* Zu den unentbehrlichen „Unsichtbaren", die hinter den Kulissen der Theater ihres Amtes walten, gehört der Requisiteur, und seiner vielseitigen Thätigkeit widmet das „N. Wiener. I." eine Schilderung, der wir solgende Stellen entnehmen: Ein Essen sür fünfzehn Personen, das im Hotel erster Klasse zweihundert Gulden kostet, stellt der Requisiteur um den bescheidenen Preis von neunzig Kreuzern her. Er gruppiert den köstlichen Salat aus grünen Papierschnitzeln um einen kachierten Fasan, der für jede Vorstellung frisch lackiert wird. Er bereitet das appetitlichste Eis aus gefärbter Baumwolle und fabriziert aus Pappendeckel einen Hummer von so täuschender Naturtreue, daß ich fest überzeugt bin, er würde jedem eben so schwer im Magen liegen, wie ein wirklicher. Das leistungsfähigste Weingroßhandlungshaus kann sich in der Geschicklichkeit, aus Wasser die feinsten und teuersten Weine zu bereiten, nicht mit dem Requisiteur messen. Natürlich werden diese kostbaren Flüssigkeiten in den Bühnensalons meist aus grünen Gläsern genossen, damit man nicht merkt, daß die vornehmen Wüstlinge nichts trinken. Die sprödesten Stoffe versteht der Requisiteur sich dienstbar zu machen. Er macht aus Holz Havanazigarren und Kaviarbrötchen, Ehrenketten aus alten Kastenbeschlägen nnd Schmuckschatullen von unermeßlichem Werte ans Zigarrenkistchen. Er erzeugt Papiergeld aller Länder nach Bedarf und verteilt mit vollen Händen das Gold an leichtfertige Spieler. Alle die kolossalen Summen, die jeden Abend auf dem Theater geerbt, gestohlen oder verschenkt werden, stammen aus seiner unerschöpflichen Kasse. Dem Requisiteur ist nichts Menschliches fremd, nichts Irdisches Unmöglich. Den Rosenkranz der Stuart, die Leier der Sappho, das Giftfläschchen der Julia, die große Brieftasche tzes Onkels, der immer wieder aus Amerika kommt, und ähnliche Requisiten des theatralischen Alltagslebens hat er beständig auf dem Lager; aber auch die seltensten und unbekanntesten Dinge, von denen er nie in seinem Leben etwas gehört hat, schafft er auf irgend eine Weise irgendwoher herbei. Neben den geschilderten Aufregungen und Mühen, bie der Berns des Requisiteurs mit sich bringt, hat der Wackere noch schwer zu leiden unter den Kränkungen und Beleidigungen, die überspannte Künstlernaturen in der Hitze des Gefechtes ihm zufügen. In Preßburg sagte Mitter- wurzer zu dem Requisiteur, der ihm in „Kean" statt eines holländischen Thonpfeifchens eine wunderschöne Meerschaumpfeife brachte: „Reitmann, Sie sind ein Ochs!" „Das weiß ich, Herr von Mitterwurzer", antwortete Reitmann, „wir sind ja alte Bekannte." Und der wackere alte Michely vom Burgtheater, dem einst die übelgelaunte Wolter als Gräfin Orsina den gelieferten Dolch als unbrauchbar vor die Füße warf, entgegnete mit der größten Seelenruhe: „Aber Frau Gräfin, zwanzig Jahr' spielst jetzt schon mit dem Dolch, und heut' is er Dir auf einmal net recht!"
