Tochter Friedrich Schillers, Karoline, die Gattin des Berg- rals Junots. Sie hat die letzten Jahre ihres Lebens in Würzburg verbracht und ist 1850 hier gestorben. Da sie am 11. Oktober 1799 geboren war, so sind Bestrebungen im Gang, das verlassene, wenn auch nicht absolut verwahrloste Grab, das ein ziemlich gut erhaltenes gußeißernes Kreuz schmückt, bei der 100. Wiederkehr des Geburtstages in angemessener Weise zu schmücken und es für die Zukunft in einer würdigen Weise wiederherzustellen und zu erhalten.
* Rom, 13. August, lieber die letzte Ausbruchsperiode des Vesuvs und ihre Folgen veröffentlicht der gegenwärtige Leiter des Observatoriums, Professor Tascone, einen zusammenfaffenden kurzen Bericht, der mit Ende des vergangenen Juli die Thätigkeit des Vulkans als erloschen annimmt. Diese Thätigkeit hatte am 3. Juli 1895 begonnen und anfänglich lebhaft, dann mit Unterbrechungen und immer schwächer werdend, ungefähr vier Jahre gedauert. Während dieser Zeit hat sich zwischen dem Hauptkrater und dem Monte Somma am Ausgang des Atrio del Cavallo ein kugelförmiger Lavaberg gebildet, dessen selbständige Höhe etwa 130 Meter beträgt, sodaß die Form des Vesuvs dadurch erheblich umgestaltet ist. Die gesamte Ausbruchsmaffe wird von Tascone auf 107 Millionen Kubikmeter geschätzt. Ein Teil dieser Lavamasse ist über die Piana delle Ginestre und in das Vetranathal hinabgeflossen und hat das Gelände unterhalb des Observatoriums derart erhöht, daß es nur noch 27 Meter höher als die Oberfläche dieser Lava liegt. Diese Aufschüttung zu beiden Seiten des Observatoriums- chügels und die Bildung des hohen Lavabergs oberhalb bewirken, daß bei künftigen Ausbrüchen an derselben Seite des Vesuvs das Observatorium sich nicht mehr der vollkommenen Sicherheit wie bisher erfreuen wird. — Nach den letzten Nachrichten aus Sardinien beläuft sich die Zahl der seit dem 15. Mai unschädlich gemachten Banditen auf 77; in der ganzen Provinz Sassari bleiben jetzt nur noch 5 Banditen übrig, unter ihnen der seit 1895 flüchtige Delogu. Da diese letzten aber von einander getrennt und ihre Schlupfwinkel mehr oder weniger bekannt sind, so zweifelt der Hauptmann der Carabinieri Pranzetti, der den ganzen erfolgreichen Feldzug gegen die Banditen ausgedacht und geleitet hat, nicht an ihrer baldigen Verhaftung.
* Zur Goethe-Feier in Frankfurt a. M. Seit Wochen wird in Frankfurt a. M. von nichts anderm geredet als von der Goethefeier. Daß der 150. Geburtstag des Olympiers in seiner Heimatstadt besonders festlich begangen wird, ist ja selbstverständlich; aber erfreulich war es, zu sehen, wie der Umfang der Feier wuchs, je näher der Zeitpunkt ihrer Abhaltung heranrückte. Stadtverwaltung, Bühne, Vereine und Bürgerschaft wetteiferten, das Andenken ihres großen Mitbürgers zu ehren, und jetzt haben wir glücklich eine volle Goethe - Festwoche vor uns, die am 20. August beginnt. Schauspielhaus und Opernhaus veranstalten eine Reihe von Aufführungen Goethescher Bühnenwerke in vollständig neuer Ausstattung; der Schriftstellerverband, die Buchhändlervereinigung, der Journalistenverein, die Gartenbaugesellschaft, die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft, der Ausschuß für Volksvorlesungen und das Freie deutsche Hochstift halten Festsitzungen ab, der Kunstverein stellt eine reiche Sammlung von Zeichnungen zu Goetheschen Werken aus, Hochstift und städtisches Museum veranstalten ebenfalls Ausstellungen, und an Festschriften, alten und neuen fehlt es auch nicht. Das Bestreben des großen Festausschusses ging aber vor allem dahin, die Feier zu einer volkstümlichen zu gestalten, an der alle Kreise der Bevölkerung teilnehmen. Deshalb wurde zum Hauptfesttag Sonntag der 27. August bestimmt und auch die Arbeiterschaft zur Beteiligung eingeladen. Darüber gab es lebhafte Auseinandersetzungen in den Arbeitervereinen und im Gewerkschaftskartell ; aber da die