1800
Mittwoch den 19. April
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>3.,, k mn Oberinnthal die Schwalben, welche angeblich Gott ,^r be in Scher den Himmel mit bauen halfen, ebenso wie in Wmvchn Gegenden Schlesiens „Muttergottesvögel-, während si'Ui^Fchwaben als „Herrgottsvögel- geehrt werden. Im
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Fernsprecher Nr. 51.
in seinem Zelte wohnlich eingerichtet hatten. Schwalben waren es, welche dem persischen Könige DariuS den unglücklichen Ausgang seines Feldzuges gegen die Skythen verkündeten, wie denn auch nach Lenophons Bericht die Erscheinung von Schwalben der unheilvoll verlaufenen Expedition des jüngeren Kyrus gegen das nämliche Skythenvolk vorausging. Aber selbst das vom Himmel aus zu bestimmende Wetter vermag die göttliche Schwalbe zu prophezeien. „Wenn die Schwalben mit den Flügeln das Wasser berühren, so regnet es," heißt die norddeutsche Bauernregel, welche ander- wärts kürzer also lautet: „Wenn die Schwalben sischen, so giebt es Gewitter."
Neben der Nachtigall hat von jeher die Schwalbe infolge ihres eigenartigen Gesanges die Aufmerksamkeit der Völker auf sich gelenkt. Beide Vögel schienen sich schon bei den klassischen Alten in ihrer Redseligkeit einander nichts nachgeben zu wollen, weshalb sie oft als „geschwätzige", j< sogar als „vielgeschwätzige" Gäste angesehen wurden. Singt doch auch Dieffenbach:
„Frau Schwa'b ist eine Schwätzerin, Sie schwatzt den ganze« Tag.
Sie plaudert mit der Nachbarin, Soviel sie plaudern mag.
Das zwitschert, das zwitschert Den lieben! langen Tag."
In der Mark Brandenburg hat man sich — ebenso wie eine ansehnliche Reihe mittelalterlicher Minnesänger —- unterfangen, dem tönebunten Schwalbengeplauder gewisse Reime unterzulegen, z. B.:
Wollet v°« Anzeigen zu der nachmittags für ben fdjq.aKi Tag erscheinenden Nummer bit vorm. 10 Uhr.
Piemontesischen bezeichnet man sie als „Hühnchen des Herrn", in Bayern als „Vögel der Madonna", während der heilige Franziskus sogar von ihnen als seinen „Schwestern" sprach. Sehr finnig weiß der ferne Araber die Schwalben als
Vögel des Paradieses" zu benamsen, angeblich, weil sie neben dem flammenden Schwerte des vor dem Garten Eden wachenden Cherubins vorbeischlüpften, um dem vertriebenen Erstlingspaar der Menschheit mit in das Elend zu folgen, wie Masius zu berichten weiß.
Als gottgeweihter Vogel vermochte bie Schwalbe aber auch Dinge zu offenbaren, welche die alleswissenden Himmelsgestalten tief verborgen halten, und in vielen Fällen erscheint sie uns darum als eine Prophetin. Bereits in der altaermanischen Edda erteilen sieben Schwalben, eine nach der anderen, dem Sigurd einen guten Rat, bei desien Befolgung er das verborgene Geld entdeckt und sein verlorenes Weib wiederfindet. In manchen Gegenden Westfalens muß jeder Bursche, sobald er die erste Schwalbe sieht, unter seinen Füßen nach dort etwa liegendem Haar suchen, denn em solches trägt in der Farbe seine zukünftige Frau. Behauptet doch auch das ledige Mädchen Böhmens, daß es sich m demselben Jahre noch verheiratet, sobald es zuerst em Schwalbenpaar erblickt. ,
Doch auch ungünstige Ereignisse wußte und weiß noch die Schwalbe dem schicksalverpfändeten Menschen zu verraten So zeigte eine Schwalbe dem Pyrrhus, als fie in seinem Zelte ein Nest baute, die unglückliche Schlacht bei Beneventum an, und Antiochus, König von Syrien, verlor im Kriege gegen die Parther sein Leben, weil sich Schwalben
(Schluß.)