* Pariser Allerlei. Felix Faure ist von einem ehemaligen kaiserlichen Hofkutscher auf den Kirchhof gefahren worden, Henry Lavielle, der ihm bald nachfolgte, da er am 10. März, 70 Jahre alt, gestorben ist. Lavielle hat überhaupt viele bedeutende Persönlichkeiten zur letzten Ruhestätte befördert, namentlich Viktor Hugo, Carnot, Gambetta, Mac Mahon und Pasteur. Die Leichenfeier-Gesellschaft (sociöte dos Pompes funebres) hatte ihm, seitdem er in ihre Dienste getreten war, stets die vornehmsten Beerdigungen anvertraut. Henry Lavielle hatte in der Leibwache Napoleons III., den glänzenden Hundertgarden, gedient, bevor er Hofkutscher wurde. Als solcher fuhr er Napoleon 111. zum erstenmale bei der Eröffnung der Weltausstellung 1867. Der ehemaligen Hundertgarden giebt es laut der „Voss. Ztg." noch gegen fünfzig, die einen kameradschaftlichen Verein bilden unter dem Vorsitze des Obersten Verly. Diese alten Hofkrieger — anders kann man sie kaum nennen — haben seither die verschiedensten Berufe ergriffen, sich aber doch alle eine Lebensstellung errungen. Einer davon, Garnier, hat sogar studiert und als Arzt einen gewissen Namen erworben. Er schrieb namentlich Werke über künstliche Befruchtung, die viel Aufsehen erregten, von der Akademie der Heilkunde wie von den Behörden jedoch sehr abfällig beurteilt wurden. — Daß jemand seiner eigenen Beerdigung beiwohnt und dabei verhaftet wird, gehört nicht zu den alltäglichen Ereignissen. Ein Geheimpolizist begegnete unweit des Kirchhofes Saint-Ouen einem Leichenzuge, an dessen Spitze er den Sträfling Prosper Romien erkannte, der als erster Leidtragender und Familienangehöriger entblößten Hauptes einher wandelte. Der Polizist schloß sich dem Zuge an und befragte dessen Mitglieder; alle gaben die gleichlautende Antwort: Es ist Herr Prosper Romien, der begraben wird. Der Polizist zog das Lichtbild des Genannten heraus, um sich vollständig zu vergewissern, daß es wirklich Prosper Romien sei, den er vor sich sah. Nach der Beisetzung des Sarges auf dem Kirchhof trat der Polizist an den Verdächtigen heran, der sofort antwortete: „Ich bin Emil Romien, wir haben meinen Bruder Prosper begraben." Der Polizist aber ließ sich nicht abweisen, sondern zwang den Angeredeteu, mit ihm eine Droschke zu besteigen. Auf der Polizeipräfektur wurde durch Körpermessung unwiderleglich festgestellt, daß der Verhaftete wirklich Prosper Romien sei, auf den, ob der Begleichung seiner letzten Strafe, fünfzehn Monate Gefängnis wegea Betrugs, gefahndet wurde. Der Bursche hatte seinen Bruder unter dem eigenen Namen begraben lassen, um sich selbst unter dessen Namen zu verbergen. Das wird ihm einige weitere Jahre, jedoch Zuchthaus, eintragen.
* Chinesische Justiz. Als Probe dafür, wie man in China die „kleinen Diebe" abstraft, geben wir nachstehend den Bericht wieder, den der kürzlich eingetroffene Ostasiatische Lloyd über die am 4. Februar stattgehabte Sitzung des „Gemischten Gerichtshofes" von Shanghai enthält. Es heißt dort: „Vor dem Magistrat Cheng und Dr. Betz, vom Deutschen Generalkonsulate wurden heute nachstehende Fälle verhandelt: 1. Ein Chinese wird wegen Verkaufs von mexikanischen Juarez-Lotterie-Losen mit 5 Dollars bestraft.
Eine Chinesin ist verdächtig, Silber- und Goldsachen im Werte von 600 Dollars gestohlen zu haben; der Fall wird bis zur Beibringung neuen Beweismaterials vertagt. 3. Wegen Unterschlagung von 145 Dollars wird ein Chinese zu einem Monat Gefängnis und Rückzahlung der 145 Dollars verurteilt. 4. Ein Mafu wird wegen Verübung ruhestörenden Lärms mit drei Dollars bestraft. 5. Ein Rickscha- Kuli erhält wegen thätlicher Beleidigung seines Herrn sieben Tage Kang. 6. Wegen Diebstahls geringwertiger Gegenstände werden eine Anzahl Kulis mit je 200 Hieben bestraft. 7. Wegen Raubes eines neunjährigen Mädchens und Verkaufs desselben zu zwölf Dollars erhält ein Chinese 200 Hiebe und ein Jahr Gefängnis. 8. Ein altes Weib, das Baumwolle gestohlen, bekommt 200 Hiebe auf die Hand. 9. Wegen öffentlichen Würfelspiels erhält ein Diener 200 Hiebe auf die Hand und drei Monate Gefängnis. 10. Wegen Einbruchsdiebstahls werden 200 Hiebe und drei Monate Gefängnis verhängt. 11. Eine Chinesin beschuldigt ihren früheren Geliebten, ihr Schmuckgegenstände gestohlen zu haben. Trotz Leugnens erhält er 200 Hiebe, aber auch der ungetreuen Geliebten werden wegen liederlichen Lebenswandels 100 Hiebe auf die Hand gezählt."
