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Kr. 43 Erstes Blatt.Sonntag den 19. Februar
1899
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
ZSezvgspreis vikrlrljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Brmgcrlohn.
Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.
Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgmdm Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr.
Grfcheint täglich »h Ausnahme des MontagS-
Alle Anzeigen.Bermittlungsstellen de» In- und AuSlande« nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen.
Die Gießener -amitienotätter mrdeu dem Anzeiger Wöchentlich viermal bngelegt.
Amts- und Anzeigeblntt füv den Ureis Gieren.
Gratisbrilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Zandwirt, Klätter für hessische Dolbslmnde.
Adreffe für Depeschen: Anzeiger chießc«. Fernsprecher Nr. 51.
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Redaktion, Expedition und Druckerei:
Schukstraße Ar. 7.
Amtlicher Heil.
Bekanntmachung.
In den Voranschlag des landwirtschaftlichen Bezirks- rrreins des Kreises Gießen sind pro 1898/99 Mittel zum Äezug von Saatkartoffelu aus fremden Gegenden vorgesehen. Es werden die Kartoffelsorten:
Professor Märker, Bruce, angeboten zu 3 Mk. pro Centlier, blaue Magnum bonum, angeboten zu 4 Mk. pro Zentner, zur Anschaffung empfohlen.
Außerdem sollen noch nachverzeichnete Kartoffelsorten: Schneeflocken und Frührosa, angeboten zu 3Mk. pro Centner, lagDum bonum, Weltwunder, Sächsische Zwiebelkartoffel md Imperator, alle angeboten zu 3 Mk. pro Centner, bei Aesiellung von 200 Centner zu 2 Mk. 50 Pfg. pro Centner, md blaue Riesen, angeboten zu 2 M. 50 Pfg. pro Centner, ms Wunsch bestellt werden.
Bestellungen auf andere Kartoffelsorten sollen jedoch auf Aunsch der Landwirte auch, aber nur dann ausgeführt wrrden, wenn ein Waggon (200 Centner) Kartoffeln von Örn verschiedenen Landwirten bestellt werden sollten. Es »ird dies unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis -tbra.cht:
1) daß Anmeldungen bis 6. März 1899 bei dem Unterzeichneten einzureichen sind, Nachbestellungen aber nicht berücksichtigt werden;
2) daß bei Bestellungen von Vereinsmitgliedern, welche den Betrag von 40 Mk. nicht übersteigen, die Kosten des Transportes der Saatkartoffeln bis zur Eisenbahnstation Gießen, Grünberg, Hungen und Lang- Göns auf die Bezirksvereinskasse übernommen werden. Bei größeren Bestellungen haben die Vereinsmitglieder die Kosten des Transports der Saatkartoffeln insoweit zu übernehmen, als die Bestellung den Betrag von 40 Mk. übersteigt. Bei Bestellung eines Waggons Kartoffeln werden sich die Kosten des Transportes bis Gießen auf zirka 1 Mk. 50 Pfg. pro Malter berechnen. Da sich die Transportkosten bei Bezug einzelner Malter wesentlich höher belaufen, so können Bestellungen, welche erst einlaufen, wenn bereits zwei Waggons Kartoffeln (400 Centner) bestellt sind, nicht mehr berücksichtigt werden. Ich ersuche daher die Herren Landwirte um möglichst baldige Einreichung ihrer Bestellungen;
3) daß Bestellungen von Landwirten, welche nicht Mitglieder des landwirtschaftlichen Bezirksvereins find, ebenfalls ausgeführt werden. Dieselben haben aber, wenn sie nicht noch vorher Mitglieder des landwirtschaftlichen Bezirksvereins werden und sich zu diesem Behufe bei dem Unterzeichneten anmelden sollten, den vollen Kostenbetrag für Ausführung ihrer Bestellungen zu vergüten;
4) daß die Zahlung bei Empfang der Saatkartoffeln zu erfolgen hat, und daß für den Sack noch 30 Pfg. pro Stück zu vergüten ist.
