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Nr. 193 Zweites Blatt_______Freitag den 18. August_____________________ISO»
Kchener Anzeiger
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-3<ir Denkmals Enthüllung bei St. Privat.
Am 18. August findet auf dem Schlachtfeld bei Metz die feierliche Enthüllung des Denkmals für die Gefallenen des 1. Garde-Regiments zu Fuß durch den Kaiser statt. Das Denkmal ist nach einer Skizze des Kaisers vom Bildhauer Walter Schott zu Berlin modelliert und bei der Firma Gladenbeck Söhne gegossen. Das 3*/2 Mtr. hohe Sandstein- Monument zeigt einen bewaffneten Engel von gewaltigen Dimensionen, der auf seinem Schwert die Worte trägt: Semper talis (Immer ein solcher!). Das Denkmal enthält am Sockel folgende Inschriften:
„Den braven Kameraden
Wilhelm II. und Sein Erstes Garde-Regiment zu Fuß." ,,Das Regiment verlor seinen Kommandeur, 35 Offiziere, 104 Unteroffiziere, 982 Grenadiere und Füsiliere."
„Nach dem Entwürfe Sr. Maj. Kaiser Wilhelm II. modelliert von Walter Schott, Berlin 1899."
Deutsches Keich.
Berlin, 16. August. Der Kaiser hatte zu der gestrigen Abendtafel auf Schloß Wilhelmshöhe auch den Botschafter Freiherrn v. Marschall geladen. Heute vormittag nahm der Kaiser die Vorträge des Chefs des Militär-Kabinetts v. Hahnte und des Chefs des Marine-Kabinetts, Freiherrn D. Senden-Bibran entgegen.
Berlin, 16. August. Im Abgeordnetenhause, welches heute seine erste Sitzung nach der Vertagung hielt, wurde mit der zweiten Beratung der Kanal-Vorlage begonnen. Haus und Tribünen waren außerordentlich gut besucht. Am Ministertische u. a.: Fürst Hohenlohe, v. Miquel urtb Thielen. Zunächst sprach der Eisenbahnminister Thielen, der nochmals den Standpunkt der Staatsregierung darlegte. Er führte aus, die Vorlage sei die wichtigste, welche seit längerer Zeit auf dem Verkehrsgebiete in den Vordergrund getreten sei, und schließt mit den Worten: Die Kanal- Vorlage sei nach jeder Richtung eine bedeutsame für das Wohl des Landes. Erst kommende Geschlechter könnten dieselbe so recht würdigen. Abg. v. Eynern (natl.) tritt für die Vorlage ein. Oberst Budde führt aus, die Militär- Verwaltung lege aus strategischen Rücksichten den allergrößten Wert auf den Kanal. Abg. Rewoldt erklärt, daß die überwiegende Mehrheit der Freikonservativen nach wie vor der Vorlage ablehnend gegenüberständen. Abg. Fritzen erklärt, daß ein Teil des Centrums den Dortmund-Rhein- Kanal bewilligen wollte, ohne für die ganze Strecke des Mittelland-Kanals stimmen zu können. Die kanalfreundlichen Mitglieder des Centrums beantragten aus rein fach, lichen Gründen die nochmalige Kommissionsberatung, ohne welche die Vorlage damals gefallen wäre. Weiter sei ein Teil des Centrums für die Vorlage. Zwischen den Freunden und den Gegnern der Vorlage verhielten sich noch ein dritter Teil seiner Freunde neutral und behielten sich so ihre end-
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gütige Stellungnahme für die dritte Lesung vor. Abg. Barth ist für die Vorlage. Morgen Weiterberatung.
— Im Reichsschatzamt haben die Verhandlungen über die für den Reichshaushaltetat auf 1900 angemeldeten Einzelforderungen begonnen. Ueber einen Posten sind Erörterungen überhaupt nicht nötig, er steht von vornherein fest und braucht nur mit der Summe eingesetzt zu werden, welche sich aus dem Rechnungsabschlüsse der Hauptkasse ergibt; es sind dies die Ueberschüsse aus früheren Jahren. In seiner Höhe wird dieser Posten jedesmal durch den Rechnungsabschluß des vorletzten Jahres bestimmt und ist es denn auch diesmal in dem vor kurzer Zeit veröffentlichten Finalabschluß der Reichshauptkasse. Es ist möglich, daß er bei einer nochmaligen Revision eine kleine Veränderung erfährt, bedeutend kann sie aber nicht sein, und so kann man denn sicher sein, daß sich im Reichshaushaltetat für 1900 dieser Posten in der Höhe von 30 V8 Million Mark präsentieren wird. In dieser Höhe ist der Posten während der neunziger Jahre noch nicht erschienen. In den ersten neunziger Jahren war er wegen ungünstiger Abschlüffe überhaupt nicht in den Etats erschienen, dann machte er einige Millionen aus. So belief er sich 1893—94 auf 14,4 Millionen, fiel 1894—95 auf 1,3 Millionen, stieg 1895—96 auf 14,4 Millionen und fiel 1896—97 wieder auf 7,4 Millionen. Von da an wies er wieder eine steigende Tendenz auf, um sich in den letzten Jahren überhaupt auf einer größeren Höhe zu halten. 1897—98 konnte er auf 12,1 Millionen, 1898 aus 28,7 Millionen, 1899 auf 23 Millionen normiert werden. Jetzt wird er, wie gesagt, für 1899 die höchste Stufe im letzten Dezennium aufweisen. In einer solchen Höhe, wie für den nächstjährigen Etat, konnte diese Position überhaupt selten eingestellt werden.