Arbeiter Frankfurts auch bei den Volksvorlesungen und andern Volksveranstaltungen mitwirken, so wurde schließlich auch die Beteiligung an der Goethe- Feier beschlossen. Bei dem Fackelzug am Abend des 27. August werden außer den Sängern, Turnern, Kriegern, Sportvereinen, den Beamten aller Art auch die Gewerkschaften in einer Stärke von 6000 Köpfen mitmaschieren; ebenso erscheinen vormittags Abordnungen der Arbeiterschaft zur Huldigung am Goethe-Denkmal, und am Vorabend, 26. August, findet im großen Saale des Saalbaues ein besonderes Arbeiterfest mit Musik, Gesang und Vortrag über Goethe statt. Außer der Huldigung und dem Fackelzng ist für den 27. August am Nachmittag ein großes Festkonzert in Aussicht genommen, das den Arbeitern und Vereinen zu billigen Eintrittspreisen (30 und 60 Pfg.) zugänglich gemacht wird. Zur Aufführung kommen Ton- schopsungen zu Goethes Werken von Wagner, Schubert, Schumann, Beethoven, Brahms und Mendelssohn, und Künstler wie Burgstaller und Anton van Rooy wirken mit. Das Konzert findet im Hippodrom statt, dessen große Reitbahn in einen gewaltigen Konzertsaal mit einer Bühne für 500 Sänger umgewandelt wird. Große Vorbereitungen werden überdies für eine Beleuchtung am Abend des 27. August getroffen. Die Stadtvertretung hat zu den Kosten der Feier einen Zuschuß von 10000 Mk. und zur Beleuchtung des Römers noch besonders 2000 Mk. bewilligt; an freiwilligen Beiträgen sind über 40000 Mk. zusammengekommen. Oberbürgermeister Adickes wünschte auch noch eine bleibende Erinnerung an die Feier zu schaffen und legte den Plan vor, neben dem alten Peterskirchhof, auf welchem Goethes Eltern begraben liegen, ein „Goethe-Gedenkhaus" zu errichten. Dieses sollte durch bildnerischen Schmuck an den jugendlichen Goethe und seine Eltern erinnern und außerdem Hör- und Lesesäle für Volksveranstaltungen enthalten. Allein der Plan stieß bei den Stadtverordneten, ja selbst bei einem iteü des Magistrats auf Widerspruch, teils wegen der hohen Kosten (180000 Mk.), teils wegen des für ungeeignet gehaltenen Platzes, und darf wohl bereits als gescheitert gelten.
K. Z.
* Goethe in Heilbronn. Anläßlich der bevorstehenden | Festtage, so schreibt man der „Frkf. Ztg." aus Heilbronn, ei daran erinnert, daß Goethe, auf der Reise nach der I Schweiz begriffen, in der alten Neckarstadt Aufenthalt ge- I nommen, um die Stätten historischer Vergangenheit auf sich wirken zu laffen und Kraft für die geplante anstrengende Fahrt zu sammeln. Und was vor allem diesem Aufenthalt eine erhöhte Bedeutung verleiht, das ist der Umstand, daß I der Dichter hier seinen 48. Geburtstag beging, in stiller Abgeschiedenheit, ein berühmter Fremdling unter Fremden. I Am Abend des 27. August 1797 war Goethe, von Sius- 'jeim kommend, ohne Begleitung hier eingetroffen und in der „Sonne", einem damals renommierten Gasthof, dessen I irächtiger Renaissancestil seine Aufmerksamkeit in Anspruch I nahm, abgestiegen. Seinen Geburtstag verbrachte er mit der Besichtigung der Stadt und einem Ausflug nach dem Wartberg, wo es ihm ausnehmend gut gefiel; in feinen Reisebriefen sind die Eindrücke niedergelegt, die er von dem herrlichen Punkt aus empfing. „Alles, was man übersieht, ist fruchtbar und die Stadt liegt in einer großen grünen Masse von Gärten. Der Anblick erweckt das Gefühl von einem ruhigen, breiten, hinreichenden Genuß." Und in einem Brief an den Herzog vom 11. September heißt es: „Heilbronn hat mich sehr interessiert, sowohl wegen seiner offenen, fruchtbaren, wohlgebauten Sage, als auch wegen des Wohlstandes der Bürger und der guten Administration ihrer Vorgesetzten." Am 29. August reifte Goethe weiter; ! fein nächstes Ziel war Ludwigsburg. — Bis heute fehlt noch jedes äußere Zeichen der Erinnerung an jenen denkwürdigen Besuch. Vielleicht gibt das bevorstehende Fest Veranlassung, die Anbringung einer Gedenktafel an der „Sonne" ins Auge zu fassen.