)«des HauS, an dem Schwalben nisten, wird vom viel« ge rtfiltiflen Glück begünstigt, besonders vor bem zer« fdfrttirnben Blitz behütet, wie man in Tyrol, Schwaben u HKxstfalen wissen will. Nach ungarischem Volksglauben . qi irbie Kuh besjenigen Hausbesitzers, ber ein Schwalben-
3 iieiRI iiiftört, entweder gar keine oder aber mit Blut ver- x m tjfc Milch, und wenn ein Schwalbenpaar eines Sommers 1 di Wemalige Brutstätte nicht wieder aufsucht, so wird nach «cM bischer Ansicht das verschmähte Haus vom Blitz ge-
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AustmÄ.
Prag, 17. April. Hier traf der Verfasser der projektierten neuen Straßen - Verordnungen, Sektionschef Stummer ein. Man bringt dessen Ankunft mit der unmittelbar bevorstehenden Regelung der Sprachenfrage in Zusammenhang.
Debrezin, 17. April. In der hiesigen Honved-Kaserne wurde ein Honved Rekrut von einem Kameraden beim lieben mit bem Karabiner erschossen. Bisher konnte nicht ermittelt werden, auf welche Weise die scharfe Patrone m den Karabiner gekommen ist.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
Zlints- und Auze»s«blatt fiw den Nvei» Glesien
Feuilleton.
Die Schwalöe.
Son F. Kunze.
(Nachdruck verboten.)
Mates und ProvinMes.
+♦ Obstbaukursus. Am Montag bem 24. April, vormittags 9 Uhr beginnt, an der Großh. Obstbauschule und andw. Winterschule zu Friedberg wieder ein achttägiger Kursus für Lehrer und Freunde des Obstbaues. Bei dem großen Interesse, das die beteiligten Kreise diesen Kursen in den Vorjahren entgegengebracht haben, ist zu erwarten, daß der Kursus sich wieder einer zahlreichen Beteiligung erfreuen w^rd^ April. Wie alljährlich im Frühjahr, so sind auch jetzt wieder unsere S a rn s t a g S rn a r k t e ziemlich stark besucht. Die Landwirte der oberen $ßctteniu bringen ihre Kartoffelvorräte hierher, um sie an die Be« wohner des vorderen Vogelsbergs zu Saatzwecken abzusetzen. Auf bem gestrigen Markte galt der Doppelzentner 5.80 Mk. bis 6 Mk. .
§ Aus bem Ohmthal, 17. April. In den gestrigen und heutigen Nachmittagsstunden zogen mehrere Gewitter über die Gemarkungen unseres Thales. Blitze sah mau dabei weniger, aber die Donnerschläge waren zuweilen von der Heftigkeit eines Sommergewitters. Die Gewitter haben wieder viele Niederschläge gebracht. So vermag der Land« wirt noch immer nicht die Frühjahrsbestellung zu beginnen. Schon befinden wir uns in ber zweiten Hälfte des April, und der Mai steht vor der Thüre. Die diesjährige Frü^ lingsbestellung des Feldes und des Gartens wird demnach wiederum eine recht späte, wie es leider schon seit emigeu Jahren der Fall. In besseren Frühjahren hatte der Land« mann schon zu Ende März den Hafer gesäet und um diese Beit die Kartoffeln gesteckt. Jetzt aber ist weder cm Korn Hafer gesäet, noch eine Kartoffelknolle in die Erde gesteckt. Noch ist es für unsere Gegend gewiß nicht zu spät zur Aussaat, aber die Wendung zu besserem Wetter müßte endlich eintreten. Darnach sieht aber der Himmel noch sehr wenig aus. In den Gärten sind bie Blüten der Obstbäume, vornehmlich des Steinobstes, am Aufbrechen. Die arabischen Kirschen blühen bereits. Das ewige Sudelwetter pflückt sie in der Blüte, wie es im vorigen Jahre den Zwetschenblüten in hiesiger Gegend den Garaus gemacht hat.