Die Herren Bürgermeister werden hierdurch ergebenst vorstehende Bekanntmachung veröffentlichen zu lassen, -Meldungen entgegenzunehmen und umgehend an den UMrzjeichneten einzusenden.
Gießen, den 13. Februar 1899.
b«r Direktor des landwirtschaftlichen Bezirksvereins.
__ v. Bechtold.
Bekanntmachung.
Oberhessischer Obstbauverein. .Am Samstag dem 25. Februar, abends 8 Uhr, UM! im Saale des Cafü Ebel in Giefien eine Ver- soillMilung mit folgender Tagesordnung statt:
H. Die Blutlaus nnd ihre Bekämpfung,
2. Ueber Versuchspflanzungen im Vogelsberg.
Referent: der Sekretär des Vereins, Herr K. Reichel t Mcr für Naturwissenschaften und Obstbau an der Großh' Odfia lischule in Friedberg.
D ie Mitglieder des Öberhessischen Obstbauvereins, so- ^Mstige Interessenten werden hierzu freundlichst eitt- T'ießen, 14. Februar 1899.
. Der Vorsitzende
verc-kttieinsbezirks Gießen des Oberhessischen Obstbauvereins. Frhr. Schenck.
Gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 2 Zwicker, 1 Armband, 1 Rosenkranz, 1 Brille, 2 Taschentücher, 2 Schirme, 1 Paar schwarze Handschuhe, 1 Kinderkragen, 1 Zuber, 1 Kanne und 1 Hundekette.
Zugeflogeu: 1 Kanarienvogel.
Gießen, den 18. Februar 1899.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen. _____________ Muhl.
Präsident Faure
Paris, 17. Februar. Präsident Faure nahm, als er den ganzen Ernst seines Zustandes erkannte, von seiner Gemahlin und seinen Kindern Abschied, ebenso auch von seinem Kabinettsdirektor Legalle. Letzterem dankte er noch für alle seine Mühe und Arbeit. Auch von seinem Haushofmeister und von seinem Kammerdiener verabschiedete sich Faure. Der verstorbene Präsident liegt in seinem Arbeitskabinett auf einem Feldbett. Sein Jäger wacht bei ihm. — Die Einbalsamierung der Leiche Faures ist heute mittag vollzogen worden. Morgen und Montag wird das Publikum zur Besichtigung der Leiche zugelassen werden. Der Leichenzug wird sich über den Konkordicnplatz durch die Rue Rivoli am Justizpalast vorüber nach der Notredame-Kirche bewegen. Die Beisetzung wird in der Gruft des Friedhofes Pdre la chaise am Donnerstag Nachmittag erfolgen. — Das im Elysee aufgelegte Kondolenzbuch füllt sich mit tausenden von Unterschriften. — Seit den frühesten Morgenstunden umsteht eine dicht gedrängte Menschenmenge das Elysee, welches von einem Militärkordon abgeschlossen ist. Dem Minifterrat, der bereits seit ffent^ früh tagt, wohnten auch die Präsidenten des Senats und der Kammer bei. Der Minister des Auswärtigen hat die fremden Regierungen und die Staatsoberhäupter telegraphisch von dem plötzlichen Ableben Faures in Kenntnis gesetzt. Viel besprochen wird der Zufall, der es haben wollte, daß Dupuy bereits zum dritten Male die Zwischen-Regierung führen wird. Er war sowohl Ministerpräsident bei der Ermordung Carnots, als bei der Demission Casimir Periers und jetzt bei dem Tode Faures. — Zur Aufrechterhaltung der Ordnung sind umfassende Maßregeln getroffen worden. Morgen mittag 12 Uhr werden die Abgeordneten und Senatoren in Extrazügen von hier nach Marseille abreisen. Die Kammer hielt nachmittags 2 Uhr unter dem Vorsitz Dechanels eine Versammlung ab. Alle Minister waren dazu erschienen. Die Tribünen waren mit schwarzem Flor behängt. Der Präsident verlas zunächst den Brief des Ministerpräsidenten, worin derselbe den Tod Faures mitteilt. Sodann hielt Dechanel eine kurze Gedächtnisrede