* Von den ungeheuren Entfernungen im Weltall läßt sich der Laie nichts träumen, und für den Menschengeist ist es schwer, sich hiervon eine richtige Vorstellung zu machen. An dem nachstehenden Beispiel läßt sich das aber wenigstens annähernd erläutern. Der elektrische Strom, der in der Sekunde bekanntlich sieben Mal um unsere Erde geht, würde in einer Sekunde zum Monde gelangen können, wenn eine Leitung nach dort bestände. Bis zur Sonne würde er ungefähr acht Minuten brauchen, während er zum nächsten Fixstern erst in etwa vier Jahren gelangen würde. Es giebt aber auch Fixsterne, die so weit von uns entfernt sind, daß sie auch heute noch nicht die Kunde von der Entdeckung Amerikas haben könnten, wenn dieselbe damals telegraphisch nach dort übermittelt worden wäre.
* Jedermann sinnt darauf, feine Erscheinung so zu gestalten, daß sie einen angenehmen Eindruck auf andere macht; denn Wohlgefallen zu erregen, ist der natürlichste und vorzüglichste Wegweiser zum äußeren Glück in der Gesellschaft. Es ist denn auch nicht Eitelkeit oder Putzsucht, wenn wir unser Aeußeres pflegen, und eine rationelle Hautpflege anstreben. Es empfiehlt sich dafür, im Haushalte eine Fettsalbe vorrätig zu halten. Alles, was man früher zu solchen Zwecken verwandte, ist jetzt weit durch das „Lanolin" genannte Fett, das, wie wissenschaftliche Untersuchungen erwiesen haben, mit dem in der Haut von Natur enthaltenen Fett analog ist, überholt worden. Am besten wird das „Lanolin" in Form des allgemein bekannten „Lauolin- Toilette-Cream-Lanolin" verwandt, das in allen Apotheken und Drogerien käuflich ist und das billigste Schönheitsmittel darftellt. — Beim Einkauf achte man darauf, daß jede Tube und Dose die Schutzmarke Pfeilring trage.
* Wanderlager. Zu den modernen Schäden, unter denen der seßhafte Kaufmann zu leiden hat, gehören auch die Wanderlager. Namentlich an kleinen und mittleren Orten macht sich ein drückender Wettbewerb von Handeltreibenden bemerkbar, die, ohne daselbst Wohnsitz oder gewerbliche Niederlassung zu haben, außer dem Marktverkehr vorübergehend Verkaufsläden halten oder Warenversteigerungen vornehmen. Zum Schutze gegen diese verfeinerte Form des Gewerbebetriebes im Umherziehen sind verschiedentlich von Staat und Gemeinde Maßregeln ergriffen worden. Kürzlich berichtete die „Deutsche Handels-Wacht" über die Einführung einer neuen Steuer für Wanderlager in Württemberg. Dieselbe beträgt zwischen 2 bis 20 Mk. für je 1000 Mk. Warenwert und Woche. In Gera ist eine Steuer von 50 bis 300 Mk. für jede Woche erlassen. Für Versteigerungen und Verlosungen, soweit solche überhaupt gestattet werden, wird eine Steuer von 25 bis 50 Mk. täglich erhoben. In Altenburg ist in Zukunft eine Ge- meinbegeroerbefteuer zu entrichten, die in einem Zuschlag zu der staatlichen Gewerbesteuer für Wanderlager und Versteigerungen besteht.
• Deutsche Handelskammern im Auslande. Von der Handelskammer zu Darmstadt ist dem Reichskanzler eine Bittschrift zugegangen, in welcher die Errichtung von deutschen Handelskammern in Rußland angeregt wird. Andere deutsche Handelskammern haben sich bereits diesem Gesuch angeschloffen oder werden das in nächster Zeit thun. Andere Staaten, so Frankreich, England, Oesterreich, sind uns mit der Errichtung von Handelskammern, im Auslande längst vorangegangen und es wäre zu wünschen, daß die deutsche Regierung diesem Beispiel bald in ausgedehntem Maße folgte. Bisher besteht nur eine deutsche Handelskammer in Brüssel, die indessen lediglich ein privates Unternehmen ist.