△ Vom Vogelsberg, 17. April. Die guten Jahrgänge für den Landwirt sind oft das Gegenteil für den Imker. Das hatte wiederum das verflossene Jahr evident gezeigt. Aber die späten und schlechten Frühlinge sind für Landwirt wie Imker unheilvoll. Die Imker haben, nun seit einer Reihe von Jahren durch die Mißgunst der Witterung so schlechte Ergebnisse gehabt, wie sie oft in zwe, Jahrzehnten so oft hintereinander nicht vorkommen. Besonders schlecht für die Imkerei war der letzte Jahrgang. Die Imker hofften nun von dem jetzigen Verbesserung. Aber dazu sind die Aussichten wiederum gar gering. Ein spätes und nasses Frühjahr bannt bie Völker in ihre Stöcke. Um diese Zeit
Matter für hessische Volkskunde^
sichert bie „Köln. Zig.", baß durch bie Einsetzung ber K°m- misfion keineswegs die samoanische Frage gelöst sei. E ei im Gegenteil zu besorgen, daß sie noch zu manchem Kopfzerbrechen Anlaß geben werde. Die enghfdje Regierung !iat amtlich anerkannt, daß die Deutschen aus Samoa wegen strafbarer Handlungen nur von den deutschen gesetzmäßigen Gerichten verfolgt werden können. Die britischen Behörden, welche die Festnahme des Deutschen Hufnagel veranlaßt haben, sind telegraphisch angewiesen, deuselben dem Korn- Mandanten S. M. Kreuzer '.Falke" zur Verfügung zu stellen. Falls nicht schon inzwischen die Unschuld des Genannten außer Zweifel gestellt ist, wird das Verfahren vor dem deutschen Konsulargericht nach Eintreffen der Ober« kommission in Samoa stattfinden.
— Der Deutsche Flotten-Verein erläßt einen Aufruf „Samoa und die deutsche Flotte", der nachdrücklich für die Regierung eintritt, aber die Notwendigkeit betont, eine starke Kriegsflotte zu schaffen. Es heißt m dem Flugblatt:- Wer sich den Zusammenhang der Dmge klar macht, der wird auch nicht einstimmen in das Gerede derer, die da meinen, wenn Deutschland diese „Schmach", die englisch amerikanische Samoa-Taktik, ruhig hinnehme, sei es schade um jeden für die Flotte ausgegebenen Pfennig. Was will man denn von einer Flotte verlangen, von der die Regierung erst vor Jahresfrist erklärte, daß sie für tue ihr zufallenden Aufgaben völlig unzureichend sei? Gut Dmg will Weile haben, und um eine Flotte zu schaffen, wie Deutschland sie für feine heutigen Bedürfnisse braucht, sind Jahrzehnte von Nöten. Denn eine auf der Höhe der Zeit stehende deutsche Flotte muß stark genug sein, daß sie sich nicht auf bloße Küstenverteidigung beschränkt sieht, sondern imstande ist, die kraftvoll hinaus wachsenden überseeischen Interessen Deutschlands auch in den entlegencren Zonen des Erdballes nachdrücklich zu wahren. Es wird deshalb zum Eintritt in den deutschen Flottenverein aufgefordert; möchten recht viele Deutsche dieser Aufforderung, die ihre beste Begründung m den letzten politischen Erfahrungen findet, nachkommen!
' Zl.i,;/ meldet, sehr bemerkenswert seien die Ausführungen, wmch bie „Petersburger Zeitung" zu den Samoawirren mn$t<. Jenes Blatt gehe von der Annahme aus, daß es fieWil um ein zufälliges Mißverständnis handle, sondern un.« timen mit Absicht herbeigeführten Konflikt, der von la.iCTjkiHand vorbereitet und nach festem Plan ausgeführt feii.. LB sei ein recht geringfügiger, aber um so charak- ieiW'cherer Anlaß gewesen, der die deutsche Politik uber- ze^mm mußte, was die Engländer -unter Freundschaft und ge-Mtiligem Vertrauen verstehen. An leitender Stelle ver-
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täglich im o I:3nat)me befl Ri>ntag<.