* Den kleinsten Baum der Erde hat der bekannte amerikanische Botaniker Bessey am Colorado gefunden. In der gewaltigen Schlucht dieses Stromes finden sich in den Felsspalten Gewächse, die ihrer Art nach echte Bäume sind, die aber nur eine ganz ungewöhnlich kleine Entwicklung genommen haben. Unter diesen bemerkte der Forscher eine Kiefer der Gattung pinne albicaulis, die nur 13 cm in der Höhe und an ihrem Stamme nur 5 mm im Durchmesser besaß. Sie trug überhaupt keine Zweige, und das Stämmchen endigte in ein einziges, ziemlich dürftiges Büschel von Nadeln. Bessey war begierig, das Alter dieses Miniaturbäumchens festzustellen, und schnitt daher den Stamm ab, um die Jahresringe zu zählen; dabei stellte sich heraus, daß dieses winzige Gewächs bereits 25 Jahre alt war. Der Gelehrte meint, daß dies das auffallendste Beispiel von natürlichem Zwergwuchs sei, das bisher jemals im Pflanzenreich ermittelt wurde.
UniversMs Nachrichten.
— Jen a. In dem Streben der Hochschulen, sich an wettere Kreise der Gebildeten zu wenden, ist, so schreibt man, die dortige Universität vorangegangen. Dozenten dieser Universität richteten im Jahre 1889 Fortbildungskurse ein, und zwar zunächst päda gogische und naturwissenschaftliche für Lehrer an höheren Lehran stallen. Diese Kurse find im Laufe des ersten Jahrzehnts immer mehr erweitert und ausgebaut worden. In diesem Jahre sollen diese Kurse vom 2. bis 22. August st-tlfinden. Das Programm, welches durch das Sekretariat (Spltzwetdenweg 4) zu Haden ist, enthält allgemeine Fortbildungskurse sür Damen unv Herren, sowie besondere Fortbildungskurse für Lehrer der Naturwissenschaften an. höheren Lehranstalten. Im vergangenen Winter wurden an vier zehn Samtztagen von Dozenteu der dortigen Untverstlät Vorlesungen für Volksfchullehrer Thüringens gehalten. Die Zahl der Teilnehmer an diesen Kursen betrug 330.
Meratur, Wissenschaft und Kunst.
— »Hausschatz des Wissens". (Verlag von I. Neumann, Neudamm.) Der „Hautzfchatz des Wissens" ist, wie wir unseren Lesern schon öfters mitzuletlen Gelegenheit hatten, eine wohlfeile Hausbibltothek in vornehmster Form und stellt dar eine Sammlung von gemeinverständlichen Werken, welche das allgemeine Wissen unv fassen und zu billigsten Preisen bet bester Qualität des Gebotenen aus den Büchermarkt gelangen. Das Generalregtster ist derart angelegt, datz der „Hausschatz des Wissens" auch als Nachschlagewerk bestens zu benutzen ist. In der Sammlung erscheinen folgende Werke über unser Wissen von der Natur: Abt. 1. Entwtckelungsgeschtchte der Natur (Bd. 1 u. 2) Abt. 2. Die Physik (8b. 3 u. 4). Abt. 3. Die Cbemie (Bd. 5). Abt. 4. Das Mineralreich (Bd. 6). Abt. 5. Das Pflanzenreich (Bd. 7). Abt. 6. Das Tierreich (Bd. 8 u. 9) und nachgenannte Werke über unser Wissen von der Menschheit: Abt. 7. Länder- und Völkerkunde (Bd. 10 u. 11). Abt. 8. Geschichte der Menschheit (Weltgeschichte) (Bd. 12 u. 13). Abt. 9. Kunstgeschichte nebst Geschichte der Musik und £ per (Bd. 14). Abt. 10. Geschichte der Weltlitteratur nebst einer Geschichte des TheaterS aller Zetten und Völker (Bd. 15 u. 16), zum Schlüsse: Abt. 11. Gesamt register (Bd. 17). Gratiszugabe für die Abnehmer der ganzen Sammlung. Probehefte aller erschienenen und im Erscheinen begriffenen Abteilungen werden von der Verlagsbuchhandlang umsonst und portofrei geliefert. Die soeben zur Ausgabe gelangten Hefte 211 und 220 enthalten: Länder- und Völkerkunde von Dr. Paul Lehmann, Lfg. 17 bis 20. Der Verfasser hat sich das Ziel gesteckt, feinen Lesern die Wechfelwirkung vor Augen zu führen, die zwischen Natur- und Menschenleben besteht. - Indem er diesem Ziele nachstrebt, befleißigt er sich einer leicht