* Hunde im Sanitätsdienst der Armee. Aus Koblenz wird der „Frkf. Ztg." vorn 12. d. M. geschrieben: Gestern wurde hier die große Kranken träger-Ue bung beendet, die alljährlich eine große Anzahl Unteroffiziere und Mannschaften des 8. Armeekorps vereinigt, die unter Leitung der Sanitätsoffiziere im Dienste als Krankenträger praktisch unterrichtet werden. Den Verwundeten im Kriege so rasch als möglich Hilfe zu bringen, gilt als das erste Bedingnis einer praktischen Hilfe. Das rauchlose Pulver erfordert in einem nächsten Kriegsfälle, daß der Soldat mehr als je
Deckung suchen muß, die notwendige Folge hiervon ist, daß die Verwundeten schwerer aufzufinden fein werden als sonst; namentlich wird das Unterholz dem Aufsuchen hinderlich sein. Mit Genehmigung des General-Kommandos des 8. Armeekorps fanden bei der großen Krankenträger Uebung heuer auf dem Karthäuserfelde zum erstenmal Versuche mit schottischen Schäferhunden zum Aufsuchen von 20 Soldaten statt, die gut versteckt worden waren. In kurzer Zeit fanden die Hunde die Soldaten und gaben durch lautes Bellen die Stelle an, wo die „Verwundeten" lagen. Es tarnen vier Hunde zur Verwendung, die in der Dunkelheit und am Tage die Soldaten aufspürten. Die Hunde sind Eigentum der Herren Tiermaler Bungartz, v. Plueskow und des Husarenregiments Nr. 7 in Bonn. Der Verem zur Züchtung von Sanitätshunden besteht nunmehr fünf Jahre. Die gestern angestellten Versuche können als wohl- gelungen bezeichnet werden; für den Ernstfall setzen sie die Sanitätsdetachements in den Stand, Hilfe in ausgiebigstev Weise zu leisten. Den interessanten Uebungen wohnten viele Zuschauer von nah und fern bei; Herr Bungartz hielt nach Beendigung der Hebung einen Vortrag über Herkunft und Dressur der Sanitätshunde.
* lieber die Reisewut der Engländer macht jetzt eine englische „Revue" eigene Angaben, die gerade bei der jetzigen Überschwemmung aller Teile der Welt mit englischen Touristen von besonderem Interesse sind. Im Laufe des letzten Jahres haben sich allein in Dover nicht weniger als 443,102 Passagiere eingeschifft. Die Zahl der Reisenden, die in Hüll, Harwich, QeenSborough, Folkestone, Newhaven und Southampton die Fahrt nach dem Festlande antraten, erreichte dieselbe Höhe, und man schätzt niedrig, wenn man annimmt, daß etwa 1,500,000 Briten jährlich an fremden Küsten Erholung suchen. Von den 1,500,000 Reisenden besucht die Mehrzahl Belgien, den Rhein, die Schweiz und Paris, und die Kosten sind mindestens auf 360 Mill. Mk. zu veranschlagen. Zwischen den Ausgaben an einem verhältnismäßig nicht teuren Ferien-Aufenthalt, wie der Schweiz, und einem Aufenthalt an der Riviera kann man einen bedeutenden Unterschied beobachten. In der Saison 1898 war die Gesamtzahl der Touristen, die die Schweiz besuchten, 2,300,000. Diese Schar von Touristen hinterließ in der Schweiz nur die bescheidene Summe von 100 Mill. Mk. die sich auf 1790 Gasthöfe und Pensionen verteilen; das macht 40 Mk. auf den Kopf. Zu dieser Summe kommen noch ungefähr 20,800,000 Mk., die jährlich für Juwelen, Nippsachen und Andenken aus der Schweiz ausgegeben werden. Die Riviera andrerseits zeigt einen sehr verschiedenen Rekord. Während einer Durchschnitts-Saison berechnet man die Besucher dort nicht nach Millionen, sondern es ist ganz offiziell, daß ungefähr 270,000 Leute sich dort jedes Jahr versammeln, darunter 60,000 Engländer und 30,000 Amerikaner. Es gilt auch ferner als selbstverständlich, daß die Gäste der Riviera im Durchschnitt 889 Mk. ausgeben, gegen die 40 Mk. in der Schweiz. Im ganzen sind das also 240 Mill. Mk., von denen 60 Mill. Mk. auf Rechnung der Engländer kommen. In Aachen bilden die Engländer während der Saison 32 Prozent der Gäste und geben hier etwa 6 bis 8 Mill. Mk. aus. Unter den 890,000 jährlichen Besuchern in Paris befindet sich ebenfalls ein großer Prozentsatz Engländer. In neuerer Zeit kommt auch Wien bei ihnen sehr in Aufnahme.