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Mr Gikßkner yewelltreirattrr Btt KM xm Anzeiger BfcMpiä viermal iqeltgt.
/£ ^rdenfalls war die sogenannte Rauchschwalbe (Hirundo
F d M himM ihrer roten Brust wegen ehemals dem „fuchs- cf ÜiM * lEM Donar, jenem allmächtigen Gewitter- und Lichtgotte öl, *,IU Ü । Mvmmaniens, heilig, welch hohe Auszeichnung sich dann M||aLf.|aiuf die nächsten Schwestern des Vogels übertragen zu scheint. Diesem Umstande haben die verschiedeuen ^ta.?.rinnen des Schwalbengeschlechts auch wohl gewisse
■" . k. ar'Mnhnttp Reinomcn iu verdanken. So nennt man
I* ' deMsihem Botschaft in Paris war, ernannt worden. Btüli*, 17. April. Zur Samoafrage. Dn
Stil (hi, 17. April. Das Abgeordnetenhaus je;,:1t h2Ute die erste Lesung der Kanal-Vorlage fort. Am btr Debatte beteiligten sich die Abgeordneten Beuchelt (Io.*), Walbrecht (natl), Gamp (freif. Ver.) und Richter (Stafoo. Minister Breseld gab eine umfangreiche ziffern- m lfigk INebersicht über bie Zunahme des Eisenbahn- und MA-rkehrs, um nachzuweisen, daß bie AusdehnungS« fdtjröftit des Verkehrs auf den Wasserstraßen eine bedeutend gritzrlt ist als auf den Eisenbahnen. Morgen wird die fortgesetzt.
17. April. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht 'leiiiti ii seinem nichtamtlichen Teile eine Auslassung übl ti i ie Beamten-Vereine, in der es u. a. heißt: Ei nyt u)on Beamten deS Reiches und Preußen gebildeten Vtz/«ine haben eine bedenkliche unb bedauerliche Haltung an« g nMi: Sofern auch der Regierung die Absicht fehlt, iiBcc mten die Bildung von Vereinen und Gesellschaften ik cSciöbcffcrung ihrer wirtschaftlichen Lage, zur Hebung hr' -gtifiigcn unb sittlichen Ausbildung ihrer Mitglieder und zu n Joilbcrung ihrer Standes-Jntereffen zu verwehren oder U sie i in i|irem Petitionsrecht zu beschränken, so bestimmt muß P * dvi'^ von kaiserlichen und königlichen Beamten erwartet und ft i oe afongi werden, daß sie dabei diejenigen Schranken inne P nüdhtn, welche für alle Beamte durch ihren geleisteten Eid u iinA durch ihre amtliche Stellung gegeben sind. Niemals S " IN «ich als- in der gegenwärtigen Zeit, wo die Umsturzpartei - ? Ä ütt, in »Grundfesten unseres Vaterlandes zu rütteln sucht 5? , ift । ö eme der obersten Pflichten aller Beamten, em Vorbild C N beut' Rbriigötreue zu sein.
* ft Bet-lie, 17. April. Die „Nordd. Allgem. Ztg." be- 8* L » zeWnn die Melbung, daß in Jtschaufu em beutscher O,?) faite til ter ernannt werden soll, als Erfindung.
- 1! Balin, 17. April. Die „Post" meldet aus Jena: ' tt iimillitärischen Vertreter Deutschlands auf der K o n f er e n z Imiibcag ist der Kommandeur des 94. Jnfantene-Regi- * mnitii, iDberft v. Groß, genannt v. Schwarzhoff, der 'vom dem Obersten v. Schwartzkoppen Militar-Attachü der
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