verständlichen, klaren Schilderung der in Betracht kommenden Erscheinungen und hat aus dem in übergroßem Maße vorhandenen Stoff seine Wahl mit lobenswerter Sorgfalt getroffen. Da seine Arbeit in erster Linie für einen deutschen Leserkreis bestimmt ist, fällt der Schwerpunkt der Schilderung auf die Bedeutung jener Erscheinungen für die Entwickelung des deutschen Volkes. — Der Schilderung Deutschlands ist beinahe die Hälfte drS soeben vollständig gewordenen ersten Bandes gewidmet, die übrigen Staaten Europas find viel kürzer, aber, wie uns scheint, in dem Zweck deS Werkes entsprechender Weise behandelt. Außer zahlreichen Text Illustrationen sind diesen Lieferungen beigegeben: eine geographische Karte „Europa am Ende des 19. Jahrhunderts", sowie eine in feinstem Farbendruck ausgeführte Tafel „Rufsifche Volkstrachten". Das Mineralreich von Dr. Gürich. Lfg. 11 und 14. Das Mineralreich hat in Herrn Privatdocent Dr Gürich-BreSlau einen ganz eminent geeigneten Herausgeber gefunden. Der Verfasser, welcher im Auftrage der Regierung Südweft-Afrika auf feine Mtneralfchätze untersuchte und Venezuela bereiste, ist auf dem Gebieie der Gesteinskunde als eine Autorität ersten Ranges anzusehen. Wie alle übrigen Bände vom ..HauSfchatz des Wissens" dürfre auch diese Abteilung textlich wie illustrativ den Leser vollkommen befriedigen. Kunstgeschichte von Prof. Dr. Max Schmid, nebst Geschichte der Musik und Oper von Dr. Cl. Sherwood. Lfg. 1 enthält eine vorzüglich auSgesührte Buntdrucktafel „Pompeji, Vorhof und Tempel des Apollo". Nach Er- fchetnen weiterer Hefte werden wir uns mit dieser besonders in teressanten Abteilung deS „Hausfchah des Wissens" eingehend beschäftigen. Die Physik von H. Mafer, Lfg. 5. Wir verfolgen mit Interesse daS Weitererscheinen des „Hausfchatz des Wissens" und empfehlen unseren Lesern die Anschaffung dieses vortrefflichen und im Verhältnis zum Gebotenm sehr wohlfeilen Werkes. Der Preis einer Lieferung beträgt nur 30 Pfg.
— Rollers Stenographie. Wenn ein Lehrbuch der Steno graphie 50 Auflagen erlebt, fo spricht dies für die Güte dieser Kurz schrtst. Das „Mannheimer Tageblatt" schrieb kürzlich darüber: Ein System, datz nicht mit der Reklame arbeitet und dennoch durch seine inneren Vorzüge sich empfehlend immer mehr Anhänger gewinnt, ist
das Rollrrsche. Während bei den allen Systemen viele ihrer Schüler wieder abspringen, oder das Gclern'e wieder vergessen, ift das Rolle,sche Syst.m fo einfach und plaklisch, daß auch die ungefchickiest»! Hand etz in wenigen ©tu d.n leicht schreiben kann. Wer andere Systeme kennen gelernt bat und es mit Rollers System probiert, der unterschreibt gerne, was Spamers Illustriertes Lexckon darüber tagt: „Infolge des folgerichtigen Aufbaues auf ein»«cken fpiackwfffin- chafilichen Grundiätzen und vermöge der dadurch bebingten Eimack beit und leichten Eilernbaikeit eignet sich Rollers System für eile Kreise des deutsch-n Volkes und wie kein anderes zur Einfühlung in die Elementarschule. Seine praktifche Verwertbarkeit ist glänz'nd erwiesen." Im letztrn Jahre haben 200 ihrer Kenner, ost unter Bevorzugung vor anderen, als Stenographen Anstellungen bekommen feit zehn Jahren sind über 4000 Arbeiter, zum Teil der umfang- '«'chsten und fchwierigst'N Art (von Nichttach-Stenogrophen!) nach Rollers System ausgeiührt und etwa 300 Vereine pflegen und verbreiten bereits diese Kurzschrift in aller Welt, denn auch auf fremde Sprechen ift sie fchon vielfach angewendet. Die vollständigen L-Hr- miltel der R fchen Stenographie zum Selbstunterricht erhält man ür 3 Mark (auch Prosp kte gratis) durch daS Slenogr. Institut von H. Roller in Berlin N. 39 franko zugefandt.