auf Faure, an deren Schluß er alle Franzosen aiifforbcrte, sich an der Leiche Faures zu einigen. Die Rede wurde von den Abgeordneten stehend angehört. Hierauf wurde die Sitzung zum Zeichen der Trauer geschlossen. Alle Anwesenden verließen fast lautlos den Saal. Nach der Kammersitzung versammelten sich die verschiedenen Gruppen der Kammer und des Senats, um über die Lage zu beraten. In den Wandelgängen der Kammer wurden Meline, Loubet und Dupuy als diejenigen Kandidaten bezeichnet, welche die meiste Aussicht hätten. Die Sozialisten werden für Loubet stimmen. Es herrscht vollständige Ruhe. — Faure bezeichnete selbst noch vor seinem Tode Loubet als seinen eventuellen Nachfolger. — Es zirkulieren jetzt schon die Namen der Kandidaten für den Präsidentschaftsposten. Es werden genannt: Brisson, Loubet, Freycinet, Dupuy, Dechanel und Waldeck-Rousseau. Wie es heißt, sind in der letzten Nacht mehrere Kuriere nach Brüssel abgereist, um eine Verständigung mit dem Prinzen Viktor Napoleon herbeizuführen. — Da der neue Präsident innerhalb drei Tagen gewählt werden muß, wurden alle Abgeordneten und Senatoren, die außerhalb von Paris weilen, ersucht, sich so schnell als möglich nach Paris zu begeben. In der Provinz rief die Nachricht von dem Ableben des Präsidenten große Aufregung hervor. — Im heutigen Minifterrat wurde beschlossen, den Zusammentritt des Kongresses für die Vornahme der Präsidentenwahl auf morgen Mittag 1 Uhr festzusetzen. Die Beisetzung findet am Sonntag auf dem Pdre la ohaise-Friedhof statt. Die Leichenfeier wird in der Notredame-Kirche abgehalten werden. — „Jntransigeant" schließt seinen heutigen Artikel über den Tod des Präsidenten Faure mit den Worten: Wenn man wagen sollte, einen Präsidenten zu wählen, der den Juden ergeben ist, so würden die Lebel-Gewehre von selbst losgehen. „Siäcle" nennt die Präsidentschaft Faure einen Schandfleck in der Geschichte Frankreichs. Cassagnac sagt in der „Autoritü": Der Stolz hatte Faure den Kopf ver
dreht, die kaiserlichen Umarmungen haben ihn berauscht. Im Uebrigen sind alle Blätter darin einig, daß die Zwistigkeiten in diesem Augenblick vergeffen werden müßten, damit Frankreich ruhig zur Präsidentenwahl schreiten könne.
Deutscher Reichstag.
35. Sitzung vom 17. Februar. 1 Uhr.
Am Bundesratstische: Reichskanzler Fürst Hohenlohe, Staatssekretär v. Bülow.
Der Entwurf der Fernsprechgebührenordnung ist eingegangen.
Vor Eintritt in die Tagesordnung erteilt der Präsident Graf Bal le st rem das Wort dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe: Ich habe dem hohen Hause die Mitteilung zu machen, daß der Präsident der französischen Republik Felix Faure gestern abend an einem Schlaganfall plötzlich verstorben ist. Ich bin gewiß, daß die Vertretung des deutschen Reiches sich eins weiß mit Sr. Majestät dem Kaiser und den verbündeten Negierungen in dem Ausdrucke aufrichtiger und Herzlicher Sympathie für die französische Nation, welche den Heimgang eines Mannes beklagt, der als Staatsoberhaupt unentwegt die großen Interessen des Friedens, der Eintracht und der Wohlfahrt gefördert hat. (Beifall). Eingedenk des gemeinsamen Bandes, welches alle Völker umschließt, geben auch wir unserer Trauer Ausdruck über den Verlust des französischen Volkes, das zu keiner Zeit aufgehört hat, einer der großen Träger der Zivilisation zu sein (lebh. allseitiges Bravo!).
