tote unser Hauswirt zu sagen pflegt'.' Ich hatte den Dienst als Seeoffizier mit tiefem Bedauern wegen zunehmender Kurzsichtigkeit aufgebcn müssen, hatte mich auf den Jntendanturdienst vorbereitet, und war auch verhältnismäßig bald wieder zu Stellung unb Jöürben als Jntenbanturrat gekommen. Vor zwei Jahren hatte ich es erreicht. Aber über all bem Stubieren wars mir schier wirbelig im Kopfe geworben, und ehe ich mein neues Amt antrat, ging ich auf Urlaub nach meinem lieben Thüringen. Ich kannte da ein Thal, still und verborgen, in dem es mir schon früher wohl gewesen war. Da zog es mich wieder hin. Es war nicht weit von Eisenach. Em Vormittags­marsch genügte, mm auf die Wartburg zu gelangen. In meinem Walddökslein war ich bald mit allerhand guten Gesellen bekannt geworden. Am besten gefiel mir darunter der Oberförster. Und mit dem hatte ich mich eines Tages verabredet. Er hatte dienstlich in Eisenach ZU thun und wollte mit der Bahn hinfahren; ich ging natürlich zu Fuß.

Wenn Sie um acht Uhr abmarfgieren, sind Sie um halb zwölf auf derHohen Sonne," wies er mich an. Dann stärken Sie sich nach dem Marsche bis 12 und sind dann mit dem Schlag 1 Uhr da, wo die elektrische Bahn im Eingänge des Annathals hält. Da erwarte ich Sie, und wir pilgern dann zusammen auf bie Wartburg. Später ziehen wir uns thalabwärts und essen tm neuen Rodensteiner" und trinken einen guten und Nicht zu kleinen Tr°Pllnt)bbad alles sagte ber Mann mit einer Ruhe, als

ob es sich garnicht um das Lebensglück zweier Menschen dabei handelte. Das konnte er ja freilich auch nicht wissen. Wir tranken unseren Schoppen aus und gingen nach Hause. ,

Schöner konnte ein Frühlingstag im Paradiese garmcht aufgegangen fein, als der, welcher mit dem folgenden Tage anbrach. Seligen Mutes ging ich meiner Wege, und ge­langte schließlich auf denWachstem". Da lagerte ich mich und sah mit fröhlichen Augen von dem grotesken Fels­gebilde hinab ins blühende Thal, wie es in aller Berges­pracht da unten sich breitete; und nach Genuß emes Kognaks und einer Schinkensemmel ging ich, nichts ahnend, fürbaß Wie ich aber nach der Uhr sah, da bemerkte ich, daß ich diese Frühstückspause doch ein bischen zu lange aus­gedehnt hatte für meine Verhältnisse, und als ich die gelben Mauern derHohen Sonne" im Sonnenglanz leuchten sah, da wars "/.12 statt i/212 Ufjr. Pünktlichkeit war nun von je meine Kardinaltugend, und so beschloß ich denn schnell, um meinen Oberförster nicht warten zu lassen, dort gar feine Rast zu machen, sondern nur einen schnellen Blick aus die Wartburg durch den berühmten Aushau im Walde zu thun und sofort den Abstieg zurDrachenschlucht" zu machen.

Jdh ging also, ohne mich aufzuhalten, an allen Kauern und sonstigen Lebewesen vorbei auf den Wart bürg buck zu. Kaum war ich an das Gitter herangetreten, da siel mein Auge auf ein Gefährt, das aus dem Walde vor mir gerade herauskam, bespannt mit einem braunen und einem weißen Pferde. Letzteres zog meinen Blick an. Und nun sah nh, wie in dem Wagen ein Herr und eme Dame fafecn. -J selben Augenblicke aber durchfuhr es Mich auch M freudig n Schreck.Ursinus!'' rief -ch laut. Das mußte a mem lieber alter Kamerad von der Weltreise auf derElisabeth