— Die Freilegung der Rikolaikirche in Berlin gibt htm „Bär, Jltuftr. Wochen fchrift für Gefchichte und moderne» Leben", Veranlassung, dieses bochinteressante Gotteshaus, die ,Lvov- mannskirche Io dem olden Berlin" eingehend zu behandeln. & ehrwürdige alte St. Nikolaiknche ist ungefähr 1220—1240 gedam. d. h. nicht etwa die heut stehende! Diese ist erst um die Wende des vierzehnten Jahrhunderts entstanden, teilweise fogar erst im N utau von 1460. Born ursprünglichen Gebäude stammt nur noch b-t granitene Unterbau der beiben gewaltigen Türme, der allein ben etb setzlichen Feuersbrünsten vom St. Laurentius- und St. Tiburtiutz- tage 1380 widerstanden hat. Einst stieg man Stufen empor zm Kirche, heut steigt man hinab. DaS Hauptportal und der Boden d r Kirche liegen unter dem Straßenniveau, das durch den Brand- schütt der ebenerwähntenFeuersbrünste um soviel erhöht worden ist Wenn man die Grabsteine in St. N colai durchgeht, findet man eint Fülle der bekanntesten Namen: Rücker, der Begründer des Berliner Gemeindeschulwesens, Pufendorf, Caspar Tbeiß, Haube, Spener, Dieffenbach, Blankenfelde, Wins, Matthias. Sie bilden ein wahres campo eanto für die Berliner Geschichte. Die jetzt niebergetiffenen Häubchen bildeten keine schlechte Umgebung für das mächtige Gotteshaus, sie hoben in ihrer Winzigkeit die Größe und Mächtigkeit bd ehrwürdigen Baudenkmals nur umfomehr hervor. Hoff-n wir, M es nicht verliert, wenn erst die Neubauten emporwochsen, die oc dieser Stelle doch wohl nur Kauf- und Warenhäufer werden können. Aus der Fülle der sonstigen Aufsätze fei noch auf „Großstadtpoefie' und das Städtebild „Lehnin" hingewiefen.
I— Neueste Erfindungen und Erfahrungen" auf ben Gebieten der praktischen Techmk, der Elektrotechnik, bet Gewerk Industrie, Chemie, der Land- und Hauswirtschaft rc. 26. Iihsgai» (A. Hartlebens Verlag in Wien). PränumerationSpreiS ganMri.. für 13 Hefte franko 7.50 Mk. Einzelne Hefte für 60 Pfg. in txW marken. Diese Zeitschrift dient ausschließlich nur der Praxis. Jh'e Mitteilungen, die sich über alle BerusSarten verbreiten, bestehen in praktischen, zuverlässigen und leicht ausführbaren Anweisungen, ArbeitSoerbesserungen unb Neuerungen auf technischem und tnbiv ftriellem Gebiete. Beson ders wertvoll find die zahlreichen Anw^f- ungen zu neuen, lohnenden Erwerbsarten. Die „Neuesten Erfindungen und Erfahrungen", im 26. Jahrgange erscheinend, bieten jedermann, insbesondere dem Techniker und Industriellen, die Mittel, alle neuen Erscheinungen und alle wertvollen praktischen Er- rungenschaften kennen zu lernen unb so zu verstehen, daß er sie u seinem Geschäfte sofort verwerten kann und demzufolge immer aus der Höhe der Zeit steht. Hunderte von Fragen auS allen vttuff- fächern finden in dieser Zeitschrift praktische und kostenlose Beantwortung
— Emil Erckmann, der bekannte Mitarbeiter von Chatriar ist in Luneoille hochbetart gestorben. AlS Sohn eines Buch' Händlers am 20. Mai 1822 zu Psalzburg geboren, studierte er erst in Pari« die Rechte und folgte dann seiner schriftstellerischen Neigung. Er schloß ein Roman-Kompagniegeschäft mit dem Lothringer Alexandre Chatrian, der neun Jahre vor ihm starb, unb nun fitzte die Firma Erckmann Chatrian ihre Romane mit großartigem Gi- schäftserfolg ab. Von der Massenerzeugung der Erckmann Chatrian beben sich zwei Romane ab, btc auch in der Bearbeitung für bf? Bühne großen Erfolg hatten: „Freund Fritz" und „Die Rantzau" Diese beiden Werke find auch in Deuifchland bekannt gewoivm während die bedeutendste Arbeit der litterarifchen Firma, „Die schichte eine« Konskribierien von 1813" mit der Fortsetzung „Wat - loo", dem deutschen Geschmack weniger zusagte. Die Verfasser morn übrigens ausgesprochene Deutschenfeinde, das bewiesen sie auch durch die Option für Frankreich und durch heftige Artikel gegen da» ncie Deutfche Reich, alS ihre Heimat diesem zugefallen war.