Die Mitglieder des Hauses haben sich während dieser Worte des Reichskanzlers von ihren Plätzen erhoben.
Es folgt die Fortsetzung der Besprechung der Interpellation Johannsen.
Abg. Haenel (frs. Vg.) geht zunächst auf die staatsrechtliche Frage ein. Er bemerkt sodann, daß für ihn die Zugehörigkeit Schleswigs zu Deutschland einfach ein Axiom sei. Die norddeutsche Verfassung habe Schleswig-Holstein gebracht; Fürst Bismarck habe den Artikel 5 des Prager Friedens nicht dem preußischen Landtage vorgelegt, sondern dem norddeutschen Reichstage. Und der Reichstag sei wohl zuständig, sich mit den Ausweisungen zu beschäftigen. In seinen weiteren Ausführungen betont Redner, die Situation werde verschärft durch den Deutschen Verein, der die Parole ausgebe: „Hinaus mit den Dänen über die Königsau!" Das verschärfe die Gegensätze! Mit derselben Energie, mit der jetzt die Deutschen das „up ewig ungedeelt" verteidigten, hätten die Dänen früher das „up ewig ungedeelt" verteidigt. Niemals aber sei es den Dänen eingefallen, das Land dort oben nach den sprachlichen Gebieten zu teilen; sie hätten vielmehr stets das ganze haben wollen. Es sei ein schwerer Irrtum, dessen sich die Dänen schuldig machten, wenn sie glauben, daß Artikel 5 des Prager Friedens zu Unrecht einseitig aufgehoben sei. Alles was in Dänemark in Beamtenstellung sei und Einfluß besitze, nehme uns gegenüber eine überaus ruhige, besonnene Haltung ein. Kein Land sende mehr Auswanderer in das Ausland als gerade Deutschland. Kein Land sei deshalb auch mehr auf eine humane Handhabung der Gesetze über Ausweisungspolitik im Auslande angewiesen, als gerade Deutschland. Und was sei der Kern der ganzen vorliegenden Frage? Die preußische Staatsregierung habe ihre Äusweisungspolitik gerichtet gegen ihre eigenen Staatsangehörigen. Diese habe sie treffen wollen durch die Landesverweisungen von Ausländern. Man habe sein Verfahren gegen Unschuldige gerichtet, um sich an anderen zu rächen! Und wozu alles dies? Das sei eine Politik mit doppeltem Boden, wie es eine Gerechtigkeit mit doppeltem Boden gebe. Das sei Herrenmoral! Erfolge seien doch von den unglücklichen Maßnahmen nicht zu erwarten. Die ganze Rechnung könne nur dahin gehen, daß man die Dänische Bevölkerung mürbe machen wolle, daß man sie gleichgiltig machen wolle gegen gut und böse und sie dahin bringe, die Rute zu küffen.
Abg. v. Tiedemann (kons.) bestreitet zunächst die Richtigkeit der staatsrechtlichen Darlegungen des Vorredners. Mit Genugthuung erfülle ihn die Art, wie Abg. Haenel die dänische Agitation charakterisiert habe. Redner wendet sich nun gegen den Abg. Johannsen, dem das Verdienst gebühre, die Gemüter in Nordschleswig allmählich wieder in Erregung gebracht zu haben. Er, Redner, kenne den Abg. Johannsen aus seiner Thätigkeit als Polizeichef in Flensburg. Des Weiteren verliest Abg. v. Tiedemann zur Kennzeichnung der Dänischen Presse Citate aus dem „Flens- borg Avis." Das Lied „Schleswig-Holstein mcerumschlungen" wurde darin als Lied bezeichnet, welches 1845 bis 1850