Universitäts-Nachrichten.
— München. An der hiesigen Uniocifttäl habilitierten sich der Reallehrer an der LudwigSkretSrealschule Dr. phil. Johann Göttler als Privatdozent für das Fach der Mathematik tn der 2. Sektion der philosophischen Fakultät und der approbierte Arzt Dr. med. Albrecht Notthasst Frhr. v. Weiß en st ein als Privatdozent für das Fach der Dermatologie und Syphilidologte in der medizinischen Fakultät.
— Zur Doktorprüfung der Pharmazeuten macht Prof. Thoms einige Bemerkungen von allgemeinem Interesse in seinem Jahresbericht: Unter den Studierenden macht sich mehr und mehr das Bestreben bemerkbar, nach Ablauf ihres pharmazeutischen Studiums zwecks Promotion ihr chemisches bezw. botanisches Studium zu verlängern. Leider ist eS z. Z. nicht möglich, diese Studierenden, welche naturgemäß zu den besser vorbereiteten gehören, in Berlin zur Ausführung eigener phaimazeuttsch-chemtscher Arbeiten zurückzuhalten, da sie mit diesen, ohne die Reifeprüfung bestanden zu haben, an preußischen Universitäten nicht promovieren können. So siedeln sie denn meist nach süddeutschen Unioerstlälen, unter denen Heidelberg, Erlangen, Freiburg i. B. bevorzugt werden, oder nach Rostock über, wo den Pharmazeuten, die mit der Note I die StaatSpiüfung bestanden haben, der Nachlaß des Reifezeugnisses gewährt wird. Die gleichen Vorteile bieten den Pharmazeuten Leipzig, München, Tübingen, Jena. Durch diese ungleiche Behandlung der Anforderungen an den Vor- und AusbildungLgang der Promootrrenden an den verschiedenen deutschen Hoschulen sind besonders die pharmazeutisch chemischen Anstalten der preußischen Universitäten benachteiligt, weil ihnen die zur Ausführung wissenschaftlicher Arbeiten geeigneten Studierendm entzogen werden.
— Prag. Der ordentliche Profeffor der Kunstgeschichte an der hiesigen Univerfität Dr. Joseph Neuwtrth wurde zum ordentlichen Professor der allgemeinen Kunstgeschichte mit besonderer Berücksichtigung der Baukunst an der technischen Hochschule in Wien ernannt.
Mteratur, Wissenschaft und Kunst.
„WaS der Kaufmann vom bürgerlichen Gesetzbuch Wissen muß". Die für den Kaufmann und Gewerbetreibenden kennenswertesten Bestimmungen des neuen bürgerlichen Rechts. In systematischem Abriß zusammengestellt von G. H a ck. 3 Auflage. Oktav — Gebunden Mk. 2,75. Verlag der Handels-Akademie Leipzig. Das Buch überrascht durch das reiche Material, das es in so knapper Fassung bietet, läßt nichts Beachtenswertes außer Acht, und zeichnet sich besonders durch streng gehaltene sachliche Darstellung aus, die sich nicht verliert in eine Kritik der einzelnen Bestimmungen und weitschweifige Erörterungen, — was ja dem Zweck des Buches nicht entsprechen würde. Dieses reiche Material, bei der knappen, leicht verständlichen und geschickten Art der Darstellung läßt das Merkchen als ganz besonders empfehlenswert und zur Anschaffung geeignet erscheinen, zumal „Unkenntnis des Gesetzes" den Kaufmann nicht „vor Nachteil schützt" und das neue bürgerliche Gesetzbuch bereits am I. Januar 1900 in Kraft tritt! Es giebt kaum ein anderes Buch, das seinem Zweck so gut entspräche, wie das vorliegende. Das angehängte alphabetische Sach-Register bietet eine bequeme Handhabe für die praktische Benutzung des Buches.