— Utber Unterricht und Erziehung der Neger plaudel der RegierungSlehrer Sembritzkt in V'tlorta (Kamerun) in der V- eben erschienenen Nummer 11 der Wochenschrift „Die Umschau, (Frankfurt a. M.). Nach den Erfahrungen des Autor« ist die Len- fähigkeit der schwarzen Brüder nickt so sehr unterschiedlich von b<^- jenigen unserer Kinder, nur find es der Stupiden, benen o® Denken große Schwierigkeit macht, ein größerer Prozentiatz daheim. Die Neger besuchen die Schulen freiwillig; selbst Menschs von 20 bis 40 Jahren wollen noch „klüger" werden, und befonbel die Sprache der Weißen verstehen lernen. Für mechanische Fnü^ teitm find alle sehr begabt; in kurzer Zeit erzielt man bet W- z. B. die schönste Handschrift. Nr. 11 der Umschau enthält auße dem Diätetik im Altertum von Dr. Julian Marcuse, TianA von Dr. Lampe, Holzflöße auf dem stillen Ozean von I. Gisss' Zur deutschen Volkskunde von Dr. F. T.tzner, Photochernie v» Dr. Brchhold, außerdem eine Reihe interessanter Betrachtungen kleiner Mitteilungen.
Im Verlage von Earl Gerold's Sohn, Wien, I. Barbaragaffe! ■ ist erschienen: Homöopath Dr. Ernst Hausarzt für gebildete Stände Erfahrungen aus einer dreißigjährigen Spital- und Privat-Prar» j Dem Wohle der Leidenden gewidmet. Inhalt: Krankheiten deS Raches und Kehlkopfes, der Bronchien und Lunge, des Herzens, des Magen» Darmes. Ferner Krankheiten der Leber und Nieren, der Blase und tv Geschlechtsorgane. Schließlich die Krankheiten der Nerven unbt-t Rückenmarks, sowie die Krankheiten der Radfahrer. Bei jeder Krankt sind die Verhaltungsmaßregeln und bewährte Medicamente zu derer Heilung angegeben. Das Werke mpsiehlt sich besonders für schwer Leider* bei denen große Arzneidosen keine oder schlechte Wirkung erzielten, I Familien auf dem Lande. Zu beziehen durch jede Buchhandlung | In- und Auslandes. Preis Mk. 3. —
Der Kunstwart. Herausgeber Ferd. Avenanus, Georg D. W. Eallwey, München (vierteljährlich Mk. 2.50, das e«^ Heft 50 Ps.) Heft 11 enthält: Ungekürzte Aufführungen u. f. w. Richard Batka. — Dekadenz in der Unterhaltungsliteratur. Von Bartels. — Architektonische Zeitfragen. (Schluß.) Von Paul Schum» — Der Fall Diefenbach. Von Wilhelm Schölermann. — Lose »tot* Aus „Prometheus und Epimetheus". Bon Felix Tandem. — Sunoic^ enthält u. a.: Friedrich Spielhagen. — Die Aufführung des „WV, Delje* in der Münchner literar. Gesellschaft. — Von Münchner Attl — Berliner Musik. — Vom Berliner Kunstleben. — Silberbeilagemjt’« bach-Fidus, Musizierendes Mädchen; aus „Per aspera ad aatra Notenbeilage: Sigmund von Hausegger, Mittag im Feld.
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