— Aus Oberschlesien wird der „Schles. Ztg." geschrieben, daß die der Kanalvorlage günstigere Kundgebung „lediglich die private Aktion einzelner Werke oder deren Vertreter sei, während der Oberschlesische Berg- und Hüttenmännische Verein als die berufene Vertretung der oberschlesischen Montanindustrie nach wie vor auf dem Standpunkte seiner am 21. Juni beschlossenen Resolution steht." Diese Resolution verlangt in erster Linie von den Abgeordneten Oberschlesiens einfache Ablehnung der Vorlage, in zweiter weitergehende Konzessionen als jene Kundgebung.
— Daß die reichsländische Bevölkerung | immer mehr die enge Fühlung mit dem deutschen Vaterlande wiedergewinnt, geht auch aus der Thatsache hervor, daß in Elsaß-Lothringen die Zahl derjenigen jungen Leute, welche sich für den Dienst in der Marine melden, von Jahr zu Jahr zunimmt. Diese Wahrnehmung ist, wie angestellte Ermittlungen ergeben haben, auch in anderen Teilen des Deutschen Reiches gemacht. Während sie hier aber lediglich auf die wachsende Vorliebe für die Marine zurückzuführeir ist, wird in Elsaß-Lothringen auch noch ein anderes Moment, das der wachsenden Liebe zum großen deutschen Vaterlande, mitsprechen. In den letzten drei Jahren sind aus dem Be-
Feuilleton.
Anschluß verpaßt.
Skizze von Otto Bruhnsen.
(Schluß.)
Wir hatten ihn am nächsten Vormittag gänzlich aus sen Augen verloren.
Drüben auf der Düne war er nicht, im Unterlande, das wir nach allen Himmelsrichtungen durchstreiften, war er auch nicht.
Schließlich entdeckten wir den Sausewind am Nachmittag droben im „Helgoländer Gehölz", wo er den würzig duftenden Kaffee in der Gesellschaft einer älteren und zweier sehr jungen, hübschen Damen einnahm.
Er hatte wieder einmal die Konversation völlig an sich gerissen.
„Ich versichere Sie, der Dampfer, der Sie heute von Bremerhaven herüber zu bringen das grenzenlose Glück hatte, schlingerte ganz entsetzlich. Ich sah's von der Ost- küste aus, als das Ungetüm, das so mancherlei kostbare Fracht auf dem Nacken trug, herankroch."
„Es schlingerte, mein Fräulein!"
„Stampfen: das ist das Schwanken des Schiffes in der Vertikalebene, dasjenige in der Horizontalen nennt man Schlingern oder Ueberholen. Darum wurden Sie leider auch etwas naß."
Bei den letzten Worten zog der eifrig Erklärende, der uns hatte kommen sehen, mit vielem Geschick die verhüllende Kappe eines blühenden Hollerbusches über sich.
Aber dieses zu spät ausgeführte Manöver hatte nicht mehr den gewünschten Erfolg.
„Du wirst es erklärlich finden, daß wir an einer unzweifelhaft reizvollen Unterhaltung, die Dich so entflammte, daß man Deine vorhergehende Erläuterung auch noch in der Kirchstraße hätte gut vernehmen können, überaus gern teilnehmen möchten," jagte Freund Stuttgarter zu dem Strauch, der die funkelnden Augen und den lachenden Mund Emils nur schlecht verbarg, und mit einer artigen Verbeugung stellte er sich und mich den Damen vor.
„Du — der Kaffee taugt hier nichts," warnte Emil, mit einem letzten Versuch, den ihm offenbar lästigen Zuwachs zur Gesellschaft abzuschütteln.
„Nun, wir haben unser Schälchen schon intus," erklärte sein Bruder, sich gleichmütig einen Stuhl heranziehend. „Uebrigens vielen Dank für Deine Mitteilung."
Fröhliche Stunden entschwanden nur zu rasch.
Die Bremer Damen, die ihrem sich daheim gewiß noch mit mancherlei Geschäftssorgen plagenden Familienhaupte einige Tage voraufgeeilt waren, erwiesen sich als feingebildete Gesellschafterinnen, mit denen ein anregendes Gespräch zu führen, viel Freude bereitete.
Der Student freilich, der sich mehrere Male wegen gar
zu burschikoser Äußerungen leichte Rügen zuzog, fühlte sich etwas geengt. Man sah es ihm an.
Er zog schließlich von dannen, um mit einem Makrelenfischer auf den Fang zu ziehen, wie er deklarierte.
Arn Vorabend hatte er mit einem breitspurig in seinem Boote stehenden Rittergutsbesitzer aus den gesegneten Gefilden Mecklenburgs gesprochen.
Der feiste, alte Knabe hatte in wenigen Stunden einige einhundertundzwanzig der gefräßigen Edelfische gefangen.
„Makrelen werden mit den Eingeweiden gefangener Genossen geködert — vergiß das nicht!" rief ihm der Bruder anzüglich nach. „Hoffentlich heißt es diesmal nicht: Aller Anfang ist schwer."
„Verbindlichen Dank für den wertvollen Wink. Er ist mir indes schon gestern von anderer Seite geworden," war die prompte Antwort des Enteilenden.
Als er am Spätabend mit seinem Boote an der Landungsbrücke anlegte, stellte es sich heraus, daß er nur einige zwanzig der köstlichen Fische erwischt hatte, außerdem einen Katzenhai — genießbar nur für ganz unverwöhnte Insulaner.
Der Fang kostete ihm alles in allem, den Wert unterwegs verloren gegangener Fanggeräte eingerechnet, fünfzehn Mark.
Kein Wunder, daß er für das gerade an diesem Abend zu beobachtende Meerleuchten, ein schwaches, phos-


